E-Book, Deutsch, Band 4, 436 Seiten
Reihe: Crushed-Reihe
Rose Crushed - Verborgene Berührung
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7363-0655-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 4, 436 Seiten
Reihe: Crushed-Reihe
ISBN: 978-3-7363-0655-4
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Düster, berührend, überwältigend!
Elf Jahre ist es her, dass Savannah Grady Kite Kane das letzte Mal gesehen hatte. Damals in der High-School hielt man sich besser fern von Kite. Er war Furcht einflößend, aggressiv, ein Kämpfer. Und er tat alles, damit ihm niemand zu nahe kam. Savvy ging ihm aus dem Weg, mied seinen durchdringenden Blick. Bis auf einen einzigen Moment, einen einzigen Kuss, der ihr den Atem raubte und sie in die Hölle blicken ließ. Denn Kite schwor ihr, wenn sie ihn noch einmal berührte, würde er sie niemals wieder gehen lassen. Doch das ist lange her und auf der Suche nach einem Job ist Savvy sich sicher, dass Kite, der weltberühmte Rockstar, sie längst vergessen hat. Bis sie merkt, dass es zu spät ist und er sich an sie erinnert ...
'Ihr bisher bestes Buch!' JERI'S BOOK ATTIC
Band 4 der Crushed-Reihe von New-York-Times- und USA-Today-Bestseller-Autorin Nashoda Rose
New-York-Times- und USA-Today-Bestseller-Autorin Nashoda Rose schreibt zeitgenössische Liebesromane, die einen dunkle Abgründe betreten lassen und absolut unter die Haut gehen. Wenn sie gerade keine Romane schreibt, findet man sie auf ausgedehnten Spaziergängen mit ihrem Hund oder bei ihren vielen Pferden. Weitere Informationen unter: http://nashodarose.com
Weitere Infos & Material
Prolog
Toronto
Savvy
Eine Faust krachte neben meinem Kopf gegen die Metalltür des Schließfachs, und mein Mathebuch rutschte mir aus der Hand und fiel mit einem lauten Knall zu Boden.
Ich schnappte nach Luft und erstarrte.
Die Faust gehörte Killian Kane.
Dem Killian Kane.
Den Gerüchten nach war er schon etliche Male wegen seiner Raufereien vom Unterricht suspendiert worden, und man hatte ihn nur deshalb nicht rausgeschmissen, weil sein Vater der Schule eine Menge Geld spendete.
Und ja, ich hatte Angst vor ihm. Es wäre dumm gewesen, keine zu haben.
Zum Glück galt die Faust, die eine Delle in den Spind geschlagen hatte, nicht mir; sie galt Josh Clery – dem Jungen, der blöderweise das Schließfach neben meinem hatte.
»Ki… te«, stotterte Josh und drehte sich um, sein Gesicht bleich, die Hände halb erhoben.
Kite war Killians Spitzname. Und im ersten Moment dachte man dabei an einen wunderschönen Drachen, der auf einem sanften Wind durch die Luft flog.
Das war aber nicht der Ursprung seines Spitznamens. Weit gefehlt.
Denn das Wort »Kite« bedeutete in gewissen Kreisen so etwas wie »auf andere Jagd machen«. Und diesem Spitznamen wurde Killian gerecht. Obwohl man zu seiner Verteidigung sagen musste, dass er es irgendwie auf faire Art tat.
Er schlug sich mit den älteren Kids, die die jüngeren schikanierten. Er sorgte dafür, dass niemandem mehr die Unterhose brutal hochgerissen wurde, nachdem man einmal einen Jungen im Umkleideraum gefunden hatte, den jemand an seiner Unterhose an einen Wandhaken gehängt hatte.
Wenn Killian von solchem Mist hörte, kümmerte er sich darum.
Oft bedeutete das, sich mit Leuten anzulegen, die älter und größer waren als er.
Er hatte keine Angst, und irgendwie hatte ich Ehrfurcht vor ihm, weil nichts ihn von seinen Zielen abbrachte.
Unerschütterlich.
Unbeugsam.
Meine Vorstellung von einem griechischen Gott deckte sich so ziemlich mit meinem Bild von Killian. Einer der Götter, der leicht reizbar war, der wusste, wie viel Macht er besaß und der diese Macht auch einsetzte.
Er sah gut aus, aber das war es nicht, was ihn attraktiv machte. Es war die Art, wie er einen mit seinen ruhigen, grünen Augen zu sich hinzog, als wäre man eine Marionette an einer Schnur.
Ich hatte noch nie mit ihm gesprochen, und er hatte noch nie ein Wort zu mir gesagt, was gut war, denn niemand wollte, dass Killian Kane einen auf dem Radar hatte.
Obwohl ich bei einigen Gelegenheiten, wenn ich ihn in den Fluren gesehen hatte, hätte schwören können, dass er mich beobachtete. Wenn unsere Blicke sich kurz trafen, schaute er immer weg, während ich den Kopf senkte und so schnell davonging, wie ich nur konnte. Bei diesen Gelegenheiten raste mein Herz, und meine Beine zitterten.
Er machte das mit mir; er raubte mir den Atem, und das war nicht gut.
Killian war angeblich vor einigen Jahren aus Irland hierhergezogen, aber ich war auf eine andere Grundschule gegangen als er. Außerdem war er ein Jahr über mir, daher hatten wir, obwohl wir jetzt in die gleiche Highschool gingen, keine Kurse zusammen. Und ich war froh darüber, denn ich hätte mich in seiner Nähe niemals konzentrieren können.
Das erste Mal in Aktion hatte ich Killian in der Cafeteria erlebt.
Er war mit einigen Jungs aus der Schule in einer Rockband gewesen – bis zu »der Schlägerei«. Als Killian an dem Tag die Cafeteria betreten hatte, war die Luft dort sofort geladen gewesen. Ich hatte das leise Getuschel und das Gerücht gehört, dass Killian sich mit der Freundin des Leadsängers eingelassen habe. Ich hielt das für Blödsinn, weil man Killian nie mit irgendwelchen Mädchen sah.
Seine Bandkameraden standen auf, als er näher kam, und ich hatte Angst um ihn, weil sie zu dritt waren und er allein. Ich hoffte, dass er sich umdrehen und gehen würde. Aber das hätte Killian niemals getan, und er hat es tatsächlich nicht getan. Er ging einfach an ihnen vorbei und holte sich sein Essen.
Der Streit war ausgebrochen, als er sein Tablett mit dem Mittagessen in der Hand hielt.
Der Leadsänger stellte sich ihm in den Weg und kippte Killians Tablett auf den Boden.
Killian blieb vollkommen ruhig. Aber das war der Punkt, an dem er seinem Spitznamen gerecht wurde.
Denn er bückte sich, hob sein Tablett und sein jetzt ruiniertes Mittagessen auf und warf es in den Müll. Anschließend schritt er zu dem Sänger zurück.
Das Raubtier näherte sich seiner Beute. Und daran gab es keinen Zweifel. Für ihn waren sie Beute.
Ich hatte die Cafeteria noch nie so still erlebt. Die einzigen Geräusche waren Killians Schritte und das Gekicher seiner ehemaligen Bandkameraden. Sie waren entweder wirklich mutig oder total bescheuert, wenn man Killians Ruf bedachte. Vielleicht glaubten sie, dass er ihnen nichts tun würde, weil sie sich auf dem Schulgelände befanden.
Er tat etwas.
Ich habe keine Ahnung, wie Killian es angestellt hat, weil es so schnell ging, aber mit einer einzigen Bewegung hat er den Leadsänger auf den Boden geworfen. Binnen Sekunden hat der Junge um Gnade gefleht. Ich konnte nicht genau erkennen, was Killian mit ihm machte, aber er tat es ruhig und beherrscht und ohne jedes Aufflackern von Furcht.
Ein neuer Junge, Sculpt, den ich nur dem Namen nach kannte, war von seinem Tisch aufgestanden und zu Killian gegangen. Ich nahm an, um ihn zu unterstützen, falls die anderen Mitglieder der Band sich in den Kampf einmischten.
Sie taten es nicht, wahrscheinlich weil Sculpt noch Furcht einflößender war als Killian. Sculpts tätowierte, massigen Arme und seine dunklen, fast schwarzen, eindringlichen Augen waren ziemlich einschüchternd.
Seit diesem Kampf waren Killian und Sculpt so was wie Freunde, und ich hatte gehört, dass sie mit zwei Jungen aus einer anderen Schule ihre eigene Band gegründet hätten.
Und jetzt stand ich wie angewurzelt neben meinem Schließfach, eine Armeslänge von Killian Kane entfernt. Ich hatte Angst, mich zu bewegen, zu atmen oder sonst etwas zu tun, damit er ja nicht auf mich aufmerksam wurde.
Mein Mathebuch lag vor meinen Füßen, ich hatte meine Schultasche aus Segeltuch umhängen, und Killian war mir so nah, dass seine breite Schulter meine streifte, als er Josh am T-Shirt packte und ihn gegen den Spind krachen ließ.
Mein Herz tat einen Satz, als ich den lauten Knall hörte, mit dem Joshs Rückgrat gegen das Metall prallte.
»Ich hatte dich verdammt noch mal gewarnt«, knurrte Killian.
Und es war wirklich ein Knurren oder vielleicht ein Fauchen, denn er stieß es mit zusammengebissenen Zähnen hervor. Er lehnte sich so dicht vor, dass Josh nirgendwohin konnte, gefangen zwischen einem zornigen Killian und seinem Schließfach.
»Ich hatte dich gewarnt, was passieren würde, wenn er an meine Schule kommt und diesen Shit vertickt.«
Diesen Shit vertickt bezog sich auf Drogen. Joshs älterer Bruder war ein umtriebiger Dealer, und jeder, der Drogen wollte, wandte sich an ihn.
Josh verkaufte sie ebenfalls, aber nicht die harten Sachen, und keiner der Brüder hatte an unserer Schule gedealt – bis vor Kurzem.
Killian hatte ein paar Typen ins Krankenhaus befördert, nachdem sie versucht hatten, auf dem Schulgelände Drogen zu verkaufen. Ein Junge hatte eine gebrochene Nase und einen gebrochenen Arm davongetragen. Der andere hatte angebrochene Rippen und drei Schneidezähne verloren.
Keiner der beiden hatte zugegeben, dass es Killian gewesen war, aber alle wussten es. Vor allem, da Killian am Tag nach dem Zwischenfall einen Verband über dem rechten Auge trug und seine Knöchel grün und blau und aufgeplatzt waren.
Als ein Lehrer ihn ins Krankenzimmer schicken wollte, hatte Killian ihm gesagt, er solle sich »um seine eigenen beschissenen Angelegenheiten kümmern«. Das wusste ich von Mars, meiner besten Freundin, deren Bruder Aiden in Killians Klasse war.
Diese Antwort hatte Killian natürlich einen Besuch im Büro des Direktors eingetragen. Niemand wusste, was dort geschehen war, aber seitdem musste er ständig nachsitzen.
»Ich … ich weiß. Ich hatte es ihm gesagt, aber« – Josh tat mir irgendwie leid, weil er aussah, als würde er sich gleich in die Hose machen – »… er meinte, es sei nicht deine Schule«, stammelte Josh. »Ich schwöre es. Ich habe ihm gesagt, er soll es lassen.«
Es war tatsächlich nicht Killians Schule, aber man befolgte trotzdem seine Regeln, und eine seiner Regeln lautete: keine Drogen.
Killian richtete sich auf, ließ aber Joshs Hemd nicht los.
»Wo ist er jetzt?«
»Er ist verschwunden, als er, ähm … gehört hat, dass du nach ihm suchst.«
Josh sah flüchtig in meine Richtung, und ich lächelte schwach. Es war mein kleiner Akt der Güte, denn obwohl ich kein Fan von Josh war, da er und sein Bruder Drogen dealten, tat er mir leid, weil Killian ihn auf dem Kieker hatte.
Man wollte nicht auf Killians Radar sein. Und das war genau der Grund, warum ich nicht weggelaufen war, sondern still und reglos dastand und kaum atmete. Das Kaninchen im Bau wartete, bis die Luft rein war und es schnell abhauen konnte.
Außerdem hatte ich am nächsten Tag einen Mathetest, für den ich lernen musste, daher würde ich nicht ohne meine Bücher weggehen.
»Sag ihm, er soll mich am Fluss treffen«, verlangte Killian. »Fünf Uhr. Wenn er nicht auftaucht, kriege ich...




