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E-Book

E-Book, Deutsch, 492 Seiten

Porter Absturz


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7693-3041-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 492 Seiten

ISBN: 978-3-7693-3041-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Skandal an Schleswig-Holsteins Westküste. In Büsums Alter Werfthalle liegt der Erste Vorsitzende, des vornehmen Nordsee Segel Clubs, Werner Beckmann, tot unter seiner Segelyacht. Es sieht zuerst aus, wie ein tragischer Unfall. Doch die Ermittlungen der Hauptkommissarin, Frederike Hofer, fördern schnell ein anderes Szenario zutage. Viele Leute hätten allen Grund gehabt, Beckmann unter die Erde zu bringen. Frederike entdeckt Geheimnisse des Toten, die nicht einmal seinem engsten Familienkreis bekannt waren. Sie lässt nicht locker die Abscheulichkeiten nach und nach aufzudecken. Dabei begibt sie sich und ihre Kollegen in große Gefahr. Wer versucht Frederike immer wieder davon abzuhalten diesen komplizierten Fall, ein Konstrukt aus Lügen und Intrigen, zu lösen?

Kim Porter hat Erziehungswissenschaften, Psychologie und Philosophie studiert. Sie lebt mit ihrer Familie in einem alten Bauernhaus , an der Westküste, in Schleswig- Holstein.

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EINS
MONTAG, 11.April
Es war gerade neun Uhr, als Frederike und Wenning auf dem betonierten Vorplatz der Alten Büsumer Werfthalle parkten. Die Sonne stand zu dieser Jahreszeit noch tief am Himmel. Sie wurde nur von wenigen Wolken verdeckt und hatte noch keine Kraft. In geschützten Ecken lag vereinzelt noch Schnee. Kalt trieb der Ostwind übers platte Land. Frederikes Schritte hallten leise über den Platz. Sie schlug den Kragen ihres Mantels nach oben und folgte Wenning, der zielstrebig vorauseilte. Vom Hafenbecken drang das Tuckern eines Krabbenkutters herüber. Am Himmel schrien Möwen. Sie waren auf der Suche nach Futter. „Hier lang!“, der junge Kollege betrat zügig die Alte Werfthalle. Frederike folgte ihm. Das Gebäude wurde nicht mehr als Werft genutzt. Es war in den letzten Jahren zweckentfremdet worden und diente nun als Bootslager. Wenning begrüßte die beiden Kollegen des Büsumer Reviers mit Handschlag. Dann stellte er Frederike kurz vor. „Meine neue Chefin. Aus Hessen. Frankfurt am Main. Frau Hofer.“ Frederike lächelte die beiden Dorfpolizisten freundlich an. „Guten Tag“, und reichte die Hand zur Begrüßung. Bielenberg und Todt verzogen keine Miene. „Moin“, sie behielten die Hände in den Hosentaschen. Frederike sah sich in der riesigen Halle um. Überall waren Motorboote und Segelyachten unterschiedlicher Größe auf Trailern aufgebockt. Neben jedem Boot befanden sich die unterschiedlichsten Utensilien der Eigentümer. Farben, Lacke, Pinsel lagerten in Plastikwannen oder in dafür vorgesehenen Werkzeugwagen. Sie starrte zu jeder Seite gegen Bootsrümpfe, so eng standen die Schiffe beieinander. Frederike schob sich vorsichtig an einer Leiter vorbei, die an einem der Yachtrümpfe lehnte, um ihren neuen Kollegen zu folgen, die sich mittlerweile von ihr entfernt hatten. „Da ist er“, sagte Bielenberg trocken. Frederike sah auf die Leiche, die circa drei Meter von ihr entfernt auf dem Boden lag. Todt, der jüngere der beiden Dorfpolizisten, verschränkte die Arme. „Ein Unfall. Beckmann ist gestürzt. Pech.“ „Gestürzt?“, fragte Frederike. „Einfach so?“ „Jo.“ „Haben Sie schon Fotos gemacht?“ Von hinten näherte sich Veit Körber, von der Spurensicherung aus Itzehoe. „Was glauben Sie denn?“, fragte er genervt. Frederike lächelte den hochgewachsenen Mittvierziger, mit dem distinguierten Bart an. Sie streckte ihm ebenfalls die Hand entgegen und sagte: „Guten Morgen. Ich bin Kriminalhauptkommissarin Frederike Hofer aus…“ „Ich weiß“, unterbrach Körber sie, „das sind meine Assistenten Steffen Voss und Axel Meyenburg.“ Er deutete auf zwei junge Beamte in typischen, weißen Overalls. „Moin“, sagte der eine kurz, der andere nickte nur. Beide gingen sofort wieder ihrer Arbeit nach. Wenning grinste. Frederike räusperte sich. „Ja, gut. Wo ist der Rechtsmediziner?“ „Kommt gleich“, bemerkte Körber und hielt Frederike und Wenning zwei Tyvek Overalls und Überzieher entgegen. „Anziehen!“ Als Frederike den Overall geschlossen hatte, schlüpfte sie in die Latexhandschuhe. „Was wissen wir über ihn, Herr Bielenberg?“ Er warf einen kurzen Blick auf seine Notizen, bevor er antwortete: „Der Tote heißt Werner Beckmann, 68 Jahre alt, verheiratet, zwei erwachsene Töchter. War der Erste Vorsitzende des Nordsee Segel Clubs, kurz NSC und Eigner der Yacht ROSALIE.“ Er deutete auf den Bootsrumpf über ihnen. Frederike beugte sich über den, am Boden liegenden, Leichnam. „Wurde er genau in dieser Position aufgefunden?“ „Nein. Die Leiter lag auf ihm.“ Bielenberg zeigte auf eine, drei Meter entfernte, Holzleiter, die an der Wand der Halle lehnte. „Wieso?“ „Er ist mit der Leiter, rückwärts, von seinem Boot gefallen.“ „Bielenberg, ich wollte wissen, wieso die Leiter weggenommen worden ist.“ „Kai hat wohl gedacht, dass der Alte noch lebt und wollte ihm helfen.“ „Welcher Kai?“, Frederike sah sich suchend, in der Halle, um. „Kai Schrader. Das ist der Jugendliche, der uns heute Morgen benachrichtigt hat.“ „Und wo ist der Junge jetzt? Ich muss mit ihm sprechen.“ „Zu Hause“, erklärte nun der jüngere Büsumer Kollege Todt. „Warum?“ „Schock.“ „Was in dieser Situation ja auch verständlich ist“, sagte eine angenehme Männerstimme. Frederike drehte sich um. Vor ihr stand ein Mann etwa Anfang dreißig. Groß, blond, in Anzug, Hemd und Krawatte. Ein Wikinger im Designeroutfit, dachte Frederike spontan. Sie hasste es, wenn ihr ein Mann auf Anhieb gefiel. „Und wer sind Sie, wenn ich fragen darf?!“ „Sebastian Jacobi. Moin.“ Er reichte Frederike die Hand und lächelte. Sie erwiderte den Gruß und fragte gleichzeitig: „Was machen Sie an einem Tatort der Büsumer Polizei?“ „Hören Sie, das ist doch kein Tatort. Werner Beckmann ist ganz offensichtlich von seiner eigenen Yacht gestürzt. Ein klassischer Unfall. So schreibe ich es auch in meinen Bericht.“ „In Ihren Bericht?“ „Ja, in das Unfallprotokoll meiner Versicherungsunterlagen. Der Innendienst muss ja die Regulierung vornehmen, und dann erst kann es zur Auszahlung kommen, ne.“ Er ging in die Hocke, um seine schwarze Ledertasche zu schließen. „Falls Sie noch Fotos brauchen. Einfach eine kurze E-Mail an mich. Ich muss los, habe jetzt gleich den nächsten Termin. Aber Todt und Bielenberg wissen ja Bescheid.“ Im Gehen drückte er Frederike eine Visitenkarte in die Hand. „Tschüss“, sagte er und verschwand. „Moment“, rief Frederike ihm hinterher. Wenning grinste. „Der kommt nicht zurück.“ „Offensichtlich kennen Sie diesen jungen Mann.“ „Jo, Basti ist plietsch.“, kommentierte er grinsend. „Tut mir leid, aber was bedeutet bitte plittsch?“, fragte Frederike. „Plietsch, Frau Hofer, heißt, er ist clever.“ „Es ist nicht clever einen Tatort zu zertrampeln.“ „Was noch zu beweisen wäre.“ „Was?“ „Dass es ein Tatort ist.“ In diesem Moment hörte man einen alten Wagen auf den Vorplatz der alten Werfthalle rumpeln. Der, in die Jahre gekommene, Jeep stoppte quietschend. Ein alter Mann versuchte sich scheinbar unter großen Anstrengungen, vom Fahrersitz nach draußen zu schieben. „Da ist er ja“, murmelte Wenning und unterbrach die Leichenschau. Freudig lief er hinaus dem Alten entgegen. „Moin Doc. Kann ich Ihnen helfen?“ Frederike ging ihm eine paar Schritte hinterher und versuchte durch das halbgeöffnete Hallentor etwas zu sehen. Was redet er da? Hier kommt ein Arzt, dem man helfen muss. Das ist doch absurd. Wenning half dem alten Semester aus dem Geländewagen. Er reichte ihm seinen Gehstock und stütze ihn auf den ersten Metern. Das ist jetzt nicht wahr, dachte Frederike. Langsam bewegte sich der Alte auf sie zu. Mittlerweile standen Todt und Bielenberg stumm neben ihr. „Guten Tag, ich bin Professor Doktor von Uffen“, stellte er sich Frederike, in zackigem Ton, vor. „Ich bin der Chefpathologe der Universität Hamburg.“ Von Uffen reichte Frederike die Hand. „Und Sie sind die Neue.“ Sein Händedruck war kalt und stark. „Guten Tag. Ja, Kriminalhauptkommissarin Frederike Hofer aus Frankfurt am Main und…“ „Ich weiß, ich weiß“, der alte Herr winkte ab. „Wissen Sie, es ist heute ein schwerer Gang für mich. Der Tote war ein langjähriger Freund von mir.“ „Das tut mir sehr leid. Das wusste ich nicht“, sagte Frederike und sah Wenning fragend an. Der zuckte mit den Schultern. „Werner und ich waren alte Segelkameraden. Wir überquerten sogar einmal zusammen den Atlantik - vor meinem Unfall.“ Der Rechtsmediziner klopfte sich mit dem Gehstock ans linke Bein. Es klang hohl. Vermutlich eine nicht mehr zeitgemäße Prothese, dachte Frederike. „Wann haben Sie Herrn Beckmann denn zuletzt gesehen?“, wollte sie nun wissen. „Das ist gefühlt hundert Jahre her.“ Der Alte lachte kurz und hustete dabei. „Jetzt sehe ich ihn mir aber erst mal an.“ In gebeugter Haltung machte er sich auf den Weg zum Leichnam. „Warum tut er sich das denn noch an?“, fragte Frederike. „Er ist der Beste“, erklärte Wenning knapp und lief dem Professor hinterher. Von der Kriminaltechnik und der Spurensicherung war alles akribisch dokumentiert worden. Sie sahen in jede Ecke, des vermeintlichen Tatorts, nahmen Abdrücke und tüteten die unterschiedlichsten Gegenstände in Plastikbeutel...



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