Mittelstädt | Wunderbar geleitet | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Mittelstädt Wunderbar geleitet

Was wir heute von Frauen der Bibel lernen können.
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-96122-133-2
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Was wir heute von Frauen der Bibel lernen können.

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

ISBN: 978-3-96122-133-2
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lydia, Ruth, Noomi, Rahel und Lea - die Geschichten dieser legendären Frauen der Bibel können uns ermutigen, inspirieren und Kraft schenken. Denn obwohl sie zu anderen Zeiten lebten, halten sie uns einen Spiegel vor Augen und helfen, unsere eigene Geschichte besser zu verstehen. Lassen Sie uns ein Stück weit gemeinsam in ihren Schuhen laufen und sehen, wohin Gott uns führt! Hineingewoben in die biblischen Berichte sind Elisabeth Mittelstädts persönliche Erfahrungen, die sie in ihrem unverwechselbaren Stil ehrlich, unterhaltsam und mit einer Prise Humor erzählt.

Elisabeth Mittelstädt hat die Frauenzeitschrift LYDIA gegründet und war 27 Jahre Chefredakteurin und Herausgeberin dieses Magazins. Für die rumänische und ungarische Ausgabe ist sie noch immer verantwortlich. Darüber hinaus ist sie Autorin und Herausgeberin mehrerer erfolgreicher Bücher. Als gefragte Rednerin ist sie in Deutschland, aber auch international unterwegs.
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Kapitel 2
Ruth: Nach Hause kommen an einen Ort, an dem man nie gewesen ist

Eine Frau, die ihrer Berufung gewiss ist, auch wenn ihre Zukunft ungewiss scheint

Was könnte emotional niederschmetternder sein, als plötzlich Witwe zu werden und gleichzeitig in Armut zu stürzen?

Jeder dieser schockierenden Verluste wäre genug, um uns zu überwältigen. Zusammen würden sie vermutlich dazu führen, dass wir unter der Last der Trauer zusammenbrechen.

Nicht jedoch Ruth. Sie bahnte sich einen Weg durch die Trauer hindurch und kam unter dem Berg der Verzweiflung hervor – Hand in Hand mit ihrer Schwiegermutter.

So beginnt Ruths Geschichte in der Bibel – mit mehreren Beerdigungen. Aber: Sie endet mit einem überraschenden Fest.

Ruths vertrauensvolle Entscheidungen führten dazu, dass Millionen gesegnet wurden! Und sie erinnern uns: Gott hat bedeutende Pläne für uns.

***

Am Tag meiner Hochzeit trug ich ein schlichtes, aber elegantes weißes Kleid mit passenden weißen Schuhen. Die Gemeinde war mit wunderschönen weißen Blumen geschmückt, die eine Atmosphäre von Reinheit und Erwartung schufen. Es war Januar und wie auf Bestellung tanzten Millionen von Schneeflocken über den Himmel und hüllten die Stadt Vancouver in ein weißes Gewand.

Ditmars Großvater leitete die Trauzeremonie. Als Grundlage für seine Ansprache hatte er Worte der Moabiterin Ruth gewählt, die die außergewöhnliche Liebe und Treue widerspiegelten, die sie ihrer Schwiegermutter Noomi entgegenbrachte.

Besteh nicht darauf, dass ich dich verlasse! Ich will mich nicht von dir trennen. Wo du hingehst, da will auch ich hingehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, will ich auch sterben und begraben werden. Nur der Tod kann mich von dir trennen; wenn ich dieses Versprechen nicht halte, soll Gott mich hart bestrafen! Ruth 1,16–171

Als Großvater Ruths Geschichte vorlas, hatte ich das Gefühl, dass er einen Teil meiner eigenen Lebensreise erzählte. Ich konnte mich in Ruth hineinversetzen. Wie sie kam auch ich aus einer anderen Kultur.

Während ich zuhörte, fragte ich mich, ob auch meine kleine Geschichte eines Tages Teil einer größeren Geschichte werden würde. Gott hat eine wunderbare Art, etwas Besonderes aus einem Leben zu machen, das bedeutungslos, vielleicht sogar verpfuscht scheint. Er kann ihm Tiefgang und Würde verleihen.

***

Das Buch Ruth ist eine faszinierende, romantische Geschichte. Obwohl es nur vier Kapitel hat, gilt das Buch als literarisches Meisterwerk.2

Wir entdecken darin, dass Frauen Gott wichtig sind. Noomi und Ruth repräsentieren zwei Völker, zwei Religionen und zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Ruth ist zum Zeitpunkt der Geschichte vermutlich Mitte zwanzig, Noomi Mitte vierzig.

Ruth wuchs in Moab auf, einem Land südlich des Flusses Amon. Heute bildet das Gebiet den südlichen Teil des Landes Jordanien. In Moab beteten die Menschen eine Vielzahl von Göttern an.

Noomi gehörte zum Volk Israel und lebte mit ihrer Familie in Bethlehem. Die Israeliten beteten nur einen einzigen Gott an: Jahwe. Als in Israel eine Hungersnot ausbrach, zog Noomi mit ihrem Mann Elimelech und ihren beiden Söhnen Machlon und Kiljon nach Moab. Elimelech starb dort jedoch und Noomi blieb mit ihren Söhnen allein zurück.

Noomi hatte sich ihr Leben bestimmt anders vorgestellt. Als sie und Elimelech Bethlehem verließen, geschah dies vielleicht aus Sorge um die Zukunft ihrer Kinder. Doch Entscheidungen, die aus Angst getroffen werden, führen oft ins Unglück.

Machlon und Kiljon heirateten zwei moabitische Mädchen: Machlon nahm Ruth zur Frau, Kiljon heiratete Orpa. Nach jüdisch-rabbinischer Tradition war König Eglon von Moab der Vater von Ruth und Orpa.3 Die beiden waren also Prinzessinnen. Sicherlich gab es viele Männer, die um ihre Hand angehalten haben. Was hat die beiden Damen wohl bewegt, zwei Hebräer zu heiraten? War es ihr Lebensstil, der sie angezogen hat? Oder ihr Gott? Leider währte ihr Glück nicht lange, denn beide Ehemänner starben.

Doch wir werden sehen, wie Gott ihre kleinen Geschichten in eine größere hineinwob, die er selbst schreibt …

Mitkommen oder umkehren?

Nachdem Noomi zehn Jahre lang in Moab gelebt hatte, hörte sie, dass die Hungersnot in Israel vorüber war. Sie machte sich auf den Weg zurück nach Bethlehem.

„Warte mal, Noomi“, rief Ruth. „Ich packe meine Sachen und komme mit!“

Die Reise von Moab nach Bethlehem war hart, vor allem wenn man weder Bedienstete noch Lasttiere hatte. Die Frauen mussten ihr Gepäck selbst tragen. Was sie wohl alles zurückließen? Zudem waren allein reisende Frauen ein leichtes Opfer von Straßenräubern. Sie liefen Gefahr, nicht nur ihren Besitz zu verlieren, sondern auch ihr Leben.

Noomi wusste, welche Reise ihr bevorstand. Schließlich war sie den Weg schon einmal gegangen. Stellen Sie sich vor, wie viel Mut es sie kostete, sich ein zweites Mal auf den Weg zu machen – dieses Mal ohne Mann und Söhne!

Unterwegs schlug Noomi den beiden jungen Frauen vor, zu ihren Familien zurückzukehren, weil es in Israel schwieriger für sie sein würde, einen neuen Ehepartner zu finden. Orpa nahm weinend von ihrer Schwiegermutter Abschied, küsste sie liebevoll und machte sich dann auf den Heimweg, zurück nach Moab.

Ruth wollte Noomi jedoch auf keinen Fall verlassen. „Ich gehe mit dir!“, verkündete sie entschlossen. Vielleicht entspann sich dann folgender Dialog:

„Du kannst nicht mitkommen, Ruth, das ist mein ganz persönlicher Weg, den ich allein gehen muss!“

„Bitte schick mich nicht weg, Noomi! Du bist das Einzige, was ich auf dieser Welt habe. Du bist jetzt meine Familie. All meine Hoffnung ruht auf unserer Freundschaft. Ich komme mit dir!“

„Aber Israel ist nicht dein Volk.“

„Wenn es dein Volk ist, dann wird es auch mein Volk sein. Wo auch immer du hingehst, wo auch immer du lebst, will auch ich hin. Da wird mein neues Zuhause sein.“

„Das geht nicht, Ruth. Ich kehre zurück in meine Heimat. Es hat überhaupt keinen Sinn, dass du mitkommst.“

„Doch! Du brauchst mich. Und ich brauche dich. Nur der Tod soll uns voneinander trennen. Gott soll mich strafen, wenn ich dieses Versprechen je brechen sollte.“

Was hat Ruth Ihrer Ansicht nach motiviert? Pflichtgefühl? Oder eine leise Stimme, die sie nach Hause rief? War ihr wohl bewusst, dass die Entscheidung, die sie an jenem Tag auf einer staubigen Straße traf, ihre persönliche Zukunft und die Geschichte des Volkes Israel grundlegend verändern würde?

Auf den richtigen Weg gestolpert

Es war Mitte April und an den einsamen Berghängen blühten die Wildblumen. Die Felder um die Stadt Bethlehem – der Name bedeutet wörtlich übersetzt „Brothaus“ – waren wieder einmal mit goldgelber Gerste übersät, die von der warmen Sonne beschienen wurde. Männer und Frauen standen über das Getreidemeer gebeugt, schnitten die reifen Halme mit ihren Sicheln und banden und sammelten die Garben. Damals hatte der Ort nicht mehr als ein paar Hundert Einwohner. Eine klitzekleine Stadt. Selbst heute leben dort nicht mehr als 25 000 Menschen.

Die ganze Stadt geriet ihn Aufruhr, als Noomi auftauchte: Die einst so wohlhabende Witwe von Elimelech kehrte traurig in ihre Heimat zurück. Sie besaß nichts als die Kleider, die sie am Leib trug. Die Leute konnten es kaum glauben und fragten sich, was in aller Welt aus ihr geworden war. Sie hatte Bethlehem mit einem Ehemann und zwei Söhnen verlassen und kehrte nun mit einer jungen Frau zurück. Sie hatte drei geliebte Menschen verloren und gegen eine Fremde eingetauscht. Die zehn Jahre in Moab hatten ihr gesamtes Vermögen aufgebraucht.

Auf dem richtigen Feld gelandet

Kurz nachdem sie angekommen waren, begann Ruth, sich in die Gesellschaft einzubringen. Im Handumdrehen fing sie an, das Beste aus ihrer unglücklichen Situation zu machen. Sie fand sich demütig mit ihrer Armut ab und bat ihre Schwiegermutter bescheiden um die Erlaubnis, auf den Feldern Ähren zu sammeln. Wieder einmal sehen wir, mit welch liebevoller Hingabe Ruth für ihre Schwiegermutter sorgte.

Es ist, wie Augustinus sagte: „Wenn du groß werden möchtest, beginne damit, klein zu werden. Wenn du einen Turm bauen willst, der höher als die Wolken ist, dann lege zuerst das Fundament der Demut.“

Die Prinzessin Ruth war sich nicht zu schade dafür, als Ährensammlerin zu arbeiten. Nach dem jüdischen Gesetz hatte sie als Fremde das Recht, auf den Feldern die übrig gebliebenen Ähren aufzulesen. Allem Anschein nach war es purer Zufall, dass sie auf dem Feld von Boas landete, einem reichen Verwandten ihrer Schwiegermutter. Doch in Wirklichkeit war es Gott selbst, der auf diese Weise für die fleißige junge Frau sorgte.

Gott lenkt die Schritte seiner Kinder. Und er schickt denen, die ihm vertrauen, immer wieder Überraschungen über den Weg.

***

So wie Ruth sich in ihr Umfeld integrierte und feststellte, dass Gott ihre Schritte lenkte, beschloss auch ich, meinen Platz in der Gesellschaft einzunehmen, als wir in ein anderes Land zogen.

Ich hörte, dass eine junge Frau aus der Nachbarschaft krank war, und beschloss, sie zu besuchen. Ich kaufte ein hübsches Blumengesteck für sie und klingelte. Sie kam zur Tür und ich überreichte ihr die Blumen und wünschte ihr Gottes Segen und baldige Genesung. Ich wünschte, ich könnte den...


Mittelstädt, Elisabeth
Elisabeth Mittelstädt hat die Frauenzeitschrift LYDIA gegründet und war 27 Jahre Chefredakteurin und Herausgeberin dieses Magazins. Für die rumänische und ungarische Ausgabe ist sie noch immer verantwortlich. Darüber hinaus ist sie Autorin und Herausgeberin mehrerer erfolgreicher Bücher. Als gefragte Rednerin ist sie in Deutschland, aber auch international unterwegs.

Elisabeth Mittelstädt hat die Frauenzeitschrift LYDIA gegründet und war 27 Jahre Chefredakteurin und Herausgeberin dieses Magazins. Für die rumänische und ungarische Ausgabe ist sie noch immer verantwortlich. Darüber hinaus ist sie Autorin und Herausgeberin mehrerer erfolgreicher Bücher. Als gefragte Rednerin ist sie in Deutschland, aber auch international unterwegs.



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