Michaels | Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 350 Seiten

Michaels Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-155-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 350 Seiten

ISBN: 978-3-96655-155-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Welchem der ungleichen Brüder gehört ihr Herz? Die Regency-Romanze »Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft« von Barbara Michaels als eBook bei dotbooks. England im 18. Jahrhundert. Nach dem Tod ihres Vaters ist für die junge Francesca nichts mehr wie zuvor: Die einzige Familie, die sie noch hat, sind ihre entfernten Verwandten in Italien. Schweren Herzens reist sie dort hin - und ist überwältigt von der Pracht ihres neuen Zuhauses, das wie ein Schloss inmitten von Rosen und Zypressenwäldern thront. Doch ihre Verwandten empfangen Francesca mit kaltem Argwohn. Einzig der ungestüme Andrea scheint Francesca für den Zauber dieses Landes begeistern zu wollen - wohingegen sie sicher ist, dass sein düsterer Bruder Stefano um jeden Preis etwas vor ihr zu verbergen sucht. Ein Geheimnis, das Francesca schon bald tief in die Intrigen der Adelsfamilie verwickelt ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: »Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft« von Bestseller-Autorin Barbara Michaels verbindet fesselnde Regency-Liebe mit einem Hauch von Gefahr und Exotik. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Hinter der US-amerikanischen Bestsellerautorin Barbara Michaels steht Barbara Louise Gross Mertz (1927-2013), die auch unter dem Pseudonym Elizabeth Peters erfolgreich Kriminalromane schrieb. Die Autorin promovierte an der University of Chicago in Ägyptologie. So haben auch ihre Romane, für die sie zahlreiche Preise gewann, meist einen historischen Hintergrund. Barbara Michaels veröffentlichte bei dotbooks ihre Romane: »Der Mond über Georgetown« »Das Geheimnis von Marshall Manor« »Die Villa der Schatten« »Das Geheimnis der Juwelenvilla« »Die Frauen von Maidenwood« »Das dunkle Herz der Villa« »Das Haus des Schweigens« »Das Geheimnis von Tregella Castle« »Die Töchter von King's Island« Diese Romane sind auch in den Sammelbänden »Das Haus der Dämmerung« und »Das Haus der dunklen Schatten« enthalten. Außerdem erschienen bei dotboooks ihre historischen Liebesromane: »Abbey Manor - Gefangene der Liebe« »Wilde Manor - Im Sturm der Zeit« »Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft« »Grayhaven Manor - Das Leuchten der Sehnsucht« Unter Elizabeth Peters erschienen bei dotbooks ihre Kriminalromane: »Der siebte Sünder - Der erste Fall für Jacqueline Kirby« »Der letzte Maskenball - Der zweite Fall für Jacqueline Kirby« »Ein preisgekrönter Mord - Der dritte Fall für Jacqueline Kirby« »Ein todsicherer Bestseller - Der vierte Fall für Jacqueline Kirby« »Vicky Bliss und der geheimnisvolle Schrein« »Vicky Bliss und die Straße der fünf Monde« »Vicky Bliss und der blutrote Schatten« »Vicky Bliss und der versunkene Schatz« »Vicky Bliss und die Hand des Pharaos«
Michaels Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Eins


Eine Autorin, die in der ersten Person schreibt, kann nicht erwarten, daß ihre Leser ernsthaft um das Überleben der Hauptperson besorgt sind. Wenn eine Heldin ihre Leidensgeschichte in wohlgesetzten Worten schildert, hat sie ganz offensichtlich alle Torturen überstanden, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. Und doch erinnere ich mich, wie ich vor Spannung den Atem anhielt, als die Verrückte in Miß Jane Eyres Kammer eindrang und den Brautschleier zerriß; und wie ich mir die Fingernägel abbiß, während ich die Schicksale von Mrs. Radcliffes gepeinigten Heroinen verfolgte.

Da ich weder Miß Brontë noch Mrs. Radcliffe bin, darf ich nicht hoffen, die Aufmerksamkeit meiner Leser in gleichem Maße zu fesseln. Aber was mir in einem gewissen Lebensabschnitt widerfuhr, war genauso grausam und fast ebenso unwahrscheinlich wie die Abenteuer meiner Lieblingsheldinnen. Vielleicht hielt ich in meiner Jugend und Unerfahrenheit jene Probleme für schlimmer, als sie es tatsächlich waren. Doch selbst jetzt, wo ich einige Jahre älter bin (ich ziehe es vor zu verschweigen, um wie viele) überläuft mich immer noch ein Schauer, wenn ich mich Lord Sheltons entsinne und jenes gräßlichen Augenblicks, wo ich hilflos in seinen Armen lag, wo sein heißer Atem mein abgewandtes Gesicht streifte und seine Hände an meinem Kleid zerrten.

Aber ich greife den Ereignissen voraus. Ich muß zunächst erklären, wie ich in eine so üble Situation geraten konnte, und um dem Leser ein klares Bild zu vermitteln, auch einen Teil meiner Familiengeschichte einflechten.

Mein Vater war ein Künstler – leider kein sehr guter.

In gewisser Weise finde ich es bedauerlich, daß sein Vater ihm ein kleines Vermögen hinterließ, denn ohne dieses Geld hätte er sich eine gewinnbringende Beschäftigung suchen müssen, statt den schwer erreichbaren Schutzgeistern der schönen Künste nachzujagen. Sein Erbe genügte, um ihm für einige Jahre ein halbwegs komfortables Leben zu ermöglichen, während er den europäischen Kontinent bereiste und schließlich im künstlerischen Mekka, in Rom landete. Auf einen jungen Mann von romantischer Gesinnung, mit einem glühenden Herzen übte die alte Hauptstadt der Cäsaren eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Und das lag nicht nur an ihren Kunstschätzen, sondern auch an den schönen Modellen, die auf der Spanischen Treppe ihre Talente anpriesen, an der Gesellschaft anderer aufstrebender junger Künstler, am Wein, am Gelächter und an den Gesängen in den warmen italienischen Nächten.

Vater sah bemerkenswert gut aus, sogar auf dem Totenbett. Schwindsucht ist keine entstellende Krankheit. Im Gegenteil, eins ihrer teuflischen Symptome besteht darin, daß sie ihre Opfer mit der gespenstischen Illusion von Schönheit und Gesundheit umgibt, bis kurz vor dem Ende. Vaters schlanke Gestalt und die feingezeichneten Gesichtszüge wurden von den Folgen seines Leidens noch betont. Seine Blässe bildete einen eindrucksvollen Kontrast zu dem weichen, dunklen Haar, zu den strahlenden schwarzen Augen, eingerahmt von den langen, dichten Wimpern, um die ihn so manche Frau beneidet haben mußte.

Ich kannte ihn nur während seines körperlichen Verfalls, aber ich kann mir vorstellen, wie hübsch er mit zwanzig war, als er meiner Mutter begegnete, und ich verstehe, daß es ihm so schnell gelang, ihr Herz zu erobern. Ihrer Familie mangelte es an diesem Verständnis, denn sie stammte aus einem vornehmen italienischen Haus. Unter normalen Umständen hätte mein Vater sie niemals kennengelernt. Ein romantischer Zufall führte die beiden zusammen. Sie fuhr in einer Kutsche nach Rom, und die Reise mußte wegen eines Gewitters unterbrochen werden. In der Dunkelheit tauchten Banditen auf. Die Diener meiner Mutter flüchteten oder wurden überwältigt. Und im gefährlichsten Augenblick, als einer der Schurken die Dame aus dem Wagen zerrte, kam Vater zufällig dazu. Als die Huf Schläge seines Pferdes aufklangen, hielten ihn die Räuber für den Anführer einer Schutztruppe. Er fand gerade noch Zeit, meine halb ohnmächtige Mutter zu sich in den Sattel zu heben, und zu entkommen, ehe sie ihren Irrtum erkannten.

Im schwachen Mondlicht hatte er genug gesehen, um die wehrlose Gestalt einer Frau auszumachen, umringt von Männern, die ihr Leben, ihr Eigentum oder beides bedrohten. Erst als sie das nächste Gasthaus erreichten, das glücklicherweise nur wenige Meilen entfernt lag, erblickte er das Gesicht der jungen Frau, die er gerettet hatte.

Ich gleiche ihr nur, was die Haare und die Augenfarbe betrifft – worüber manche Leute überrascht sind, denn ich bin blond und blauäugig. Aber nicht alle Italiener sind schwarzhaarig, mit dunklen Augen. In der nördlichen Region leben viele blonde Menschen, und einige Vorfahren meiner Mutter stammten von dort. Meine Gesichtszüge habe ich von Vater geerbt. Und obwohl er hinsichtlich seiner äußeren Erscheinung keine übertriebene Bescheidenheit an den Tag legen konnte, ohne die meine zu verunglimpfen, wollte er niemals zugeben, daß andere Frauen meiner schönen Mutter ebenbürtig wären.

Natürlich genügten die romantischen Begleiterscheinungen jener ersten Begegnung, um jeden jungen Mann zu entflammen. Meine Mutter war bewußtlos, als er sie ins Gasthaus trug und auf ein Sofa vor dem Kamin bettete. Der Feuerschein färbte ihre zerzausten Locken goldrot, und dieser schimmernde Heiligenschein umrahmte ein Gesicht von reiner Vollkommenheit. Er kniete neben ihr nieder, legte einen Arm unter ihren Kopf. Ihre Lider zitterten, sie öffnete die Augen. Das erste, was sie sah, waren seine Züge – jung, hübsch, von tiefen Gefühlen beseelt; und das erste, was sie spürte, war sein kraftvoller Arm, der sie zärtlich und doch respektvoll umfing.

Kein Wunder, daß sie sich auf Anhieb ineinander verliebten … Um so wundersamer war es, wie beharrlich ihre Liebe alle Hindernisse überwand. In ihrer jugendlichen Unerfahrenheit, voneinander verzaubert, konnten sie am ersten Abend nicht vernünftig denken, sonst hätten sie sofort erkannt, daß ihre einzige Hoffnung in der sofortigen Flucht lag. Doch die eigentlichen Schwierigkeiten wären ohnehin gewaltig gewesen. Zum Beispiel konnte meine Mutter keinen Protestanten heiraten. In Italien durften die Angehörigen dieses Glaubens nicht einmal Gottesdienste abhalten. So wurden die Behörden von dem Überfall auf die Kutsche verständigt, und man teilte dem Fürsten Tarconti mit, seine Tochter wäre in Sicherheit; aber nicht bevor die Liebenden Zeit gefunden hatten, sich stundenlang in einer Sprache zu unterhalten, die viel beredsamer war als das fließende, wenn auch grammatikalisch etwas fehlerhafte Italienisch meines Vaters.

Wie gut ich jede Einzelheit dieser romantischen Geschichte kenne! Während der Kindheit war dies meine liebste Gute-Nacht-Geschichte. Und wenn ich meine Mutter als eine Heilige betrachtete, an die ich meine kindlichen Gebete richtete, verkörperte ein gewisser Graf Ugo Fosilini den Schurken meiner Albträume. Francescas aristokratischer Vater hatte diesen entfernten Verwandten zum Schwiegersohn erkoren; und sie war auf dem Weg nach Rom gewesen, um Fosilinis Familie zu besuchen, als das Schicksal eingegriffen hatte. Natürlich schickte Fürst Tarconti keinen anderen als jenen jungen Mann in das Gasthaus, um seine Tochter abholen zu lassen. Sobald Graf Ugo meinen Vater erblickte, wußte er, daß er einen Rivalen hatte; und er erdreistete sich, diesen zu beleidigen, indem er ihm Geld anbot, zum Dank für die Rettung des Mädchens.

Natürlich schleuderte Vater die Goldmünzen wütend auf den Boden. Diese Geste war tapfer, aber unklug, denn sie bestätigte, was der Graf bis dahin nur vermutet hatte. Meine Mutter wurde augenblicklich nach Rom gebracht, in den Palazzo Fosilini, wo man sie buchstäblich gefangenhielt. Doch das genügte dem Grafen noch lange nicht. Er war zu hochmütig, um einen Mann, den er nicht für ebenbürtig erachtete, zum Duell zu fordern. Und so kaufte er sich einige jener Meuchelmörder, die sich in Rom zahlreich herumtrieben. Nur die Loyalität der ambitionierten jungen Schriftsteller und Maler, mit denen mein Vater befreundet war, bewahrte ihn vor dem Tod. Einige gehörten einem revolutionären Geheimbund an und brannten geradezu darauf, die Pläne Graf Ugos zu vereiteln, der als grausamer Gutsherr galt. Die Mitglieder der Gruppe standen meinem Vater bei, der meiner Mutter bis auf den Familienlandsitz in den Bergen folgte, und sie verhalten den beiden auch zur Flucht aus Italien. Dies war das aufregendste Kapitel der ganzen Geschichte. In nächtlicher Stille verließ meine Mutter das schlafende Schloß, begleitet von einer treuen Dienerin, die für die heimliche Verständigung zwischen den Liebenden gesorgt hatte. Nach einem wilden Ritt durch die Dunkelheit, wobei meine Mutter, in Männerkleidung und im Herrensitz, auf dem Rücken eines temperamentvollen Hengstes saß, erreichten sie Genua. In einem Fischerboot, dessen patriotische Besatzung des öfteren eine andere Fracht als Fische übers Meer beförderte, fuhren sie nach Frankreich. Triumphierend gingen sie in Marseille an Land.

Sie heirateten in London. Meine Mutter sagte sich von allem los, was sie in Italien zurückgelassen hatte, sogar von ihrer Religion. Zunächst lebte das junge Paar sehr zurückgezogen, weil es die Rache von Francescas Verwandten fürchtete. Doch nachdem einige Monate verstrichen waren, erfuhren sie, daß Mutters Verwandtschaft mit einer kalten, für ihre Gesellschaftsschicht typischen Arroganz auf die Flucht reagiert hatte. Italienische Freunde teilten ihnen mit, Fürst Tarconti hätte seine Tochter enterbt. Ihr Name durfte in seiner Gegenwart nicht mehr ausgesprochen werden. Für ihre Familie war sie so gut wie tot.

Und sie starb tatsächlich nach kurzer Zeit – als sie mich zur Welt...



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