E-Book, Deutsch, Band 487, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
Ryan / Bevarly / Webb Baccara Collection Band 487
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3078-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 487, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
ISBN: 978-3-7515-3078-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
EIN HEISSER FLIRT MIT DER VERGANGENHEIT von REESE RYAN
Die schöne Andraya ist fassungslos: Ihr alter Jugendschwarm Kahlil Anderson hat die Pferderanch geerbt, die sie leitet. Der Tech-Unternehmer kennt sich allerdings nicht mit Pferden aus - und nun braucht ausgerechnet er, der ihr damals das Herz gebrochen hat, ihre Hilfe!
IM SÜSSEN CHAOS DER GEFÜHLE von ELIZABETH BEVARLY
Ein One-Night-Stand mit Rancher Zane stellt Sabrina Fortunes sorgfältig geplantes Leben auf den Kopf: Sie erwartet ein Baby! Doch noch während sie und Zane nach einem vernünftigen Kompromiss im Chaos suchen, wächst zwischen ihnen ein höchst unvernünftiges Gefühl ...
DAS FLÜSTERN IN DEN WEIDEN von DEBRA WEBB
Was ist vor dreißig Jahren genau passiert? Zusammen mit dem sympathischen Ben Kane untersucht Reyna den ungelösten Fall von drei Männern, die damals spurlos verschwanden. Gemeinsam tauchen sie in eine Vergangenheit ein, deren dunkler Schatten bis in die Gegenwart reicht ...
Reese Ryan schreibt Liebesgeschichten, die nicht nur sexy und gefühlvoll sind, sondern in denen sie auch von kleineren Familiendramen erzählt. Reese ist im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten geboren und aufgewachsen, ihre Familie hat aber auch Wurzeln in Tennessee.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Kahlil Anderson ging erregt im Wohnzimmer seines teuren Apartments auf und ab. Hinter seinen Schläfen pochte es dumpf, und in seinem Bauch gähnte ein Abgrund. Er hatte sich in seinem ganzen Leben noch nicht so panisch gefühlt wie jetzt.
Der High-Tech-Unternehmer hatte vor genau einer Woche erfahren, dass seine Ex-Frau mit seinem Geschäftspartner Armand Moreau verschwunden war. Er war am Boden zerstört gewesen, als er die Nachricht bekommen hatte. Nicht weil sein ehemaliger College-Mitbewohner und langjähriger Geschäftspartner offenbar schon seit einem Jahr heimlich mit Meridia zusammen gewesen war. Mit Kahlil und seiner Ex-Frau war es schon lange vorbei – mehr noch, es war ein Fehler gewesen, dass sie je geheiratet hatten. Was Kahlil so wütend und verletzt machte, war, dass Armand so wenig an ihrer jahrzehntelangen Freundschaft zu liegen schien.
Doch die wirklich katastrophale Nachricht bekam er zwei Tage später – als Kahlils Buchhalter ihn diskret darüber informierte, dass Armand eines der Firmenkonten geleert hatte. Und was noch schlimmer war: Jemand hatte dafür ziemlich überzeugend Kahlils Unterschrift gefälscht. Doch Kahlil erkannte die winzige Abweichung sofort – die wahre Urheberin der Unterschrift war Meridia.
Kahlil hatte die letzten fünf Tage darüber gegrübelt, wie er mit der Situation umgehen sollte. Er hatte einen Privatdetektiv engagiert, der die Spur der beiden bis nach Venezuela verfolgt hatte – ein Land, das bekannt dafür war, dass es selten Kriminelle an die USA auslieferte. Die Spur des Geldes hatte sich über Offshore-Konten auf den Kaimaninseln verloren.
Wie lange hatten die beiden diesen Coup schon geplant? Schon seit der Scheidung vor einem Jahr? Oder hatte ihre heimliche Beziehung womöglich schon begonnen, als er und Meridia noch zusammen gewesen waren?
Kahlil bereitete sich einen starken Tom Collins zu und ging mit dem Drink in der Hand zu dem großen Fenster, von dem aus man einen spektakulären Blick auf Seattle und die Elliott Bay hatte. Normalerweise beruhigte die Aussicht seine Nerven, doch heute lastete das Gefühl von drohendem Unheil zu schwer auf ihm.
Er hielt das eiskalte, beschlagene Glas an seine Schläfe und sackte mit geschlossenen Augen in seinem Sessel zusammen. „Ich bin am Ende. Vollkommen am Ende.“
Im Laufe der Jahre hatten Kahlil, Armand und Meridia gemeinsam eine Vielzahl von Technologie-Startups gegründet und gewinnbringend verkauft: Smartphone-Apps, SaaS-Anwendungen und industrielle Software. Doch von allen Projekten, die sie entwickelt hatten, war das aktuelle mit Abstand am wichtigsten für Kahlil. Das Unternehmen entwickelte eine medizinische Software zur Unterstützung von Patienten mit Multipler Sklerose. Die Software vernetzte die verschiedenen, bei dieser Erkrankung notwendigen Spezialisten und ihre Untersuchungsergebnisse miteinander und verbesserte dadurch die Lebensqualität und die Lebenserwartung der erkrankten Menschen um ein Vielfaches.
Kahlil war von diesem Projekt begeistert – fast schon besessen –, seit er an einer Wohltätigkeitsveranstaltung für Familien teilgenommen hatte, die gegen diese Krankheit kämpfen.
Das Betriebskonto hatte Armand großzügigerweise nicht angetastet. Das Unternehmen hatte also genug Finanzkraft, um die nächsten drei bis sechs Monate zu überleben. Aber falls es zu unvorhersehbaren Ausgaben käme oder die Entwicklung der Software länger als sechs Monate dauerte, würde ihnen das Kapital ausgehen, bevor sie ihr Produkt auf den Markt bringen konnten. Und obwohl ein Forensiker mit Sicherheit den Unterschied zwischen seiner Unterschrift und der Fälschung seiner Ex-Frau feststellen könnte, würde die ganze Angelegenheit für immer wie eine dunkle Wolke über Kahlils Kopf hängen. Auch wenn er nicht derjenige gewesen war, der sich mit dem Geld der Investoren davongemacht hatte – er hatte das Projekt initiiert. Und er hatte eindeutig den falschen Leuten vertraut. Also hatte Khalil niemandem die Wahrheit erzählt – außer seinem Buchhalter und seinem Anwalt, die beide eine Verschwiegenheitsklausel unterschrieben hatten.
Kahlil nahm einen großen Schluck von seinem Drink und seufzte. Selbst wenn er sein Apartment verkaufte und seine privaten Konten plünderte, würde das nicht annähernd ausreichen, um den achtstelligen Betrag zu ersetzen, mit dem sich Armand und Meridia aus dem Staub gemacht hatten.
Es klingelte an der Tür, und Kahlil schreckte auf. Der verrückte Gedanke, dass Armand zur Vernunft gekommen war und ihm das gestohlene Geld der Investoren bis auf den letzten Cent zurückgeben wollte, raste durch sein Hirn.
Aber so viel Glück hatte er leider nicht.
Vor der Tür stand der Pförtner des Apartmentkomplexes.
„Hey, Bernie“, begrüßte Kahlil ihn. „Was kann ich für Sie tun?“
„Das kam vorhin für Sie an, Sir.“ Der freundliche ältere Mann hielt lächelnd einen Umschlag hoch. „Ich dachte, den würden Sie sicher gern sofort haben.“
„Danke, Bernie.“ Kahlil gab dem Mann diskret ein paar Dollar Trinkgeld, wünschte ihm einen schönen Abend und schloss die Tür.
Immer noch in der verrückten Hoffnung, dass Armand oder Meridia vielleicht zur Besinnung gekommen waren, musterte Kahlil die Schrift auf dem Umschlag.
Aus dem Nachlass von Hank Carson, Willowvale Springs.
Kahlil verzog schuldbewusst das Gesicht. In den letzten zwanzig Jahren war er ganze zwei Mal in Willowvale Springs gewesen. Und das auch nur, weil seine jüngeren Schwestern ihre jeweiligen Hochzeiten gefeiert hatten. Kahlil war jedes Mal genauso schnell wieder abgereist, wie er gekommen war.
Vor zwei Wochen hatte ihn seine Schwester Farah über den Tod des alten Hank Carson informiert. Da er und Armand zum Zeitpunkt der Beerdigung einen möglichen Investor in Houston besucht hatten, war Kahlil nicht gekommen. Hank Carson war in gewisser Weise die Verkörperung von Willowvale Springs gewesen. Und ihm hatte der größte Teil der Stadt gehört. Eine riesige Ranch, der Gemischtwarenladen, mehrere Mietshäuser. Und jede Menge unbebautes Land.
Kahlil hatte als Achtzehnjähriger – vor zwanzig Jahren – begonnen, als Stallbursche auf der Pferderanch des wohlhabenden Grundbesitzers zu arbeiten, und war zwei Sommer geblieben. Er hatte auch ein paar IT-Arbeiten für Hank erledigt. Dieser hatte damals gerade begonnen, sich mit der Idee anzufreunden, das Internet für Marketing und Bankgeschäfte zu nutzen.
Der alte Mann konnte launisch und streitsüchtig sein. Aber er hatte immer das Wohl der Stadt und ihrer Bewohner im Sinn gehabt. Trotz seiner schlimmen Lage musste Kahlil unwillkürlich grinsen, als er sich an einige seiner Begegnungen mit dem manchmal ziemlich verschroben wirkenden alten Mann erinnerte. Der Spruch Hunde die bellen, beißen nicht passte perfekt zu Hank.
Doch Kahlil hatte keinen blassen Schimmer, warum Hanks Nachlassverwalter ausgerechnet ihn kontaktiert hatte. Das letzte Mal, dass er mit dem alten Mann gesprochen hatte, war vor fünf Jahren gewesen.
Kahlil riss den Umschlag auf und überflog das mehrseitige Dokument. Dann las er es noch einmal in Ruhe. Und dann noch einmal.
„Das kann nicht wahr sein.“ Kahlil schüttelte den Kopf und fasste sich an die Stirn. „So ein krasses Glück kann ich einfach nicht haben.“
Nicht, dass es ein Glück gewesen wäre, dass der alte Mann gestorben war. Aber dass Hank Carson Kahlil seine geliebte Vollblutpferderanch vererbte – und das ausgerechnet jetzt, wo er das Geld so dringend brauchen konnte … Es musste irgendeinen Haken geben.
Kahlil griff tiefer in den Umschlag und zog einen USB-Stick heraus. Er schloss ihn an seinen Computer an und öffnete die einzige Datei, die sich darauf befand.
Hanks faltiges und von der Sonne verbranntes Gesicht erschien auf dem Bildschirm. Der Mann war Kahlil immer wie ein Riese vorgekommen. Aber in dem Video sah er müde, zerbrechlich und … sehr menschlich aus.
„Ich komme gleich zur Sache, mein Sohn. Du weißt, dass Edith und ich nie eigene Kinder hatten. Das war das Einzige, was ich ihr nicht geben konnte. Die Kinder, die in Willowvale Springs aufgewachsen sind, waren in gewisser Weise wie eine Familie für uns. Manche mehr als andere.“ Der alte Mann bekam einen furchtbaren Hustenanfall und winkte jemandem zu, der ihm eine Flasche Wasser anbot. Dann fuhr er fort: „Du hast mich während deiner Zeit auf der Ranch sehr beeindruckt. Und ich habe deine Karriere verfolgt. Ich bin verdammt stolz auf dich, mein Sohn. Und wahrscheinlich ist er zu dickköpfig, um es zuzugeben – aber ich weiß, dass dein Dad auch sehr stolz auf dich ist.“
Kahlils Magen verkrampfte sich, als er an seinen Vater dachte. Der hatte kaum mit ihm gesprochen, seit Kahlil die Ranch der Familie verlassen hatte, um seinen eigenen Weg zu gehen.
„Meine Pferderanch war immer meine größte Freude. Edith und ich hatten hier viele schöne Erinnerungen. Ich vererbe sie dir – die Ranch und die anliegenden Mietshäuser. Du kannst damit machen, was du willst, mein Sohn. Aber dieser Ort bedeutet den Leuten hier eine Menge. Ich vertraue dir, dass du das berücksichtigst, wenn du deine Entscheidung triffst.“
Hank nickte in die Kamera und verabschiedete sich.
Kahlil starrte auf das Dokument in seiner Hand. Zu der Pferderanch gehörten Hunderte von Hektar. Und sie war in der Gegend als einer der besten Pferdezuchtbetriebe...




