McBride | Kühle Rache - heißes Herz | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

McBride Kühle Rache - heißes Herz


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1965-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-1965-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Nachricht von Macon McCanns Rückkehr nach Pine Hills lässt bittersüße Erinnerungen in Nester aufsteigen - und die Entdeckung, dass er per Annonce eine Frau sucht, wilde Rachegelüste! Denn vor Jahren war sie die Frau, die er heiraten wollte, blutjung und bereit, bei Nacht und Nebel mit ihm durchzubrennen. Ihn stattdessen in den Armen einer anderen zu finden, hat alles zerstört - und ihm jetzt einen Strich durch die Rechnung zu machen, ist Balsam für Hesters verletzte Seele. Bis sie Macon gegenübersteht - und ohnmächtiger Zorn sich in brennendes Begehren verwandelt. Wie die Motte ins Licht, so zieht es sie in seine Arme - selbst wenn die Glut sie ein zweites Mal versengen sollte ...



Als Schülerin bewahrte die aus West Virginia stammende Jule McBride ihre Bücher im geschnitzten Eichenschrank ihrer Großmutter auf, zu dem nur sie den Schlüssel besaß. Jeden Tag zur Lesezeit schloss sie den Schrank auf, und ihr eröffnete sich die magische Welt der Bücher. Erst später wurde ihr klar, dass die Figuren, die sie so lieb gewonnen hatte, nicht real waren. Von da an wollte auch sie eines Tages Schriftstellerin werden, um selbst faszinierende Heldinnen und Helden zu erschaffen.
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PROLOG

„Macon McCann sucht eine Braut per Anzeige? So etwas sollte doch verboten werden.“ Hester Moody schüttelte den Kopf. Sie zog sich den Blazer ihrer dunkelblauen Postuniform aus und rollte die Ärmel ihrer weißen Bluse hoch. Geschickt band sie ihr schulterlanges aschblondes Haar zu einem Pferdeschwanz zusammen. Hester trank einen Schluck von dem Kaffee, den sie sich im Supermarkt gekauft hatte, und sah zu ihrer einzigen Kundin. Lois Potts vom Futtermittelladen schien sich nicht entscheiden zu können, welche Sondermarken sie nun kaufen wollte.

Lois war der letzte Mensch, mit dem Hester jetzt reden wollte, und das war auch verständlich, denn Lois und sie waren schon früher aneinandergeraten. Zum Glück war Lois gerade sehr beschäftigt, und so konnte Hester sich in Ruhe das pinkfarbene Briefpapier anschauen, das sie sich vorhin gekauft hatte, zusammen mit der Zeitschrift „Texas Men“.

„Nicht zu fassen, dass Macon auf diesem Weg eine Braut sucht“, murmelte sie.

Ihre hellblauen Augen blickten sehr ernst, als sie das Foto betrachtete, das den Mann in voller Größe zeigte, der der Vater ihres sechzehnjährigen Sohns war. Reicher Rancher, männliches Prachtstück stand unter dem Bild. „So etwas kann sich auch nur Macon als Bildunterschrift ausdenken“, flüsterte sie und verdrehte die Augen. Gleichzeitig ärgerte sie sich über sich selbst, weil sie ihn trotz allem noch so attraktiv fand.

Aber bei welcher Frau würde bei diesem Mann nicht sofort das Herz schneller schlagen?

Das Leinenhemd spannte sich über seinen muskulösen Schultern, und Macon hatte die obersten Knöpfe geöffnet. Seine breite gebräunte Brust, die kräftigen Arme und die schmalen Hüften waren Hester noch gut in Erinnerung. Auf dem Foto trug Macon eine neue Jeans und polierte Stiefel. Den Cowboyhut hielt er sich vor die Brust und lächelte dabei, als wollte er sagen, dass alle Frauen, die auf die Anzeige antworteten, ihm schon von vornherein das Herz brachen.

„Haare wie ein Engel, ein Charakter wie der Teufel“, stellte Hester verärgert fest. Das honigblonde Haar war leicht wellig, und es schimmerte so seidig, dass sie es am liebsten berührt hätte.

Entnervt seufzte sie. Macon sah aus wie jeder andere Cowboy. Abgesehen von seinen Augen. Sein scharfer Blick wirkte so durchdringend, dass jede Frau wie gebannt das dunkle Braun seiner Augen bewunderte.

Hester wurde klar, dass sie viel über Macon wusste, was man nicht mit der Kamera festhalten konnte. Ja, dachte sie, und fast jede andere Frau in Pine Hills. Sie fand es immer noch richtig, dass sie Macon nicht die Wahrheit über Cordy erzählt hatte. Aber in letzter Zeit befürchtete sie manchmal, dass ihr irgendetwas Schreckliches zustoßen könnte. Vor zwei Jahren war Bruce ganz unerwartet gestorben. Was war, wenn Cordy vielleicht nach ihrem Tod aus irgendeinem Grund die Wahrheit erfahren musste?

Hester verdrängte ihre Angst, die sie seit Bruce’ Tod fast auffraß, und dachte angestrengt nach. Ach Bruce, dachte sie, wir beide wollten doch zusammen alt werden! Du solltest nicht sterben! Ebenso wenig wie Macon McCann sich hier in Pine Hills niederlassen und eine Frau heiraten sollte, die er über diese Zeitschrift kennengelernt hatte.

In Houston hatte Macon eine erfolgreiche Baufirma gegründet. Weshalb kehrte er zurück? Und warum setzte er gleich eine Anzeige in „Texas Men“, um eine Frau zu suchen, wenn er doch ausreichend Gelegenheiten besaß, um auf anderem Weg eine Frau kennenzulernen.

Sie blickte zum Eingang. Draußen herrschte glühende Hitze, obwohl es noch Vormittag war, und die Leute standen Schlange vor „Happy Lick’s Ice Cream Parlor“, um sich ein Eis zu kaufen.

„Guten Morgen, Hester, wie geht’s?“

Das war Lois. Hastig schob Hester einen großen Umschlag über Macons Anzeige und alles andere, was sie auf dem Tresen ausgebreitet hatte, und nahm ihren Kaffeebecher von der Waage, damit Lois ihr Paket darauf legen konnte. „Bestens, Lois. Heute keine Briefmarken?“

„Ich konnte mich nicht entscheiden, welche ich nehmen soll.“ Lois lachte geziert. „Bestimmt hast du gehört, dass Macon McCann wieder in der Stadt ist und mit allem ausgeht, was sich bewegt. Wart ihr beide nicht auf der High School befreundet?“

„Nur platonisch“, log Hester.

„Ich auch“, versicherte Lois ihr hastig.

Fast hätte Hester laut aufgelacht. „Wie ich gehört habe, seid ihr beide letzte Woche drüben in Opossum Creek zum Bowlen gewesen.“ Sie konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen und stellte fest, dass anscheinend noch niemand von Macons Anzeige in „Texas Men“ erfahren hatte. Sollte sie es Lois verraten? Dann machte die Neuigkeit sicher innerhalb von einem Tag die Runde. Kein Mann hatte es gern, wenn jeder erfuhr, dass er sich per Anzeige eine Frau suchen musste, und wenn es Macon richtig peinlich war, dann hatte Hester vielleicht Glück, und er verließ die Stadt wieder.

„Macon und ich waren in Opossum Creek“, gestand Lois. „Aber wir waren zu mehreren.“

Hester hob nur die Augenbrauen. Nachdem sie bezahlt hatte, ging Lois noch einmal zu den Briefmarken, und Hester blickte aus dem Fenster zu den Bergen mit dem Aussichtspunkt, der „Star Point“ genannt wurde. Wenn doch nur das einzige Kino in Pine Hills etwas neuere Filme zeigen würde! Oder wenn die nächste Bowlingbahn nicht fast vierzig Meilen entfernt in Opossum Creek wäre! Oder wenn Happy Lick’s Ice Cream Parlor nicht pünktlich um acht Uhr schließen würde! Dann hätte Hester nicht so viel Zeit damit verbracht, sich mit Macon heimlich irgendwo draußen zu treffen.

Aber der Star Point war unwiderstehlich schön mit den alten Eichen, Mesquitbäumen und Platanen, die den Platz säumten. Dort oben war es gewesen, als Hester, zwei Monate, bevor sie Bruce heiratete, mit Macon ihr Baby gezeugt hatte.

Jetzt sah sie kritisch auf Macons Foto und las den Anzeigentext:

Texaner (34) will heiraten. Mit ihm als Ehemann bekommt die Braut auch eine erfolgreiche Rinderranch in Texas Hill Country und ein eigenes Reitpferd.

Gereizt verschränkte Hester die Arme. Sie bedauerte jetzt schon die arme unglückliche Frau, die auf das Märchen von der heilen Welt der Cowboys hereinfiel. „Na ja, wenigstens lernt sie ihn ja vor der Hochzeit noch kennen“, flüsterte Hester. „Ein eigenes Pferd. Ts, ts, ts.“ Sie schüttelte den Kopf.

Lois war bereits auf dem Weg nach draußen. „Sagtest du etwas?“

Errötend schüttelte Hester den Kopf. „Ich rede nur mit mir selbst.“

„Da muss man wenigstens nicht mit frechen Antworten rechnen“, erwiderte Lois schnippisch und schloss die Tür.

Kluge Sprüche von Lois Potts konnte Hester im Moment wirklich nicht gebrauchen, deshalb nickte sie nur und las weiter.

Hier ist mein Angebot, Lady. Komm auf die Rock ‚n’ Roll-Ranch in Pine Hills in Texas und lass Dich von der friedlichen Natur verzaubern, während Du Dich in mich und das Leben hier verliebst. Zur Ranch gehört ein Swimmingpool, und ich hoffe, dass Du eine familiäre Atmosphäre liebst, denn Du wirst das große gemütliche Ranchhaus mit Deinen Schwiegereltern teilen. Also schreib schnell an Macon McCann. Ich bin ein Cowboy, der es nicht erwarten kann, Dein liebender Ehemann zu werden.

Das ergab doch keinen Sinn! Macon hatte Pine Hills vor sechzehn Jahren verlassen, um sich seine Träume zu erfüllen, und er hatte diesen Schritt nie bereut. Niemals hatte er sich anmerken lassen, dass er heiraten wollte, und jetzt wollte er eine Fremde zur Frau nehmen? Dabei hatte er sich doch mit so vielen Frauen aus dem Ort getroffen.

Hester musste schlucken, als sie die Briefe hervorholte, die sie unter die Zeitschrift geschoben hatte. Heute früh waren aus aller Welt sechzehn Antworten auf Macons Anzeige eingetroffen. An den meisten Tagen waren es sogar noch mehr.

Statt sie in Macons Postfach zu legen, öffnete sie die Umschläge über Wasserdampf und las sie. Sogar aus China, Russland und den Niederlanden hatten Frauen geschrieben. Alle erzählten Geschichten von Eltern, Liebhabern oder Ehemännern, die sie verlassen wollten. Einige lebten in Krisengebieten und wollten dem Krieg, dem Elend oder dem Hunger entkommen. Manche suchten angeblich einen Ehemann, der ihnen half, ihre Kinder großzuziehen, oder sie wollten das Leben auf einer Ranch kennenlernen. Aber in Wirklichkeit waren alle nur auf der Suche nach jemandem, der sie liebte und dessen Liebe sie erwidern konnten.

Voller Mitgefühl zog Hester einen Brief hervor, der in sauberer Handschrift auf kariertem Ringbuchpapier geschrieben war.

Lieber Mr. Macon McCann,

ich möchte sehr gern Ihre Braut sein. Ich kann Ihnen versichern, dass ich hübsch bin und aus einem anständigen Elternhaus stamme. Leider ist meine Familie im Moment wütend auf mich, weil ich ungewollt schwanger geworden bin. Ich habe über andere Wege nachgedacht, aber ich werde das Baby bekommen, obwohl mein Freund mich belogen hat, als er sagte, er würde mich lieben. Ich habe Angst, weil ich erst siebzehn bin und wir nicht viel Geld haben.

Bitte Mr. McCann, wenn Sie nichts dagegen haben, ein farbiges Mädchen zu heiraten, das gerade die Schule abgebrochen hat und in zwei Monaten ein Baby bekommt, dann hoffe ich, dass Sie mir bald schreiben. Ich hasse meine Familie jetzt und will aus Missouri wegziehen. Obwohl ich sehr gute Noten habe, musste ich von der Schule abgehen, weil die Mädchen, die ich für meine Freundinnen gehalten habe, nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Sie haben mir böse Dinge auf mein Schließfach geschrieben. Hier in Missouri fühle ich...



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