Schläppi | Umbruch und Beständigkeit | Buch | 978-3-7965-2586-5 | www.sack.de

Buch, Deutsch, 106 Seiten, PB, Format (B × H): 155 mm x 225 mm, Gewicht: 248 g

Schläppi

Umbruch und Beständigkeit

Kontinuitäten in der Helvetischen Revolution von 1798
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-7965-2586-5
Verlag: Schwabe Basel

Kontinuitäten in der Helvetischen Revolution von 1798

Buch, Deutsch, 106 Seiten, PB, Format (B × H): 155 mm x 225 mm, Gewicht: 248 g

ISBN: 978-3-7965-2586-5
Verlag: Schwabe Basel


Konstantes in Zeiten des Umbruchs

Revolutionen markieren gemeinhin historische Umbrüche. Doch wie verhalten sich in Zeiten des Umbruchs die beteiligten Akteure? Was geschieht mit bestehenden staatlichen Einrichtungen? In welchen Kategorien denken die einfachen Leute?

Der vorliegende Band befasst sich mit der markantesten Zäsur der Schweizer Geschichte, der Helvetischen Revolution von 1798. Das Interesse zielt dabei aber weniger auf das Neue und Revolutionäre, sondern liegt vielmehr auf der Kontinuität von Hergebrachtem in einem Moment beschleunigten politischen und sozialen Wandels. Neben einem Exposé mit methodisch-heuristischem Fokus präsentieren vier empirische Fallstudien ausgewiesener Fachleute überraschende Fakten und Interpretationen zur Beständigkeit von Ideen, Institutionen und Individuen:

So erkannten und nutzten traditionelle Standeseliten die Revolution als Chance zum längerfristigen Machterhalt. Im politischen Alltagshandeln hielten einfache Leute an über Generationen etablierten Strategien fest und verwendeten hergebrachte Kanäle der impliziten Partizipation über Petitionen, um sich und ihren persönlichen Anliegen auch bei neuen Machthabern Gehör zu verschaffen. Gleichzeitig konnte ein in kürzester Zeit geschaffenes Staatswesen nicht auf vordergründig überkommene Institutionen und die vom verdrängten Vorgängerregime geerbten Fachkräfte verzichten. Selbst die modische Staatsideologie bildete die dirigistischen Modelle ab, wie sie die Vergangenheit konzipiert und in anderen Gegenden Europas bereits umgesetzt hatte. Die Führerfiguren der Helvetik bezweckten mit ihrer Politik nicht die Herbeiführung eines 'demokratischen' Zeitalters. Vielmehr profilierten sie sich als zum Scheitern verurteilte Vollstrecker reformabsolutistischer Visionen.

Wilhelm Tell mit Sohn auf der helvetischen Trikolore – das Bild auf dem Umschlag – steht sinnbildlich für diese merkwürdige Mixtur von Alt und Neu.

Inhalt:

Daniel Schläppi, Die Helvetik (1798–1803) – Neue Ansätze zum Verhältnis von Wandel und Kontinuität anhand von Sondierbohrungen an einer paradigmatischen Epochenschwelle

Danièle Tosato-Rigo, La continuité par la révolution? L’exemple du canton du Léman

Andreas Würgler, Kontinuität und Diskontinuität zwischen Ancien Régime und Helvetischer Republik am Beispiel der Bittschriften

Andreas Fankhauser, Die 'Staats=Machine' der Helvetischen Republik. Institutionelle und personelle Kontinuität innerhalb eines revolutionären Verwaltungsapparats

André Holenstein, Die Helvetik als reformabsolutistische Republik

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Der Herausgeber

Daniel Schläppi hat an der Universität Bern Geschichte, Literatur und Philosophie studiert und 2000 promoviert. Heute arbeitet er in Berlin, Bern und Münster an seinem vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Habilitationsprojekt: Gemeinbesitz, kollektive Ressourcen und die politische Kultur der alten Eidgenossenschaft (17. und 18. Jahrhundert).



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