Peter / Ripper | Miezen, Mord und Malerei | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

Peter / Ripper Miezen, Mord und Malerei

Karlo Kölners achter Fall
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-9817124-3-8
Verlag: Verlag Vogelfrei
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Karlo Kölners achter Fall

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

ISBN: 978-3-9817124-3-8
Verlag: Verlag Vogelfrei
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein nackter Mann irrt mit einem Revolver in der Hand durch die Rhön. Von Erinnerungslücken geplagt, führen seine verzweifelten Bemühungen, der misslichen Situation zu entkommen, zu einem Fiasko. Zur gleichen Zeit stolpert Karlo Kölner in Frankfurt über einen toten Bordellbetreiber, ein mysteriöses Ölgemälde verschwindet, und ein ehemaliger Spieler der Eintracht wird vermisst. Als Karlo ahnt, um was es geht, macht er der Polizei einen kuriosen Vorschlag ...

Peter Ripper, Jahrgang 1954, ist selbstständiger Werbefachmann, Fotograf und Gitarrist bei einer Frankfurter Rockband. Außerdem ist er begeisterter Motorradfahrer. Er lebt in Langenbieber in der Rhön und in Frankfurt am Main.

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Samstag, 20. September
Offenbach am Main
3
Es gab nichts, das sich nicht durch guten Sex wieder richten ließ. Diese Erfahrung machte Florian Brunner immer wieder. Nie gab es ernsthafte Probleme, wenn er Malena in seiner unnachahmlichen Ignoranz vor den Kopf stieß. Seine zärtlichen Entschuldigungen stimmten sie zuverlässig wieder gnädig. Dieses Mal sollte Brunners Rechnung nicht mehr aufgehen. Als er sich unter die Dusche stellte, um sich den säuerlichen Geruch des Weins abzuwaschen, war er noch relativ gelassen. „Blöde Kuh!“, brummte er und richtete den Strahl der Dusche auf seine Haare. Das Wasser mischte sich mit dem Blut, das aus der Wunde an seinem Kopf sickerte. Es lief über die Schulter, entlang der Hüfte, das rechte Bein hinunter zum Boden der Duschwanne. Ein roséfarbener Strudel bildete sich über dem Ablauf vor seinen Füßen. Er tastete behutsam nach der Verletzung. Die Gewissheit, großes Glück gehabt zu haben, überkam ihn. Nach fünf Minuten drehte er die Dusche ab. Aus dem Schlafzimmer ertönten geschäftige Geräusche. Malena war zurückgekommen. „Na also“, dachte er selbstsicher. Noch. Er trocknete sich ab und schlang das Handtuch um die Hüften. Dann verließ er das Bad. Auf dem Flur blieb er verblüfft stehen. Da lagen sein Kopfkissen, seine Decke, sein Hausmantel aus mitternachtsblauer Seide und ein großer Haufen weiterer Kleidungsstücke. Die Tür zum Schlafzimmer war nur angelehnt. Brunner stieß sie auf und runzelte die Stirn. Seine Frau stand vor dem geöffneten Kleiderschrank. Er öffnete den Mund. „Malena, hör mal …“ Ihr Kopf flog herum. „Du brauchst gar nicht so belämmert zu gucken.“ Sie stemmte die Arme in die Hüften. „Jetzt ist Schluss. Ab jetzt schläfst du im Gästezimmer. Oder noch besser, du verziehst dich ganz.“ „Malena. Jetzt komm schon. Es tut mir leid.“ Er ging langsam auf seine Frau zu und versuchte, sie in den Arm zu nehmen. „Ich mach’s wieder gut. Versprochen.“ Die Umarmung wurde stärker. Seine Lippen näherten sich ihrem Mund. Malena roch den weinsauren, alkoholschwangeren Atem. Sie wandte den Kopf zur Seite. Ein starkes Bedürfnis, sich zu übergeben, befiel sie. Sie machte sich gewaltsam frei und gab Florian einen Stoß vor die Brust. Überrascht von dem Angriff taumelte er rückwärts und plumpste aufs Bett. Etwas Blut tropfte aus der noch nicht versorgten Kopfwunde auf das Bettlaken. Malena Brunner starrte ihren Mann voller Ekel an. „Und jetzt saust du mir auch noch das Bett ein, du Nichtsnutz.“ Ihre Stimme schrillte eine Oktave höher. Ein derartiges Ausrasten seiner Frau kannte Brunner nicht. Doch immer noch war er sich seiner Wirkung sicher. Sie wirkte doch auch auf ihn, wo also war das Problem? Er erhob sich vom Bett und ließ wie zufällig das Handtuch zu Boden gleiten. Malena ließ ihren Blick über seinen Körper streichen und bemerkte seine Erregung. Ihr Ekel verstärkte sich. Das meinte er nicht ernst! Einen Augenblick stand sie starr, dann wich sie zurück. „Wage es nicht, mich anzufassen“, zischte sie wütend. Immer noch im Rückwärtsgang verschwand sie im Flur. Florian folgte ihr. Er hob seinen Hausmantel auf und zog ihn sich über die Schultern. „Malena, bitte …“ „Malena, bitte!“, äffte sie ihn nach. „Du kannst nur nehmen, nehmen, nehmen, du bist ein Schmarotzer, ein elender Parasit. Deinen klebrigen Charme kannst du dir ab heute in den Hintern stecken, du Scharlatan.“ Sie drehte ab und verschwand in der Küche. Konsterniert folgte er ihr. Mit dieser Situation war er überfordert. Das durfte doch nicht wahr sein. Blanke, hilflose Wut ergriff ihn. Was glaubte diese blöde Kuh, wer sie war? Konnte sie nicht froh sein, einen Kerl wie ihn im Haus zu haben? Er schüttelte den Kopf und betrat die Küche. „Jetzt hör mir doch mal zu“, begann er erneut und ging auf sie zu. Da erblickte er das große Fleischmesser in Malenas Hand. „Was hast du vor?“, stieß er erschrocken aus. „Lass mich erst einmal ausreden.“ Seine Frau hob das Messer höher. „Keinen Schritt näher“, funkelte sie ihn an, „sonst …“ „Sonst was?“, entgegnete er ärgerlich und machte einen weiteren Schritt auf sie zu. „Willst du mich erstechen?“ Der Tritt zwischen die Beine traf ihn unvorbereitet. Brunner sackte mit verzerrtem Gesicht nach vorne. Er presste die Hände zwischen die Beine und krümmte sich stöhnend nach vorne. Der Schmerz schoss ihm bis in den Oberbauch. Er kippte auf die Knie, den Kopf tief Richtung Fußboden gesenkt. Malena schoss an ihm vorbei. „Dann sieh eben zu, wie du allein zurechtkommst“, ächzte er ihr gepresst hinterher. „Ja, schon gut. Wie du willst. Ich verschwinde. Ich bin schon so was von weg. Dann wirst du sehen, wie es ist, ohne einen richtigen Mann im Haus. Du blöde Ziege!“ Die Haustür fiel krachend ins Schloss. Brunner begann zu verstehen. Langsam, aber immerhin. Einige Minuten später, als die Schmerzen etwas nachgelassen hatten, packte Brunner seine Reisetasche. Planlos, mit fliegenden Fingern raffte er Kredit- und Bankkarten zusammen, wild entschlossen, sie schnellstmöglich noch einmal zu nutzen. Er brauchte Geld. Das Notgeld! Er riss die untere Schublade des Kleiderschranks auf. Wo war der verdammte Umschlag? Er begann zu wühlen. Ah, hier, unter ihren Höschen. Er hielt inne, nahm einen der knappen, mit leichter Spitze besetzten Slips seiner Frau in die Hände und betrachtete ihn. Ein leichtes Ziehen in seinen Leisten. In seinem Bauch. In seinem – Herz? Verlust. Eifersucht. Trauer. Verzweiflung. Selbstmitleid. Hol’s der Teufel! Er riss den Umschlag an sich. Öffnete ihn. Hektisches Zählen. Viertausend Euro. Brunner ließ den Umschlag in seiner Tasche verschwinden. „Die dumme Pute wird schon noch angekrochen kommen“, dachte er grimmig, als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel. Sicher war er sich nicht. Nicht mehr. Einen Unterschlupf in Bahnhofsnähe reservierte er sich telefonisch während der Taxifahrt. Das war problemlos, hier kannte man ihn, hier stellte man keine Fragen. Dann McDonald’s. Ein Burger, schnell hinuntergewürgt. Fastfood. Auch das war Essen. Fast eben. Ein Bier. Noch ein Bier. Schon besser. Das Hotel. Tasche auspacken. Heimisch werden. Heimisch? Florian lachte bitter auf. An der Rezeption bezahlte er das Zimmer für zehn Tage. Danach ließ er sich auf das Bett fallen und starrte zur Decke. Unruhe erfasste ihn. Plötzlich fühlte er sich allein, verlassen. Und wieder diese Kopfschmerzen. Er ging ins Bad, wusch sich das Blut vom Kopf, das erneut seine Haare verklebte. Das Shampoo brannte wie Höllenfeuer in der Wunde. Nachdem er die Haare geföhnt hatte, schien auch die Wunde zu trocknen. Er ließ sich ein Pflaster aufs Zimmer bringen und warf sich mit einem Fläschchen Whisky aus der Minibar wieder aufs Bett. Er kippte den Schnaps, spülte mit einer Flasche Bier nach. Kurz darauf fühlte er sich wieder einsatzbereit. Nur dieses unangenehme Gefühl blieb. Dieses Gefühl der – Einsamkeit. Zurückweisung. Kälte. Er dachte an Malena. War er wirklich solch ein Arschloch? Er lachte freudlos. Auch ein Arschloch brauchte Liebe. Oder wenigstens Anerkennung. Er rülpste laut und vernehmlich. Ihm fehlte nach dieser Demütigung dringend Zuwendung. Es war ein fast fremdes Gefühl, doch dieses Mal ging es ihm nur in zweiter Linie um Sex. Es ging mehr um sein inneres Gleichgewicht, um die Bestätigung seines männlichen Egos. Um Macht. Außerdem ließ ihm dieser plötzliche Gedanke keine Ruhe. Zuerst erschrak er über die Idee und versuchte, sie zu verdrängen. Eine böse Idee. Lassen sich böse Ideen verdrängen? Bald fand er sich in einem Taxi wieder, das ihn zurück in die Innenstadt zur Alten Gasse kutschierte. Der Taxifahrer hatte nach Nennung der Adresse wissend, aber auch ein wenig impertinent gelächelt. Florian hatte ihn nur gereizt angeschaut und gefaucht: „Was?“ Danach war der Chauffeur verstummt. Die süffisante Frage: „Quittung fürs Finanzamt?“ beim Bezahlen war seine letzte Äußerung gewesen. Florian Brunner hatte sich auf diese Frechheit hin das Wechselgeld auf den Cent genau ausbezahlen lassen und war verärgert, ohne ein weiteres Wort, ausgestiegen. Michelle wirkte...



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