Neumeier | Infinitas - Fluch aus Glut und Asche | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: Gods of Ashes

Neumeier Infinitas - Fluch aus Glut und Asche

Roman | Ein Fantasy-Liebesroman um römische Gottheiten
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-492-98849-0
Verlag: Piper Wundervoll
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Ein Fantasy-Liebesroman um römische Gottheiten

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: Gods of Ashes

ISBN: 978-3-492-98849-0
Verlag: Piper Wundervoll
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine Ewigkeit begraben - nun ist sie erwacht! Eine fesselnde Liebesgeschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart von Marina Neumeier  »Ich habe so vieles vergessen über die Jahre. Aber an eines kann ich mich erinnern. Meinen Namen. Aliqua.«  Als Aliqua nach jahrhundertelanger Gefangenschaft unter der Vulkanasche des Vesuv überraschend befreit wird, findet sie sich im Zentrum eines uralten Konflikts wieder: Seit der Antike lastet auf den Familien Omodeo und Pomponio ein Fluch, der Fluch der Unsterblichkeit. Aliqua gerät ins Visier einer Gruppe Unsterblicher, die nur ein Ziel kennen: die Grausamkeit der römischen Götter zurück auf die Erde zu holen. In Santo findet sie einen Verbündeten - doch er hütet ein düsteres Geheimnis ...  Nach der »Aquarius«-Trilogie folgt eine weitere spannende Fantasy-Liebesgeschichte von der Gewinnerin des Newpipertalent-Awards 2019! »Ein absolutes Lesehighlight für mich! Unglaublich spannend, erschütternd, romantisch... ich weiss gar nicht welche Beschreibung eigentlich die passende ist, weil es mich mehr als überwältigt hat.« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Alle Charaktere sind mir so ans Herz gewachsen und am liebsten würde ich direkt weiterlesen. Von mir eine große Empfehlung! Lest es! Worauf wartet ihr noch?« ((Leserstimme auf Netgalley)) 

Marina Neumeier, 1995 in Erding geboren, studiert Kunstgeschichte in München und arbeitet in einem Auktionshaus. Sie ist eine begeisterte Leseratte, liebt es zu verreisen und nutzt jede freie Minute, um an neuen Ideen zu arbeiten.
Neumeier Infinitas - Fluch aus Glut und Asche jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel Eins


Aliqua


Unmittelbar über mir tapsen Schritte hinweg.

Ich versuche die Augen zu öffnen, doch die undurchdringliche Hülle aus erkalteter Lava, die mich wie eine zweite Haut einhüllt, verhindert es. Ein stummes Seufzen formt sich in meinen Gedanken.

Seit einer Ewigkeit ist mein Körper inzwischen hier gefangen, und noch immer kommt es vor, dass ich diese Tatsache vergesse. Total bescheuert, ich weiß, aber in so langer Zeit entfällt einem so einiges. Vor allem, wenn ich mal wieder für eine Weile (Jahrzehnte? Jahrhunderte? Wer weiß das schon!) im Dämmerschlaf versinke und nichts mehr wahrnehme.

Aber da … schon wieder Schritte! Ich spüre deutlich die Erschütterungen, die wie Schockwellen durch das Vulkangestein dringen, unter dem ich begraben bin.

Das ist wirklich seltsam.

Es ist schon sehr lange her, seit das letzte Mal jemand dort oben herumgelaufen ist, direkt über mir. An der Oberfläche.

Mein Herz zieht sich zusammen, wenn ich an die Welt außerhalb meines steinernen Gefängnisses denke. Auch wenn ich das Gefühl habe, inzwischen schon alles darüber vergessen zu haben, ist da immer noch diese Sehnsucht in mir. Nach Sonnenschein und Wind auf meiner Haut. Nein, niemals könnte ich die Sonne vergessen.

Angestrengt lausche ich auf weitere Vibrationen, doch eine Zeit lang herrscht Ruhe.

Bei Jupiter, ich wünschte wirklich, dass ich mehr hören könnte. Aber genauso hartnäckig, wie sie meine Augenlider daran hindert, sich zu öffnen, verschließt die erstarrte Lava meine Ohren. Mehr als Vibrationen kann ich nicht wahrnehmen.

Fast habe ich mich damit arrangiert, dass meine Besucher wieder verschwunden sind und ich für ein paar weitere Jahrzehnte im Dämmerschlaf versinken kann, als es plötzlich passiert.

Eine gewaltige Erschütterung lässt das Gestein um mich herum erbeben, und wenn ich könnte, würde ich schreien. Die Schockwelle ist so heftig, dass jeder Knochen in meinem Körper erzittert. Ich möchte die Hände in den Untergrund krallen oder irgendetwas tun, um mich dagegen zu wappnen, aber ich kann mich nicht bewegen.

Tatsächlich kenne ich solche Erdstöße – immerhin ist diese Gegend ein notorisches Erdbebengebiet, und auch wenn es früher heftiger war, kommt es immer wieder zu kleinen Schüben, die mich aufschrecken.

Aber so heftig wie jetzt war es noch nie.

Außerdem kommen die Stöße normalerweise aus dem Untergrund, tief aus der Erde selbst und dringen nicht von oben auf mich ein. Äußerst merkwürdig.

Was hier gerade passiert, ist definitiv anders und macht mich ziemlich nervös.

Die nächste Erschütterung schlägt ein, dann noch eine. Der Rhythmus steigert sich zu einem rasenden Stakkato, in dem die Einschläge zu einem einzigen markerschütternden Dröhnen verschmelzen.

Ich beiße die Zähne so fest zusammen, dass mein Kiefer knackt, während um mich herum die Erde bebt.

Alles in mir schreit danach, sich zu bewegen, die Arme schützend über den Kopf zu heben und mich zu einer Kugel zusammenzurollen, bis es vorbei ist. Aber noch immer umgibt mich die Lava-Zwangsjacke von Kopf bis Fuß und zwingt mich dazu, reglos liegen zu bleiben.

Wenn das so weitergeht, werde ich in meine Einzelteile zerspringen, und das war’s dann mit der Freiheit, nach der ich mich schon so lange sehne.

Ganz allmählich zwingt das unermüdliche Donnern von oben den Tuff dazu nachzugeben: Risse fahren wie Blitzeinschläge ins Gestein, das sich kreischend aufspaltet und zerbirst. Und je näher mir diese rohe, hämmernde Kraft kommt, desto deutlicher spüre ich, wie auch mein Panzer Risse bekommt. Schlag um Schlag lockert sich das Gestein um mich herum, bricht weiter auf und befreit mich das erste Mal seit einer Ewigkeit aus diesem starren Korsett.

Die erkaltete Lava, die mir Ohren, Nase, Mund und Augen versiegelt hat, platzt als Erstes von mir ab, und ich breche beinahe in Tränen aus angesichts des bestialischen Lärms, der um mich herum herrscht. Ich werde wahrscheinlich taub, noch bevor ich meine wiedergewonnene Sinneskraft auskosten kann. Einige unerträgliche Minuten hält das Donnern noch an, das meine winzig kleine Welt in Schutt und Asche legt, dann verstummt es endlich. Das Beben hat aufgehört, und ich spüre der neuen Umgebung nach, in der ich mich jetzt wiederfinde.

Der undurchdringliche Kokon aus Vulkangestein ist zerbröselt und gewährt mir ein ganz neues Gefühl von Freiheit. Da ist plötzlich Luft, die durch die Ritzen dringen kann, um mein freigelegtes Gesicht zu umschmeicheln. Ich möchte den Mund öffnen und tief Luft holen, aber ich habe zu viel Angst, dass ich nichts als Schutt einatmen könnte. Lieber noch ein wenig abwarten und dieses neue Gefühl erproben.

Probehalber wackle ich mit den Zehen, und ich kann spüren, wie der steinerne Mantel um meine Füße aufbricht.

Über mir sind schabende Geräusche zu hören, die ich nach einer Weile als Schaufeln einordnen kann, die in das Geröll gestoßen werden, um das lose Material über mir zu entfernen.

Ich bin ganz verblüfft über diese Erkenntnis. Ist da vielleicht jemand zu Gange, nur um mich zu befreien? Nach all der Zeit war ich eigentlich davon überzeugt, dass sich keine Menschenseele mehr an mich erinnern würde.

Stück um Stück wird das Erdreich über mir abgetragen. Das Gewicht von Jahrhunderten beginnt von mir zu weichen, und mein Herz dehnt sich vor Hoffnung aus, bis es meinen Brustkorb zu sprengen droht.

Es wird wirklich wahr: Ich werde befreit!

Doch als nur noch wenige Schippen fehlen, um mich vollkommen freizulegen, hört es mit einem Mal auf.

Nein, will ich brüllen, macht weiter!

Aber die Grabung kommt tatsächlich zum Erliegen, und stattdessen höre ich herumtänzelnde Schritte und wilde Laute, die an kämpfende Tiere erinnern. Was ist dort oben nur los? Warum haben sie aufgehört?

Wut macht sich in mir breit, und mit ihr kommt der Gedanke, dass ich selbst versuchen könnte, mich aus den letzten Zentimetern zu graben. Meine Arme zu heben, wie viel Zeit auch vergangen sein mag, und die letzten Brocken wegzuschieben.

Und dann tue ich es.

Als wäre es das Natürlichste der Welt, schiebe ich mich nach oben, wie ein Taucher, der aus großer Tiefe aufsteigt, um durch die Wasseroberfläche zu dringen. Und obwohl das Meer, aus dem ich mich emporkämpfe, aus fester erkalteter Magma besteht, schaffe ich es, bis nach oben zu gelangen.

Meine Muskeln brennen wie Feuer, jede steife Sehne in meinem Körper protestiert und meine Gelenke ächzen. Aber ich bewege mich, spüre sandigen Staub und Schutt über meine Haut rieseln, von der die harte Ascheschicht abplatzt.

Reine Willenskraft bringt mich dazu, die letzten Brocken aus dem Weg zu schieben, und dann bin ich frei. Zum ersten Mal seit Menschengedenken frei.

Keine erkaltete Lava mehr weder an noch unter oder über mir.

Diese Tatsache überwältigt mich so sehr, dass ich weinen möchte, doch für den Moment bin ich zu beschäftigt damit, zu atmen und meinen wiedererwachenden Körper zu bestaunen. Jeder Quadratmillimeter schmerzt, aber so fühlt sich die Freiheit an. Es kann bis in alle Ewigkeit wehtun, wenn es bedeutet, dass ich nicht mehr gefangen bin.

Santo


Ich bin unruhig diese Nacht.

Alleine und fast unsichtbar bahne ich mir meinen Weg durch die Straßen von Rom. Ganz in Schwarz gekleidet, verschmelze ich nahezu mit den Schatten und bewege mich so leise, dass kein Passant mich bemerkt, während ich wachsam meine Runden ziehe.

Eine Nacht wie jede andere, sollte man meinen, aber meine Sinne sind in Aufruhr. Ich spüre es, seit die Sonne untergegangen ist, noch bevor mein Verstand kapiert hat, was es ist.

Unsterblichkeit liegt in der Luft, und das kann nur eines bedeuten: Ärger.

Eigentlich bin ich es müde. Ich bin schon...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.