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Reisch Konzern-Treasury



Finanzmanagement in der Industrie

1. Auflage 2008, 457 Seiten, Gebunden, HC runder Rücken kaschiert, Format (B × H): 175 mm x 246 mm, Gewicht: 1346 g
ISBN: 978-3-486-58357-1
Verlag: De Gruyter


Reisch Konzern-Treasury

Das Finanzmanagement in der Industrie unterscheidet sich in etlichen Belangen grundlegend von dem der Banken. Vor allem in der Liquiditätsplanung und –steuerung, dem Bilanzabgleich und dem Devisenmanagement. Die Liquiditätsvorsorgemaßnahmen werden im Gegensatz zu Banken von dem realwirtschaftlichen Sektor eines Unternehmens bestimmt. Das Devisenmanagement, d.h. die Absicherung gegen Wechselkursrisiken, erfolgt nicht auf der Grundlag von Bilanzdaten, sondern vorwiegend auf Basis von Plan-Stromdaten, die bekanntlich nicht verbucht werden. Das vorliegende Buch ist praxisorientiert und beruht auf den Erfahrungen den Autors während seiner 17-jährigen Tätigkeit als Leiter der Konzern-Treasury des Volkswagen-Konzerns. Es folgt dem Ziel, den analytischen Ansatz, wie er an vielen Universitäten vermittelt wird, mit dem Finanzmanagement in der Praxis zu verbinden. Neben Grundsatzfragen und einer Einführung in die wichtigsten Finanzinstrumente wird eine Reihe von Case Studies behandelt. Das Buch richtet sich an Studierende, die kurz vor dem Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen, sowie an Praktiker in Unternehmen.

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;VORWORT;8
2;HINWEIS FÜR DEN LESER;8
3;DANK;9
4;ÜBER DEN AUTOR;10
5;Inhalt;12
6;I. KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN;16
7;II. LIQUIDITÄTSMANAGEMENT UND FINANZIERUNG;35
8;III. AKTIV/PASSIV BILANZABGLEICH;269
9;IV. DEVISENMANAGEMENT;301
10;V. ROHSTOFFSICHERUNGEN;391
11;VI. HANDELSFINANZIERUNG;400
12;VII. STEUER;405
13;VIII. ZUSAMMENFASSUNG;433
14;IX. SONDERTHEMEN;439
15;Anhang;474


Reisch, Rutbert D.
Dr. Rutbert Reisch wurde am 20. März 1941 in Wien geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Universität in Wien, wo er im Jahre 1970 im Bereich der Halbleiterphysik zum Dr. phil. promovierte.
Von 1971 bis 1974 absolvierte Reisch weitere Studiengänge an der Columbia University in New York. Folgende akdemische Grade wurden ihm während dieser Zeit verliehen.: Master of Arts (Nationalökonomie) 1972, Master of Business Administration (Betriebswirtschaft, Finanzmanagement) 1972, Master of Philosophy (Geldpolitik) 1974.
Seine berufliche Laufbahn begann Reisch bei der Federal Reserve Bank of New York im Jahre 1973. Bis 1978 war er dort für Internationale Volkswirtschaft und als Abteilungsleiter für "Internationale Wirtschaftsbeziehungen" zuständig. Bis 1981 war Reisch Abteilungsleiter für "Management Fremdwährungskonten" im Bereich "Deviseninterventionen".
Im Jahre 1981 wechselte Reisch zur Bayerischen Landesbank New York. Bis 1987 war dort als Exekutive Vice President und General Manager für die Bereiche Asset/Liability Management, Devisen- und Geldhandel, Portfolio Management, Produktentwicklung und Marketing, Bilanzpolitik, Finanz- und Betriebswirtschaft sowie Controlling verantwortlich.
Seit 1987 arbeitet Reisch für die VOLKSWAGEN AG in Wolfsburg. Als "Finanzdirektor, Konzern-Treasury" übernahm er die Verantwortung für folgende Bereiche: Liquiditätssteuerung, Devisenmanagement, Kapitalmarktaktivitäten, Steuerwesen, Finanzplanung, Finanzierungsstrategien, Anlagepolitik, Risiskomanagement, Zahlungsverkehr, Projekt- und Beteiligungsfinanzierungen, Handelsfinanzierungen sowie Investorenbeziehungen.
Im März 1994 wurde Reisch vom Aufsichtsrat zum Generalbevollmächtigten der Volkswagen AG berufen. Der umfangreiche Aufgabenbereich umfasst die zentrale Steuerung, Planung und Kontrolle sowie die Risikopolitik bzgl. sämtlicher Finanzströme des Volkswagen-Konzerns.
Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat Dr. Rutbert Reisch mit Wirkung vom 1. Januar 1995 zum "Chief Financial Officer" ernannt.
Die Wirtschaftsuniversität Wien ernannte Dr. Reisch im August 2003 zum Honorarprofessor für Betriebswirtschaftslehre.


" IV. DEVISENMANAGEMENT (S. 286-287)

IV. 1. EINLEITUNG

Die Devisenmärkte sind durch hohe Volatilität und unsichere Wechselkursverläufe gekennzeichnet. Schwankende Wechselkurse schlagen bei internationalen Waren- und Dienstleistungsströmen direkt durch auf die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) in der Heimatwährung (IV.3.1). Die Eingrenzung dieser Risiken gehört zu den vordringlichsten Aufgaben der Konzern- Treasury.

In diesem Abschnitt liegt das Augenmerk auf einem exportorientierten Unternehmen wie z.B. Volkswagen. Die folgenden Aussagen würden im Prinzip ebenso für ein importorientiertes Unternehmen gelten, aber unter umgekehrten Vorzeichen"". Ein schwacher $ z.B. belastet ein im -Raum ansässiges exportorientiertes Unternehmen, begünstigt aber ein importorientiertes Unternehmen. Der Begriff exportorientiertes Unternehmen bezieht sich auf den Saldo der Fremdwährungsströme, d.h. die Exporte (Fremdwährungserlöse, FW-Eingänge) übertreffen die Importe (Fremdwährungszahlungen, FW-Ausgänge). Das Unternehmen generiert also einen Fremdwährungsüberschuss, der bei Wechselkursänderungen zu einer Erhöhung oder Minderung des Gegenwerts in der Heimatwährung führt und damit die GuV verbessert oder belastet.

Wie bereits eingangs dargelegt (I.3: Fallbeispiel Devisendisposition""), werden hier ausschließlich kommerziell begründete Devisentransaktionen erörtert, d.h. Devisentransaktionen aufgrund von Waren- und Dienstleistungsströmen. Konkret: der Export in den $-Raum generiert einen $-Erlös, der in konvertiert wird, bzw. dessen Gegenwert in durch geeignete Maßnahmen gegen Währungsschwankungen abgesichert werden soll. Es werden aber keine $-Bestände erworben oder Terminkäufe getätigt nur in der Erwartung, dass der $ an Wert gewinnt. Mit anderen Worten: die Konzern-Treasury erfüllt eine Service-Funktion und agiert nicht als Profit-Center (I.3: Die Konzern-Treasury Profit- oder Service-Center?""). Ihr Geschäftsauftrag besteht in der Eingrenzung der kommerziell begründeten Devisenrisiken und nicht in der Erzielung von Gewinnen aus spekulativen, vom Grundgeschäft losgelösten Devisentransaktionen. Natürlich kann man auch eine andere Geschäftspolitik verfolgen und eine Konzern-Treasury durchaus als Profit-Center führen, wie dies einige Industriefirmen in der Tat tun. Man muss dann nur die daraus entstehenden zusätzlichen Risiken beachten und die dazugehörigen, wesentlich aufwändigeren Kontrollmechanismen etablieren (I.3).

IV.2. DIE DEVISENMÄRKTE

IV.2.1 MARKTDYNAMIK

Bevor die Eingrenzung der Währungsrisiken behandelt wird, werden die treibenden Faktoren in den Devisenmärkten beschrieben und die Frage adressiert, ob Wechselkursveränderungen wenigstens bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar sind. Währungen können im Devisenmarkt nur relativ zueinander bewertet werden. Die absolute Bewertung mit dem Maßstab der Inflationsrate von der Deflation einerseits bis hin zur Flucht aus Geld- in Sachwerte andererseits und handelsgewichtete effektive Wechselkurse sind nicht Gegenstand dieses Kapitels. Nur auf den realen Außenwert anhand der DM wird in IV.2.3 im Zusammenhang mit Bundesbankstudien kurz Bezug genommen.

Die Aussage, eine Währung sei stark"" oder schwach"" bezieht sich hier nur relativ auf eine andere Währung. Um mit einer trivialen Aussage zu beginnen: eine Währung ist stark"", wenn die Marktteilnehmer Vertrauen in sie haben, d.h. mehr Vertrauen als in eine andere Währung. Was begründet nun dieses Vertrauen? Was macht eine Währung attraktiver als eine andere?"


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