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Schindler / Abt-Mörstedt / Stieglitz | Flugangst und Flugphobie | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 78, 99 Seiten

Reihe: Fortschritte der Psychotherapie / Manuale für die Praxis

Schindler / Abt-Mörstedt / Stieglitz Flugangst und Flugphobie


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-8409-2864-2
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, Band 78, 99 Seiten

Reihe: Fortschritte der Psychotherapie / Manuale für die Praxis

ISBN: 978-3-8409-2864-2
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Flugangst und Flugphobie sind weit verbreitet und können in der heutigen globalisierten Welt zu erheblichem Leidensdruck führen. Das Buch informiert über den aktuellen Forschungsstand zu Flugangst und Flugphobie und erläutert das diagnostische und therapeutische Vorgehen.
Der Band beschreibt die Störung und integriert aktuelle Erkenntnisse der ätiologischen Forschung in einem Erklärungsmodell zur Entstehung der Flugphobie. Zudem liefert er eine ausführliche Anleitung zur Diagnostik einer Flugphobie und stellt das konkrete Vorgehen in der Psychotherapie praxisorientiert vor. Den Patientinnen und Patienten werden Strategien gegen Flugangst auf der Ebene des Körpers, der Gedanken und des Verhaltens vermittelt. Zahlreiche Fallbeispiele und Arbeitsmaterialien veranschaulichen die Vorgehensweise. Da für viele Patientinnen und Patienten mit Flugangst Informationen zur Sicherheit des Fliegens ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Therapie sind, widmet sich ein Abschnitt auch Fragen zur Technik und Sicherheit des Fliegens. Das Vorgehen bei einer Exposition in vivo wird anhand von Fallbeispielen Schritt für Schritt illustriert.

Schindler / Abt-Mörstedt / Stieglitz Flugangst und Flugphobie jetzt bestellen!

Zielgruppe


Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinische Psychologen, Psychologische Berater, Sozialpädagogen, Studierende und Lehrende in der psychotherapeutischen Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Weitere Infos & Material


1;Inhaltsverzeichnis;7
2;1Beschreibung der Störung;9
2.1;1.1Bezeichnung;9
2.2;1.2Definition und Symptomatik;10
2.3;1.3Epidemiologie;16
2.4;1.4Verlauf und Prognose;18
2.5;1.5Diagnostische und differenzialdiagnostische Einordnung;18
3;2Störungstheorien und -modelle;22
3.1;2.1Preparedness;22
3.2;2.2 Theorien zur Entstehung von Spezifischen Phobien;22
4;3 Diagnostik der Flugangst und Flugphobie;33
4.1;3.1Klassifikatorische Diagnostik;34
4.2;3.2Psychometrische Diagnostik;35
5;4Behandlung;42
5.1;4.1 Übersicht über spezifische Therapiemethoden;43
5.2;4.2 Leitfaden für die psychotherapeutische Behandlung;45
5.3;4.3Wirksamkeit der Methoden;63
5.4;4.4Medikamentöse Behandlung;66
5.5;4.5Probleme bei der Durchführung;68
6;5Fallbeispiel;71
7;6Weiterführende Literatur;74
8;7Literatur;76
9;8Kompetenzziele und Prüfungsfragen;83
10;9Anhang;86
11;Karte 1: Störungsspezifisches Interview zur Flugangst und Flugphobie;98
12;Karte 2: 10 Fakten, die gegen Flugangst sprechen;99


1 Beschreibung der Störung

1.1 Bezeichnung

Fallbeispiel: Frau S.

Frau S. ist 49 Jahre alt, verheiratet und Mutter. Bis zum Alter von 37 Jahren konnte sie problemlos fliegen und unternahm viele Reisen um die ganze Welt. Begonnen habe die Flugangst vor 12 Jahren, nach einem Rückflug von Amsterdam nach Zürich, den sie mit ihren beiden kleinen Kindern antrat: Ein Triebwerk explodierte, was zu einem Knall und zu einer vorzeitigen Landung in Frankfurt führte. Trotz mindestens einmal jährlichen Fliegens habe sich ihre Flugangst in den letzten Jahren verstärkt. Sie sei seit dem Ereignis nie mehr allein geflogen und habe insbesondere eine kaum aushaltbare steigende Erwartungsangst vor dem Flug. Angebote für berufliche Flüge lehne sie seither auch konsequent ab, da sie nur noch mit ihrer Familie fliege. Während der Flüge leide sie unter Todesangst, sitze angespannt in ihrem Sitz und spüre die typischen Angstsymptome, wie Herzrasen, Schweißausbrüche und Appetitlosigkeit. Auch höre sie aufmerksam auf jede Veränderung der Fluggeräusche und beobachte immer wieder, ob Tragflächen und Triebwerke noch in Ordnung sind. Schon bei leichten Turbulenzen gerate sie in Panik und rechne mit dem Absturz des Flugzeugs. In letzter Zeit habe sich die Angst auf andere Situationen ausgebreitet: Sie habe zunehmend Angst vor Autoreisen und lasse auch andere Familienmitglieder nicht mehr allein fliegen. Frau S. meldet sich für eine Behandlung ihrer Flugangst, da in etwa zwei Monaten eine große Ferienreise mit der Familie in die USA bevorsteht.

Flugangst, wie die von Frau S., ist weit verbreitet. Viele Menschen fürchten sich, wenn während eines Fluges Turbulenzen auftreten und leiden darunter, dass sie im Flugzeug die Kontrolle abgeben müssen. Häufig handelt es sich dabei um vorübergehende Ängste. Der Übergang von einer Flugangst zur lebenseinschränkenden Flugphobie ist oft fließend.

Das Fallbeispiel zeigt ein typisches Erscheinungsbild einer Flugphobie: Viele Menschen fliegen vor Beginn ihrer Phobie problemlos. Häufig wird eine Flugphobie dann durch ein schlechtes Flugerlebnis ausgelöst. Es entwickelt sich aufgrund dieser negativen Erfahrung eine erhöhte Erwartungsangst und im Flugzeug werden alle Geräusche und Bewegungen ängstlich beobachtet. So kann es auch bei weiteren Flügen oft nicht zu einer Habituation kommen: Jeder Flug wird in ängstlicher Erwartung und oft auch Todesangst „durchgestanden“ und verstärkt das Gefühl, die Angst nicht kontrollieren zu können. Das führt dazu, dass die Flugangst oft über die Jahre zunimmt, auch wenn sich viele Menschen mit Flugangst immer wieder ihrer Angst stellen. Viele Betroffene versuchen sich durch die Einnahme von Medikamenten oder Alkohol zu helfen. Wenn die Belastung durch die Angst zu groß wird, wird das Fliegen oft ganz vermieden.

Die totale Vermeidung des Fliegens kann aber in der heutigen Gesellschaft zu Problemen führen, insbesondere wenn im Berufsleben Flüge zu geschäftlichen Treffen notwendig sind. Aber auch im Privatleben wird es immer schwieriger, sich dem Fliegen ganz zu verweigern. Der Besuch von Angehörigen in weit entfernten Ländern wird in der globalisierten Welt immer üblicher. Auch negative Auswirkungen auf die Familie und familiäre Spannungen aufgrund der Flugphobie sind häufig, da u. a. gemeinsame Ferienreisen nicht mehr möglich sind und Flüge anderer Familienmitglieder verboten werden.

1.2 Definition und Symptomatik

Während die Flugangst im Volksmund ein breites Spektrum an Ängsten im Flugzeug, von leichten Ängsten bei Start, Landung und Turbulenzen, bis hin zu schweren Ängsten schon Wochen vor einem bevorstehenden Flug, umfasst, wird die Flugphobie im klinischen Sinn enger durch verschiedene diagnostische Kriterien aktueller Klassifikationssysteme wie ICD-10 und DSM-5 definiert. Man könnte die Flugphobie dabei als starke Ausprägung einer nicht pathologischen Flugangst sehen, welche zu starken Beeinträchtigungen im Leben Betroffener führt.

1.2.1 Diagnostische Kriterien der Flugphobie nach ICD-10 und DSM-5

Zur Diagnostik einer Flugphobie können sowohl die Internationale Klassifikation psychischer Störungen (aktuelle Version: ICD-10) der World Health Organisation (WHO), als auch das Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen (aktuelle Version: DSM-5) der American Psychiatric Association (APA) genutzt werden. Die Störung wird in beiden Klassifikationssystemen als eine Form der „Spezifischen Phobie“ bezeichnet.



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