E-Book, Deutsch, 331 Seiten
Pomej Reisetagebücher
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-0576-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Quer durch Südamerika bis in die USA
E-Book, Deutsch, 331 Seiten
ISBN: 978-3-7526-0576-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein blutjunges Paar voll Abenteuerlust unternimmt Ende der 70er eine turbulente Reise mit dem Rucksack von Peru aus nach Bolivien, Brasilien, Argentinien bis zum Aconcagua, nach Chile über Ecuador bis Panama und in die USA. Als Transportmittel nutzen sie: Flugzeuge, Züge, Schiffe, Boote, Taxis, Busse, Lastwagen, Pferde und einen alten Mercury. Immer griffbereit Notizbuch & Kuli - verlässlicher als der Fotoapparat, denn die Filme überlebten nicht alle bis zur Entwicklung. Man kann an gefährlichen Passagen zittern, sich über Sozialkritik ärgern und bei Begegnungen mit lieben Reisegefährten freuen - kurzum stets hautnah am Geschehen sein. Was bleibt, ist der Duft der Freiheit, in den sich mitunter der Gestank von Gefahr mischt...
S. Pomej hat aus Interesse an der menschlichen Natur Psychologie studiert und lässt die erlernten Störungen plus eigener Erfahrung mit kranken Zeitgenossen in spannende Bücher und Kurzgeschichten sowie lustige Comic einfließen. Website: pomej.blogspot.com
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. Buch: 11.10.1978 - 16.12.1978
1. Buch: 11.10.1978 - 16.12.1978 11.10.: Um 13.30 Uhr Abschied am Bahnhof im wieder einmal verregneten Salzburg von Dorli und Gerd mit einer Flasche Sekt. Ich kann's kaum erwarten das andere Ende der Welt zu sehen. Es folgte eine lange Bahnfahrt von 8 1/2 Stunden bis Zürich. Nachdem niemand etwas von einem Flug von Basel nach Lima wusste, beschlossen wir gleich nach Basel zu fahren. Kamen dort um 1 Uhr früh an. 12.10.: Übernachteten auf einer Bank im Garten, ziemlich kalt. Um 6 Uhr früh auf, frühstücken und Spaziergang in Basel, eine hübsche Stadt. Mein Besuch kam Gott sei Dank - und ich hatte eine Sorge weniger. Um 10 Uhr zum Flughafen, das Flugzeug startete um 2 Uhr nach einer Stunde Verspätung wegen Streik in Lissabon. 1. Landung nach zwei Stunden in Lissabon. Eine Stunde Aufenthalt, dann 7 Stunden Flug nach Guadalupe. Eine Stunde Aufenthalt, weitere 4 Sunden bis Lima. Kamen um 1 Uhr früh in Lima an. Vor dem Flughafen lauerten schon unzählige Taxis auf die Neuankömmlinge. Mit 5 anderen mieteten wir ein Taxi um 1.000 Soles = Schilling 80,-. Wir fuhren dann 8 Leute zum Hotel 'La Casa'. Das Hotelzimmer besteht aus 2 Betten, 2 Ständern für Gewand und 2 Tischchen mit Lampen, wo in einer die Birne kaputt ist. Außerdem lag in einer Ecke Nagetierkot (Mäuse oder Rattenbesuch?) Preis: 650 Soles ~ 50,- für beide. 13.10.: Um 9 Uhr auf. Frühstück von den Resten vom Flugzeug. Und dann Stadtbummel durch Lima. Ungeheurer Eindruck! Ein einziger Jahrmarkt. Unzählige Indios, die Waren verkaufen. Angefangen von Kleiderbügel über Zuckerln, Bohnen, Dulce, Schnürsenkel, Spielzeug bis zu Waschmaschinen. Mittagessen im Café de France. Das Menü, bestehend aus Nudelsuppe und Spiegeleiern mit Reis und gegrillten Bananen, kostete 8,- Konnte den ganzen Tag nichts essen. Mir hat es fast den Magen umgedreht, als ich all das angebratene Zeugs sah. Es mag gut schmecken, sieht aber alles scheußlich aus. Werde mich daran gewöhnen müssen. Spendete eine Kerze der Jungfrau von Guadalupe wegen Besuch. (Habe mir schreckliche Sorgen gemacht.) Am Abend und den ganzen Tag peinigten mich starke Kreuzschmerzen. (Neurose!?) Jause am Abend im Zimmer, noch Reste vom Flugzeug. Kein Gedanke an schlafen, Lautsprecher und Radio und Gehupe von der Straße dringen bis in das Zimmer. Aber trotzdem sehr gemütlich. Brigei. 16.10.: Am 14.10. mit dem Bus nach Miraflores. Zum 1. Mal den Pazifik gesichtet. Beeindruckend. Bei diversen 'Standeln' eingekauft. Anschließend im Museo de Anthropologia. Sehr gut. Wilde Fahrten durch die Stadt mit Bus und Colectivos. Um 18 Uhr ins Bett, ziemlich müde und Rückenschmerzen. Gerhard mal alleine in die Stadt, war aber auch nicht wohl. Am 15.10 Brigei. Vormittag mit Bus nach Callao-Hafen. Riesiger Markt - irrer Betrieb. 1 kg Bananen 3,-. Anschließend in einer Spelunke zum Mittagessen. Habe seit meiner Ankunft keinen Hunger. Treffen zwei Typen vom Flugzeug. Tranken unzählige Biers. Dann ins Hotel Bolivar Kaffee und Dulces. Dann ins Restaurant zum Abendessen. Viel Gaude. Mit dem Bus nach Miraflores in tolles Restaurant Carlin. Etliche Biers und Piscos Sour. Sehr netter Abend! Heute Vormittag einkaufen in der Stadt. Mittagessen Muscheln mit Reis 12,-. Nirgends Zucker aufzutreiben. Den ganzen Nachmittag mit Karten- und Briefeschreiben verbracht. Abendessen: Bananen + Avocado. Briefe an Andrew, Eltern, Renate. Karten an Ritschi, Lore, Sissi, Silvia. 17.10.: Wieder ein ausgefüllter Tag. Vormittag diverse Erledigungen. Mittagessen beim Don Juan. Dann mit Bus nach Pachacamac, eine alte Inkastadt von Pizarro Januar 1533 entdeckt. 30 km von Lima, eine Fahrt 3,50. Kaum ist man aus dem Zentrum heraußen, beginnen die Slums, genannt Pueblos jovenes. Schrecklich ärmlich. Im Durchschnitt lebt der südafrikanische Ureinwohner komfortabler. Aus der Stadt heraußen beginnt die Wüste. Schrecklich trostlos, nur Land und Steine. Die Ruinen von Pachacamac sind sehr interessant. Riesige Wohnblöcke noch gut erhalten. Sind angeordnet wie Irrgarten. Vom Templo del Sol herrliche Aussicht auf den Pazifik. Die Busse, Taxis und PKWs sind echt sehenswert. Kein einziges Auto ohne Beule. Total vom Rost zerfressen. Kotflügel und Motorhaube fehlen oft. Windschutzscheiben zerbrochen. Verkehr ein totales Chaos, Menschen überall in Massen, aber trotzdem keine Aggression, echt bewundernswert. Jeder scheint Achtung vor dem Nächsten zu haben. Vorgehabt am Abend in ein Chinarestaurant zu gehen. Als ich es sah, hat mich das kalte Entsetzen gepackt und ich bin sofort in ein nettes Lokal geflüchtet, wo wir Samstag mit den 2 Deutschen waren. Ist zwar 3mal so teuer dort, aber immerhin eine bessere Atmosphäre. Gerhard allerdings bevorzugt diese miesen Spelunken, aber davon werden wir im Laufe der Zeit noch genug zu sehen und zu spüren bekommen. 18.10.: Den ganzen Tag zu Hause, geduscht, gelesen... Wollten am Abend in ein Restaurant gehen, bei der Auswahl hatte ich allerdings keine Lust. 19.10.: Um 7.40 Uhr mit der Bahn nach Huancayo (420 km von Lima). Über die Anden, herrliche Fahrt, hatte mir aber trotzdem mehr vorgestellt. Fast keinen Schnee gesehen und nur ein paar Lamas, aber keine Gelegenheit zum Fotografieren. Im Zug einige Schweizer, alle in ein Hotel. Am Abend überfiel mich schon Fieber und ich blieb zu Hause. 20.10.: Von dem Hotel umgezogen in ein anderes, nur 300 Soles. Habe 37,7 Fieber. Gestern am Abend 2mal erbrochen. Rückenschmerzen, jeder Knochen tut weh. Eine Woche in Südamerika und schon krank, das kann ja heiter werden. Gerhard ist auch müde und zerschlagen. Mittags zum Essen nur ein Ei each, am Abend jeder ein Naranja (Orange). Könnte es die Höhe sein? Huancayo liegt 3.200 m hoch. Abends mal unter viel Anstrengung zu einem Chinesen. Riesentopf mit Suppe, konnten aber nichts davon essen. Alles Mögliche drinnen und widerlicher Geruch. 21.10.: Früh auf, fühlen uns relativ wohl. In ein sogar etwas netteres Lokal zum Frühstück. Toast mit Butter (ewa eigenartiger Geschmack), Gerhard ein Ei und Milo (Kakaogetränk). Anschließend zum Markt, wie immer sehr eindrucksvoll - gute Fotos gemacht. Kauften Busticket nach Ayacucho für beide 110,- 22.10.: Gestern mit dem Bus 15 Stunden unterwegs gewesen. Die ganze Nacht fast kein Auge zugetan. Über schwindelerregende Bergstraßen und morsche Brücken die ganze Nacht. Mitten in der Nacht ein Haufen Indios zugestiegen, Quechua gesprochen. Um 6 Uhr früh ein Stopp, Brücke weggeschwemmt, alle raus bis auf die Squaws und mit Steinen befahrbar gemacht. In einem Marktdort Indios raus, die nächsten rein. Diesmal war's arg. Die stanken wie die Pest. Nicht auszuhalten. Um 8 Uhr früh in Ayacucho eingetrudelt. Fanden ausgesprochen nettes Hotel um 360 Soles - Brigei - nur leider wie immer sehr laut. Sehr nettes Dörfchen 30.000 Einwohner. Universitätsdorf, merkt man an dem Durchschnitt der Leute. Wesentlich gebildeter und reiner. Es liegt richtig schön in den Bergen. romantische Gässchen, Plaza de Sucre schöner als in Lima. der Hauptplatz. Nettes Lokal zum Mittagessen, Schläfchen, dann Spaziergang zu den Hütten am Bergeshang. Sehr eindrucksvolle Aussicht auf die Stadt. In einer Spelunke auf ein Cola. El Camerero, ein netter Student, gut miteinander spanisch gesprochen. Tranken mal 2 Milchshakes, dann auf eine Reissuppe in ein Touristenlokal neben dem Hotel. Auch Máte de Coca getrunken (Ein echter?). 23.10.: Guter Tag. Frühstück im Zimmer (gemütlicher als im Lokal), dann zum Markt, Riesenananas und rote Bananen. Zum Lunch 2 Menüs 260 Soles = 20,- aber noch immer keinen Appetit. Mir wird jedesmal schlecht, wenn ich ans Essen denke. Nur Obst schmeckt mir. Nachmittagsschläfchen, buchen Flug nach Cuzco. Je 17 $ unglaublich billig. 40 Minuten Flugzeit. Bus würde 30 Stunden brauchen. Das war uns zu lange. Gegen Abend auf einen Berg gestiegen, durch die ganze Slumgegend. Sehr schöne Aussicht auf die Stadt. Beim Abstieg wurden wir von Buben mit Steinen beworfen, war jedoch nur ein schüchterner Versuch. Überall ruft man uns nach "Gringo" + "Gringa". Auf ein Bier. Student bettelt um Geld fürs Essen, wir stellen uns dumm - no comprendemas Español. 27.10.: Allerhand los gewesen in der Zwischenzeit. Am 24.10 flogen wir 25 Minuten nach Cuzco. Herrlicher Flug über schneebedeckte 6.000er. Nach enger Busfahrt fehlten ein Päckchen Pille und die Tampons aus der Seitentasche des Rucksacks. Gestohlen oder verloren? Schlossen uns 2 Schweizern (Heidi + Werner) und einem Kanadier (Jerry) an. Sehr nette Kumpel. Bewohnten ein Zimmer zu fünft in einem alten Hotel über der Stadt. Steiler Treppenweg. Mittagessen und anschließend Spaziergang. Cuzco ist wirklich die reizvollste Stadt, die ich bisher in Peru gesehen habe. Wahrscheinlich auch die einzige. Abendessen und Pisco Sour trinken. Am 25.10 um 1/4 9 Uhr auf. Großes Frühstücks - Mittagessen: Bananen, Karotten, Tomaten, Eier + Brot + Kaffee. Plaudern viel. Anschließend Marsch zu den Ruinen. Wirklich sehr eindrucksvoll wie die Inkas es fertigbrachten, 20 Tonnen schwere Steine auf den Berg zu transportieren und sie millimetergenau zusammenzusetzen. Am Abend essen und Pisco Sour trinken - viel Gaude! Probierten sämtliche Cocktails aus. Um 1/2 1 Uhr ins Bett. Am...




