Ross | Wo der Himmel brennt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 414 Seiten

Reihe: Die große Alaska-Saga

Ross Wo der Himmel brennt

Roman. Die große Alaska-Saga 2 | Eine junge Frau, ein erbitterter Gegner und die wilden Weiten Alaskas
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-584-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman. Die große Alaska-Saga 2 | Eine junge Frau, ein erbitterter Gegner und die wilden Weiten Alaskas

E-Book, Deutsch, Band 2, 414 Seiten

Reihe: Die große Alaska-Saga

ISBN: 978-3-98952-584-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Als das Land noch wild und unberührt war und jeder Tag für die Siedler eine neue Herausforderung Kanada, 1898: Nach Jahren des Umherziehens hat Clarissa endlich ein Heim gefunden, in dem sie sich vorstellen kann, glücklich zu werden - gemeinsam mit Alex, der als Fallensteller arbeitet und die Wildnis braucht wie die Luft zum Atmen. In ihrer bescheidenen, aber gemütlichen Blockhütte am Skeena River steht ihre Hochzeit kurz bevor. Doch dann verschwindet Alex spurlos. Kann es Zufall sein, dass gleichzeitig ein Mann aus Clarissas Vergangenheit wie ein dunkler Schatten wieder in der kleinen Küstenstadt auftaucht? Der reiche und gierige Unternehmersohn Frank Whittler hat nie die Schmach überwunden, dass Clarissa ihn nicht wollte. Ihr bleibt nur eins, um seiner Rache zu entkommen: Mit dem Hundeschlitten flieht sie in Richtung der Coast Mountains. Dort verschlägt es sie in die Stadt Skaguay, die in den Fängen des Goldrauschs ist - und eines Verbrecherkönigs, der fast noch schlimmer scheint als Frank Whittler ... Die große Nordamerika-Saga in sechs Bänden erschien vorab bereits als »Clarissa«-Reihe und wird ebenso Fans von »Yellowstone« wie von »Outlander« begeistern!

Christopher Ross gilt als Meister des romantischen Abenteuerromans. Es ist das Pseudonym des Autors Thomas Jeier, der in Frankfurt am Main aufwuchs, heute in München und »on the road« in den USA und Kanada lebt. Seit seiner Jugend zieht es ihn nach Nordamerika, immer auf der Suche nach interessanten Begegnungen und neuen Abenteuern, die er in seinen Romanen verarbeitet, mit den bevorzugten Schauplätzen Kanada und Alaska. Seine über 2100 Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Der Autor im Internet: jeier.de/christopher-ross facebook.com/thomas.jeier Bei dotbooks erscheint Christophers Ross' GROSSE ALASKA-SAGA mit sechs Bänden. Unter Thomas Jeier veröffentlichte er bei dotbooks zahlreiche weitere Romane.
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Kapitel 1


»Heya! Heya!«, feuerte Clarissa die Hunde an. »Wollt ihr wohl laufen, ihr müden Gesellen? Ihr wisst doch, was morgen für ein Tag ist! Alex würde es uns nie verzeihen, wenn wir zu spät kommen. Heya, bewegt euch endlich!«

Clarissa stand mit beiden Beinen auf dem Trittbrett ihres Schlittens und strahlte vor Glück. In dem Paket auf der Ladefläche war ihr Brautkleid, ein Traum aus cremefarbener Seide, wie ihn sich sonst nur wohlhabende Ladys aus Vancouver oder Victoria leisten konnten. Die Seide hatte ihr ein japanischer Kapitän geschenkt, den Alex auf einen Jagdausflug mitgenommen hatte, und genäht hatte es ihre indianische Freundin aus Kwinitsa, die einige Jahre bei einem Schneider in die Lehre gegangen war.

Sie hatte es persönlich abgeholt, damit noch ein paar Änderungen vorgenommen werden konnten, und mit kostbaren Pelzen bezahlt. Seit zwei Jahren lebte sie mit Alex schon in der Wildnis, in einer Blockhütte ungefähr zwanzig Meilen nördlich von Port Essington, dem Handelszentrum am Zusammenfluss von Skeena und Ecstall River. Vor einem Friedensrichter hatten sie sich gleich nach ihrer Ankunft das Jawort gegeben, doch morgen würden sie ihren Bund auch vor Gott beschließen und nach dem langen und harten Winter endlich wieder einen Grund zum Feiern haben. Allein bei dem Gedanken an den köstlichen Kuchen, den die Frau des Pastors backen wollte, lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Über ihren Beerenkuchen ging nichts!

»Vorwärts, Smoky! Was ist los mit dir? Hast du das Laufen verlernt?« Smoky war ihr Leithund, seit Billy vom Huf eines wütenden Elchs getroffen worden und wenig später gestorben war. Er war nicht mehr so übermütig wie vor etwas mehr als zwei Jahren, als sie zum ersten Mal dabei geholfen hatte, ihn vor einen Schlitten zu spannen, und kräftiger und besonnener. Nur manchmal, wenn sie wie jetzt auf einem ausgetretenen Pfad unterwegs waren, blitzte noch der jugendliche Übermut durch, und er legte sich mit dem jungen Charly an, der direkt hinter ihm lief und sich nur schwer unterordnen konnte.

Sie mochte die Fahrten mit dem Hundeschlitten, auch jetzt im beginnenden Frühjahr, wenn die Tage länger wurden, und der Schnee langsam unter den Kufen schmolz. Hier unter den Bäumen war er noch kalt und fest, und die Hunde brauchten keine Angst zu haben, sich am felsigen Boden die Pfoten aufzureißen. Wie Clarissa erfreuten sie sich an der klaren Luft, die unter den mächtigen und weit ausladenden Douglasfichten noch frischer und würziger war und ihnen das Gefühl gab, wirklich am Leben zu sein. Clarissa genoss jeden Atemzug, sog die Luft tief in die Lungen und konnte nicht verstehen, warum sie Vancouver nicht schon viel früher verlassen hatte und in die Wildnis gezogen war. Das Gefühl, in dieser Einsamkeit mit der Natur zu verschmelzen und nur den Atem der Huskys und das Knarren der Schlittenkufen zu hören, war unvergleichlich und erfüllte sie mit tiefer Zufriedenheit. Fernab der Zivilisation im kanadischen Busch zu leben, noch dazu mit einem aufrichtigen Mann wie Alex Carmack, war mehr, als sie vom Leben erwarten durfte.

Clarissa lenkte den Schlitten aus dem Wald und auf die verschneite Wagenstraße, die nach Port Essington führte. Der frische Abendwind blies ihr ins Gesicht und färbte ihr schmales Gesicht und die hohen Wangen, die ihr ein leicht exotisches Aussehen verliehen. Unter ihrer Pelzmütze flatterten schwarze Haare hervor. Das Leben in der Wildnis bekam ihrer Haut gut, es hatte die ungesunde Blässe vertrieben, die man bei den Frauen in den großen Städten so schätzte. Ihre dunklen Augen strahlten, als würde ein unsichtbares Feuer darin brennen, und wenn sie einen Fuß vom Trittbrett nahm und den Schlitten anschob, verriet sie trotz ihrer schlanken Gestalt eine ungewöhnliche Entschlossenheit, die selbst Fallensteller und Indianer beeindruckte. Kaum noch etwas erinnerte an die Frau, die sich nach dem Tod ihrer Eltern als Haushälterin bei wohlhabenden Familien durchgeschlagen hatte.

»Gleich haben wir es geschafft«, rief sie den Hunden zu. »Was meint ihr? Ob mir das Kleid steht? Ich würde wie eine Prinzessin darin aussehen, sagt meine Freundin in Kwinitsa, aber was wird Alex dazu sagen? Der kennt mich doch nur in langen Hosen oder im Rock. Ich wette, er wird ohnmächtig, wenn er mich im weißen Kleid sieht.« Sie kicherte. »Oder er biegt sich vor Lachen. Ich kann ihn mir auch nicht im Anzug vorstellen.«

Smoky verstand kein Wort, er drehte sich nicht mal um. Er ahnte zwar, dass die Zweibeiner, bei denen er wohnte, etwas Besonderes im Schilde führten, nur dass sie am nächsten Morgen in festlicher Kleidung vor den Altar treten und noch einmal die Ringe tauschen und sich anschließend auf einer riesigen Party vergnügen würden, verriet ihm sein Instinkt nicht. Die Bürger der kleinen Stadt sprachen seit Tagen von nichts anderem. Obwohl Clarissa und Alex noch nicht lange bei Port Essington lebten, schätzten sie den wortkargen Fallensteller, vor allem aber Clarissa, die zu jedem hilfsbereit und freundlich war und sogar als Lehrerin ausgeholfen hatte, als Mrs Pratt krank gewesen war.

Die meisten wussten, dass beide aus dem Süden kamen und Clarissa als Haushälterin in Vancouver gearbeitet hatte. Den wahren Grund dafür, warum sie nach Norden gekommen waren, kannte nicht mal ihre Freundin in Kwinitsa. Sie hätte die abenteuerliche Geschichte sowieso nicht geglaubt.

Manchmal konnte selbst Clarissa nicht glauben, welche Abenteuer sie während der letzten Jahre erlebt hatte. In Vancouver hatte Frank Whittler, der Sohn des reichen Eisenbahnmanagers, für den sie als Haushälterin gearbeitet hatte, sie beinahe vergewaltigt und anschließend behauptet, sie habe ihm Geld gestohlen. Als er die Polizei auf sie gehetzt hatte, war sie in die Wildnis geflohen. Ihr Leben verdankte sie einem geheimnisvollen Wolf, der sie zu Alex’ Hütte geführt hatte, als ihr Frank Whittler und die Verfolger zu nahe gekommen waren. Ein Geisterwolf, wie die Indianer behaupteten, der sie beschützte, seitdem sie ihn verarztet und ihm das Leben gerettet hatte. Eine Reihe von glücklichen Zufällen, behauptete Alex, der nie etwas mit Geistern im Sinn hatte, und stets das Gesicht verzog, wenn sie von dem Wolf erzählte.

Er war auch nicht dabei gewesen, als Bones den von seinem Hass besessenen Frank Whittler mit gefletschten Zähnen vertrieben hatte. Bones ... So hatte sie den Wolf wegen seines knochigen, aber sehr zähen Körpers genannt. Wie eine Furie hatte er sich auf Whittler gestürzt und ihn davongejagt. Wenig später war herausgekommen, dass Whittler gelogen hatte, seine Verlobte war ihm weggelaufen, und er hatte sich nie mehr blicken lassen. Auch Alex, den er wegen Beihilfe zur Flucht vor Gericht bringen wollte, wurde nicht mehr gesucht. Dennoch hielt sie sich bedeckt, wenn ein Fremder in der Stadt auftauchte, aus Angst, Whittler könnte einen seiner Männer geschickt haben.

An diesem Abend hatte sie keinen Grund, ihn zu fürchten. Die Kirche und das Gemeinschaftshaus waren festlich geschmückt, die Frau des Pfarrers und ihre Freundinnen standen in der Küche und backten Kuchen, und alle freuten sich auf die bevorstehende Hochzeit und das anschließende Fest. Noch war Port Essington eine halbe Geisterstadt, und die wenigen Einwohner, die im Winter geblieben waren, fühlten sich als große Familie. Der Großteil der Bürger würde erst im Frühjahr wiederkommen, wenn sich die Lachse in den Flussmündungen versammelten, und die Arbeit in den beiden Konservenfabriken wieder auf Hochtouren lief. Dann fuhren auch die Flussdampfer wieder über den eisfreien Skeena River nach Hazelton, voll beladen mit Handelswaren für die Menschen in dem bedeutenden Handelszentrum.

Die Sonne stand schon weit im Westen und berührte das Wasser der scheinbar endlosen Bucht, als Clarissa den Schlitten über die Hauptstraße lenkte. In den meisten der teilweise auf Pfählen gebauten Häuser brannten bereits die Petroleumlampen, und ihr gelber Lichtschein spiegelte sich im Schnee und im nahen Fluss. Der Schnee auf den Giebeldächern war nach unten gerutscht. »In einer Woche ist der Schnee weg«, rief sie den Hunden zu. »Noch zwei oder drei Touren, dann könnt ihr euch auf die faule Haut legen.«

Sie ließ ihren Blick über die Bucht und den breiten Skeena River gleiten. Einige Indianer paddelten in ihren Kanus über den eisfreien Fluss und suchten mit ihren Speeren nach Beute. Ein Fischadler kreiste weit über ihnen, die dunklen Schwingen weit ausgebreitet. Für einen winzigen Augenblick glaubte sie, die gelben Augen eines Wolfes am Waldrand zu erkennen, und sie fühlte sich bereits an Bones erinnert, doch sie verschwanden sofort wieder, und es wäre wohl auch ein zu großer Zufall gewesen, wenn er ihr nach zwei langen Jahren bis in den Hohen Norden gefolgt wäre. Auch sie wusste mittlerweile, dass Wölfe am liebsten im Rudel umherzogen und ihr angestammtes Revier nur in höchster Not verließen. Vielleicht hatte sie einen Hirsch oder Elch gesehen, oder sie war einer anderen Täuschung erlegen.

Die letzten Jahre waren nicht einfach für Clarissa gewesen. Nachdem Alex zurückgekehrt war, hatte sie die Ranch, auf der sie sich vor Whittler versteckt hatte, verlassen und war mit dem Mann, den sie liebte, von einer Stadt zur anderen gezogen, auf der Suche nach einem Ort, an dem sie in Frieden leben konnten. In der Nähe von Port Essington, wenige Meilen von der Pazifikküste entfernt, waren sie fündig geworden. In den Wäldern, die bisher nur wenige Weiße gesehen hatten, gab es Biber und Hermeline, deren Felle und Pelze sogar im fernen Paris geschätzt wurden, und die Hudsons Bay Company, die mit einem Handelsposten in Port Essington vertreten war, zahlte besser als die Amerikaner im Süden. Alex konnte sich nicht vorstellen, jemals in einem Büro oder einer Fabrik zu...



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