Murtas | Destini | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 372 Seiten

Murtas Destini

Das Pentakel der Macht
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7460-4138-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Das Pentakel der Macht

E-Book, Deutsch, 372 Seiten

ISBN: 978-3-7460-4138-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In zwei parallel verlaufenden Handlungen steht das Pentakel der Macht im Mittelpunkt, das einst von den Göttern Ägyptens für den Pharao erschaffen wurde. Durch die Machtgier der listigen Wüstengottheit Seth geriet der Heka-Stein jedoch aus dem Gleichgewicht und prägte somit die Geschichte des alten Ägyptens, wobei er die Schicksale der einstigen Herrscher und das Leben all jener beeinflusste, die zu dieser Zeit mit ihm in Verbindung standen. Für Edoardo und Nirvin gilt es nun, zahlreichen Hinweisen zu folgen und verschlüsselte Botschaften zu interpretieren, um das geheimnisvolle Pentakel ausfindig zu machen, während der Feind an Macht gewinnt und bedrohlich näher rückt.

Pamela Murtas wurde 1975 in Frankfurt-Höchst geboren, lebte jedoch seit ihrem zehnten Lebensjahr in Italien, wo sie an der Deutschen Schule Mailand ihr Abitur absolvierte. Nach drei Jahren Moskauaufenthalt, wo sie sich der Sprache und dem Reitsport widmete, kehrte sie erneut nach Italien zurück, wo sie in Rom eine Reitschule leitete, an Turnieren teilnahm und Pferde ausbildete. Seit 2007 wohnt sie erneut in Deutschland und arbeitet an der städtischen Grundschulbetreuung der Rossertschule in Kelkheim. Nebenbei geht sie ihren künstlerischen Leidenschaften nach, wobei sie vorwiegend malt. Dass sie außerdem ein begeisterter Ägyptenfan ist, sich von Mystik und Übernatürlichem inspirieren lässt, wird in ihrerTrilogie 'Destini' deutlich.
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1 WASET – 22. REGIERUNGSJAHR HATSCHEPSUTS


Das Mädchen zitterte vor Aufregung. Hatte man sie bemerkt? Ihr Herz pochte wie wild, als sie nach Luft rang. Sie schwitzte unter dem groben Baumwollstoff ihrer Tunika, die sie nicht gewohnt war und die sie nun geradezu unerträglich fand, doch nur so getarnt hatte sie sich unter das Volk mischen können, ohne unnötig aufzufallen. Langsam spähte sie hinter dem großen Tonkrug hervor, hinter dem sie sich versteckt hatte. Die beiden Männer waren stehen geblieben und unterhielten sich angeregt, stets darauf bedacht, dass niemand ihre Konversation mithören konnte, obwohl keine Menschenseele weit und breit zu sehen war. Nein, die aufgescheuchten Tauben schienen sie nicht misstrauisch gemacht zu haben. Amun sei Dank, sie atmete erleichtert auf. Was wollten die Männer nur in dieser abscheulichen Gegend?

Nachdem sie heute Vormittag beobachtet hatte, wie Amun Hapuseneb, ein Oberpriester und Enkel des einstigen Tjatis Imhotep, die Tempelschule unauffällig verlassen hatte, war sie ihm gefolgt. Es war äußerst ungewöhnlich, dass er sich ohne Sänfte, Sklaven und Bedienstete fortbewegte, zumal er eine längere Strecke zurücklegte. Sein merkwürdiges Verhalten in den letzten Tagen hatte sie ohnehin schon misstrauisch gestimmt. Des Öfteren war ihr aufgefallen, wie Hapuseneb den Mitregenten Menkhepere im Palast aufgesucht hatte, obwohl er als hoher Beamter nicht mehr tätig war, und mit ihm äußerst konspirativ getuschelt hatte, wie sie fand.

Menkhepere, der Stiefsohn der Königin, war ihr ohnehin schon unsympathisch. Er war im Amuntempel priesterlich erzogen worden und war für lange Zeit ein unscheinbarer Charakter, den die Königswürde keineswegs zu interessieren schien. Seitdem er jedoch seine militärische Ausbildung in Men-Nefer hinter sich gebracht hatte, hatte er sich verändert. Vor allem aber seit seiner Feldzüge. Auch die Gesellschaft des Feldhauptmanns Thute schien ihm nicht zu bekommen. Jedenfalls war Menkhepere im Gegensatz zu ihrer Herrin, der Prinzessin Neferure, die sie eher wie eine Freundin behandelte als wie eine Dienerin, arrogant und abwertend zu seinen Bediensteten. Was er nun wohl gemeinsam mit dem Priester im Schilde führte?

Am Amuntempel vorbei, hatte Amun Hapuseneb dann den Hauptweg eingeschlagen, der beidseitig von Bäumen bepflanzt war und von steinernen widderköpfigen Sphinxen bewacht wurde. Ihre ausdruckslosen Augen waren dem Mädchen früher stets unheimlich gewesen, doch heute schenkte sie ihnen kaum Beachtung. Schließlich hatte der Priester den Tempelbereich verlassen und erreichte einige Zeit später ein größeres Anwesen, das durch seine hohen Mauern kaum einsehbar war. Wohnte hier nicht der Bruder Senmuts? Im Gegensatz zu dem einstigen Vermögensverwalter der Königin Hatschepsut war dessen Bruder Pairi ein missgünstiges Individuum. Ihr war zu Ohren gekommen, dass auch er einen Teil dazu beigetragen hatte, dass Senmut in Ungnade geraten war. Der einstige »Aufseher der Rinder« hatte durch seinen Bruder an Autorität gewonnen und war zu Wohlstand gelangt. Er überwachte hin und wieder im Auftrag des Bauleiters Amenhotep die Tempelarbeiten, wenn dieser anderweitig beschäftigt war.

Ein Diener trat dem Priester entgegen und eilte gleich darauf ins Haus. Kurz danach erschien auch schon Pairi, tauschte einige Worte mit Hapuseneb und gemeinsam gingen sie dann los. Vorbei an den glanzvollen Häusern und Gärten der wohlhabenden Familien Wasets, weg von den Tempeln und Palastmauern in Richtung Osten, über staubige Wege, die das trockene Land durchquerten, bis hin in die Talsenke zur Arbeitersiedlung. Durch den Eingang hindurch betraten sie die Hauptstraße, an die weiß bemalte und aus Lehmziegeln erbaute Häuser grenzten. Die Türen waren rot bemalt, mit Holzriegeln versehen, und an ihnen konnte man die Namen der jeweiligen Bewohner lesen.

Während der Abwesenheit der Männer, die als Handwerker im Amuntempel oder mit dem Bau des Tempels der Hatschepsut westlich des heiligen Flusses beschäftigt waren, betätigten sich die meisten ihrer Frauen als Priesterinnen oder Sängerinnen. Heute jedoch war ein Schiff aus Kusch eingetroffen, das allerlei an kostbarer Ware mitgebracht hatte, von der ein Teil, welcher für das königliche Haus uninteressant war, auf dem Markt verkauft wurde. Kaufleute mit fremdartigen Kleidern und unverständlicher Sprache zogen die Aufmerksamkeit neugieriger Einheimischer auf sich, hier und da wurden Stoffe verkauft, Gewürze aller Art wurden angepriesen, so mancher Gemüsehändler machte lauthals auf seine Ware aufmerksam, während einige Frauen sehnsüchtig prachtvoll glitzernden Schmuck beäugten. Haustiere und allerlei Kurioses, was aus fernen Ländern kam, konnte man hier heute finden. Ruderer, die ihren Lohn erhalten hatten, waren schon angeheitert von Wein und Bier, auch Seeleute, die nach tagelanger Reise festen Boden unter den Füßen hatten, amüsierten sich nun ausgiebig in den Schenken. Und auch mancher durstige Kaufmann, der vom Hafen bis hierher gekommen war, suchte nach abgeschlossenem Geschäft ein Wein- oder Bierlokal auf, während andere geschäftige Menschen weiter ihrer Arbeit nachgingen, Haustiere umherliefen und nackte Kinder unbeschwert spielten.

Dann bogen die beiden Männer in eine Querstraße ein, in der es durchaus ruhiger war, bis sie die ärmste Gegend des Ortes erreicht hatten, welche abgelegen lag, fern von der belebten Hauptstraße und weit weg von den lieblichen Düften der Paläste und Tempel. Anstelle von Myrrhe, Weihrauch, exotischer Pflanzen und wohlriechender Öle breitete sich hier ein recht übler Geruch aus, der durch Dreck, Abfälle und Fäkalien verursacht wurde. Wenngleich in der Arbeitersiedlung vorwiegend privilegierte Handwerker lebten, welche die Gunst des Pharaos genossen, wohnten in dieser Gegend jene, die es deutlich schwieriger hatten. Teils waren es einfache Arbeiter, die hart für ihren Lohn schufteten. Doch auch so mancher Fellache lebte hier, denn wenn der göttliche Hapi das kostbare Flusswasser ansteigen ließ, so gab es für sie in den Feldern wenig zu tun.

Hier fiel selbst die schlichte Tunika des Mädchens auf, denn jene, die in den hiesigen, kleinen Lehmhütten hausten, waren kaum bekleidet und dreckig. Weit mehr jedoch stach das weiße Gewand des Priesters hervor und dessen eingeölte, glänzende Glatze. Seine Armreifen und der Halsschmuck funkelten in der Sonne. Pairi hingegen fiel mit seinem freien Oberkörper und den knappen Leinen um seine Lenden weniger auf, obwohl auch er mit Schmuck behangen war, eine Perücke trug und einen gepflegten und wohlgenährten Eindruck hinterließ.

Das Mädchen bemühte sich, einen gewissen Abstand zu wahren. Allmählich wurde die Hitze unerträglich, ihr Hals brannte vor Durst, und ihre Füße schmerzten in den Sandalen. Für gewöhnlich bewegte auch sie sich mit einer von Sklaven getragenen Sänfte fort, doch die Verfolgung ließ dies unmöglich zu.

Plötzlich blieben Hapuseneb und Pairi stehen. Schnell huschte das Mädchen hinter einen großen Krug und versteckte sich flink. Dabei scheuchte sie ein paar Tauben auf. Nachdem sie sich ziemlich sicher war, nicht bemerkt worden zu sein, und sich ihr Herzschlag beruhigt hatte, bemühte sie sich angestrengt, etwas von der Konversation mitzubekommen, die die beiden Männer noch immer führten.

Das armselige Haus aus Lehm und Stroh, vor dem sie nun standen, gehörte demnach einem einfachen Arbeiter, einem jener Fellachen, welche zur jetzigen Jahreszeit »Achet«, in der die Flussschwemme die Landarbeiten verhinderte, beim Bau des Tempels der Hatschepsut halfen und welcher den Befehlen der Männer Pairis unterlag. Dieser hatte soeben an die verkommene Haustür geklopft, und kurz darauf wurde ihm von einem verängstigt aussehenden Mann geöffnet, der misstrauisch nach allen Seiten blickte, bevor er seinen Besuchern Einlass gewährte.

Kaum, dass die Tür sich schloss, pirschte sich das Mädchen auch schon heran und hielt gebannt ihr Ohr an die Tür. Was sie dann vernahm, war unglaublich!

Neferure hatte gerade gebadet und die verschiedenen Düfte, die sich im Zimmer verbreiteten, waren eine wahre Wohltat nach dem Besuch im Armenviertel der Arbeitersiedlung. Auch das Zimmer wirkte prunkvoller denn je mit den aus Rosengranit verzierten Säulen, dem goldenen Baldachin und dem edlen Ebenholz aus fernen Ländern. Die Wände wie auch der Boden waren bunt bemalt. Lapislazuliblau, Gold und Rot stießen dabei hervor, und hier und da befanden sich edle Ziergegenstände aus den verschiedensten kostbaren Materialien.

Sie lächelte sanft, als sie das Mädchen erblickte, und gab ihren Bediensteten mit einer kurzen Geste zu verstehen, dass sie gehen sollten. Die Prinzessin hatte schon besorgt auf das Mädchen gewartet und ihr trotz aller Neugierde die Zeit gelassen, damit sie sich erst einmal waschen und umziehen konnte, da ihr Anblick offensichtlich erschreckend sein musste.

»Nun, Merit, erzähl schon, wo warst du?«, fragte Neferure ungeduldig.

Das Mädchen blickte in das anmutige Gesicht der Tochter Hatschepsuts. Obwohl sie ihre dunklen Augen nach dem...



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