Mohl | Versuche über die Wirklichkeit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 230 Seiten

Mohl Versuche über die Wirklichkeit

"ICH bin" und Erfahrungen finden statt
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7583-4502-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

"ICH bin" und Erfahrungen finden statt

E-Book, Deutsch, 230 Seiten

ISBN: 978-3-7583-4502-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



"Versuche über die Wirklichkeit" hat sich über dreißig Jahre hinweg aus der beruflichen Tätigkeit von Dr. Alexa Mohl als NLP-Trainerin, Beraterin und Autorin heraus entwickelt. Darin wird analysiert, wie unsere Welt aus sensorischen Eindrücken aufgebaut ist, das "Ich" jedoch kein sensorischer Eindruck sein kann, sondern etwas jenseits dessen, was wir erforschen und wissen können. Dennoch sind wir uns unseres "Ich bin" sicher. Wer kontrolliert unsere Handlungen - oder läuft alles Geschehen automatisch ab? Sind andere Menschen nichts als sensorische Gestalten in unserem Lebenstraum? Alexa Mohl trägt nicht nur Argumente vor, sondern gibt ihren Lesern auch Hinweise, wie sie diese praktisch selber überprüfen können. Das Buch stellt einen Beitrag zur Erkenntnistheorie dar, der als Grundlage nicht philosophische Spekulation, sondern praktische Erfahrungen mentaler Analyse hat. Zielgruppe dieser Arbeit sind alle, die wie Alexa Mohl auf der Suche nach der Wirklichkeit sind.

Alexa Mohl, Dr. phil. habil., lebt und arbeitet als Dozentin und psychologische Beraterin in Hannover. Sie studierte Psychologie und Soziologie, lehrte an Schulen, Fachhochschulen und als Privatdozentin an der Universität Frankfurt am Main. Seit 1988 veranstaltet sie Seminare für die Weiterbildung von Führungskräften und Ausbildungen in NLP. Sie ist Autorin vieler erfolgreicher Bücher, unter anderen des Bestsellers "Der Zauberlehrling".

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Zweites Kapitel: Das dynamische System der sensorischen Eindrücke
Anna: Diesem Kapitel muss ich etwas vorausschicken. Paula: Und das wäre? Anna: Ich will in diesem Kapitel das dynamische System der sensorischen Eindrücke beschreiben, bin dabei aber in unvermeidliche Schwierigkeiten verwickelt. Paula: Unvermeidliche Schwierigkeiten? Anna: Ja, und zwar in Bezug auf Sprache. Ich muss Sprache verwenden, um mich verständlich zu machen, aber Sprache impliziert zumeist bereits falsche Annahmen über das System der Eindrücke, das ich beschreiben will. Paula: Gib ein Beispiel. Anna: Okay, wenn ich in Descartes‘ Aussage … Paula: Wer ist das? Anna: Der Vater der modernen Philosophie, der, der alles in Zweifel zog. Paula: Um herauszufinden, was über allen Zweifel erhaben ist. Anna: Genau. Und der dann fand, dass jemand, der zweifelt, also denkt, auch existieren muss, und der dann die berühmte Aussage prägte: „Cogito, ergo sum“. Paula: Und was ist mit den Schwierigkeiten der Sprache? Anna: Folgendes: Wenn ich „cogito“ übersetze mit „ich denke“, unterstelle ich bereits, dass es erstens im dynamischen System der sensorischen Eindrücke ein „Ich“ gibt, zweitens, dass dieses „Ich“ denkt und drittens, dass dieses „Ich“ überhaupt etwas tun kann. Paula: Und das ist falsch? Anna: Von dem Standpunkt, den ich hier deutlich machen möchte, ja. Wenn etwas auftaucht, sich sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken lässt, kann ich erst mal nur sagen, dass es auftaucht und nicht mehr, denn ein „Ich“ ist ja gar nicht aufgetaucht. Von meinem Standpunkt aus müsste die Übersetzung von „cogito“ lauten, entweder „es wird gedacht“ oder „denken geschieht“. Paula: Hhm! Anna: Aber ich bin wild entschlossen, das Falsche als falsch zu erkennen und meine Leser auf diesem Weg mitzunehmen. Ich hoffe, dass es mir gelingt, Argumente anzubieten, die nicht nur mich überzeugen, sondern auch annehmbar sind für andere, die nach der Wirklichkeit suchen, was auch immer sich als Wirklichkeit herausstellt. Ich möchte Brücken schlagen, wenn es denn gelingt. Ich möchte mich selber und meine Leser bei ihrem gegenwärtigen Verständnis der Wirklichkeit abholen und aufzeigen, wie weit Argumente auf der Suche nach einem neuen Verständnis der Wirklichkeit führen. Dabei werde ich immer, wo es mir notwendig erscheint, meine Sprache an das anpassen, was mir wirklich zu sein scheint, auch wenn das kein gutes Deutsch ergibt. Vorweg möchte ich auch darauf hinweisen, dass in diesem Text verschiedene „Ichs“ auftauchen: ein normal geschriebenes Ich, das auf mich als Autorin und auf meine persönlichen Erfahrungen verweist. Ein „Ich“ in Anführungsstrichen, wenn es um das „Ich“ geht, das ich mir wie auch immer zuschreibe. Darüber hinaus wird ein ICH in Versalien auftauchen, wenn ich mich – und vielleicht auch meine Leser – überzeugt habe, dass es dieses ICH als sensorischen Eindruck im dynamischen System der sensorischen Eindrücke nicht gibt, auch wenn ich mir absolut gewiss bin, dass dieses ICH existiert. Wahrnehmen
Anna: Was nehmen wir eigentlich wahr, wenn wir wahrnehmen? Paula: Was willst du denn jetzt hören? Anna: Stell dir vor, eine Wespe setzt sich auf dein Stück Pflaumenkuchen, das vor dir auf dem Tisch steht. Wie würdest du das wahrnehmen und beschreiben? Paula: Ich sehe die Wespe, ich sehe mein Stück Pflaumenkuchen, ich sehe den Tisch und ich sehe den Flug der Wespe. Anna: So hätte ich auch geantwortet. Paula: Glück gehabt. Anna: Wenn du so antwortest, schließe ich daraus, du nimmst Gegenstände und Vorgänge wahr. Paula: Genau. Anna: Aber die Gegenstände sind bereits Gebilde aus Wahrnehmungselementen und die Vorgänge Abfolgen davon. Wenn du dein Stück Pflaumenkuchen siehst, nimmst du Helligkeit, Farben, Formen, Kontrast, Entfernung, Größe und so weiter wahr. Und wenn du den Flug der Wespe siehst, nimmst du zusätzlich zu Farben, Formen, Größe auch Bewegung wahr. Paula: Stimmt! Anna: Gegenstände und Vorgänge wahrzunehmen ist praktisch angemessen und sinnvoll. Gegenstände und Vorgänge wahrzunehmen erleichtert den alltäglichen Umgang mit den Dingen des Lebens. Du weißt, wie du dich angesichts einer Wespe, die es auf deinen Pflaumenkuchen abgesehen hat, zu verhalten hast, wenn du nicht gestochen werden willst. Wolltest du deine Aufmerksamkeit auf alle einzelnen Merkmale richten, die beispielsweise allein die Wahrnehmung der Wespe ausmachen, wie viel Zeit würde dabei vergehen! Paula: Aha. Anna: Gegenstände sind handhabbar und mit Vorgängen können wir umgehen. Deshalb bekommen sie Namen. Wenn wir Gegenstände und Vorgänge wahrnehmen, die Namen bekommen haben, tauchen aus der unermesslichen Vielfalt dessen, was uns in der Wahrnehmung gegeben ist, bestimmte Strukturen auf, die uns einen Überblick ermöglichen und es erlauben, uns auf das für uns Wichtige zu beziehen. So wahrzunehmen, prägt sich uns ein und wird zur Gewohnheit. Paula: So wahrzunehmen ist also sinnvoll. Anna: Aber: Wenn du Gegenstände und Vorgänge wahrnimmst, machst du auch Vorannahmen, ohne dir darüber Rechenschaft abzulegen. Überprüf mal, ob meine Annahme richtig ist: Wenn du so wahrnimmst, unterstellst du auch die Eigenständigkeit der Gegenstände und Vorgänge, und deren Unabhängigkeit von dir. Da draußen, jenseits deines Körpers, befinden sich Gegenstände und da draußen geht etwas vor. Du kannst darauf zeigen. Paula: Das nehme ich doch an. Anna: Und du unterstellst auch, dass diese Gegenstände und Vorgänge es sind, die dir ihre Wahrnehmung vermitteln. Paula: Ja, sicher. Anna: Es gibt einen Namen für diese Auffassung der Welt. Man nennt diese Weltanschauung Realismus. Paula: Was ist das für eine Weltanschauung? Anna: Als Realist gehe ich von der unabhängigen Realität der Außenwelt aus und davon, dass sie sich über meine Sinnesorgane, meine Augen, Ohren und meinen Tastsinn bemerkbar macht. Besonders naiv ist dieser Realismus, wenn ich auch noch unterstelle, die Gegenstände und Vorgänge würden sich mit Hilfe meiner Sinnesorgane in meinem Gehirn „abbilden“. Paula: Wie bei einer Kamera. Anna: Genau, wie bei einer Kamera. Aber diese Auffassung muss man aufgeben. Hirnforscher haben festgestellt, dass unser Gehirn auf Grund seiner Ausstattung mit Nervenzellen gar nicht abbilden kann. Nervenzellen können nur feuern oder nicht feuern. In unserem Gehirn gibt es keine Vorrichtungen, die Gegenstände und Vorgänge aufzeichnen und wiedergeben könnten. Im Gehirn gibt es nur Nervenzellen. Paula: Und wie fasst du das jetzt auf? Anna: In meiner Arbeit mit NLP habe ich gelernt, genau zu beobachten und genau zu erfragen, was wir wahrnehmen, wenn wir wahrnehmen. Dabei wird sehr schnell klar, dass Gegenstände und Vorgänge eine unermessliche Vielfalt von Merkmalen aufweisen, aus denen sie sich zusammensetzten. Und diese Merkmale sind sensorischer Natur. Auf die Frage, was nehmen wir eigentlich wahr, wenn wir wahrnehmen, kann ich nur antworten: Wahrnehmungen, visuelle, auditive, kinästhetische, olfaktorischen und gustatorische Eindrücke. Und es sind diese Eindrücke, aus denen sich Gegenstände zusammensetzen und Vorgänge bilden. Paula: Und was nehmen wir wahr, wenn wir wahrnehmen? Anna: Sensorische Eindrücke. In unserer Wahrnehmung sind uns in der Tat nur sensorische Eindrücke gegeben. Aber diese Eindrücke tauchen nicht einzeln auf, sondern miteinander verbunden und rasch aufeinander folgend, so dass es schwierig ist, sie genau zu identifizieren. Das ist ein weiterer Grund, warum wir in unserer Wahrnehmung normalerweise Gegenstände und Vorgänge wahrnehmen. Wenn ich auf meinem Balkon sitze und in meinen Garten schaue, wähne ich, Bäume und Büsche wahrzunehmen, ein Eichhörnchen in der Kiefer klettern zu sehen, Geräusche von der Straße zu hören, meinen Kaffeebecher in der Hand zu fühlen und einen Schluck davon zu schmecken, zu riechen und mich dabei wohlzufühlen. Wenn ich aber genau beobachte und das „dingfest“ mache, was anwesend ist, kann ich lediglich sensorische Eindrücke identifizieren. Paula: Und wie kommt es zu Gegenständen und Vorgängen? Anna: Da diese Eindrücke uns selten als einzelne gegeben sind, sondern als Ansammlungen...



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