Schäfer | Wut – Das Tor zu deiner Kraft | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: Achtsam leben

Schäfer Wut – Das Tor zu deiner Kraft


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-95803-322-1
Verlag: Scorpio Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: Achtsam leben

ISBN: 978-3-95803-322-1
Verlag: Scorpio Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kaum ein Gefühl hat einen so negativen Ruf wie die Wut. Daher haben wir schon als Kind gelernt, die Wut in uns zu unterdrücken - mit dem Ergebnis, dass sie im Verborgenen schwelt, nicht selten Körper und Seele blockiert und uns daran hindert, frei und lebendig zu sein. Tatsächlich ist die Wut eine wichtige Emotion mit großem Heil- und Kraftpotenzial. Wem es gelingt, seine Wut zu seinem Freund zu machen, der hat einen Schlüssel in der Hand zu mehr Lebendigkeit, Wohlbefi nden und Selbstbestimmung.

Stefanie Carla Schäfer ist Somatic-Experiencing Practicioner. Es ist ihr Herzensanliegen, Menschen auf dem Weg zu ihrer Lebendigkeit, inneren Kraft und Verbundenheit zu unterstützen. Sie ist Autorin von »Selbstliebe macht stark«, »NOW! Mit Freude den eigenen Weg gehen« und »NOW! Im Einklang mit dem Gesetz der Anziehung«.
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Wut im Körper


Kampf oder Flucht


Auch wenn sich unsere Gesellschaft vorwiegend über den Intellekt definiert, sind wir Menschen biologische Wesen mit einer natürlichen Körperintelligenz. Wir haben mit allen anderen Säugetieren eine wichtige körperliche Funktion gemeinsam: den Impuls, bei Gefahr zu kämpfen oder zu fliehen.

In Situationen, in denen wir angegriffen oder unsere Grenzen überschritten werden, reagiert normalerweise instinktiv der Teil unseres Gehirns, der evolutionär gesehen für unser Überleben zuständig ist. Unser Körper schüttet Adrenalin aus, um den Muskeln die notwendige Energie für einen möglichen körperlichen Kampf oder auch für die Flucht bereitzustellen. Wenn alles so abläuft, wie die Evolution es vorgesehen hat, sorgt die körperliche Anstrengung durch das Kämpfen oder Weglaufen dafür, dass der Körper diese Energie wieder abbaut und sich das System regulieren und entspannen kann. Auf biologischer Ebene vervollständigt sich etwas, und auch auf der emotionalen Ebene wird diese körperliche Reaktion als »ganz machend« empfunden. Der Mensch kommt wieder ins Gleichgewicht.

Während unsere Vorfahren noch häufiger körperliche Auseinandersetzungen hatten, ist es heute nicht mehr üblich, Konflikte auf dieser Ebene auszutragen. Das hat natürlich eindeutig Vorteile – schließlich leben wir in einer zivilisierten Welt. Im Büro wäre es in einer Konfliktsituation völlig unangebracht, mit dem Kollegen zu ringen. Aber auch die andere evolutionär angelegte Strategie – Weglaufen – kommt heutzutage meistens nicht infrage.

. Für ein gesundes Verständnis von Wut ist es aus diesem Grund unerlässlich, die natürlichen Reaktionen unseres Körpers zu erkennen und zu integrieren. Die von dem Traumaforscher Peter Levine entwickelte Methode ist eine wunderbare und effektive Möglichkeit, in einem therapeutischen Setting diese Energien zu mobilisieren, nicht vollständig abgelaufene Reaktionen zu einem gesunden Abschluss zu bringen und so wieder ein wohltuendes Gleichgewicht auf jeder Ebene herzustellen. Ein Gewahrsein des eigenen Körperempfindens und der eigenen Kraft sowie eine höhere Präsenz in Körper und Bewusstsein sind angenehme Begleiterscheinungen. Die eigene Energie kommt wieder ins Fließen, und es entsteht ein Gefühl von Ganzheit.

Die Kraft im Bauch


Dem Bauch kommt in allen Traditionen und Lehren eine besondere Bedeutung zu. Er ist nicht nur der Sitz unserer lebenswichtigen Organe und der heilige Ort, wo neues Leben entsteht und heranwächst, er ist auch auf jeder Ebene ein wahrer Kraftplatz.

Das japanische Wort »Hara« für Bauch bedeutet Quelle des Lebens, und auch in der chinesischen Medizin wird der Bauch als Quelle der kosmischen Energie angesehen. Sind wir in gutem Kontakt zu unserer Mitte, nähren uns angemessen, atmen tief und zentrieren uns, ist unser Bauch energetisch gut versorgt. Zahlreiche Atem- und Körperübungen, zum Beispiel im Yoga, sollen uns helfen, die Kraft in der Mitte zu stärken. Auch Sportler verschiedener Disziplinen, besonders in Kampfsportarten, wissen um die Kraft im Bauch und ihre Bedeutung im Zusammenhang mit Atmung, Bewegung und Stimme.

Während im östlichen Verständnis der Bauch immer schon das Zentrum unseres Wesens war, kommen auch wir im eher kopfbetonten Westen langsam dahinter, welche Bedeutung und Weisheit darin liegt. Unter anderem konnten Forscher zelluläre Ähnlichkeiten zwischen Darm und Gehirn nachweisen, was zur Benennung des sogenannten Bauchhirns führte.

Bekanntlich sitzen auch unsere Intuition und Gefühle im Bauch und geben uns durch ein gutes oder schlechtes »Bauchgefühl« wichtige Hinweise für unsere Lebensentscheidungen. Der Volksmund spricht außerdem von »Wut im Bauch«, wenn jemand angestaute Energie und Emotionen in sich trägt. Wie ein kleiner Vulkan, in dem es ständig wie kurz vor einer Explosion rumort, wartet die Wutenergie darauf, aus dem Bauch in die Peripherie des Körpers zu gelangen und sich dort zu entladen.

Körperbewusstsein: Fletsch die Zähne, zeig die Krallen


Auf dem Weg persönlichen Wachstums ist es ein wichtiger Schritt, die Aufmerksamkeit wieder verstärkt vom Kopf in den Körper zu lenken. Als wir klein waren, kannten wir diesen natürlichen Zustand noch sehr gut. Kinder sind präsenter und lebendiger im Hier und Jetzt, drücken ihre Impulse unmittelbarer aus. Als Erwachsene müssen wir das oft neu lernen. Unser Denken und die Fähigkeit, zu analysieren und zu reflektieren, sind häufig sehr gut ausgeprägt, was allein aber keine emotionale Heilung bewirkt, im Gegenteil: Oft steht der Verstand sogar dem Gefühl im Weg oder ignoriert die Botschaften des Körpers.

Verglichen mit unserem Denken und der Bedeutung, die wir ihm beimessen, ist die Fähigkeit der bewussten und differenzierten Körperwahrnehmung bei vielen Menschen eher schwach ausgeprägt, manchmal regelrecht abgeschnitten. Allerdings lässt sich dieses Bewusstsein wieder trainieren – zum Glück. Regelmäßige Meditation, in der einfach nur das Körperempfinden und der Atem beobachtet werden, sind sehr hilfreich, um genauer in uns hineinzuspüren – besonders im Alltag, wo alles oft sehr schnell geht und uns unsere emotionalen Reaktionen auf zwischenmenschliche Begegnungen nicht selten erst im Nachhinein bewusst werden.

Wenn wir beginnen, die körperliche Ebene der Wut in uns zu erforschen, werden wir spannende Reaktionen und Impulse unseres Körpers entdecken: Die Muskeln spannen sich an, wir ballen die Fäuste und ziehen die Augenbrauen zusammen. Wut versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, er schüttet die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus. Der Puls klettert in die Höhe, und der Blutdruck steigt. Unser Körper begibt sich in den gleichen Angriffs- und Verteidigungsmodus, den wir auch bei Tieren beobachten können – bei ihnen allerdings ungebremster. Wenn zum Beispiel zwei Hunde miteinander kämpfen, fletschen sie die Zähne, knurren laut, und man sieht ihre Körperspannung. Betrachtet man zwei Menschen, die eine Auseinandersetzung haben, sieht man auch meist deutlich, dass sie den Oberkörper vorlehnen, die Energie in die oft gestikulierenden Arme zieht, und man hört, wie die Streitenden die Stimme anheben. Allerdings bleibt meist der körperliche Kampf aus – was ja auch sinnvoll ist, nur: .

Den Körper entladen

Nicht umsonst sagen wütende Menschen Sätze wie »Ich muss mich abreagieren« oder »Ich bin so geladen«. Der Weisheit des Körpers und seinem Bedürfnis auf gesunde Weise zu folgen ist der Schlüssel zur Selbstregulation.

Das folgende Protokoll einer therapeutischen Sitzung beschreibt, wie das bewusste Körpererleben, Wahrnehmen und Ausdrücken der eigenen Impulse in einer solchen Situation einen heilsamen, vervollständigenden Effekt hat.

Patricia ist Leiterin einer sozialen Einrichtung und erlebt dort seit Monaten eine sehr unangenehme Mobbingsituation. Sie beschreibt den Zustand am Arbeitsplatz wie einen Krieg, in dem sich zwei Fronten gebildet haben. Ihre Assistentin enthält ihr Unterlagen vor, die sie für ihre Arbeit braucht – was sie verständlicherweise sehr wütend macht.

P. sitzt auf einem Stuhl im Therapieraum und denkt an ihre mobbende Mitarbeiterin. Ich sehe, wie sich ihre Hände zu Fäusten ballen und ihr Kiefer sich anspannt.

.

P.s Augen sind verengt und blitzen.


Stefanie Carla Schäfer ist Somatic-Experiencing Practicioner. Es ist ihr Herzensanliegen, Menschen auf dem Weg zu ihrer Lebendigkeit, inneren Kraft und Verbundenheit zu unterstützen. Sie ist Autorin von »Selbstliebe macht stark«, »NOW! Mit Freude den eigenen Weg gehen« und »NOW! Im Einklang mit dem Gesetz der Anziehung«.



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