May | Secret Funding | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 260 Seiten

May Secret Funding

Ein heißer Deal
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-96089-204-5
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein heißer Deal

E-Book, Deutsch, 260 Seiten

ISBN: 978-3-96089-204-5
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Jung, gutaussehend und manchmal grausam. Noah Kress ist ein knallharter Broker, intelligent und fähig genug, um seine Firma auf Erfolgskurs zu halten. In seinem Privatleben ist er Master Noah, ein gefragter Dom im Circle, einem der exklusivsten privaten Clubs in Boston. Sowohl in seinem Job als auch im Club sind Menschen für ihn lediglich Variablen, die es zu interpretieren gilt, Zahlen, die aufgeschlüsselt werden müssen, Kombinationen, die man erwägen und bewerten muss. Doch als ein wichtiger Deal platzt und seine Firma dem Untergang geweiht scheint, ist seine einzige Chance der mysteriöse Martin Scheer. Und der verlangt eine ganz spezielle Garantie. Wird der talentierte Zocker Noah gewillt sein, nach ganz neuen Regeln zu spielen?

May Secret Funding jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


VORAUSGEHENDE PROJEKTANALYSE

Sein Brustkorb hob und senkte sich in schnellem, fieberhaftem Tempo.

Was dem Publikum, sollte es noch irgendwelche Zweifel gehabt haben, eindeutig zeigte, wie erregt der Mann war, der in dem großen Metallrahmen hing – die Arme an die beiden seitlichen Säulen gefesselt, die Fußknöchel an der Stange am Boden festgebunden.

Der hellhäutige, kaukasische Mann war vollkommen nackt und stand mit dem Rücken zum Publikum.

Noah befand sich etwa einen Meter von ihm entfernt. Er hatte ungehinderte Sicht auf die angespannten Rückenmuskeln des Mannes und auf die unebene Linie seiner Wirbelsäule, die etwas blasser war als der Rest seiner geröteten Haut, die hier und da bereits begann, sich violett zu verfärben. Es war ein schlanker, wohlgeformter Körper ohne übertriebene Muskeln, mit runden, festen Hinterbacken und rötlicher Behaarung, die an seinem unteren Rücken begann und sich entlang des hübschen Bogens seines Steißbeins verdichtete.

Der Mann gefiel Noah. Es machte ihm genauso viel Spaß, diesen Klienten anzusehen, wie mit ihm zu spielen.

Sie waren schon etwa eine Stunde dabei und der einzigartige Geruch von gepeitschter Haut erfüllte den für Publikum offenen Raum.

Eine Mischung aus Erschöpfung, Furcht, Schmerz und wachsender Lust.

Lust stank. Das war eine der ersten Tatsachen, die man lernte, wenn man sich in den Räumen im Untergeschoss des Circle aufhielt. Auch wenn der Geruch jedes Mal ein wenig anders war, weil jeder Körper auf andere Weise reagierte – oder besser: erwachte.

Noah trat für einen Moment näher an den Mann heran. Zu lange zu erregt zu sein, konnte während der Session zum Problem werden. Und um ehrlich zu sein, fing es außerdem an, ihn zu ärgern.

Das Publikum hinter ihm saß respektvoll schweigend da, obwohl viele der Zuschauer wahrscheinlich schon seit der Aufwärmphase angetörnt waren und im Schutz der Schatten masturbierten.

Das war das normale Publikumsverhalten bei Meister Noahs zweiwöchentlichen Sessions. Aufmerksam. Willens, sich zu beteiligen. Diskret.

Er mochte weder die übertriebene Zurschaustellung von Wohlgefallen noch irgendwelche Wichtigtuer, die ihn und seine Klienten nur lüstern anstarrten und sich rüpelhaft benahmen.

Seine Zuschauer waren allesamt zahlende Gäste und wurden nur auf Einladung hereingelassen. Seine Gästeliste hatte bisweilen monatelange Wartezeiten. Selten verließ jemand Meister Noahs Raum enttäuscht und in den letzten drei Jahren hatten seine Vorführungen zu den beliebtesten Veranstaltungen im Circle gehört.

Sein Klient zitterte derweil noch immer.

Noah legte eine Hand in den Nacken des Mannes und versuchte, ihn mit seiner Gegenwart zu beruhigen. Dann fuhr er mit der Hand langsam an dessen Wirbelsäule entlang und übte gleichmäßigen Druck zwischen seinen Schulterblättern aus, bis er fühlte, dass der Atem des Mannes langsamer und ruhiger wurde.

„Schh“, beruhigte er ihn mit fester Stimme. „Ich habe dich nicht allein gelassen. Es ist alles gut.“

Im Versuch, den Kontakt auszudehnen, neigte der Mann den Kopf nach hinten und wimmerte verlangend. Aber Noah beschloss, ihn nicht mehr zu belohnen, als er es sich während des ersten Teils der Session verdient hatte. „Du bist bei mir und alles ist gut“, wiederholte er.

Als sich der Klient augenscheinlich wieder genügend beruhigt hatte, begann Noah erneut, ihn mit leichten Bewegungen aus dem Handgelenk zu schlagen.

Die Lederriemen landeten mit einem scharfen Knallen und trafen die Haut auf harmonische Weise, niemals zufällig, wie die Liebkosungen eines Bogens auf einer Violine.

Es bedurfte einer gewissen Fähigkeit, um den Schlag an genau der richtigen Stelle und in dem beabsichtigten Winkel auszuführen. Eine Fähigkeit, die Begabung erforderte und ein wenig Leidenschaft, aber auf jeden Fall viel Übung. Es war ganz gewiss nichts, das man an einem normalen Konservatorium studieren konnte, obwohl Noah eine exzellente Ausbildung genossen hatte und außer dem menschlichen Körper noch mindestens zwei weitere Instrumente spielen konnte.

Nach dem fünften Schlag begann der Mann vor ihm wieder zu zittern. Seine Erregung wuchs und zwei Schluchzer entfuhren ihm. Noah runzelte die Stirn. Er wusste, dass seine Peitschenhiebe die Mitte des Körpers, mit dem er spielte, erhitzten und das Blut in Rücken, Arsch und Genitalien des Mannes strömen ließen. Was bedeutete, dass die Gliedmaßen des Mannes – die an den Haken festgebundenen Arme, die durch die Stange immobilisierten Beine – weniger durchblutet wurden. Sie konnten taub werden und der Mann konnte frieren.

Aber dieses Zittern war nicht normal. Die körperliche Kälte – eine Reaktion, die Noah erwartete und gegen die er etwas tun konnte – war von Qual und Panik abgelöst worden.

Sein Klient war immer weniger bei klarem Verstand und entfernte sich weiter und weiter davon, seinen Höhepunkt zu erlangen.

Ein unerfreulicher und unvorhergesehener Umstand.

Aber es war mehr als nur das – es war ein echtes Problem. Sie sollten noch vierzig weitere Minuten lang zusammen arbeiten. Die Session war vorher sorgfältig geplant worden. Am Mittwoch zuvor hatte sein Sub, ein Freiwilliger, bei einer Tasse Tee in einem der Wohnzimmer im ersten Stock des Circle gesessen und zugehört, während Noah jedes Detail der geplanten Vorführung erläuterte. Sie hatten einander kennengelernt. Und sie hatten über die Grenzen, Vorlieben und besonderen Wünsche des Klienten gesprochen.

Der Freiwillige hatte den vorausgehenden Fragebogen sorgfältig ausgefüllt und einen vorzüglichen Eindruck bei Noah hinterlassen. Er hatte gesagt, er würde seit vier Jahren BDSM als Sub praktizieren und wäre während der Arbeit mit verschiedenen Meistern nach und nach reifer geworden.

Es bestand jetzt kein Zweifel, dass er schlichtweg gelogen hatte.

Ein so erfahrener Sub würde nach nur zwei Sets mit einem einfachen Gummiflogger und einem weiteren Set mit dem ledernen nicht die Kontrolle verlieren. Außerdem hatte Noah noch nicht einmal die laufende Session, bei der er den Drachenschwanz benutzte, beendet.

Als der Klient schließlich wimmernd urinierte und eine gelbe Pfütze zu seinen Füßen hinterließ, war Noah gezwungen, den Arm zu heben, um anzuzeigen, dass das Spiel vorbei war.

Dieses Mal signalisierten die Zuschauer murmelnd ihren Missmut.

Sie waren enttäuscht wegen der zu kurzen Show. Und vielleicht auch wegen der Leistung des Meisters.

Wie Noahs erster Mentor und Freund Meister Lud zu sagen pflegte: Ein guter Dom muss zuallererst die Bedürfnisse der Körper verstehen, mit denen er arbeitet. Er sollte daher absolute Klarheit darüber haben, welche Grenzen nicht überschritten werden dürfen, damit es nicht in schiere körperliche Gewalt ausartet, die sinnlos und inakzeptabel ist.

Licht und Dunkelheit, Lust und gewollter Schmerz, Dom und Sub bildeten stets eine Symmetrie – zwei notwenige Hälften eines Ganzen – die beiden helfen sollte, den erlösenden Höhepunkt zu erreichen. Wenn diese Balance fehlte, dann wurde das Spiel zu nichts anderem als dem Abklatsch einer vulgären Unterwerfung, die das primäre Ziel, sich gegenseitig Lust zu verschaffen, vernachlässigte. Und es bestand das reale Risiko, den anderen und sich selbst ernsthaft zu verletzen.

Ein guter Dom verstand den Körper, mit dem er arbeitete. Er konnte den Schmerz genau bemessen, konnte selbst im Dunkeln befriedigen und das Gefühl von Sicherheit vermitteln, konnte seinen Klienten zur letzten, strahlenden Belohnung geleiten.

Es war ein ungeschriebenes Gesetz, dem alle Doms im Circle folgten: Prüfe, bevor du handelst. Bestimme die Bedürfnisse des Klienten, dann wende die angemessenen Lösungen an.

Heute Abend jedoch war etwas schiefgegangen.

Es hatte nur Dunkelheit und Schmerzen gegeben, keine Befriedigung. Selbst Noahs Schwanz war immer noch hart in seiner weichen, schwarzen Seidenhose.

Der Sub war dumm und leichtsinnig gewesen, so über seine Erfahrung und seine Schmerzgrenze zu lügen, aber Noah war ebenso voreilig gewesen, als er ihm vertraut und somit eine riskante Situation herbeigeführt hatte. Wenn er Geschäfte machte, konnte er vielleicht zynisch und rücksichtslos sein. Beim Umgang mit Aktienanalysen, vertraulichen Kursnotierungen und vertraglichen Verpflichtungen kümmerte er sich um nichts und niemanden, machte keine Gefangenen und schnitt durch seine Kontrahenten wie ein heißes Messer durch Butter.

Aber nie ging er so mit seinem Körper oder dem eines Klienten um. Niemals.

Weshalb er bereute, das Spiel nicht schon früher beendet zu haben. Bevor er seinen Ruf als Dom, der in jeder Situation alles perfekt kontrollierte, befleckt hatte.

Es war seine Schuld, wenn er hier versagt hatte.

Und das Circle würde sich noch lange daran erinnern.

Während zwei Helfer sich beeilten, den halb bewusstlosen Klienten zu befreien, unter den Schultern zu ergreifen und wegzutragen, brachte Alain, der Butler des Circle, rasch Noahs Bademantel und einen Stapel sauberer Handtücher. Noah wusch sich sorgfältig Hände und Arme, wischte sich anschließend Brust und Achseln ab und tupfte die nasse Haut schließlich mit einem Baumwolltuch trocken. Er hätte auch eine Dusche in einem der eleganten Badezimmer des Circle nehmen können, aber er wollte seine unangenehme Erektion lieber behalten, bis er zu Hause angekommen...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.