Offenberg | Die Geschichte der Menschheit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 704 Seiten

Offenberg Die Geschichte der Menschheit


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8312-5575-7
Verlag: Komplett-Media Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 704 Seiten

ISBN: 978-3-8312-5575-7
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Gottes Schöpfung oder das Spiel einer einfallsreichen Evolution: Vor 200.000 Jahren betrat der 'Homo Sapiens' die Bühne auf dem Planeten Erde, der immerhin schon seit 4,6 Milliarden Jahren seine Bahn um die Sonne zog. Nur 5.000 Jahre umfasst die Kulturgeschichte des Menschen, die sich von den ersten Städten Mesopotamiens bis zu den Wolkenkratzern von New York und Singapur spannt. Es scheint fast so, als sei die Menschheit zeitgleich auf mehreren Kontinenten - wie auf geheimes Signal hin - aus einem langen Dornröschen-Schlaf erwacht. Aus Nomaden werden sesshafte Ackerbauer und Handwerker. Sumerer, Pharaonen und Perser im Mittleren Osten und Afrika entwickeln Städte, Schrift und Staatsstrukturen. In Asien formt Kaiser Yu das riesige China, das 'Reich der Mitte'. Der amerikanische Kontinent wird vom Norden bis nach Feuerland besiedelt. Dieses Taschenbuch führt chronologisch durch diese aufregenden Jahrtausende, wobei in jedem 'Zeitfenster' Entwicklungen rund um den Globus dargestellt werden. Es folgt den Spuren von Eroberern, Entdeckern und Erfindern ebenso wie den Zeugnissen der verschiedenen Kulturen und Völker auf der Erde bis in die Neuzeit. Immer mehr beschleunigte sich in den letzten 500 Jahren die Entwicklung rund um den Globus. Fast 7 Milliarden Menschen besiedeln heute ihre Heimat 'Erde' - eine Schicksalsgemeinschaft im lebensfeindlichen, schwarzen Universum. Kann sie aus ihrer Geschichte lernen?

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8. Zeitfenste


3000 Jahre vor Christus – Sumerische Stadtstaaten


Sumer ist der aus dem Akkadischen abgeleitete Name für den südlichen Teil Mesopotaniens, den die Sumerer selbst „Kengir“ nannten. Wann und woher die Sumerer, die seit dem Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. in diesen Gebieten nachweisbar sind, also einwanderten, ist immer noch ungeklärt. Sie siedelten in den Flusstälern, wo sie das Hochwasser im Herbst und im Frühjahr nutzten, Sümpfe trocken legten und durch Bewässerungssysteme mit Kanälen, Gräben, Rinnen und Hebewerken die angrenzende Steppe in fruchtbares Ackerland verwandelten.

Ihre bedeutenden Städte waren Eridu, Uruk, Ur, Umma, Lagasch und Girsu im heutigen Südirak, Adab und Nippur im mittleren Irak sowie weiter nördlich Kisch, Sippar und Eschnunna. An der Spitze des Südstaates stand der „Ensi“, der Stadtfürst, der sich in erster Linie als Stellvertreter des Stadtgottes verstand. Das Grundeigentum gehörte in der Regel den Heiligtümern und dem Palast. Seit Beginn des 3. Jahrtausends bildeten sich um einige dieser Städte in Größe und Macht wechselnde Staaten.

Uruk war zunächst die mächtigste Stadt Sumers. Von ihren als „frühdynastisch“ bezeichneten Königen Enmerkar, Lugalbanda, Dumusi und Gilgamesch erzählen zahlreiche Mythen und Epen. Das Gilgamesch-Epos, das bedeutendste Werk der babylonischen Literatur, berichtet von den Bemühungen des halbgöttlichen Stadtfürsten von Uruk, die Unsterblichkeit zu erlangen.

Gilgamesch zieht mit seinem Freund Enkidu auf Heldentaten aus. Enkidu erschlägt Huwawa, den Hüter des Zedernwaldes, und den Himmelsstier, den die Göttin Ischtar auf die beiden Helden gehetzt hat. Für diesen Frevel muss er sterben. Verzweifelt macht sich Gilgamesch auf den Weg zu seinem Ahnherrn „Utnapischtim“, um von ihm das Geheimnis der Unsterblichkeit zu erhalten. Utnapischtim rät ihm, sechs Tage und sieben Nächte zu wachen, doch Gilgamesch schläft ein. Nach einem weiteren vergeblichen Versuch sieht Fürst Gilgamesch ein, dass die Unsterblichkeit für Menschen nicht zu erreichen ist. Seine Taten sichern ihm jedoch unsterblichen Ruhm.

Im 27. beziehungsweise 26. Jahrhundert vor Christus war dann Kisch das Machtzentrum in Nordbabylonien mit der „1. Dynastie nach der Flut“, aus deren Herrschern insbesondere Etana und Mesilim zu nennen sind. Mit der „1. Dynastie von Ur“ um 2550 vor Chr. verschob sich das Machtzentrum Sumers wieder nach Süden. Danach traten Lagasch, insbesondere unter König Eannatum, und Umma in den Vordergrund.

Die Auseinandersetzungen der sunnitischen Städte untereinander gestalteten sich immer heftiger unter gleichzeitiger Ausbildung von Großreichs-Tendenzen bisher unbekanntenAusmaßes. Lugalsagesi von Umma konnte um 2280 vor Chr. schließlich seinen Machtbereich auf Uruk, Ur, Kisch, Adab, Eridu sowie Nippur ausdehnen. Er übernahm den Titel „Herr aller Länder“. Der Fürst unterlag jedoch bald Sargon von Akkad, der das erste semitisch beherrschte Großreich in Mesopotamien schuf.

Wenn auch der starke Einfluss der Sumerer in allen Bereichen der altorientalischen Kultur und Gesellschaft nur schwer zu bestimmen ist, so sind sie unbestritten die Erfinder der Keilschrift. Ihren Namen hat die Schrift nach dem keilförmigen Eindruck des schräg gehaltenen Rohrgriffels in den weichen Ton der danach getrockneten oder gebrannten Schreibtafeln. Zu den ältesten erhaltenen Schriftdenkmälern zählen die Tontafeln, die um 3000 vor Chr. in Uruk zu wirtschaftlichen Zwecken entstanden. Die Keilschrift wurde nicht nur zur Aufzeichnung des Sumerischen, sondern auch anderer Sprachen genutzt. Astronomische Texte fanden sich sogar aus dem 1. Jahrhundert nach der Zeitenwende in Babylonien.

2400 vor Christus


Schon sehr früh hatten sich am nordwestlichen Rand Sumers in der Gegend um Kisch Semiten niedergelassen. Sie passten sich trotz unterschiedlicher Herkunft und Sprache an die sumerische Kultur an. Um die Mitte des 24. Jahrhunderts waren die Sumerer nur noch scheinbar dominierend, die Semiten ihnen aber zahlenmäßig überlegen. Sie bildeten zumindest im Norden Babyloniens die soziale Oberschicht. Der Prozess der allmählichen Wandlung der altsumerischen Gesellschaft und Kultur hin zum semitischen fand seinen Kulminationspunkt in der Machtübernahme durch Scharrum-Kin von Kisch, der als Sargon I. von Akkad Herrscher wurde. Die Ausweitung seines Herrschaftsgebietes über die Grenzen Sumers und Akkads – dies war nun der neue Name für Nordbabylonien – war Sargons Ziel, das er mit zahlreichen Feldzügen bis nach Syrien, nach Kleinasien, in das Gebiet des späteren Assyriens und nach Elam auch erreichte. Er schuf das erste semitische Großreich, das die „vier Weltgegenden“ umfasste: Vom Unteren bis zum Oberen Meer, das heißt vom Persischen Golf im Süden bis zum Mittelmeer im Norden und Westen und sogar bis zum Sagrosgebirge im Osten.

Sargon, der von 2300 bis 2245 regierte, machte die Rohstoffeinfuhr von Holz, Metallen und Steinen zum Staatsmonopol. Er liebte den offenen Kampf und stützte seine Macht auf ein bewegliches Heer aus Steppenkriegern. Seine Erhebung zum Gottkönig führte zu einer Umwälzung des altsumerischen Religionsverständnisses. Die Gottheiten beherrschten nun nicht nur das Naturgeschehen, sondern auch den Ablauf der Geschichte.

Sargon war der erste Herrscher der Welt, der sich von seinen Untertanen anbeten ließ. Viele im Orient eiferten ihm später nach. Sogar der Europäer Alexander der Große aus Mazedonien konnte dieser Versuchung 2000 Jahre später nicht widerstehen.

Sargon war der Begründer der Dynastie von Akkad, aus deren Herrschern sein Enkel Naramsin, der von 2220 bis 2183 vor Chr. regierte, herausragt. Stetige, kostspielige Feldzüge gegen äußere Feinde sowie Aufstände und Unordnung im Innern führten schließlich zum Niedergang des Reiches. Die Dynastie von Akkad endete etwa 2120. Das zerfallende Reich wurde um 2100 von den Gutäern, einem Bergvolk aus der Gegend des heutigen Luristan im Iran, zerstört. 40 Jahre herrschten sie über Babylonien.

Während die Dynastie von Akkad sich erschöpfte, verbreitete sich im Indus-Tal, im Sind, im Panjab, auf der Halbinsel Kathiawar und an der Küste Belutschistans die Harappa-Hochkultur. Das Zentrum bildeten die beiden Hauptstädte Harappa und Mohenjodaro. Die dort siedelnden Menschen gelten als die Erfinder des Siegels. Sie verwendeten es häufig, um Eigentumsrechte von Waren geltend zu machen. Darüber hinaus erfüllten die Siegel eine religiöse Funktion: Sie riefen den Schutz des abgebildeten Gottes – Geist oder Tier – an. Charakteristisch für die künstlerische Anfertigung von Gebrauchsgegenständen der Indus- beziehungsweise Harappa-Kultur sind Keramikgefäße mit kugeligen Formen und einem kurzen Hals.

Weiter östlich, in China, hatte sich mittlerweile ebenfalls eine Hochkultur gebildet. Kaiser Yü, Begründer der ersten Dynastie Chinas, gilt als Retter des Landes vor dem Untergang. Der Legende nach hat Yü um 2000 vor Christus die Sintflut bezwungen, indem er die Flüsse des Landes kanalisieren und die Berge durchstechen ließ.

Damit reiht er sich unter die großen mythologischen Kaiser – Yao und Shun – des Reiches der Mitte ein. Seine Leistungen gelten als vorbildlich für die späteren Herrscher. Als „Söhne des Himmels“ beziehungsweise deren Nachfolger beanspruchten die chinesischen Kaiser höchste weltliche und geistliche Autorität. Sie waren zwar „Himmelssöhne“, doch verzichteten sie darauf, sich als Götter anbeten zu lassen.

Im Gegensatz zu den altorientalischen Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten ist das früh ausgeprägte Lehenssystem kennzeichnend für die chinesische Hochkultur. Die dadurch entstandene Klasse der Großgrundbesitzer wurde über Jahrhunderte zur latenten Gefahr für die chinesischen Kaiser.

Obwohl die Chinesen mit ihrer großartigen Kultur ihren NachbarVölkern weit voraus waren, so gab es im Westen doch eine Nation, die sie kulturell überflügelte: die Ägypter und ihre Herrscher.

Das alte Ägypten


Kaum ein Land ist in seiner politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung durch die geographischen Gegebenheiten des Landes so beeinflusst worden wie Ägypten. Die natürliche Dreiteilung des Landes in das oberägyptische schmale Nil-Tal, das breite Delta und die westlichen und östlichen Wüstengebiete mit den zugehörigen Oasen bedingte ein Missverhältnis zwischen Wüste und Fruchtland, die Isolation der Nilbewohner zu anderen ebenbürtigen Kulturen und eine spezielle Wirtschaftsform.

Der „Sprung in die Geschichte“ gelang den Ägyptern um 3000 v. Chr. mit der Erfindung der Hieroglyphen, einer Kombination von Symbol- und Lautschrift. In dieser Periode entwickelten sich auch Religion, Technik, Kunst, die Bearbeitung von Gold, Kupfer und Elfenbein und die spezifisch ägyptischen Anschauungen und Stile.

Im Mittelpunkt der neuen Ordnung, die in dem doppelten Herrscher-Amt des Königs über Ober- und Unterägypten ihren Ausdruck fand, stand das Königtum. Der ägyptische Pharao galt als Inkarnation des Gottes Horus, der durch ihn die Welt regierte. Später wurde der tote Pharao auch mit Osiris, dem Fruchtbarkeits- und Unterweltgott, identifiziert. Zentrum der Verwaltung war die königliche Residenz in Memphis. Nicht zu unterschätzen war der Einfluss der Priesterschaft. Sie gewann durch viele Privilegien immer mehr Eigenständigkeit und Macht.

525 v. Chr. wurde das Land der Pharaonen zu einer persischen Satrapie umgewandelt. Fast 200 Jahre später wurde Alexander der Große bei seinem Einzug in Ägypten als Befreier von der verhassten persischen Fremdherrschaft jubelnd begrüßt.

Das ägyptische Reich und die...




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