Schlichting / Damag | Essen - Trinken - Verdauen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 136 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm

Schlichting / Damag Essen - Trinken - Verdauen

Förderung, Pflege und Therapie bei Menschen mit schwerer Behinderung, Erkrankung und im Alter
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-456-95342-7
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Förderung, Pflege und Therapie bei Menschen mit schwerer Behinderung, Erkrankung und im Alter

E-Book, Deutsch, 136 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 240 mm

ISBN: 978-3-456-95342-7
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Im Alltag von Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen spielen Essen und Trinken, sowie Ernährung und Essenszeiten eine zentrale Rolle. Angesprochen werden Menschen mit Mehrfachbehinderungen, Menschen im Wachkoma und Menschen mit kognitiven Behinderungen wie Demenz. Das Praxishandbuch · benennt Probleme des Essens und Trinkens bei Menschen mit schweren Beeinträchtigungen und zeigt Ursachen auf · gibt umfassende praktische Hilfen bei Menschen mit sensorischen und motorischen Problemen, bei Schluckstörungen, Aufstossen, Übelkeit sowie bei Mangel- und Unterernährung · nennt Hilfsmittel hinsichtlich der Körperhaltung und Positionierung und zeigt Fördermöglichkeiten auf bezüglich der Technik des Essens- und Trinkenreichens, der Verdauungsförderung, der Basalen Stimulation sowie der Sondenernährung · berücksichtigt interdisziplinäre Sichtweisen von Pädagogik, Pflege und Therapie sowie die Biografie des Betroffenen und die Zusammenarbeit mit Angehörigen bei der Förderplanung. Aus dem Inhalt: · Entwicklungsphysiologische und-psychologische Grundlagen des Essens, Trinkens und Schluckens bezüglich Schluckstörungen, Aspiration, Reflux und Erbrechen · Möglichkeiten der Diagnostik · Möglichkeiten der Förderung wie Haltung und Positionierung, Vorbereitung des Mundbereiches sowie motorische und sensorische Förderung · Förderung im institutionellen Alltag durch Gestaltung von Essenssituationen, gemeinsames Kochen und Rituale.

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Zielgruppe


Pflegepraktiker, Heilerziehungspfleger, Sonderpädagogen, Heilpädagogen, Trainer f. Basale Stimulation

Weitere Infos & Material


1;Essen — Trinken — Verdauen;1
1.1;Inhaltsverzeichnis;6
1.2;Vorwort;10
2;1. Einleitung;12
3;2. Entwicklungsphysiologische und -psychologische Grundlagen;14
3.1;2.1 Allgemeine Grundlagen;14
3.1.1;2.1.1 Essen;14
3.1.2;2.1.2 Trinken;14
3.1.3;2.1.3 Schlucken;15
3.1.4;2.1.4 Verdauung;15
3.2;2.2 Organische Voraussetzungen;17
3.2.1;2.2.1 Mund-, Nasen- und Rachenraum;17
3.2.1.1;2.2.1.1 Mund- und Mundhöhle;19
3.2.1.2;2.2.1.2 Gesichtsmuskulatur;22
3.2.1.3;2.2.1.3 Zunge;22
3.2.1.4;2.2.1.4 Riechen und Schmecken;23
3.2.1.5;2.2.1.5 Speichel;25
3.2.2;2.2.2 Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien;26
3.2.3;2.2.3 Speiseröhre;27
3.2.4;2.2.4 Schlucken;30
3.2.5;2.2.5 Der Magen;33
3.2.6;2.2.6 Der Darm;34
3.2.6.1;2.2.6.1 Der Du?nndarm;34
3.2.6.2;2.2.6.2 Der Dickdarm;35
3.2.7;2.2.7 Die Verdauung;36
3.3;2.3 Entwicklung des Essens, Trinkens und Schluckens;37
3.3.1;2.3.1 Vorgeburtliche Entwicklung;37
3.3.2;2.3.2 Die ersten Lebensmonate;38
3.3.3;2.3.3 Anatomische Besonderheiten und Veränderungen während des Wachstums;42
3.3.4;2.3.4 Bedeutung des Zusammenspiels von Händen, Fu?ßen und Mund;44
3.3.5;2.3.5 Aspekte der Kommunikation;45
3.3.6;2.3.6 Auftreten von Reflexen in der kindlichen Entwicklung;46
3.3.7;2.3.7 Entwicklung der Verdauung und Ausscheidung;50
4;3. Probleme beim Essen, Trinken und Verdauen;52
4.1;3.1 Ursachen und Probleme im Laufe des Lebens;52
4.1.1;3.1.1 Kinder;52
4.1.2;3.1.2 Erwachsene;53
4.1.3;3.1.3 Alte Menschen;54
4.2;3.2 Erkrankungen und Veränderungen im Mundraum;54
4.3;3.3 Schluckstörungen und Aspiration;55
4.4;3.4 Speichelfluss;57
4.5;3.5 Wu?rgen;57
4.6;3.6 Zähneknirschen;58
4.7;3.7 Tracheotomie;58
4.8;3.8 Sondenernährung;59
4.8.1;3.8.1 Nasogastrale Sonde;60
4.8.2;3.8.2 PEG-Sonde;61
4.8.3;3.8.3 Austauschsonden;61
4.8.4;3.8.4 Arten von Sondenkost;63
4.8.5;3.8.5 Applikation von Sondenkost;64
4.8.6;3.8.6 Medikamentengabe u?ber die Sonde;64
4.9;3.9 Reflux;64
4.10;3.10 Erbrechen;65
4.11;3.11 Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien;66
4.12;3.12 Mangel- und Unterernährung;67
4.13;3.13 Flu?ssigkeitsmangel;68
4.14;3.14 Diarrhö;70
4.15;3.15 Obstipation;71
5;4. Möglichkeiten der Diagnostik;74
5.1;4.1 Medizinisch-pflegerische Anamnese;74
5.2;4.2 Biografische Anamnese;75
5.3;4.3 Beobachtung;76
5.4;4.4 Endoskopische Untersuchung;76
5.5;4.5 Dokumentation;78
6;5. Kooperation mit Angehörigen und verschiedenen Berufsgruppen;80
6.1;5.1 Kooperation mit Eltern und Angehörigen;80
6.2;5.2 Kooperation im Team;80
6.2.1;5.2.1 Interdisziplinäre Zusammenarbeit an Einrichtungen;81
6.2.2;5.2.2 Transdisziplinarität;82
7;6. Konzepte zur Unterstu?tzung des Essens, Trinkens und Schluckens;84
7.1;6.1 Konzepte aus Therapie und Pflege;84
7.2;6.2 Pädagogische Konzepte;85
8;7. Möglichkeiten pädagogischer, pflegerischer und therapeutischer Förderung;88
8.1;7.1 Allgemeine Vorbemerkungen zur Förderung am Mund;88
8.2;7.2 Positionierung – Grundvoraussetzungen;89
8.3;7.3 Aufbereitung der Speisen und Getränke;92
8.4;7.4 Vorbereitung und Angebote fu?r den Mundbereich;93
8.4.1;7.4.1 Somatische und vibratorische Angebote am und im Mund;94
8.4.2;7.4.2 Angebot mit Eis;95
8.4.3;7.4.3 Kausäckchen;96
8.4.4;7.4.4 Schwammstäbchen;97
8.5;7.5 Techniken und Hilfsmittel fu?r das Essen und Trinken;97
8.5.1;7.5.1 Hilfstechniken fu?r das Essen;97
8.5.2;7.5.2 Hilfsmittel zur Unterstu?tzung des Essens;99
8.5.3;7.5.3 Hilfen und Hilfsmittel zur Unterstu?tzung des Trinkens;99
8.5.4;7.5.4 Angebote im Mundbereich bei Sondenernährung;101
8.6;7.6 Hilfen bei besonderen Schwierigkeiten;101
8.6.1;7.6.1 Zähneknirschen;101
8.6.2;7.6.2 Angebote bei starkem Kieferschluss;102
8.7;7.7 Zähne und Zahnpflege;102
8.8;7.8 Entwöhnung von der Trachealkanu?le;103
8.9;7.9 Sondenentwöhnung;103
8.10;7.10 Atemunterstu?tzung;104
8.11;7.11 Maßnahmen bei Mangelernährung und Flu?ssigkeitsmangel;105
8.11.1;7.11.1 Mangelernährung;105
8.11.2;7.11.2 Flu?ssigkeitsmangel;107
8.12;7.12 Besondere Problemlagen im Alter und bei Demenz;107
8.13;7.13 Maßnahmen bei Reflux;108
8.14;7.14 Hilfe bei Obstipation;108
8.15;7.15 Hilfe bei Diarrhö;110
8.16;7.16 Spezielle Probleme bei Inkontinenz;111
8.17;7.17 Pädagogische Aspekte des Essens, Trinkens und der Verdauung;112
8.17.1;7.17.1 Kultur und Rituale leben;113
8.17.2;7.17.2 Identität entwickeln;114
8.17.3;7.17.3 Wahrnehmen mit allen Sinnen;114
8.17.4;7.17.4 Kompetenzen erwerben und Selbstständigkeit fördern;116
8.17.5;7.17.5 Kommunikation fördern und Selbstbestimmung ermöglichen;116
9;8. Ethische Problemfelder;120
9.1;8.1 Ethische Fragen bei Nahrungs- und Flu?ssigkeitsverweigerung;120
9.2;8.2 Ethische Fragen zur Abhängigkeit beim «Essen reichen»;121
9.3;8.3 Ansprechende Aufbereitung der Nahrung;122
9.4;8.4 Ethische Fragen bei Sondenernährung;122
9.4.1;8.4.1 Spezielle Aspekte der Sondenernährung bei alten Menschen;124
9.4.2;8.4.2 Ethische Gestaltung bei Sondenernährung;125
9.5;8.5 Intimsphäre beachten bei Verdauung und Ausscheidung;125
10;Ein Wort zum Schluss;128
11;Literaturverzeichnis;130
12;Autorinnenverzeichnis / Sachwortverzeichnis;134
12.1;Sachwortverzeichnis;135


3. Probleme beim Essen, Trinken und Verdauen (S. 51-52)

3.1 Ursachen und Probleme im Laufe des Lebens In diesem Kapitel sollen Probleme beim Essen und Trinken bei den verschiedenen Personengruppen umfassend erläutert werden. Grundsätzlich können Störungen des Essens, Trinkens Schluckens und der Verdauung die verschiedensten Ursachen haben, z. B.:
•• psychische Erkrankungen (z. B. Magersucht oder Essphobien) neurologische Erkrankungen (z. B. nach Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Sauerstoffmangel)
•• neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit, Muskeldystrophien)
•• genetisch bedingte Erkrankungen onkologische Erkrankungen (z. B. Tumoren im Kopfbereich)
•• Erkrankungen des Alters (z. B. Bewegungs- und Mobilitätsstörungen, demenzielle Erkrankungen, einhergehend mit Wahrnehmungsstörungen)
•• Intoxikationen (Vergiftungen mit Verätzungen des Mund- und Rachenbereichs)
•• Infektionen der Mundhöhle und des Rachens (z. B. Soor, Pilzbefall, Mandelentzündungen).
Dabei kann es vorkommen, dass mehrere dieser Erkrankungen gemeinsam auftreten.

Im Folgenden sollen wesentliche Beeinträchtigungen und Erkrankungen herausgestellt werden, die häufig mit Störungen, des Essen, Trinkens und Schluckens bei Kindern, Erwachsenen und alten Menschen verbunden sind.

3.1.1 Kinder

Besonders häufig sind Störungen des Essens, Trinkens, Schluckens und Verdauens aufgrund von neurologischen Erkrankungen und deren Folgeerscheinungen. Eine große Gruppe bilden dabei Kinder, die aufgrund von extremer Frühgeburtlichkeit, genetischer Syndrome und weiterer peri- und postnataler Schäden von einer Zerebralparese betroffen sind. Aufgrund der neurologischen Veränderung haben diese Kinder meist Probleme mit der Spannung der Muskulatur, wie z. B. Spastiken, Hypotonien oder einem schwankenden Muskeltonus, was alle Vorgänge des Essens, Trinkens, Schluckens und Verdauens mehr oder weniger stark beeinflusst. Weiterhin können diese neurologischen Veränderungen zu Fehlbildungen im Mund- und Rachenraum führen. Tonusveränderungen können auch innere Organe in ihrer Funktion beeinflussen, wie z. B. Darmbewegungen oder Verschlussmechanismen im Magen-Darm-Trakt.

Eine weitere größere Gruppe sind Kinder, die aufgrund von neuromuskulären (genetischen, progredienten) Erkrankungen, wie z. B. Muskel Esgeschrittenen Stadien Störungen beim Essen, Trinken, Schlucken und Verdauen entwickeln. Diese Kinder können zuerst selbstständig essen, verlieren diese Fähigkeit jedoch durch den Verlauf der Erkrankung.

Andere Kinder haben einen Unfall und sind dann aufgrund einer Hirnverletzung (Schädel-Hirn- Trauma) oder eines Sauerstoffmangels (Hypoxie) schwer beeinträchtigt. Auch damit können Störungen des Essens, Trinkens und Schluckens einhergehen. Viele dieser Kinder beherrschten diese Tätigkeiten vor dem Unfall und brauchen nun Unterstützung um sie wieder zu erlernen. Kinder können auch an Tumoren erkranken, die ebenfalls verschiedene Störungen der Nahrungsaufnahme und des Verdauens mit sich bringen können.

Kinder mit schweren Behinderungen und Kinder, die extrem früh geboren wurden sowie Erkrankungen verschiedenster Ursachen können aufgrund der notwendigen (intensiv-)medizinischen Eingriffe, wie z. B. Beatmung, Sondierung und Absaugen, oder bei der Mundpflege traumatische Erfahrungen im Mund- und Rachenbereich gemacht haben. Den Betroffenen fehlen dann wichtige entwicklungspsychologische Erfahrungen, wie gestillt zu werden bzw. in den Armen der Mutter an einem Fläschchen zu saugen. Die normalerweise ruhige Zeit mit den Eltern, in der das Stillen und Versorgen des Kindes im Vordergrund steht und sich die Familienmitglieder aneinander gewöhnen und aufeinander einspielen, ist häufig aufgrund der notwenigen medizinischen Versorgung gestört und findet in der Routine des Klinikalltags statt. Unter Umständen brauchen sowohl das Kind als auch seine Eltern dann längere Zeit, um eine Bindung zueinander aufzubauen und zu gemeinsamen Alltags- und Pflegesituationen und somit auch zu einem «normalen» Essen zu finden. Gemeinsam ist allen Kindern mit Behinderungen und Erkrankungen, die Probleme mit dem Essen, Trinken, Schlucken und/oder Verdauen haben, dass sie und ihre Eltern oft einen langen und beschwerlichen Weg hinter sich haben, der mit Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten verbunden ist. Dieser Weg sollte durch eine sensible, individuelle und zugewandte Betreuung begleitet werden. Ziel sollte dabei sein, dass sowohl das Kind als auch die Eltern (wieder) mit Freude und Lust zusammen essen und trinken können.

3.1.2 Erwachsene

Eine große Gruppe unter den Erwachsenen bilden Menschen mit Behinderungen. Dabei sind wiederum Erwachsene mit einer zerebralen Bewegungsstörung besonders betroffen. Bei ihnen kommt es im Laufe des Lebens oft zur Verschlechterung der Schlucksituation und zu Problemen mit dem Verdauen und Ausscheiden, weil die Spastik zunimmt oder schwere Skoliosen zu Organverlagerungen führen. Auch bei anderen Behinderungsformen, wie z. B. beim Down-Syndrom, können die Fähigkeiten des Essens, Trinkens Schluckens und Verdauens aus Gründen eines verfrühten Alterungsprozesses, im Besonderen demenzieller Prozesse, abnehmen. Eine weitere Gruppe Erwachsener sind Menschen, die aufgrund schwerer Erkrankungen, wie Schlaganfälle, Multiple Skoliose oder andere neurologische Leiden, Probleme beim Essen, Trinken, Schlucken und Verdauen entwickeln. Auch Menschen nach schwersten Unfällen und/oder Reanimation können ihre Fähigkeiten in diesem Bereich (zeitweise) verlieren.

Erwachsene, die viele Jahre in psychiatrischen Einrichtungen leben mussten, haben unter Umständen im Bereich des Essen und Trinkens traumatische Erfahrungen hinnehmen müssen. Jahrelang waren sie in allen Bereichen des täglichen Lebens und insbesonders beim Essen extremer Fremdbestimmung unterworfen. Oft können sie auch schwierige Verhaltensweisen in Bezug auf die Nahrungsaufnahme entwickelt haben, wie etwa Kotschmieren und -essen, Nahrung heraufwürgen, Essen herunterschlingen, ohne zu kauen und extrem große Mengen essen oder trinken.



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