Sage | TodHunter Moon - SandReiter | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 368 Seiten

Reihe: TodHunter Moon

Sage TodHunter Moon - SandReiter


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-446-25800-6
Verlag: Carl Hanser
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 368 Seiten

Reihe: TodHunter Moon

ISBN: 978-3-446-25800-6
Verlag: Carl Hanser
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Todi ist zum Außergewöhnlichen Lehrling des großen Zauberers Septimus Heap geworden. Doch ihrem Gegner, dem bösen Hexer Oraton-Marr, ist es gelungen, das Orm-Ei zu stehlen. Er setzt alles daran, es auszubrüten und das schlüpfende Orm-Baby an sich zu binden. Das wäre eine Katastrophe, denn damit wäre alle Zauberkraft gegenüber der schwarzen Magie machtlos. Todi und ihren Freunden Oskar und Ferdie bleibt nicht mehr viel Zeit, das Ei zu finden. Die Fantasy-Abenteuer der jungen FährtenFinderin Todi gehen weiter: Lesevergnügen pur!

Angie Sage, 1952 in London geboren, lebt als Autorin und Illustratorin in Cornwall. Sie studierte Grafikdesign an der Art School of Leicester. Mit ihrer großen Fantasy-Saga Septimus Heap erlangte sie Weltruhm. Die Reihe wurde in 16 Sprachen übersetzt, stand monatelang auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Bei Hanser erschien 2005 der erste Septimus Heap-Band Magyk, gefolgt von Flyte (2006), Physic (2007), Queste (2008), Syren (2010), Darke (2011) und Fyre (2013). Die Erweiterung Septimus Heap: Darke Toad - Die Dunkelkröte (2013) ist nur als E-Book erhältlich. 2017 folgte die neue Trilogie der Erfolgsautorin mit den Bänden TodHunter Moon - FährtenFinder, TodHunter Moon - SandReiter sowie TodHunter Moon - SternenJäger.
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Marwick und Sam


Kaznim hatte das beängstigende Gefühl, mit halsbrecherischer Geschwindigkeit zu reisen. Im ersten Moment dachte sie, Ptolemy und sie wären in eine weitere Grube gestürzt, und machte sich auf den Aufschlag gefasst. Aber die starken Arme hielten sie fest, und sie erkannte, dass sie nicht fiel, sondern dass sie sich in einer schnellen Vorwärtsbewegung befand. Dann verlangsamte sich die Fahrt, und Augenblicke später schritt sie in einem Tunnel auf ein fleckiges grünes Licht zu, das die Umrisse eines Torbogens rahmte. Die Arme hielten sie weiter fest, und Kaznim wagte einen Blick auf ihre Entführer. Es waren zwei junge Männer, beide viel größer als sie. Der eine hatte dunkles, verfilztes Haar und wild funkelnde Augen, der andere – dessen Griff, wie Kaznim auffiel, viel schwächer war – wirre blonde Locken und ein leichenblasses Gesicht.

Kaznim kannte viele Geschichten von Wüstenkindern, die versklavt worden waren, und ihre Angst vor dem Sturz war schnell der Angst gewichen, sie könnte entführt worden sein. Sie nahm sich vor, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit einen Fluchtversuch zu unternehmen. Als sie in einen runden Garten mit verschiedenen Torbogen in den Mauern gelangten, ließen die jungen Männer endlich Kaznims Arme los. Sofort flitzte sie davon, auf einen anderen Bogen zu.

»He!«, schrie der junge Mann mit den verfilzten Zotteln. »Nicht da rein! Um Himmels willen!« Er rannte ihr hinterher, und im nächsten Moment spürte Kaznim, wie sie an der Tunika gepackt und zurückgezogen wurde. Sie trat mit den Füßen nach hinten aus. So leicht sollten sie sie nicht kriegen.

»Oha!«, rief der junge Mann, der sie gepackt hatte. »Autsch! Immer mit der Ruhe. Ich will dir doch nur helfen.« Sein Ton ließ Kaznim ruhiger werden. Seine Stimme klang ehrlich, wie die von Mysor, wenn er ihr etwas erklärte.

»Na also, schon besser. Wenn du da reinrennst, landest du irgendwo, wo es alles andere als angenehm ist. Hier, setz dich. Du siehst mitgenommen aus, Kleine.«

Kaznim fand, dass der junge Mann selbst ziemlich mitgenommen aussah. Seine Kleider waren blutbefleckt, zerlumpt und schmutzig. Aber seine braunen Augen blickten sie freundlich an, also ließ sie sich von ihm zu einem weichen Grasplatz führen, auf dem der andere junge Mann bereits zusammengesackt war. Er sah erst recht nicht gut aus. Seine zerzausten strohblonden Locken waren mit Blut verklebt, und in seinem dünnen Bart hing Sand. Aber dennoch funkelte ein Lächeln in seinen leuchtend grünen Augen. Sein Gefährte zögerte jetzt ein wenig. Der Blick aus seinen braunen Augen wanderte ruhelos zwischen den Bogengängen hin und her, als würde er Wache halten. Die beiden sahen so aus, als wären sie in einen Kampf verwickelt gewesen. Kaznim bemerkte jetzt, dass der Blonde einen breiten, stark blutverschmierten Verband um die Taille und eine lange Schnittwunde am rechten Arm hatte, die mit Schnur umwickelt war, wie um die Wundränder zusammenzuhalten. Der Dunkelhaarige war anscheinend glimpflicher davongekommen. Er hatte zwar Schrammen im Gesicht und Blut an den Kleidern, aber keine dicken Verbände.

»Du bist verletzt«, sagte Kaznim schüchtern zu dem Blonden.

Er nickte und zuckte bei der Bewegung vor Schmerz zusammen.

»Möchtest du meine Schildkröte?«, fragte sie.

Der junge Mann brachte ein mattes Lächeln zustande und schüttelte langsam den Kopf.

Kaznim traute sich nicht, ihm zu erklären, was es mit Ptolemy auf sich hatte. Sie setzte den Schildkröterich ins Gras, und alle drei sahen schweigend zu, wie das Tier langsam aus seinem Panzer schlüpfte und den Kopf in die Sonne streckte.

Kaznim schaute sich um. Der Garten wurde offensichtlich seit vielen Jahren vernachlässigt, denn er war von Kletterpflanzen überwuchert, die an den Mauern hinaufkrochen, und zwischen den Steinplatten spross hohes, raues Gras. Die Mauern selbst ragten sechs bis sieben Meter in die Höhe. Sie waren mit vielen weiteren Torbogen versehen, ähnlich dem, aus dem sie gekommen waren, und in den Schlussstein ganz oben waren bei jedem ein oder zwei Zeichen eingemeißelt. Kaznim zählte insgesamt zwölf. Es war ein schönes, friedliches Plätzchen, an dem sich die Menschen früher sicher gern aufgehalten hatten. Das einzig Unangenehme war ein Rumpeln, das alle paar Sekunden aus dem Boden drang. Für Kaznim hörte es sich so an, als ob unter ihnen ein großes Monster atmen würde. Aber der Atem ging langsam, also nahm sie an, dass das Monster schlief.

In der Mitte des runden Gartens sprudelte eine kleine Quelle, deren Wasser in ein altes Kupferbecken plätscherte. Der Boden darum herum war mit Pflastersteinen ausgelegt, die im Lauf der Jahrhunderte ganz glatt poliert waren von den vielen Tritten.

Kaznim sah gerade zu, wie der dunkelhaarige Mann sich an der Quelle niederkniete und eine verbeulte Metallflasche mit kühlem Wasser füllte, als plötzlich neben ihr eine heisere Stimme ertönte.

»Nette Schildkröte.«

»Sie ist ein Er und heißt Ptolemy«, erklärte Kaznim.

»Schöner Name … für eine … Schildkröte. Ich bin … Sam Heap.«

»Hallo, Sam Heap«, sagte Kaznim, langsam die unvertrauten Silben aussprechend.

»Und ich heiße Marwick«, sagte der junge Mann mit der Wasserflasche und kam wieder zu ihnen.

»Ich heiße Kaznim Na-Draa.« Sie lächelte. Ihre Mutter hatte ihr beigebracht, wie man höfliche Konversation betrieb, nachdem man sich Leuten vorgestellt hatte, aber alles, was ihr jetzt einfiel, war: »Wo sind wir hier?«

»Gute Frage«, erwiderte Marwick. »Im Moment habe ich keine Ahnung.« Er zog ein dünnes, mehrfach gefaltetes Stück Papier aus der Tasche und breitete es vor ihnen aus. Darauf war ein Netz von feinen Linien und Kringeln gezeichnet, aus dem Kaznim nicht schlau wurde. Marwick legte einen langen, schmutzigen Finger mit blutigem Knöchel auf einen Kringel. »Wir sind hier, glaube ich.«

Kaznim spähte auf das Papier. »Aber wo ist das?«, fragte sie. »Wo auf der Welt, meine ich.«

»Es ist eine kleine Insel weit vor der Küste der Blauen Berge«, antwortete Marwick. »Wenn wir Glück haben.« Er blickte zu Sam. »Und wenn das stimmt, können sie uns unmöglich kriegen.«

Sam verzog das Gesicht. »Hoffen wir’s«, murmelte er.

Kaznim war verwirrt. »Aber wie können wir auf einer Insel sein?«, fragte sie. »Wir sind doch nicht übers Meer gefahren.«

Marwick schmunzelte. »Doch«, sagte er. »Wir sind auf einem Alten Weg gereist. Weißt du, Kaznim, die Alten Wege sind …« Der Schrei einer Möwe unterbrach Marwick in seiner Erklärung, und er grinste. »Sieht so aus, als hätte ich recht, Sammo«, sagte er. »Und horcht doch mal … Ich kann eine Brandung hören.«

»Was ist eine Brandung?«, fragte Kaznim.

»Das ist, wenn sich die Wellen des Meeres an einem Strand brechen«, erklärte ihr Marwick.

Jetzt begriff Kaznim, was das schlafende Monster in Wirklichkeit war. Sie holte tief Luft und schmeckte Salz auf der Zunge. Mit einem Mal fühlte sie sich sehr weit weg von zu Hause. Sie stellte sich vor, wie ihre Mutter aufwachte und feststellte, dass sie nicht in ihrem Bett lag – was ungefähr jetzt passieren dürfte. Sie dachte daran, wie Ammaa auf zwei leere Betten starrte, da nun auch ihre zweite Tochter verschwunden war, und da hielt sie es in dem Garten keine Sekunde länger aus. Sie ergriff Ptolemy – was den sehr ärgerte, denn er knabberte gerade an einer leckeren gelben Blume – und sprang auf. »Sam Heap und Marwick, vielen Dank dafür, dass ihr mich gerettet habt«, sagte sie ziemlich förmlich. »Aber jetzt möchte ich gerne nach Hause. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir zeigen könntet, welchen Alten Weg ich nehmen muss.«

Sams und Marwicks Gesichter verrieten Kaznim, dass ihre Bitte nicht leicht zu erfüllen war. Oder womöglich überhaupt nicht.

Marwick erhob sich. »Tut mir leid, Kaznim«, sagte er. »Aber du bist durch einen sogenannten instabilen Knoten gekommen.«

Kaznim runzelte die Stirn. »Einen was?«, fragte sie.

Marwick deutete mit einer ausladenden Bewegung auf den Garten. »Das hier«, erklärte er, »ist ein stabiler Knoten. Ein solcher Ort steht den Menschen immer offen. Sie können jederzeit kommen und gehen. Aber so sind nicht alle. Manche Knoten liegen tief unten im Meer. Andere sind im Eis eingeschlossen, wieder andere dick unter Schnee begraben oder, wie eurer, voll Sand. Natürlich können Knoten im ewigen Eis oder im Meer nie benutzt werden, aber diejenigen, die voll Sand oder Schnee sind, hin und wieder schon, wenn ein stürmischer Wegewind sie frei weht. Aber danach füllen sie sich bald wieder. Der Knoten, in den du gefallen bist, ist besonders tief. Durch den vielen Sand kannst du unmöglich wieder nach oben steigen.« Marwick schüttelte den Kopf. »Völlig ausgeschlossen.«

Kaznim starrte ihn an und versuchte zu verstehen, was er eben erklärt hatte. »Willst du damit sagen, dass ich nicht nach Hause kann?«

»Aber natürlich kannst du nach Hause. Nur müssten wir vorher herausfinden, welcher Knoten deinem am nächsten liegt. Dann könntest du von dort über Land heimreisen. Wo wohnst du denn, Kaznim?«

»Im Sternenzelt neben dem Mondteich, am Fuß der langen Düne.«

Marwick machte ein verdutztes Gesicht. »Und wo ist das?«, fragte er.

»Äh … in der Wüste«, antwortete Kaznim. »In der Wüste der Singenden Sande.«

»Aha. Und wo genau liegt die?«

Kaznim schüttelte den Kopf. »Ich … ich weiß es...


Zug, Mark
Mark Zug, geboren 1956 in Fort Wayne, wurde für seine Illustrationen in „Septimus Heap“ bekannt. Er illustrierte auch die neue Trilogie von Angie Sage „TodHunter Moon“. Mark Zug lebt in Pennsylvania.

Pfleiderer, Reiner
Reiner Pfleiderer, geboren 1954, studierte in Tübingen Germanistik und Romanistik und arbeitete zunächst als freier Journalist und Musiker. Seit 1987 ist er als Übersetzer aus dem Französischen und Englischen tätig. Er lebt in der Nähe von Stuttgart.

Sage, Angie
Angie Sage, 1952 in London geboren, lebt als Autorin und Illustratorin in Cornwall. Sie studierte Grafikdesign an der Art School of Leicester. Mit ihrer großen Fantasy-Saga Septimus Heap erlangte sie Weltruhm. Die Reihe wurde in 16 Sprachen übersetzt, stand monatelang auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Bei Hanser erschien 2005 der erste Septimus Heap-Band Magyk, gefolgt von Flyte (2006), Physic (2007), Queste (2008), Syren (2010), Darke (2011) und Fyre (2013). Die Erweiterung Septimus Heap: Darke Toad - Die Dunkelkröte (2013) ist nur als E-Book erhältlich. 2017 folgte die neue Trilogie der Erfolgsautorin mit den Bänden TodHunter Moon - FährtenFinder, TodHunter Moon - SandReiter sowie TodHunter Moon - SternenJäger.



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