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E-Book, Deutsch, 327 Seiten

Rosenberg Der Selbstheilungsnerv

So bringt der Vagus-Nerv Psyche und Körper ins Gleichgewicht - Mit 8 einfachen Übungen. Hilft bei Migräne, Verdauungsbeschwerden, Tinnitus, Ängsten und Depressionen.
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-95484-393-0
Verlag: VAK
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

So bringt der Vagus-Nerv Psyche und Körper ins Gleichgewicht - Mit 8 einfachen Übungen. Hilft bei Migräne, Verdauungsbeschwerden, Tinnitus, Ängsten und Depressionen.

E-Book, Deutsch, 327 Seiten

ISBN: 978-3-95484-393-0
Verlag: VAK
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



'In der Ruhe liegt die Kraft' - diese scheinbar banale Redensart kommt aus der Erkenntnis, dass Ruhelosigkeit und Stress den Menschen lähmen und viele körperliche und seelische Beschwerden verursachen, etwa Migräne, Verdauungsbeschwerden, Herz-Rhythmus-Störungen oder Ängste und Depressionen. Anspannung und Stress werden durch einen Teil des vegetativen Nervensystems gesteuert, der Sympathikus genannt wird. Damit wir uns erholen können, muss also der Gegenspieler aktiviert werden: Der Parasympathikus sorgt für Entspannung, Regeneration und 'Auftanken'. Im parasympathischen Nervensystem ist vor allem der vordere Ast des Vagusnervs gefragt - der sogenannte ventrale Vagusnerv -, der Signale besonders schnell weiterleiten kann und daher eine maßgebliche Rolle spielt für unser soziales Kommunikationssystem, für die Zugewandtheit hin zu anderen Menschen und für das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Nicht selten kommt es heutzutage aufgrund von anhaltendem Stress und chronischer Überforderung jedoch zu einer Blockierung dieser heimlichen Schaltzentrale im menschlichen Nervensystem. Ist die Funktion des ventralen Vagusnervs gestört, kann sich auch der Körper nicht mehr erholen, er bleibt gefangen in der Überreizung und zahlreiche Krankheiten sind die Folge. Stanley Rosenberg hat in seiner mehr als 30-jährigen Erfahrung als Körpertherapeut erkannt, dass der Vagusnerv die Hauptrolle für unsere körperliche und seelische Gesundheit spielt. Er erklärt die Zusammenhänge im Körper und die essenzielle Bedeutung des Vagusnervs für unsere Gesundheit und stellt acht Übungen vor, um den Vagusnerv zu aktivieren und Blockaden zu lösen. Auch eine Verbindung zwischen einer gestörten Vagusfunktion und autismusbedingtem Verhalten scheint sich abzuzeichnen; hier eröffnet der Autor neue Möglichkeiten für die Autismus-Therapie. Diese praktische umsetzbare Anleitung zeigt Betroffenen, Ärzten, Psychologen, Körpertherapeuten und Angehörigen, wie sich die Funktion des Vagusnervs maximieren lässt. So finden Körper und Seele in einen Zustand von Sicherheit zurück, in dem die Selbstheilungskräfte, die in jedem Menschen angelegt sind, von ganz alleine wieder ihre Wirkung entfalten.

Stanley Rosenberg arbeitet seit mehr als 40 Jahren mit verschiedenen Methoden aus dem Bereich der Körpertherapien, u.a. Rolfing, Craniosacral-Therapie, Osteopathie. Die Polyvagal-Theorie des amerikanischen Wissenschaftlers Stephen Porges, die den Zusammenhang zwischen der Entwicklung des autonomen Nervensystems bei Wirbeltieren und der Entstehung sozialen Verhaltens beschreibt, bildet die Grundlage für sein Buch über den Vagus-Nerv. Stanley Rosenberg lebt und arbeitet in Dänemark.
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Ein Wort zu Beginn


Mein Name ist Stanley Rosenberg, ich bin Körpertherapeut, geboren und aufgewachsen in den USA und lebe in Dänemark. In diesem Buch stelle ich ein neues, auf meinen Erfahrungen als Körpertherapeut beruhendes Behandlungskonzept vor, das im Rahmen eines vollkommen neuen Verständnisses von der Funktion des autonomen Nervensystems wirkt – der von Dr. Stephen Porges entwickelten Polyvagal-Theorie.

Das autonome Nervensystem steuert nicht nur die Arbeit unserer inneren Organe (Magen, Lunge, Herz, Leber usw.), sondern ist eng mit unserem emotionalen Zustand verbunden, der unser Verhalten direkt beeinflusst. Somit ist die ordnungsgemäße Funktion unseres autonomen Nervensystems für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht von zentraler Bedeutung. Dr. Porges‘ polyvagales Bezugssystem ermöglichte es mir, bei so breit gefächerten gesundheitlichen Problemen wie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), Migräne und Autismus – um nur einige wenige zu nennen – positive Resultate zu erzielen.

Seit mehr als 45 Jahren arbeite ich mit verschiedenen Formen der Körpertherapie. Diese Laufbahn hatte so überhaupt nichts mit dem Swarthmore College zu tun, das ich 1962 in den Hauptfächern englische Literatur, Philosophie und Geschichte, inklusive eines extracurricularen Studienangebots, abschloss. Wenn ich an Ehemaligen-Treffen teilnehme, stelle ich fest, dass die meisten meiner Freunde Professoren, Ärzte, Anwälte, Psychologen und andere Spezialisten geworden sind. Ich bin der einzige Körpertherapeut unter den 250 Studenten meines Jahrgangs.

Hinter den Kulissen: Die Philosophie der Darstellung


Während meiner Zeit in Swarthmore weckte das Theater, insbesondere das japanische Theater, mein Interesse. So kam ich zu einem Graduiertenprogramm im Fach Theater an der Universität von Hawaii, wo wir Stücke aus Japan, China, Indien und Thailand inszenierten. Nach zwei Jahren kehrte ich den Sandstränden von Honolulu den Rücken und zog zusammen mit anderen jungen Hoffnungsträgern des Theaters in die überlaufenen, schmutzigen, lärmenden Straßen der Lower East Side von Manhattan.

Zeitweise half ich Ellen Stewart, der Produzentin von La MaMa, einer beliebten Off-off-Broadway-Produktion, also einer, die in New York in kleinen Theatern mit weniger als 100 Plätzen aufgeführt werden, wo aufstrebende Schauspieler und Regisseure Stücke von hoffnungsvollen, bislang jedoch unentdeckten Theaterautoren auf die Bühne bringen. Ich weiß nicht, ob es mein Schicksal oder einfach Glück oder meine Nase für gute Leute war, mit denen man arbeiten konnte, es war jedenfalls ein Segen, dass Ellen mich unter ihre Fittiche nahm. Nachdem wir mit einer kleinen Theatergruppe durch Europa getourt waren, bestand Ellen darauf, dass ich mir das Odin-Theater ansah, eine kleine experimentelle Bühne in Dänemark.

Auf ihre Empfehlung wurde ich der Assistent von Eugenio Barba, dem Intendanten des Theaters. Er wollte, dass die Schauspieler bei ihren Auftritten bis ins Detail etwas Neues schufen. Einmal probten Barba und seine Schauspieler zwei Tage lang eine kleine Szene – sie probierten verschiedene Inszenierungen, ausdrucksstarke Körperbewegungen und ungewöhnliche stimmliche Ausdrucksmuster aus –, die nur 90 Sekunden dauerte, als sie schließlich fertig war und in das Stück eingegliedert wurde.

Barba hatte eine dreijährige Schulung als Regieassistent an einem polnischen Theater unter der Leitung von Jerzy Grotowski durchlaufen, der zur damaligen Zeit in dem Ruf stand, einige der spannendsten Theaterinszenierungen der Welt auf die Bühne zu bringen. Grotowski war sowohl ein innovationsfreudiger Intendant, als auch ein Anhänger der Theorien über die Verbindungen zwischen mentalen, physischen und psychischen Prozessen. Seine Schauspieler loteten die physischen und psychischen Aspekte extremer Augenblicke im Leben ihrer Figuren aus. Sie begaben sich in eine Welt auf halbem Weg zwischen Realität und Fantasie und erschlossen traumartige, durch traumatische Erfahrungen beschworene Zustände.

Nach drei Jahren als Grotowskis Assistent verbrachte Barba auch ein Jahr in Indien und studierte das klassische Kathakali-Tanztheater, eine expressive Form des indischen Tanzes oder Tanzdramas, das mit außergewöhnlichen Formen eines stilisierten Ausdrucks arbeitete, in die Kostüme, Schminke und häufiger Einsatz von Pantomime einbezogen wurden. Um den hohen Grad an Beweglichkeit und Muskelbeherrschung zu erzielen, unterziehen sich Kathakali-Tänzer einem anstrengenden Trainingsprogramm. Damit sie diesen Herausforderungen gerecht werden und die nötige Beweglichkeit erreichen können, erhalten sie immer wieder Körpermassagen.

Alle diese Erfahrungen übten ihren Einfluss auf Barba aus und schlugen sich im Odin-Theater nieder; die Schauspielausbildung, die ich dort erlebte, ging auf Grotowskis Arbeit zurück und schloss Akrobatik, Yoga und freie Bewegungsimprovisation ein. Ich blieb ein ganzes Jahr an Barbas Theater und nahm an den täglichen Stimm- und Bewegungsübungen sowie an den Übungen im emotionalen Ausdruck teil.

In seiner „Grundsatzerklärung“ schrieb Grotowski: „Das Wichtigste ist, dass ein Schauspieler nicht versuchen sollte, sich irgendeine Art von Rezept zu erarbeiten oder sich eine ‚Trickkiste‘zuzulegen. Dies ist nicht der Ort, um alle möglichen Ausdrucksmittel zusammenzutragen.“1 Diese Philosophie, der ich am Odin-Theater ausgesetzt war, prägte meine Herangehensweise bei allem, was ich danach für den Rest meines Lebens machte, auch das Lernen und Erforschen der Körpertherapie.

Bei den Stimmübungen sangen wir zum Beispiel kein Lied, das jemand anders getextet und vertont hat. Wir versuchten nicht, etwas zu imitieren, das wir bei jemand anderem gehört haben; wir versuchten, die Klangwelt zu erforschen, die wir in unserer eigenen Vorstellung erzeugten – Klänge, die wir von niemand anderem vorher gehört hatten. Es konnte Stunden, Tage, manchmal eine Woche oder mehr in Anspruch nehmen, bis ich das Gefühl hatte, dass mir genau der Klang aus meiner Vorstellung gelungen war – und es gab niemanden, der beurteilen konnte, ob es der „richtige“ war oder nicht. Hatte ich diesen Klang erst einmal von mir gegeben, wiederholte ich ihn nie mehr. Ich widmete mich dem nächsten Klang, der in meiner Vorstellung auftauchte und arbeitete daran, diesen auszudrücken.

Genau diese Methode fand in meiner Herangehensweise an die Körperarbeit ihren Niederschlag. Alain Gehin, mein wichtigster Lehrer und Mentor auf den Gebieten der Craniosacral-Therapie, der Viszeralmassage und der osteopathischen Techniken sagte einmal etwas, das dem, was ich am Odin-Theater gelernt hatte, sehr ähnlich war: „Du lernst Techniken, um Prinzipien zu verstehen. Hast du die Prinzipien verstanden, kreierst du deine eigenen Techniken.“ Ein Prinzip betonte er auch ständig: „Teste, behandle und teste dann erneut.“

Tai Chi


Die Körpertherapie ergab sich bei meiner Arbeit mit Schauspielern ganz von selbst. Als Lehrer und Regisseur scheuchte ich sie aus ihrer Komfortzone heraus und über die üblichen Einschränkungen in ihrer Bewegung und ihres stimmlichen Ausdrucks hinaus. Wir arbeiteten zum Beispiel mit Pantomime und Akrobatik. In dieser Zeit fiel mir ein dünnes Buch über Shiatsu-Massage in die Hände, und sie wurde zu einem Bestandteil unseres Trainings, um den Körper in seiner Beweglichkeit zu unterstützen.

Während ich die Welt des experimentellen Theaters in New York City ergründete, lernte ich auch Tai Chi von Ed Young, einem Studenten und Übersetzer von Professor Cheng Man-Ch‘ing, einem der größten Tai-Chi-Meister des 20. Jahrhunderts. Als Quelle des Wissens über die natürlichen Möglichkeiten, den Körper zu bewegen, ist Tai Chi unerreicht. Täglich Tai Chi zu praktizieren ist das Kung Fu der Selbsterkenntnis, ähnlich wie die tiefer greifenden Formen der Meditation in anderen kulturellen Traditionen.

Die Bewegungen des Tai Chi sind fließend, kreisförmig und „weich“ im Vergleich zu denjenigen der „harten“ Arten der Selbstverteidigung wie Karate, deren Bewegungen geradlinig und schnell sind sowie definitive Ausgangs- und Endpunkte haben. Das Ziel von Tai Chi als Kampfkunst ist nicht, stärker und schneller als der Gegner zu werden, sondern mithilfe des eigenen Körperbewusstseins, der Beweglichkeit und des kinästhetischen Sinnes herauszufinden, wo die Gegner verspannt sind – und ihnen dann „zu helfen“, ihre eigene Kraft gegen sich selbst zu richten.

Das Ideal des Tai Chi ist es, mit minimalem Kraftaufwand Maximales zu erreichen oder, wie man sagt, „mit 100 Gramm 1000 Pfund umzulenken“. Dieser Gedanke wurde zu einem wesentlichen Bestandteil meiner Körpertherapie. Manche Massage- und Körpertherapeuten drücken fest in den Körper ihres Klienten, in der Absicht, tief hineinzugehen. Ich dagegen versuche, genau das Zentrum der...


Stanley Rosenberg arbeitet seit mehr als 40 Jahren mit verschiedenen Methoden aus dem Bereich der Körpertherapien, u.a. Rolfing, Craniosacral-Therapie, Osteopathie.
Die Polyvagal-Theorie des amerikanischen Wissenschaftlers Stephen Porges, die den Zusammenhang zwischen der Entwicklung des autonomen Nervensystems bei Wirbeltieren und der Entstehung sozialen Verhaltens beschreibt, bildet die Grundlage für sein Buch über den Vagus-Nerv.
Stanley Rosenberg lebt und arbeitet in Dänemark.



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