Schirr | Fürbitten als religiöse Performance | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 70, 416 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm

Reihe: Arbeiten zur Praktischen Theologie (APrTh)

Schirr Fürbitten als religiöse Performance

Eine ethnographisch-theologische Untersuchung in drei kontrastierenden Berliner Gottesdienstkulturen
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-374-05417-6
Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Eine ethnographisch-theologische Untersuchung in drei kontrastierenden Berliner Gottesdienstkulturen

E-Book, Deutsch, Band 70, 416 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm

Reihe: Arbeiten zur Praktischen Theologie (APrTh)

ISBN: 978-3-374-05417-6
Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Gängige Gottesdiensttheorien sehen Fürbitten heute als Akt, den die Gemeinde im Priestertum aller Gläubigen ausübt. Sie bescheinigen den Fürbitten zugleich Verfallserscheinungen wie Didaktisierung, Homiletisierung oder Pastoralisierung. Dabei lassen sich in der urbanen liturgischen Landschaft zunehmend hybride oder migrantische Gemeinden mit neuen Vielfalten an Gebetspraktiken beobachten. Angesichts dessen erarbeitet die vergleichende Studie ethnographisch das implizite und explizite Wissen von Gott, das hinter fürbittender Kooperation von Menschen ganz unterschiedlicher urbaner Gemeinden steckt. Eine neue Sicht auf Fürbitten als Performance weitet den Blick auf die Aktivitäten aller Anwesenden und fokussiert, was zwischen ihnen bisher ungesehen auch körperlich und akustisch geschieht. [Interceding as Religious Performance. An Ethnographical-Theological Analysis of Three Contrasting Worship Cultures in Berlin] Current German liturgical scholarship renders the act of interceding as a pivotal means of participation. Here the congregation is seen and heard. At the same time, it is anticipated that this sovereignty of interceding as an act of the congregation is increasingly threatened by a pastoral takeover, that turns public prayer into minor homilies or lectures. Meanwhile, under the scholarly radar, today's urban liturgical landscape is pervaded by a new diversity of intercessory prayer styles. In view of this, a comparative ethnographic study of contrasting worship cultures fleshes out the rich knowledge of God that comes with different ways to intercede. Approaching intercessory prayers as performance exposes yet unseen acoustic and corporeal phenomena of cooperation between everyone present.

Bertram J. Schirr, Dr. theol., Jahrgang 1982, studierte ev. Theologie in Berlin, Greifswald, Oxford und Göttingen. Er ist Vikar der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, Mitglied der Graduiertenschule für Geisteswissenschaften Göttingen und der Societas Liturgica, 2017 wurde er an der Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen mir der vorliegenden Arbeit promoviert.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Cover;1
2;Titel;5
3;Impressum;6
4;Vorwort;7
5;Inhalt;9
6;Einleitung, Untersuchungsgegenstand und Problemstellung;15
7;1. Liturgietheoretische Fragestellungen und Forschungsstand;21
7.1;1.1 Manfred Josuttis – Methoden und Machtverhältnisse des Betens;23
7.2;1.2 Michael Meyer-Blanck – Fu?rbitten als Inszenierung und Mimesis;25
7.3;1.3 David Plu?ss – Von Inszenierung zur Performance;27
7.4;1.4 Ursula Roth – Die Theatralität und chorische Qualität des Betens;31
7.5;1.5 Transformationsprozesse durch Pluralisierung;34
7.6;1.6 Fu?rbitten empirisch;39
8;2. Theorien der Performance;53
8.1;2.1 Theorien der Performance – ein Überblick;53
8.1.1;2.1.1 Performance Studies – Richard Schechner und Victor Turner;55
8.1.2;2.1.2 Erika Fischer-Lichte – Performance als Auffu?hrung und Herstellung von ›Gemeinschaft‹;55
8.1.3;2.1.3 Kai van Eikels – Performance als Ausfu?hrung;58
8.2;2.2 Ergänzungen – Performance, Technik und Zitationalität;61
8.2.1;2.2.1 Marcel Mauss – Techniken des Körpers;62
8.2.2;2.2.2 Citationality und Iterability – Zitierte Techniken der Performance;66
9;3. Eigene Fragestellung und Hypothesen;71
9.1;3.1 Aufnahme des liturgietheoretischen Forschungsstands;71
9.2;3.2 Aufnahme aus der Theorie der Performance und ihrer Erweiterung;73
9.3;3.3 Forschungsfrage und Hypothesen;76
10;4. Methoden und Feldzugang;81
10.1;4.1 Der empirische Zugriff auf Techniken der Zusammenarbeit durch Ethnographie;81
10.2;4.2 Zur ›Theologizität‹ und der Theologischen Reflexion der Untersuchung;90
10.3;4.3 Forschungsfelder;94
11;5. Fu?rbitten in gemeinsamer Agitation – International Christian Salvation Church;99
11.1;5.1 Szenen der Beschreibung kollektivierender Techniken;99
11.1.1;5.1.1 Fu?rbitten zu Beginn des Gottesdienstes;99
11.1.2;5.1.2 Gebetsleitung durch Gemeindeglieder;109
11.1.3;5.1.3 Impromptu-Beten fu?r andere und fu?reinander;114
11.1.4;5.1.4 ›Eskalation‹ des Betens fu?r andere bei einer ›Child Dedication‹;120
11.2;5.2 Interpretation: Koordiniertes Handeln in den Fu?rbitten;123
11.2.1;5.2.1 Körperformierung;123
11.2.2;5.2.2 Kollektivierung durch Zitierungen;134
11.2.3;5.2.3 Anleitung und Widerstand: Verhandlung von Zusammenarbeit zwischen Leitenden und Betenden;143
11.2.4;5.2.4 Koordination durch Gottesbezug;157
11.2.5;5.2.5 Koordinierende Re-Präsentation von Anliegen;166
12;6. Fu?rbitten gemeinsam, individuiert und entspannt – Kirche fu?r Berlin;175
12.1;6.1 Szenen der Beschreibung kollektivierender Techniken;175
12.1.1;6.1.1 Erste Szene: Ankommen;175
12.1.2;6.1.2 Szenenfolgen von Fu?rbitten;180
12.2;6.2 Interpretation: Koordiniertes Handeln in den Fu?rbitten;191
12.2.1;6.2.1 Körperformierung;192
12.2.2;6.2.2 Kollektivierende Zitierungen;202
12.2.3;6.2.3 Anleitung und Widerstand: Verhandlung von Zusammenarbeit zwischen Leitenden und Betenden;212
12.2.4;6.2.4 Kollektivierung durch Herstellen von Gottesbezu?gen;223
12.2.5;6.2.5 Kollektivierung durch Re-Präsentation von Notsituationen;231
13;7. Fu?rbitten in gemeinsamereinheitlicher Anspannung – Jeremiasgemeinde;243
13.1;7.1 Szenen der Beschreibung kollektivierender Techniken;243
13.1.1;7.1.1 Sequenzfolge Ankommen;243
13.1.2;7.1.2 Szenenfolge: Gemeinsam Aufstehen und geteilte Haltung;246
13.1.3;7.1.3 Szene: Kollektivbildung durch Vergegenwärtigung Notleidender;251
13.1.4;7.1.4 Szenenfolge: Kollektivierung in Responsorien und Experimenten;255
13.2;7.2 Interpretation: Koordiniertes Handeln in den Fu?rbitten;261
13.2.1;7.2.1 Körperformierung;262
13.2.2;7.2.2 Koordination kollektiver Handlungen durch Zitierungen;273
13.2.3;7.2.3 Das Aushandeln des Ablaufs kollektiven Handelns in den Fu?rbitten zwischen Leitenden und Betenden;280
13.2.4;7.2.4 Die Koordination kollektiven Handelns durch Gottesbezug;292
13.2.5;7.2.5 Koordination von Betenden durch Vergegenwärtigung Notleidender;300
14;8. Vergleiche kollektivierender Techniken der drei Gemeinden;313
14.1;8.1 Gottesbezu?ge in Mikrointeraktionen der Gemeinde ›vor der Bu?hne‹;314
14.1.1;8.1.1 Zwei Ebenen der Interaktion: Dominante und subdominante Gottesanrufungen und -lokalisierungen;314
14.1.2;8.1.2 Mikrointeraktionale Techniken der Gottesannäherung durch Klang;316
14.1.3;8.1.3 Mikrointeraktionale Gottesannäherung durch Techniken der Bewegung;321
14.1.4;8.1.4 Vor Gott agieren und zugleich göttliche Gegenwart steigern;324
14.1.5;8.1.5 Abweichende Mikrointeraktionen und theologisches Körperwissen;327
14.2;8.2 Organisation von Widerständen und Abbru?chen durch die Gemeinden;331
14.2.1;8.2.1 Bearbeitung von Widerständen des Körpers;331
14.2.2;8.2.2 Bearbeitung von Widerstand zwischen Körpern;332
14.2.3;8.2.3 Theonome Körperdiplomatie;333
14.2.4;8.2.4 Die ›Fu?nfte Wand‹: Die Barriere zu Gott als Relativierung menschlicher Differenz;334
14.3;8.3 Fu?rbitten als Lehr- und Lernprozesse;335
14.3.1;8.3.1 ›Eingefleischte Vorurteile‹ und Vergleichen am eigenen Körper;336
14.3.2;8.3.2 Lernen durch Hybridisieren;337
14.3.3;8.3.3 Lehren und Lernen in den Fu?rbitten aus Teilnehmendenperspektive;339
14.3.4;8.3.4 Responsorien als Vermittlungsmethode;341
14.4;8.4 Integration der Vielfalt an Gottesanrufungen der Gemeinde;343
14.4.1;8.4.1 Integration durch ›deckelnde‹ Rahmung;344
14.4.2;8.4.2 Integration durch Kombination;345
14.4.3;8.4.3 Integration durch indirekte Auffu?hrung;348
14.4.4;8.4.4 Integration durch Ummantelung und Mehrdeutigkeit;349
14.4.5;8.4.5 Integration durch Re-Präsentation;352
15;9. Ergebnisse;353
15.1;Thesenkomplex I: ›Horizontale‹ Koordination;354
15.1.1;9.1 Koordination durch Körperformation;354
15.1.1.1;9.1.1 Körperliche Koordination durch materielle Inszenierung;354
15.1.1.2;9.1.2 Körperformierung durch Leitende;355
15.1.1.3;9.1.3 Selbstorganisierte Koordination der Anwesenden durch Klang und Bewegung;356
15.1.2;9.2 Koordination durch Zitierungen von Techniken;358
15.1.2.1;9.2.1 ›Gemischte Affordanzen‹: Überblendung von Zitierungen in der materiellen Inszenierung;359
15.1.2.2;9.2.2 Koordinierende Irritation durch Zitierung und Hybridisierung;360
15.1.2.3;9.2.3 Zitierung und Hybridisierung;361
15.1.3;9.3 Zusammenarbeit zwischen Anleitung und Widerstand;362
15.1.3.1;9.3.1 Anleitungstechniken;363
15.1.3.2;9.3.2 Widerstände der Betenden gegen die Leitenden;367
15.1.3.3;9.3.3 Neue Positionen und Beteiligungsmuster der Interaktion;369
15.2;Thesenkomplex II: Koordination durch Vergegenwärtigungen von Gott und Menschen in Not;371
15.2.1;9.4 Kollektivierende Bezu?ge zu göttlicher Gegenwart;371
15.2.1.1;9.4.1 Gottes Gegenwart durch Kollaboration vieler Körper auffu?hren: Das Herstellen von Gottesbezu?gen durch die Betenden;371
15.2.1.2;9.4.2 Unverfu?gbarkeiten Gottes hinter der ›Fu?nften Wand‹;375
15.2.1.3;9.4.3 Deutung der Erzeugung göttlicher Gegenwart durch Betende;375
15.2.2;9.5. Zusammenarbeit durch die Vergegenwärtigung von Menschen in Not;377
15.2.2.1;9.5.1 Körperliche und sprachliche Repräsentation anderer;377
15.2.2.2;9.5.2 Verku?rzte Zitierungen der Notsituationen fu?r Zusammenarbeit der Anwesenden;379
15.2.2.3;9.5.3 Die Reichweite der Anliegen in Übertragung der Erfahrungswelt der Teilnehmenden;379
15.3;Thesenkomplex III: Integration von Differenz und Pluralisierung durch Gottesbezu?ge;380
15.3.1;9.6 ›Horizontale‹ Integration der Differenz zwischen Betenden durch Gottesbezu?ge;380
15.3.1.1;9.6.1 Differenz und Kooperation;381
15.3.1.2;9.6.2 Integration von Unterschieden durch Erzeugen u?berwindbarer Differenzen;381
15.3.1.3;9.6.3 Integration von Differenzen durch Kombination von Techniken;382
15.3.1.4;9.6.4 Abbruch vor Gott als Relativierung menschlicher Differenz;383
15.3.1.5;9.6.5 Theonome Körperdiplomatie arrangiert Differenzen;384
15.3.2;9.7 ›Vertikale‹ Integration einer Vielheit an Gottesbildern und -anrufungen durch das Herstellen offener Gottesbezu?ge;385
15.3.2.1;9.7.1 Leitendenstrategien der Integration diverser Gottesinteraktionen;386
15.3.2.2;9.7.2 Ummantelung und Vermischung: Gemeinsame Herstellung eines offenen Gottesbezugs durch indirekte Auffu?hrung durch Leitende und Betende;388
15.3.2.3;9.7.3 Lehren und Lernen von Körperwissen: Integration von Vielfalt der Gottesinteraktion durch Betende;389
15.3.3;9.8 Fazit: Fu?rbitten als Kollaboration der Gemeinde;391
15.3.4;9.9 Praxisimpulse;398
15.3.5;9.10 Spuren und Fäden: Ausblicke und Anknu?pfungmöglichkeiten;399
16;Übersicht u?ber gefu?hrte Interviews;403
17;Bibliographie;405


Schirr, Bertram J.
Bertram J. Schirr, Dr. theol., Jahrgang 1982, studierte ev. Theologie in Berlin, Greifswald, Oxford und Göttingen. Er ist Vikar der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, Mitglied der Graduiertenschule für Geisteswissenschaften Göttingen und der Societas Liturgica, 2017 wurde er an der Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen mir der vorliegenden Arbeit promoviert.



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