Schmidt | Ron's Krimis Band 1 + 2 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 296 Seiten

Schmidt Ron's Krimis Band 1 + 2

Zusammenfassung von zwei Büchern
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7412-3587-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Zusammenfassung von zwei Büchern

E-Book, Deutsch, 296 Seiten

ISBN: 978-3-7412-3587-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Überarbeitete Neuauflage von zwei Büchern mit Kriminalkurzgeschichten.

Der 1947 in Hessen geborene Roman Schmidt, verheiratet, ist nach 48 Berufsjahren in Rente. Er schrieb zunächst "hobbymäßig" zwei Kriminalromane und anschließend mehrere Mittelaltergeschichten, bevor er sich auf Krimis und Thriller spezialisierte.
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Rache, was sonst?


„Sie haben wieder einmal ausgezeichnet gearbeitet! Respekt, Müller!“ So wurde in dem Großraumbüro zum wiederholten Male der hinterlistigste Streber vor allen Mitarbeitern vom Abteilungsleiter gelobt. Dass sich dieses Schlitzohr dabei immer wieder mit fremden Federn schmückte, wussten so einige seiner Kollegen. Davon wissen ist die eine Seite, etwas dagegen tun, die andere. Wie konnte er immer wieder an die erfolgreichen Ausarbeitungen von seinem Gegenüber gelangen? Bei jeder Pause, jedem Verlassen des Arbeitsplatzes setzte der misstrauisch gewordene Kollege eine Sperre in seinen Klapprechner. Ohne Passwort war eine Abfrage oder Einsicht in dieses Programm unmöglich! Oder etwa doch? Gab es eine Möglichkeit, dass man direkt vom Server die Eingaben und Ergebnisse aufrufen konnte, ohne dabei den fremden Arbeitsplatz zu nutzen? Olaf Richter war sprachlos. Seine genaue Ausarbeitung hatte dieser Müller soeben frech als seine eigene präsentiert. Es konnte nicht sein, dass er zufällig genau seine Wortwahl, seine Ergebnisse und nicht zuletzt seine Verbesserungen bis auf die Satzstellung erdacht hatte. Olaf war noch neu in dieser Abteilung und hatte mit dem anderen, hier angewandten Computerprogramm keinerlei Erfahrungen. Das war nun das dritte Mal, dass dieser Müller sich anderer Arbeiten bemächtigt hatte. Nun war es Olaf, den es getroffen hatte. In der gemeinsamen Mittagspause saßen sie in der Kantine der Produktionsfirma, als der höchste Chef an seinem Tisch vorbeikam und kurz bei Richter stehenblieb: „Sie waren doch seit Wochen mit dem Projekt beauftragt worden und bringen keine Ergebnisse? Müller hat das in zwei Tagen geschafft, strengen Sie sich ein wenig mehr an.“ Im Weitergehen ließ er beiläufig noch fallen: „Die Stelle meines Vertreters ist immer noch vakant. Müller ist mit seiner Arbeit bereits vor Ihnen auf der Zielgeraden angelangt.“ Hatte sich das aber schnell bis zum Direktor herumgesprochen! Olaf drehte sich um und sah direkt in das breit grinsende Gesicht seines „Kollegen“, der ihn listig ausgetrickst hatte. „Tja, Pech gehabt! Sie müssen besser arbeiten, das haben wir eben alle gehört!“ Olaf Richter stand auf, nahm sein Essen und ging damit in die hinterste Ecke. Er zitterte vor Wut, war aber auch schlau genug, das den anderen nicht offen zu zeigen. Ihm war der Appetit gründlich vergangen und so schlürfte er nur missmutig an seinem Lightgetränk. „Mach dir nichts draus, mich hat er auch schon übers Ohr gehauen“, meinte Andrea. Die nette Sachbearbeiterin, die im gleichen Büro ein paar Tische weiter am Fenster saß, hatte das Gespräch mitbekommen und versuchte ihn aufzuheitern. „Er ist das nicht wert!“ damit zeigte sie mit der Gabel auf seinen vollen Teller: „Iss etwas, der wird irgendwann mal an den Richtigen geraten und dann seinen verdienten Lohn erhalten!“ Olaf stocherte wahllos in seinem Essen: „Ich weiß es, du weißt es! Aber wie kommt der an die fast fertigen Manuskripte? Wie kommt der in deinen oder meinen Rechner?“ Andrea hörte nur mit einem Ohr halbherzig zu und hob ihre Schultern. Mit halbvollem Mund schaute sie ihn an, hörte auf zu kauen und flüsterte: „Vielleicht hat er einen Informanten der Zugang zum Hauptrechner hat. Die ganzen Daten werden doch jeden Abend gesichert. Das machen die seit einem halben Jahr. Da war nämlich das Programm abgestürzt und alle gespeicherten Daten waren weg. Das soll sich nicht wiederholen.“ Sie musste schmunzeln, als sie sah, dass er so interessiert dem Gespräch gefolgt war und ganz in Gedanken seinen Teller geleert hatte. Andrea stand auf und schaute zur Uhr: „Noch zehn Minuten, ich hol mir noch einen Kaffee im Becher. Willst du auch einen?“ Olaf schüttelte den Kopf und brachte sein Tablett mit dem benutzten Geschirr zur Seitenwand, wo es in einer Nische auf ein Laufband gestellt wurde. Die Unterhaltung mit der Arbeitskollegin beschäftigte ihn. Sie hatte Recht. Er musste dringend herausbekommen, wer Zugang zu den Programmen hatte, vielleicht gab es da einen Hinweis. Sein Chef ließ ihn nach der Pause zu sich kommen und gab ihm einen neuen Auftrag: „Letzte Chance, Richter! Ich gebe Ihnen zwei Wochen, dann will ich Ergebnisse sehen. Sollten Sie nicht weiterkommen, so sagen Sie früh genug Bescheid. Müller wird das dann für Sie erledigen! Fangen Sie an, Sie können gehen!“ damit nahm er einen Aktenordner und schlug ihn demonstrativ auf: „Ist noch etwas?“ Olaf fasste seinen ganzen Frust und seine Wut zusammen: „Werden die Daten täglich gesichert? Und wenn ja, wer hat Zugang dazu?“ Sein Chef klappte den Ordner wieder zu, lehnte sich in seinem Ledersessel zurück und bekam gefährlich kleine Augen: „Neidisch, Richter? Jetzt wollen Sie dem armen Müller etwas unterstellen weil Sie zu unfähig sind und konstruieren sich da etwas Utopisches zusammen!“ Er beugte sich vor: „Ich habe das soeben nicht gehört: Arbeiten Sie und dann werden wir weitersehen!“ Olaf Richter war deprimiert. Wurde dieser Schleimi auch noch von seinem Chef gedeckt? Er ging ins Büro und erduldete das lächelnde Triumphieren seines Gegenübers. Um 16.05 h stand Müller auf, meldete den Rechner ab und legte seine Schreibsachen in die Schublade. Dabei sah er frech zu Olaf herüber: „Ich muss das gut sichern, sonst könnten Sie noch anfangen, meine Arbeiten zu kopieren.“ Mit einem unverschämten, siegessicheren Lachen ging er zur Stechuhr, drückte sich aus der Zeit und war bald im Aufzug verschwunden. „Ich werde ihm einen Denkzettel verpassen, den er nie wieder vergisst!“ murmelte Olaf leise vor sich hin. Er stand auf, meldete den Rechner ab und verließ das Büro. Den Ruf seiner Kollegin: „Sollen wir noch zusammen ein Bier trinken?“ ignorierte er und ging wortlos zum Lift. Drei Tage benötigte Richter, dann hatte er einen Plan, der den ungeliebten Kollegen für einige Zeit aus dem Verkehr ziehen würde. Als erstes gab er seine distanzierte Haltung gegenüber dem intriganten Müller auf und machte schon einmal eine lustige Bemerkung oder erzählte ihm den neusten Witz. „Nanu, Richter? Geben Sie schon auf? Ich dachte, dass Sie nachtragender wären aber gut, ich habe mich in Ihnen getäuscht.“ Dann kam er ein wenig näher und flüsterte ihm zu: „Sie sind kein Gegner für mich! Ich spiele in einer anderen Liga!“ Müller nickte und Olaf schaute ihm offen ins Gesicht: „Ich weiß, wir sitzen so nahe beieinander und müssen uns doch wegen solcher Lappalien nicht streiten!“ Er ging auf Müller zu und streckte dem völlig überraschten Mann lächelnd seine Rechte entgegen. Der stand auf und drückte seine Hand. Dann nickte er etwas verstört und setzte sich wieder an seine Arbeit. Von nun an gingen sie gemeinsam in die Pause und saßen nebeneinander beim Mittagessen. Eines Tages gab es eine Hühnersuppe und Müller bat seinen Nachbarn, ihm den Salzstreuer zu reichen. Darauf hatte Olaf lange gewartet. Er gab ihm ein Plastikdöschen und warnte ihn: „Vorsicht, es hat große Löcher, da kommt sehr viel auf einmal raus!“ Müller konnte über diese Warnung nur müde lächeln: „Ich mag es kräftig!“ damit schüttelte er mehrfach eine gehörige Portion in seinen Teller, rührte mit dem Löffel um und probierte: „Das ist aber harmloses Salz!“ er drehte die Dose um und las die Aufschrift halblaut vor: „Grobes Meersalz? Das ist sehr fad, genau wie Sie. Ich habe die Dose hier noch nie gesehen.“ Olaf nickte: „Ja das ist mein privates Salz. Ich vertrage das normale nicht.“ Müller streute erneut in seinen Teller und ließ ein verständiges: „Aha!“ verlauten, dann schmeckte er erneut und nickte: „So schmeckt die Suppe!“ Olaf nahm die Dose wieder an sich und verstaute sie in der Tasche. Nach dem Essen nahm er einen Kaffee mit ins Büro: „Aus Afrika!“ er hob den Becher und schaute den irritierten Müller an: „Wieso aus Afrika?“ Nun war Olaf am Zug, denn er genoss es, wenn er seine Gags anbringen konnte: „Steht doch auf dem Becher „Kaffee TOGO! Das ist ein afrikanischer Staat!“ Er ließ den kopfschüttelnden Kollegen stehen und startete seinen Rechner, der Rest des Tages verlief ohne Besonderheiten.

An folgenden Tag kam Müller nicht zur Arbeit. Das war ungewöhnlich, denn er war noch nie krank gewesen. Der Abteilungsleiter kam nach der Frühstückspause zu Richter: „Wo ist Müller?“ Olaf schaute ihn verwundert an: „Chef? Ich verstehe nicht?“ Der Vorgesetzte reagierte etwas unwirsch: „Wo ist er? Hat er was gesagt? Wollte er etwas erledigen? Sie sitzen doch so nah beieinander. Mein Gott Sie sind doch sonst nicht so begriffsstutzig! Er muss doch irgendeinem etwas gesagt haben! Im Personalbüro weiß man auch nichts!“ Er drehte sich wieder um und ging zur Tür, dabei murmelte er: „Hier kann doch nicht jeder machen was er will!“ Ein paar Mitarbeiter schauten erwartungsvoll herüber. Richter hob nur seine Schultern und zog seine Mundwinkel nach unten, dann stürzte er sich wieder auf seine Arbeit.

Kurz vor dem Mittagessen kam ihr Leiter noch einmal zur Tür: „Müller liegt in der Intensivstation, man weiß nicht ob er durchkommt!“ Er drehte er sich um und ging zum Fahrstuhl. Die erstaunten Arbeitskollegen schauten sich überrascht an und die Gerüchteküche brodelte: „Hatte der einen Unfall?“ „Führt der ein Doppelleben.“ Die Spekulationen bekamen ein Eigenleben, denn keiner wusste wirklich, was geschehen war. Wusste es wirklich keiner? Als sie in die Kantine gehen wollten, verwehrte ihnen die Polizei den Zutritt: „Wir ermitteln noch, Sie können hier heute nicht essen.“ Verwundert standen die Angestellten im Flur und berieten sich: „Sollen wir in der Pizzeria anrufen?“ Olaf schüttelte den Kopf: „Die Zeit ist zu knapp. Wir müssen in zwanzig Minuten zurück an die Arbeit.“

Da kam ihr Chef den Gang entlang und Olaf...



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