E-Book, Deutsch, 176 Seiten
Reuel High Being
3. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7407-4238-6
Verlag: TWENTYSIX LOVE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
E-Book, Deutsch, 176 Seiten
ISBN: 978-3-7407-4238-6
Verlag: TWENTYSIX LOVE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Alex ist 32 Jahre alt und wird unvorhergesehen von seiner Freundin verlassen. In den kommenden Tagen verarbeitet er die Phasen einer Trennung und wagt einen Neuanfang. Auf Drängen seiner langjährigen und besten Freundin Tina lässt Alex sich darauf ein, mit ihr an einem Freitagabend zu einem besonderen Club zu fahren. Sind sie erst einmal drin, entpuppt sich die Sause als ein Albtraum. Beide sehen sich plötzlich Dämonen gegenüber und finden sich auf ihrer Flucht in einer sonderbaren Welt wieder. Alles gerät aus den Bahnen, bis Alex plötzlich im Krankenhaus aufwacht und Tina verschwunden ist. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet etwas Erschreckendes heraus.
Der nicht gebürtige Aachener ist Verfasser des großen Fantasy-Epos zu den Westfal-Chaoten sowie dem Halbling und Inspektor Reginald Vonderlus. Mit dieser Geschichte wagte er sich das erste Mal auf ein unbekannteres Terrain. Dennoch bediente er sich an Fantasyelementen und verknüpfte sie mit den Genren Romance und Horror. Mit pfiffigen Wortspielen, wie man bereits aus dem Titel entnehmen kann, ließ er hierbei seiner Kreativität freien Lauf.
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2 SOLARSTORM
Dieser Tag war einer der schwersten in seinem bisherigen Leben. Er zog sich unnötig in die Länge und Alex' Konzentration war auf dem niedrigsten Kurs ever. Die eine wichtige E-mail konnte er wenigstens beantworten. Nach Feierabend kam Alex zuhause rein und stellte sofort fest, dass die Wohnung anders war, als er sie noch am Morgen verlassen hatte. Maike war fort. Mitsamt all ihren Sachen. Einfach wie ausradiert aus seinem Leben verschwunden. Einen Zettel mit dem Haustürschlüssel fand er gleich auf dem Schuhschrank neben der Garderobe. »Ich bin dann mal weg. Tschüss und alles Gute«, stand dort handschriftlich geschrieben. W-T-F, ging es ihm immer wieder durch den Kopf, während er einfach nur im Lichtschein des Flurlampenduos MELODI und SOLHETTA da stand und fassungslos auf den steingemusterten Linoleumboden starrte. So schnell konnte es gehen. Von jetzt an war er wohl alleine. Wie von einer Tarantel gebissen huschte Alex auf einmal blitzschnell durch die Wohnung und warf einen Blick in jedes Zimmer. Türe auf, Licht an. Nur, um sich dessen wirklich zu vergewissern. Tatsächlich. Das Bett war abgebaut, der Badezimmerschrank fehlte, die Esstischleuchte in der Küche war fort und auch der Wohnzimmertisch. Wenigstens hatte sie ihm die olle Küche gelassen, der Maike von Anfang an nie etwas abgewinnen konnte, als sie vor zwei Jahren zusammen hier eingezogen waren. Tieftraurig setzte sich Alex auf das mintgrüne Stoffsofa nieder. Sein Traum war immer eines aus Leder gewesen. Hellbraun und klassisch schlicht, wie aus den Designerkatalogen. Obwohl ihm auch die preisgünstigere Variante des schwedischen Möbelherstellers sehr zusagte. Es wäre nicht schlimm gewesen, wenn Maike dieses Exemplar auch noch mitgenommen hätte. Aber worauf sollte er dann schlafen? Nein, er war doch dankbar darüber, dass Minzy noch zur Verfügung stand. Weil seine Gedanken unentwegt um Maike und die Frage des Warums kreisten, schaltete er den Fernseher ein, um sich abzulenken. Auf ERTEL liefen gerade die News. Er hasste den Sender. Aber Maike schaute dort immer diese Soaps. Ihr wisst schon, Über euch oder Gute Leiche, schlechte Leiche. Zur Primetime dann diese Shows, wo sich Z-Promis im Dschungel zum Affen machten oder Leute vorsangen und raus- oder weitergequählt wurden. Ihr versteht schon. Doch gerade jetzt erregte Alex' Aufmerksamkeit eine absonderliche Meldung in den sensationserheiterten Nachrichten. Man berichtete irgendetwas über einen Sonnensturm, der allmählich die Erde erreichte. Um das Ganze noch zu untermalen, zuckten plötzlich die Pixel auf dem Flatscreen. Nur kurz, aber es reichte, um ihn verdutzt und geflasht zurückzulassen. Was passierte jetzt in der Welt? Waren interkontinentale Blackouts die Folge? Konnte es sein, dass Maike einfach die Strahlung vom herannahenden Sonnensturm nicht verkraftete und sie dadurch dumme Dinge anstellte? Gleich mal Dr. Google fragen, was es mit Sonnenstürme auf sich hatte. Alex lechzte praktisch nach Ablenkung und nach Wissensdurst über die scheinbare Bedrohung. Laut Wikipedia hieß es, als magnetischen Sturm oder Sonnensturm bezeichne man eine Störung der Magnetosphäre der Erde. »Die Störung«, stand dort geschrieben, »wird ausgelöst von Schockwellenfronten des Sonnenwinds, die durch Sonneneruptionen oder koronale Massenauswürfe (KMA) entstehen und etwa 24 bis 36 Stunden benötigen, um die Erde zu erreichen. Sie dauert etwa 24 bis 48 Stunden an, in Einzelfällen mehrere Tage – in Abhängigkeit von der Störungsursache auf der Sonne. Das Auftreffen der Schockfront, bestehend aus elektrisch geladenen Teilchen, auf die Magnetosphäre führt zu einer Abschwächung des Erdmagnetfelds, das nach etwa zwölf Stunden sein Minimum erreicht.« Es gebe wohl drei Phasen, die Alex einfach mal überging, da er schließlich nur etwas über die Auswirkungen wissen wollte. »Magnetische Stürme können vielfältige Auswirkungen haben, wobei die bekanntesten das Auftreten von Polarlichtern in gemäßigten Zonen wie zum Beispiel Mitteleuropa sind. In elektrischen Stromnetzen können die ausgelösten geomagnetisch induzierten Ströme zu unmittelbaren Schäden an Leistungstransformatoren führen.« Also im schlimmsten Falle konnte es zu einem großen Stromausfall kommen. Darauf las Alex quer und fand auch die Bestätigung für seine Empfangsstörung. Aber schlimmer, so schloss er, würde es nicht werden. Erschöpft legte er sein Smartphone bei Seite und griff nach der Fernbedienung, zappte herum und blieb schließlich bei einer alten Folge Supernatural hängen. Irgendwann schlief er ein. Am nächsten Morgen erst wachte er durch seinen Wecker im Handy auf. Mit steifem Rücken und pochendem Schädel richtete er sich langsam vom Sofa auf. Der Fernseher muss wohl nach Stunden von selbst ausgegangen sein. »Als hätte ich gestern Abend gesoffen«, ächzte Alex verschlafen und rieb sich sein Gesicht mit beiden Händen. Draußen war es düster grau. Vermutlich würde es den ganzen Tag nicht heller werden, als es jetzt gerade war. Er blickte in den dunklen Flur. An normalen Tagen wäre Maike jetzt längst im Bad gewesen. Aber heute brannte dort kein Licht und es lief auch kein Fön, wenn sie sich die Haare trocknete. Kein Gefluche, wenn mal wieder ihr Lidstrich nicht ganz so schön wurde, wie sie es sich wünschte. Alex sehnte sich danach, sie noch ein einziges Mal in den Arm zu nehmen, ihre Parfum zu riechen und von ihr geküsst zu werden. Doch er war jetzt alleine. Stöhnend wie ein Bergtroll erhob er sich und begab sich ins Bad. Zeitig fuhr er los und traf auch ohne lästige Hindernisse an der Arbeit ein. Obwohl das Loch in seinem Herzen unergründlich tief war, würde es ein angenehmer, aber auch arbeitsreicher Tag werden. Ablenkung war genau das, was Alex nun brauchte. Nach Feierabend ging es direkt zum Sport. Auf dem Weg dorthin drehte er im Auto die Musik laut auf und grölte mit, wo er konnte. Absolute Ablenkung war der Schlüssel. Bloß nicht auf negative Gedanken kommen. Never ever in den Sog der Trauer hineinziehen lassen, das war sein Motto. Und genau dann, spielten sie im Radio das passende Lied, dass ihn mit der Lichtgeschwindigkeit des Millenium Falkens in das tiefe, schwarze, voll Trauer und Selbstzweifel gefüllte Loch hineinbeförderte. Adele mit Someone Like You. Der dicke Kloß in seinem Hals drückte wohl auf die Tränendrüsen. Dass das anatomisch nicht möglich war, interessierte Alex nicht. Schnell holte er Luft und wischte abwechselnd mit den Handrücken die Augen trocken. Er durfte das Lenkrad ja nicht los lassen. Oder vielleicht doch? Es folgte die Stauansage. Unfall auf der A44. In seinem Kopf keimte die schwachsinnige Idee einfach mit dem Polo gegen eine Mauer zu fahren. Jedes Mal, wenn er ein passendes Exemplar entdeckte, war er schon daran vorbeigerauscht. Wer würde ihm nachtrauern, wenn er bei einem Unfall starb? Würde Maike zu seiner Beerdigung kommen? Sicherlich nicht, wenn sie ihn einfach so zurückgelassen hatte. Sogleich überkam ihn ein Schamgefühl. Er wusste, dass es nicht die Lösung seiner Probleme war. Seine Eltern und Geschwister würden trauern, sowie auch seine Freunde. Du Idiot, schimpfte er sich. Nein, das brachte sein jetziges Leben auch nicht in Ordnung. Er drehte die Musik lauter. Unversehrt kam Alex mit seinem Polo am Fitnessstudio an. In der Umkleide waren außer ihm noch zwei weitere Männer. Sie waren in seinem Alter, schätzte er beiläufig, während er sich still umzog und ungewollt ihrem Dialog lauschte. Der eine berichtete seinem Freund, dass seine Neue gerade erst ihren Ex verlassen hatte. Sofort sprangen darauf Alex' Alarmglocken an. Sein Herz begann augenblicklich schneller zu schlagen. Sprach der Kerl etwa von seiner Maike? War er ihr neuer Lover? Das durfte nicht sein, das konnte sie ihm doch nicht antun. Im Ankleiden hielt er inne, setzte sich auf die Bank nieder und stützte die Ellbogen auf seine Knie. Seine Hände zitterten bereits. »Ist dir das egal, wenn sie gestern noch mit ihrem Ex zusammenlebte?«, gab der andere zu bedenken. »Ach«, machte der Lover. »Da lief wohl schon länger nichts mehr.« Äffchenprinzip, schoss es Alex wütend in den Sinn. Erst den alten Ast loslassen, wenn man den neuen feste im Griff hat. Komm schon, brütete er, verrate mir schon ihrem Namen. Gib mir einen Grund zu platzen. Alex erhob sich und zog sein Sportshirt über, verpackte seine Klamotten in der Sporttasche und räumte sie in einen der oberen Spinte. Er sah sich schon, wie er herüber ging und dem Kerl voll eine auf die Zwölf gab, malte sich gedanklich genau aus, wo er hinschlagen musste, sodass der Kerl gleich bewusstlos zu Boden ging, ohne sich zu wehren. Sein Kumpel würde prompt auch eins vors Fressbrett kriegen, ehe der reagieren konnte. Erst mit dem Ellbogen und dann ... In seiner Vorstellung. Momentan hielt Alex nur die Türe fest, als hindere sie ihn daran, eine...




