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E-Book, Deutsch, 282 Seiten

Mehr Migräne Angst und Depression

Ein Leben mit zwei Gesichtern
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7568-7156-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Leben mit zwei Gesichtern

E-Book, Deutsch, 282 Seiten

ISBN: 978-3-7568-7156-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie haben Migräne? Dann gehören Sie, wie ich auch, zu jenen sechs bis acht Millionen Bundesbürgern in Deutschland, die mit dieser schweren neurologischen Krankheit leben müssen. Betroffene werden oft belächelt und nicht ernst genommen. In meinem Studium der Humanmedizin konnte ich mir medizinisches Fachwissen aneignen und die Migräne mit all ihren Facetten besser verstehen. Bis heute ist es der Forschung noch nicht gelungen, die Ursachen dieser Krankheit zu enträtseln. Seit über 35 Jahren leide ich an Migräne. Es gibt viele Möglichkeiten mit dieser Erkrankung sein Leben trotzdem positiv zu gestalten. Ich möchte in diesem Buch Mut machen offen über die Erkrankung zu sprechen, sich nicht zu verstecken und das Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Sie finden in diesem Buch meine Krankheitsgeschichte, wissenschaftliche Hintergründe und wertvolle Tipps Ihren Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Thomas Mehr, Jahrgang 1973, Fachbuchautor, hat eine Tochter und lebt in Hamburg. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und Humanmedizin (Physikum) wechselte er in die Pharmazeutische Industrie. Dort hat er über 18 Jahre in verschiedenen Funktionen und Abteilungen fundierte Berufserfahrungen gesammelt. Thomas Mehr hat seit über 35 Jahren Migräne, Höhen und Tiefen erfahren, möchte mit Klischees und Vorurteilen aufräumen. Er will zeigen, was es bedeutet, tagtäglich mit einer schweren neurologischen Erkrankung wie der Migräne zu leben. Mut machen offen darüber zu reden, sich und die Migräne nicht zu verstecken vor allem die positiven Seiten im Leben nicht zu vergessen.

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Meine Geschichte – Teil I
Wie alles begann Als Kind war ich ein richtig frecher und aufgeweckter Junge. Fast wie Michel aus Lönneberga, optisch hätte es auf jeden Fall gepasst, nur ohne die ganzen Streiche. Obwohl, ein paar Streiche waren es schon, zum Glück gab es bei uns keinen Holzschuppen in dem ich mich anschließend verstecken oder meine Strafe absitzen musste. Meine Eltern und Großeltern hatten Mühe mir auf den Fersen zu bleiben, da ich ständig weglief. Nicht aus Angst, sondern weil ich offenbar hinter jeder Ecke irgendetwas Spannendes vermutete und nichts verpassen wollte. Ich war immer in Bewegung und liebte es, die kleine Welt um mich herum zu erkunden. Außerdem war ich wissbegierig und fragte die Erwachsenen ständig Löcher in den Bauch. Wenn meine Großmutter gekocht hat oder es frisch gebackenen Kuchen gab, habe ich immer alle um mich herum eingeladen. Das war ein Fest! Mit fünf Jahren ging ich in den Kindergarten, das war für mich das Beste überhaupt. Oder sagen wir es so – auf jeden Fall war dies ein guter Start ins Leben. Ich war immer viel draußen an der frischen Luft, meine Großeltern hatten zu meinem Glück einen großen Garten, dort spielte ich meistens nachmittags oder an den Wochenenden, in meinem kleinen Paradies. Mir fehlte es an nichts, es ging mir fabelhaft. Ich war ein lebenslustiger und weltoffener Junge mit großen Zukunftsplänen. In der Grundschule träumte ich davon, Rennfahrer zu werden. Nach der Schule, entschied ich mich jedoch für etwas Solides. Ich machte das Abitur, fing an zu studieren, beendete mein Studium mit Abschluss in Betriebswirtschaftslehre und in Humanmedizin mit dem Physikum, danach startete ich in mein Berufsleben. So viel zu meiner Vorgeschichte. Nun komme ich zu den Anfängen meiner gesundheitlichen Beschwerden. Es begann bei mir bereits in der Kindheit, allerdings waren sich die Ärzte noch unklar, wollten sich noch nicht festlegen was es genau ist. Ich hatte als Kind oft Kopfschmerzen, häufiger keinen Appetit und musste mich hin und wieder übergeben. Ich habe oft und sehr gerne draußen gespielt, außer wenn es mir manchmal zu hell war, dann habe ich mich nach drinnen verzogen, weil ich mich in diesen Momenten dort wohler fühlte. Eigentlich klare Anzeichen und aus heutiger Sicht ein nachvollziehbares Verhaltensmuster. Doch dann gab es natürlich wieder Momente wo alles in Ordnung war, ich das Leben mit vollen Zügen genossen und meine kleine, eigentlich heile Welt, erkundet habe. Mit fünfzehn Jahren, war es dann so weit, die Diagnose Migräne wurde nun offiziell und zum ersten Mal aus ärztlicher Sicht ausgesprochen, diagnostiziert. Familiär bedingt war diese Diagnose nicht wirklich weit entfernt, erblich bedingt, an dieser Stelle liebe Grüße an meine Leidensgenossin, meine Mutter. Ich war mitten in der Pubertät, wollte bei weitem keine Party auslassen und so richtig am Leben teilnehmen. Stattdessen lernte ich frühzeitig den Blick in die Dunkelheit, ich meine natürlich die dunklen Räume, kennen. Kalte Umschläge, einen Eimer in greifbarer Nähe, bloß keine lauten Geräusche und das ziemlich oft für mein Alter. Am Anfang waren es ein bis zwei Migräne-Attacken, die mindestens ein bis zwei Tage anhaltend waren und das jeden Monat. Monat für Monat. Das schlimmste war natürlich, dass die Attacken meistens zum Wochenende kamen. Also blieb die Party häufig für mich aus, ich war wieder mal nicht dabei. Gefühlt wie nach einer durchzechten Partynacht habe ich mich trotzdem – und den Schädel danach habe ich auch gehabt. Es gab zu dieser Zeit wenig Aussicht auf hilfreiche, für Kinder oder Jugendliche zugelassene Medikamente, ganz zu schweigen von Literatur, Erfahrungen oder Therapiemöglichkeiten die wirkliche Hoffnung oder wenigstens etwas mehr Lebensqualität versprachen. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, aber es hieß tatsächlich hinlegen und abwarten. Schmerzen aushalten und hoffen das es schnell vorbei geht. Die Nächte waren manchmal sehr lang, kein Wunder, wenn man am Tag davor schon gelegen und versucht hat zu schlafen. Dann endlich, der erste Versuch aufzustehen, der erste Blick ins Licht. Wenn es nicht geschmerzt, ich meine, wenn es sich nicht wie ein Blitz der durch die Hirnhälfte geschossen ist, angefühlt hat, mein Kreislauf stabil war, konnte ich endlich wieder aufstehen. »Das Leben ging weiter!« Diese Zeit hat mich damals bereits ganz schön geprägt und herausgefordert. Viel schlimmer aber ist, dass es mich die Schulzeit und anschließend fast das Abitur gekostet hat. Schon merkwürdig, eher schrecklich, wenn ich mich an diese Zeit zurückerinnere. In diesem Alter hat man doch noch ganz andere Dinge im Kopf, möchte sich und die große Welt kennenlernen. Viel ausprobieren und womöglich aus seinen Fehlern lernen. Ich habe bereits in dieser Zeit schon erste Erfahrungen gemacht, dass Migräne eine Krankheit ist, die in der Öffentlichkeit sehr weit weg war und zum Leid der Betroffenen so gut wie nicht drüber gesprochen wurde. Dazu kommen diese Vorurteile. Wer kennt sie nicht die Sprüche wie »Nimm halt eine Tablette« und »Ich habe auch mal Kopfschmerzen, stell Dich nicht so an« oder »Du solltest mal mehr trinken«. Es gibt unglaublich viele Vorurteile gegenüber Migräne. Aber eins steht fest, Migräne ist eine komplexe, neurologische Erkrankung und nicht einfach »nur« Kopfschmerzen. Betroffene wissen, was ich meine. Deshalb ist heutzutage die Aufklärungsarbeit so wichtig. Sehr wichtig! Während meiner Schulzeit bin ich deswegen häufig aufgefallen und geärgert worden. Oben drauf kam noch der Ärger über mich selbst, wenn sich plötzlich und wieder einmal ganz unerwartet eine Migräne-Attacke anbahnte, ich mich übergeben musste und schnell wie ein Vampir das Dunkle suchte. Wieder ein Tag, an dem ich nicht am Unterricht teilnehmen konnte. Bravo! Was haben sich die anderen in meinem Umfeld gedacht? Natürlich habe ich es manchmal bemerkt, wenn hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde, dass ich gekotzt habe »hat wohl zu viel getrunken« oder »schau mal, der verträgt keinen Alkohol«. Kein schöner, falscher Eindruck! Dabei habe ich um Alkohol, verständlicherweise, immer einen großen Bogen gemacht. Ich vertrug überhaupt keinen Alkohol. Besonders stark reagierte ich auf Sekt, Wein und Bier. Härtere Sachen waren sowieso raus. Was blieb da noch übrig? Mir wurde unmittelbar und gleich nach dem Genuss von alkoholischen Getränken richtig schlecht. Manchmal habe ich Migräne nur vom dran riechen bekommen. Wie gerne wäre ich dennoch bei diesen Abenden mit dabei gewesen, doch leider musste ich viele Verabredungen kurzfristig absagen. Man wird mit der Zeit ziemlich erfinderisch, allerdings gibt es irgendwann den Zeitpunkt wo einem keine Ausreden mehr einfallen. Verständnis oder Rücksicht habe ich in dieser Zeit wenig, eigentlich gar nicht erfahren. Wie auch, wenn man nicht drüber spricht. Mein anschließendes Studium stand vor der Tür und war während beziehungsweise mit den Migräne-Attacken eine riesige Qual und wirklich eine echte Herausforderung. Vielleicht war dieser Zeitpunkt aber auch ein erster Beweis das man Superkräfte entwickeln kann. Ja, es gibt sie wirklich die Superkräfte, darüber berichte ich später, in einem anderen Kapitel. Nächtliches aufbleiben, durchmachen und Lernen, ist bestimmt jedem bekannt. Meinen Schlaf-Wach-Rhythmus hat es jedoch ganz schön herausgefordert und wurde häufig mit einer Migräne-Attacke belohnt. Großartig! Wie oft musste ich eine Klausur nachschreiben oder Prüfungen nachholen, natürlich mit einem gewissen Nachteil verbunden. Für andere sah es jedoch eher so aus als hätte ich mehr Zeit zum Lernen gehabt. Aber hatte ich wirklich mehr Zeit? Ganz gewiss nicht. Heutzutage gibt es den sogenannten Nachteilsausgleich, mehr Zeit, mehr Ruhe, weniger Stress. Dennoch wird man ziemlich schnell ausgegrenzt, wenn man »anders« und nicht so ist wie die anderen. Möchte man das? Definitiv nein! Was wäre gewesen, wenn ich offen darüber gesprochen hätte? Die Antwort habe ich leider bis heute nicht, da ich es weiterhin für mich behalten und nicht an die große Glocke gehängt habe. Irgendwie habe ich meine Schullaufbahn, trotz vielen Fehlzeiten und dunklen Tagen, erfolgreich zu Ende gebracht und auch mein Studium habe ich, dank meiner Superkräfte souverän gemeistert. Hut ab! Es ist schon Wahnsinn, wenn ich zurückblicke, was ich mir und meinem Körper damals angetan habe. Ich bin auch überrascht wie lange ich das durchgehalten habe, niemandem davon zu erzählen, mir nichts anmerken zu lassen. In dieser Zeit habe ich richtige Schauspieler Qualitäten entwickelt. Nun gut, wirklich stolz bin ich nicht darauf. Die Prognose meiner Migräneerkrankung war für mich nicht gerade sehr zuversichtlich, auch im zunehmenden Alter nicht. Dazu auch leider keine Faktoren wie...



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