Pomej | Einfach grandios | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

Pomej Einfach grandios

SF-Satire
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7504-4908-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

SF-Satire

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

ISBN: 978-3-7504-4908-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Menschheit wird ein unglaubliches Geschenk gemacht, welches ungeahnte Möglichkeiten mit sich bringt, allerdings auch einige Probleme... Wird die unermessliche Weisheit des US-Präsidenten sein Volk vor Schaden bewahren können??? Diese Story hebt die Stimmung in jeder Lage.

S. Pomej hat aus Interesse an der menschlichen Natur Psychologie studiert und lässt die erlernten Störungen plus eigener Erfahrung mit kranken Zeitgenossen in spannende Bücher und Kurzgeschichten sowie lustige Comic einfließen. Website: pomej.blogspot.com
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I. Das Rendezvous


Der angebliche Außerirdische in seinem grauen Overall erschien auf den ersten Blick völlig normal, ja direkt harmlos. Allerdings wirkte er wegen fehlender Kopfhaare und Augenbrauen ein wenig kränklich und der ihm gegenübersitzende General in adretter Zivilkleidung wie sein besorgter Arzt. Beide erregten in dem überfüllten Diner überhaupt keine Aufmerksamkeit. Die beiden aufgetakelten Touristinnen am Nebentisch unterhielten sich auf Französisch über ihren Verlust im Casino, aber hey, deswegen kam man schließlich nach Vegas, nes pas? Diese Stadt hatte etwas Magisches, das alle profanen Probleme überstrahlte. Ach ja, Las Vegas, ein Ort des oberflächlichen Vergnügens, das auch den General befiel, da er den Außerirdischen natürlich für einen der vielen Spinner hielt, die sich wichtigmachen wollten. Manche davon hatten großen Unterhaltungswert, darum kam ihm die seltsame Einladung via WhatsApp in seinem etwas langweiligen Urlaub gerade recht und nun saß er hier. Leicht amüsiert hörte er sich die Ausführungen des ulkigen Fremden an, wobei er keine Sekunde an dessen Echtheit glaubte. Verglichen mit den anderen Aliens und Zeitreisenden auf YouTube rangierte der kahle Mann in der nach oben offenen Sensationsskala ziemlich weit unten.

"Sie nehmen es mir hoffentlich nicht übel, doch ich hege Zweifel an Ihren Aussagen", sagte General Marvin Hobbs, nachdem er seinen Cheeseburger aufgegessen hatte. "Wenn Sie aus einer technisch weit überlegenen Gesellschaft stammen, warum treffen Sie sich hier mit mir und besuchen nicht einfach unseren Präsidenten? Zu ihm vorzudringen dürfte bei Ihren Fähigkeiten ganz bestimmt keine Schwierigkeit für Sie darstellen."

Daraufhin rümpfte der Fremde etwas seine kleine Nase, sicher nicht wegen des durch das Lokal ziehenden Gestanks nach in ranzigem Fett herausgebackenen Fleisches. Bei seiner Antwort bewegten sich seine schmalen Lippen kaum. "Abgesehen davon, dass wir natürlich die Privatsphäre eines Menschen respektieren - angenommen ich erschrecke Mr. Trump mitten in der Nacht in seinem Schlafzimmer und erzähle ihm von unserer Absicht, glauben Sie, er würde es am nächsten Morgen twittern oder auch nur seiner Gemahlin anvertrauen, geschweige denn vor Pressevertretern öffentlich verlautbaren?"

Hobbs tupfte sich schmunzelnd den Mund ab, verscheuchte danach eine aufdringliche Fliege, um mit der Serviette abzuwinken. "Nun, wenn er keinen Beweis Ihres nächtlichen Überfalls zur Bekräftigung hat, wohl kaum. Können Sie mir einen Beweis Ihrer technischen Überlegenheit liefern?"

"Was erwarten Sie von mir? Mich unsichtbar machen? Kurz im Lokal herumschweben? Einen Klumpen Gold herbeizaubern? Gerade in dieser Stadt sind das doch alles nur Taschenspielertricks, die jeder noch so minderbegabte Zauberlehrling beherrscht."

"Gold! Da bringen Sie das Thema auf eine alte Verschwörungstheorie, die besagt, dass wir Menschen einst von den Anunnaki zum Zwecke des Goldabbaus erschaffen wurden", fiel dem General ein und er prostete dem Kahlköpfigen mit einem Glas Cola zu, bevor er es austrank, wobei die darin enthaltenen Eiswürfel lustig klimperten. Dann unterdrückte er ein Rülpsen und fuhr scherzhaft fort: "Wer weiß, vielleicht kommen Sie ja, um uns wieder zur Minenarbeit zu versklaven, mein Herr!"

"Haha", machte dieser etwas bemüht. "Bei uns kennt man auch Humor, wenn auch andrer Art. Gold gibt es überall und es wäre bei Bedarf ganz leicht für uns zu holen, deswegen kämen wir niemals auf einen bewohnten Planeten, geschweige denn, um Menschen zu unterjochen. Glauben Sie mir, Ihre Arbeit können unsere Maschinen effizienter und vor allem fehlerfrei verrichten. Dazu bräuchten wir Ihre Rasse nicht!"

"Nein, wie Sie mir erklärten, führen Sie hier also eine sozialökologische Studie durch", erinnerte sich Hobbs, kratzte sich am Kinn und schüttelte den Kopf. "Ich wage gar nicht, nach Ihrer Analyse zu fragen."

"Oh, die fällt positiv aus, trotz vieler Logiklöcher Ihrer Spezies. Ich würde sogar behaupten, dass wir uns ein wenig ähnlich sind. Nicht nur aussehensmäßig."

"Zuviel an Ähnlichkeit würde mich aber sehr beunruhigen." General Hobbs stutzte im Hinblick auf die Gewaltbereitschaft seiner Mitmenschen sowohl im Krieg als auch im Zivilleben.

"Keine Sorge, wir forcieren keine Übernahmepläne Ihres Planeten oder dessen Ausbeutung. Auch sind wir keine Menschenfresser", beruhigte ihn der Fremde, der die Gedanken seines Gegenübers richtig zu deuten wusste.

"Wie sind Sie überhaupt auf unseren Planeten gekommen?", wollte Hobbs wissen.

"Reiner Zufall. Bis vor kurzem war er für uns nicht einmal ein Fly-over-Planet. Und plötzlich orteten wir ein starkes Zeichen Ihrer Aktivität."

"Hm, Funkwellen sind zu langsam, es muss sich wohl mehr um ein Leuchtzeichen gehandelt haben. Ein Silvesterfeuerwerk?"

"Nein, um genau zu sein war es eine seismische Störung ihres Planeten aufgrund einer Atombombendetonation", erklärte der freundliche Außerirdische.

"Hätte ich mir fast denken können. Das Lichtzeichen unseres kulturellen Leuchtturmes lockt fremde Besucher an... HM! Aber auf der Sonne finden doch solche Atomreaktionen millionenfach statt!", gab Hobbs zu bedenken.

"Um es banal auszudrücken: die Sonne funkt auf anderer Wellenlänge. Immer, wenn eine derartige Explosion einen Planeten erschüttert, sind Wellen im Raumzeitgefüge zu orten. Uns interessieren vor allem Zivilisationen, die sich die Atomkraft zunutze machen, denn sie stehen knapp vor der Selbstzerstörung."

"Aha, verstehe, und Ihre Delegation eilte sofort hierher."

Heftiges Nicken seines Gesprächspartners, der dabei wie ein drohender Leguan wirkte. "Außerdem wollten wir vor Anbruch der nächsten Eiszeit mit unserer Arbeit fertigwerden."

"Richtig, Sie sprachen ja schon per WhatsApp darüber." Der ist gut, dachte sich Hobbs, so überzeugend, beinahe könnte ich ihm Glauben schenken, bin gespannt, was er überhaupt von mir will. "Und warum landeten Sie ausgerechnet in den USA? Auch ein Zufall?"

"Nein, Ihre Nation ist ein Imperium, hat über 900 Militärbasen in 130 Ländern. Hier sind wir bei der Leitkultur."

"Verstehe!" Trotzdem sank die Aufmerksamkeit des Generals und seine Augen schweiften zur sexy Bedienung ab. Die hübsche Blondine in ihrem engen Servierkleidchen erinnerte ihn an seine High-School-Liebe Betty-Lynn Anderson, die sich bei KFC ein Zubrot zu ihrem Taschengeld verdiente.

"Wie ich erwähnte, sind wenige von uns schon einige Zeit unter Ihrer Bevölkerung, haben die Studie beendet und wollen sich nun mit einem Geschenk verabschieden. Was würde Ihnen - also der gesamten Menschheit - denn Freude bereiten?" Seine geweiteten schwarzen Pupillen beobachteten den General sehr interessiert, vielleicht sogar ein wenig hypnotisch.

"PUH..." Nach einer originellen Antwort suchend, sah sich Hobbs in dem Diner um, wo alle Gäste laut durcheinanderplapperten, ab und zu schrill auflachten, sich gierig Fastfood in den Mund stopften und teils wild gestikulierten. "Ziemlich laut hier, könnten Sie nicht für Ruhe sorgen und einen Moment totaler Stille einkehren lassen? Das wäre schön!"

Eigentlich hatte er das nur als Witz gemeint, doch im selben Augenblick froren alle um sie herum in der Bewegung ein, so als wären sie auf einem Videofilm gebannt, den jemand per Tastendruck gestoppt hatte, und Totenstille machte sich breit wie eine drückende Decke, mit der er erstickt werden sollte. Selbst die Fliege - vorhin quicklebendig surrend herumschwirrend - präsentierte sich knapp neben seinem Gesicht eingefroren im Strom der sonst so gleichgültig und grausam dahinfließenden Zeit.

Hobbs schluckte, bekam eine Gänsehaut an den Armen, die nicht der Klimaanlage geschuldet war, sah den Außerirdischen an und holte tief Luft: "Das war die Art von Beweis, die ich vorhin meinte. Wie konnten Sie das so einfach bewerkstelligen?"

"Die Erklärung würde zu weit führen. Einer Ihrer Artgenossen meinte, die Zeit sei das, was verhindert, dass alles gleichzeitig passiert. So einfach ist es nicht. Es hat etwas mit Verzögerung der Entropie auf subatomarer Basis zu tun. Soviel kann ich verraten."

"Nun, da ich keinen Zweifel mehr an Ihrer Behauptung hege, scheint es mir fast dreist, wenn ich Sie um einen Teil dieser Technologie der Macht über die Zeit als Geschenk bitte, die auf mich wie Zauberei wirkt."

"Leider bin ich nicht befugt, Ihnen eine derart weit fortgeschrittene Technik zu überlassen", sagte der Fremde, in dessen dunklen, kalt wirkenden Augen kein Zeichen des Bedauerns erkennbar war. "Weder Waffen noch Reichtümer, mit denen Sie Ihren Zeitgenossen auf anderen Kontinenten schaden könnten, darf ich Ihnen zukommen lassen. Angesichts Ihrer leidvollen Geschichte werden Sie wohl verstehen, weshalb nicht..."

Die Gesichtszüge des Generals entgleisten regelrecht und zeigten Enttäuschung sowie Scham für seinesgleichen. Doch er musste insgeheim wohl zugeben: die Geschichte lehrte stets, dass der Mensch nichts aus ihr lernt. "Schade... Sie sind wirklich sehr gut informiert. Der Wahnwitz unseres Gesellschaftssystems hat sich wohl schon lange bis ins...



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