Reuel | Das Zwitschern im Walde | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: Die Rückkehr der Westfal-Chaoten

Reuel Das Zwitschern im Walde

Die Rückkehr der Westfal-Chaoten
2. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7407-2386-6
Verlag: TWENTYSIX EPIC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Rückkehr der Westfal-Chaoten

E-Book, Deutsch, Band 1, 336 Seiten

Reihe: Die Rückkehr der Westfal-Chaoten

ISBN: 978-3-7407-2386-6
Verlag: TWENTYSIX EPIC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Westfal, Ende des 19. Jahrhunderts. Seit seiner Rückkehr aus Trivess hatte Reginald Vonderlus nichts mehr von seinen Freunden, den Westfal-Chaoten, gehört oder gesehen. Mit der Bitte der Schwester des Zwergs Tolumirantos Luck nach ihnen zu suchen, macht der kleine Halbling sich auf den Weg. Was haben die Chaoten in dieser Zeit getrieben und wo soll Reggie nur mit seiner Suche anfangen? Der einzige Hinweis, den der Inspektor hat, ist die große Eiche auf einer Lichtung im Fallbörnwald. Genau dort beginnt sein neues Abenteuer und es bringt ihn zurück an einen bekannten Ort. Alleine ist er nicht, denn ein magischer Freund begleitet ihn.

Andreas Reuel wuchs in Kornelimünster auf, einem bekannten und idyllischen Örtchen, das zu Aachen gehört. Der zweifache Vater arbeitet als Mediengestalter. Er kämpfte begeistert als Larper beim Schwarzen Eis auf den Schlachtfeldern von Mythodea mit. In seiner Freizeit spielt er leidenschaftlich gerne Magic: the Gathering, etwas World of Warcraft und auch Pen&Paper. Seine größten Vorbilder sind J.R.R. Tolkien und Andrzej Sapkowski. Das Zwitschern im Walde ist der Beginn einer neuen Reihe und knüpft somit an die Chroniken der Westfal-Chaoten an.

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Prolog
Nordöstlicher Zwyndrinwald, Rhonisch, im Jahr 1888.
Es geschah an einem späten Winterabend, zwölf Tage vor Weihnachten. Leise rieselten die Schneeflocken aus den grauen, dicken Wolken über dem Nachthimmel herab, legten sich auf die knorrigen Äste der laublosen Bäume und die dunkelgrün benadelten Tannen und Fichten nieder. Langsam bildete sich eine dickere Schneedecke auf dem morastigen Boden des Zwyndrinwalds. Unter einer Eiche machte sich gerade ein Eichhörnchen daran, noch ein paar letzte Eicheln in seinen Backen zu verstauen, als es durch das Knacken im Stamm des breiten und großgewachsenen Baums aufhorchte und inne hielt. Neugierig reckte es schnüffelnd seine Nase vor und beäugte daraufhin die dunkle, rissige Borke aus sicherer Entfernung genauer. Doch ein merkwürdiger Geruch sowie das erneut knackende Geräusch schien ihm zu sagen, dass möglicherweise Gefahr drohte. Mit einem Satz sprang der Waldbewohner erschrocken davon. Als hätte es das Kleintier geahnt, erwachte der Baum in diesem Moment zum Leben. Seine Wurzeln begannen sich zu bewegen, drückten sich ächzend und knarrend aus dem Erdreich und hoben die alten Eiche einen Klafter weit schräg empor. Krachend und dröhnend. Im Stamm, kurz über dem Erdboden, formte sich aus dem Innern knarzend ein schwarzes Loch und plötzlich fiel die Eiche wieder in ihre Starre. Stille war eingekehrt. Der Wald schlief. Der Schnee rieselte weiter, als wäre nichts geschehen. Das Eichhörnchen hatte sich offenbar unweit versteckt und wagte sich nun aus purer Neugierde zögerlich aus seinem Versteck hervor. Vorsichtig näherte es sich immer nur ein paar Schrittchen. Seine dunklen Knopfaugen waren hellwach, mit hochgerecktem Näschen erkundete es den weiteren Weg, bis plötzlich ein dicker runder Kopf aus dem Loch im Stamm der Eiche herauskam. Mit ihm ein Oberkörper, ein Fuß, das Bein zum Fuß und auch das andere Bein mit Fuß. Das Eichhörnchen saß nur wenige Schritte entfernt und starrte die Person, die sich aus dem Loch geschält hatte, wie versteinert an. Es war wohl von dem sehr merkwürdigen Anblick so überwältigt, dass es sich nicht bewegen konnte. »Grüß dich«, sagte der Zwerg mit schwarzem Vollbart sanft und lächelte es an. »Kleiner Freund, kannst du mir vielleicht Auskunft geben, wo ich hier bin?«, erkundigte er sich mit der freundlichsten und lieblichsten Stimme, die er aufbringen konnte. Natürlich wusste er, dass ihm das Nagetier nicht wirklich antworten konnte. Aber er wollte es auch nicht einfach verschrecken. »Argh!«, seufzte jemand erleichtert, der dem Zwerg auf dem Fuße aus dem Loch gefolgt war. Prompt war das Eichhörnchen fort. Tolumirantos schlug seinem Kompagnon hart gegen die Schulter. »Man, sollen wir dich mit einem Spielmannszug ankündigen?«, sagte er enttäuscht. »Waaaaasss? Warum schlägst du mich, Tolu?«, jammerte der Betroffene, über dessen Augen zusammengewachsene Brauen saßen. »Monty, ich habe gerade mit einem Bewohner des Waldes gesprochen und gefragt, wo wir sind«, erklärte der Zwerg schauspielerisch verärgert. »Und genau dann kommst du und machst Radau für Zehn.« »Ich ...«, meinte Monty und reckte seine Nase vor. »Ich kann es riechen. Ein Eichhörnchen? Ernsthaft?«, warf er dem Zwerg einen närrischen Blick zu. »Ja«, entgegnete Tolu währenddessen er sich im näheren Umkreis der Eiche umschaute. »Du machst so einen Aufstand, wegen eines Eichhörnchens?«, zog ihn nun der Gestaltwandler auf. Denn Monty Michel Monobraue, ja, so lautete sein vollständiger Name, konnte sich bewusst in einen Streuner verwandeln. »Du weißt aber schon, dass die nicht sprechen können?« »Argh.« Der nächste Freund zwängte sich durch das kleine Loch im Stamm. Dieser hatte wahrlich Probleme damit, denn er war ein Hüne von Mann. »Hilf mir mal, Monty«, stöhnte der Kerl während des Versuchs, sich heraus zu zwängen. Dabei wirkte es eher, als wolle ihn der Baum wieder verschlingen. Sogleich eilte der Zwerg herbei und half Monty. Zusammen zogen sie ihren Freund heraus und endlich konnte Medjev sich wieder seiner vollen Größe entfalten. »Warum zofft ihr euch schon wieder?«, strich er sich seine Wollmütze auf den kahlen Kopf. Tolumirantos winkte nur wortlos ab und sah sich um. Unterdessen kam der Vierte und Letzte der kleinen Hanse aus dem Loch hervor. Tomagril, der blasse und vorlaute Elb. Diesmal halfen ihm die beiden M's, Monty und Medjev, heraus. »Aaaahh«, seufzte er und atmete tief die frische Luft ein. »Der Duft der Freiheit.« Gleich darauf begann sich das Portal zu einer anderen Dimension zu schließen. Unter verwunderten Blicken und lautem Knacken und Ächzen setzte sich die alte Eiche zurück in ihre Ursprungsposition. Einzig die aufgewühlte Erde zeugte davon, was mit dem Baum geschehen war. Eine bedrückende Stille kehrte ein. Ihr Atem stieg in weißen Dunstwolken durch die eisig verschneite Waldluft auf. Sie rieben sich die Kälte aus den Fingerspitzen und zogen ihre Schals und Mäntel enger. Zu dritt standen sie nun da und beobachteten erwartungsvoll ihren zwergischen Freund. »Zurück können wir jetzt wohl nicht mehr«, stellte Medjev niedergeschlagen fest. »Wollen wir das denn?, zweifelte Tolu rhetorisch an. »Es war unser Glück, dass Aris mir von dem Spruch auf der Karte erzählt hatte. Ansonsten würden wir noch immer darin festsitzen.« »Wo sind wir hier?«, wagte Monty zu fragen und beobachtete mit den anderen, wie Tolu unweit die Umgebung ablief und nach etwas Ausschau hielt. Plötzlich blieb der Zwerg wie angewurzelt stehen und schien zu lauschen. Die anderen Männer warfen sich fragende Blicke zu, denn sie sahen nichts Auffälliges, spitzten jedoch die Ohren. Genau in diesem Augenblick konnten auch sie es vernehmen. Es klang wie ein Lied, der Gesang eines Engelschor. Tolu winkte sie heran und sie folgten ihm auf dem Fuße durch den düsteren Wald. In der Ferne glomm allmählich ein seichtes Licht aus der Dunkelheit hervor. Offenbar war dort ein Lager, versteckt in einer Senke. Möglicherweise fahrendes Volk, welches sich dort schutzsuchend zu einem Biwak niedergelassen hatte und hier eine Art Messe abhielt. Während die vier Männer sich näher an das Geschehen heranpirschten, brach der Gesang abrupt ab und eine laute, männliche Stimme begann zu sprechen. Gleich war ihnen gewahr, dass die Unterbrechung mitten im Lied, nichts Gutes verhieß. Auf der anderen Seite der Senke duckten sich die vier Freunde erschrocken ab und krochen näher heran. Als sie von ihrer Anhöhe herüberspähten, konnte man auf der anderen Seite relativ gut eine Kompanie dunkelgekleideter Soldaten mit Fackeln und manche davon mit Hellebarden erkennen, die dort bereitstanden. Ein Mann stach aus alldem deutlich hervor. Er stand während seiner Ansprache ganz vorne in einem warmen, schwarzen Schafsfellmantel und gab sich als Anführer zu erkennen. Wenn er vor Schreck nicht schon erblichen wäre, dann überkam es Tolumirantos bei dem deutlich vernommen Begriff. Ekpyrosis! Dieses Wort schmeckte wie Galle, wenn man es aussprach. Angewidert verzog er seinen Mund. Sein Speichel schmeckte nach Blut, die Zunge brannte und es stach in seinen Ohren. Mit vor Entsetzen geweiteten Augen kroch Medjev näher zu ihm heran. »War es das, was Aris uns zeigen wollte?«, schlussfolgerte er aus dem Geschehen. Mitten in einer kurzen Pause zweier Strophen räusperte sich jemand laut. »Guten Abend, guten Abend. Alle mal hergehört!«, sagte eine kräftige, männliche Stimme und applaudierte. »Schön, wirklich schön gesungen. Es stimmt mich untröstlich, dass ich hier und jetzt diese warmherzige Zusammenkunft unterbrechen muss.« Ein Mann in schwerem, schwarzen Mantel gehüllt, mit dunklen, kurzgeschorenen Stoppeln auf seinem Kopf und einem Schnauzbart unter seiner Hakennase trat über den Rand der Senke mitten im Wald und blickte mit blitzenden Augen auf das Lager herab. Die um die Feuerstelle Versammelten sahen alle ehrfürchtig hinauf. Ein weiterer Mann trat mit einer Laterne heran und leuchtete dem Kundgeber. Langsam holte dieser eine Schriftrolle unter seinem Mantel hervor. Er rollte sie auseinander und verlas mit kehlender Stimme die Ankündigung. »Hiermit tue ich, Rainald Roykoff, erster Neo-Inquisitor, im Namen der Ekpyrosis und laut Gebot des Kaisers von Rhonisch kund, dass niemandem gestattet ist, in den Wäldern seiner Lande eine Versammlung abzuhalten, welche eine Größe von zehn Personen überschreitet. Aus diesem Grunde ist die kaiserliche Armee dazu verpflichtet, hier Ordnung zu schaffen. Ich wurde erhört.« Gemächlich und mit einem hämischen Grinsen rollte er sein Schriftstück zusammen, während ein nervöses Raunen durch die Versammelten ging. Dann wandte er sich nach hinten um und rief scharf: »Räumt hier auf. Vetreibt sie alle, alle...



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