E-Book, Deutsch, Band 2, 100 Seiten
Reihe: Fürstenwelt
Schumann Endet so die große Liebe?
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98986-549-5
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Fürstenwelt 2 - Adelsroman
E-Book, Deutsch, Band 2, 100 Seiten
Reihe: Fürstenwelt
ISBN: 978-3-98986-549-5
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Daniela Komtess Stolzenberg streckte sich lang in dem blühenden Heidekraut aus und schloss die Augen. Sie horchte so intensiv auf das Singen der Heidelerchen, dass sie den sich nähernden Schritt nicht bemerkte. Erst als sie jemand mit einem Stängel Heidekraut an der Nase kitzelte, öffnete sie die Augen und blickte lachend in das schmale, gebräunte Männergesicht. »Thomas!«, kam es glücklich von den Mädchenlippen. »Ich liebe dich!« Verlangend bot sie dem neben ihr knienden Mann die Lippen dar. Thomas Holm zog die Komtess an sich und küsste sie. Während er den leichten Mädchenkörper in seinen Armen hielt, spürte er, wie sich sein Blut leidenschaftlich regte. Bis jetzt hatte er Daniela wohl küssen dürfen, aber mehr hatte sie ihm nicht gestattet. Thomas Holm wollte das Mädchen an sich fesseln. Er hatte einen Plan. Erst heute hatte er sich wieder über den herrischen Grafen Stolzenberg geärgert, der ihm wieder so recht zu verstehen gegeben hatte, dass er in seinen Augen ein Nichts war. Grimmig hatte er vor sich hin gelacht. Er würde sich noch wundern, der Herr Graf, denn über kurz oder lang musste er sich damit abfinden, dass er, Thomas Holm, seine Tochter heiraten würde. Aus diesem Grunde hatte er sich auch vorgenommen, Daniela fest an sich zu binden, um jeden Preis. Leidenschaftlich presste er sie an sich und küsste sie, bis sie um Gnade flehte. Er legte sich neben sie in das Heidekraut. Es dämmerte schon. Von dem in der Nähe liegenden Moor erklang das Quaken der Frösche und Unken.
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Daniela Komtess Stolzenberg streckte sich lang in dem blühenden Heidekraut aus und schloss die Augen. Sie horchte so intensiv auf das Singen der Heidelerchen, dass sie den sich nähernden Schritt nicht bemerkte.
Erst als sie jemand mit einem Stängel Heidekraut an der Nase kitzelte, öffnete sie die Augen und blickte lachend in das schmale, gebräunte Männergesicht.
»Thomas!«, kam es glücklich von den Mädchenlippen. »Ich liebe dich!« Verlangend bot sie dem neben ihr knienden Mann die Lippen dar.
Thomas Holm zog die Komtess an sich und küsste sie. Während er den leichten Mädchenkörper in seinen Armen hielt, spürte er, wie sich sein Blut leidenschaftlich regte. Bis jetzt hatte er Daniela wohl küssen dürfen, aber mehr hatte sie ihm nicht gestattet.
Thomas Holm wollte das Mädchen an sich fesseln. Er hatte einen Plan. Erst heute hatte er sich wieder über den herrischen Grafen Stolzenberg geärgert, der ihm wieder so recht zu verstehen gegeben hatte, dass er in seinen Augen ein Nichts war.
Grimmig hatte er vor sich hin gelacht. Er würde sich noch wundern, der Herr Graf, denn über kurz oder lang musste er sich damit abfinden, dass er, Thomas Holm, seine Tochter heiraten würde. Aus diesem Grunde hatte er sich auch vorgenommen, Daniela fest an sich zu binden, um jeden Preis. Leidenschaftlich presste er sie an sich und küsste sie, bis sie um Gnade flehte.
Er legte sich neben sie in das Heidekraut. Es dämmerte schon. Von dem in der Nähe liegenden Moor erklang das Quaken der Frösche und Unken. Immer wieder nahm der Verwalter die Komtess in seine Arme und küsste sie.
»Du musst mein werden«, raunte der Männermund. Der heiße Atem Thomas Holms streifte ihr Gesicht wie eine Flamme.
»Bald, mein Thomas. Warte noch ein Weilchen«, kam es flüsternd von den Mädchenlippen, »dann bin ich ganz dein.« Fest schmiegte sich die junge Komtess in seine Arme.
»Ich kann nicht mehr warten, mein Lieb, hörst du? Mein ganzes Sein drängt sich dir entgegen.« Thomas Holm umspannte mit festem Druck ihre Oberarme. Der Duft des Sommers und der Duft ihres Körpers umgaben ihn.
»Du liebst mich nicht«, stieß der Verwalter mit rauer Stimme hervor.
»Ich liebe dich so sehr, mein Thomas, glaube mir doch«, kam es zitternd von den Lippen der blutjungen Komtess. Über ihr Gesicht lief eine brennende Röte. »Ich werde schon bald mit Papa reden, habe nur noch ein wenig Geduld.« Ihre Hände legten sich um seine heißen Wangen.
»Dein Papa wird uns nie seine Erlaubnis geben, mein Liebling. Glaube mir, wir müssen schon eine kleine List anwenden.«
»Was für eine List, Thomas?« Komtess Daniela richtete sich auf und stützte sich auf die Ellenbogen. Sie konnte das Gesicht des Verwalters nur noch schemenhaft erkennen.
»Wenn wir vielleicht ein Kind … Du weißt doch, was ich meine, Geliebte?« Thomas Holm, der Frauenkenner, zog das errötende Mädchen in seine Arme und bedeckte sein Gesicht mit glutvollen Küssen.
Die Welt versank für die beiden jungen Menschen.
»Nichts kann uns trennen, Geliebter«, flüsterte die junge Komtess. Sie sah nicht das siegesbewusste Lächeln auf dem Gesicht von Thomas Holm. Sie spürte nur die Nähe des geliebten Mannes, der an ihrer Seite lag und seinen Arm unter ihren Kopf geschoben hatte. »Ich bin glücklich«, flüsterte sie leise. »Nimm mich ganz fest in deine Arme«, flehte sie. Als Thomas sie küsste, spürte er, dass ihr Gesicht nass von Tränen war.
»Du weinst?«, fragte er bestürzt und hielt ihr Gesicht mit beiden Händen umspannt.
»Es ist nur, weil ich so unendlich glücklich bin.« Komtess Daniela barg das Gesicht an seiner Brust.
»Lass uns gehen, Liebes, es ist schon spät, man wird dich längst vermissen und sich deinetwegen Sorgen machen.«
Daniela schüttelte den Kopf. »Ich glaube nicht, dass die Eltern besorgt sind. Sie wissen, wie gern ich in der Dämmerung in das einsame Bruch laufe und in dieser Einsamkeit meinen Träumen nachgehe«, lächelte sie.
»Und das Moor, Liebling, hast du keine Angst, dass du dich in der Dunkelheit verirren könntest?«
»Das Moor, Liebling?« Daniela lachte silberhell. »Wie sollte ich mich davor fürchten? Ich kenne Weg und Steg.«
»Trotzdem.« Thomas Holm hob lauschend den Kopf. »Mir wird schon flau, wenn ich durch das Quaken der Frösche und Unken daran erinnert werde, dass wir uns in seiner Nähe befinden. Da soll es doch diese komischen Irrlichter geben.«
»Mein Thomas, du bist kein Kind der Heide, sonst würdest du dich gewiss nicht vor dem Moor fürchten.« Komtess Daniela ergriff seine Hände. »Ich weiß einen Weg, der mitten durch das Moor führt, wenn du willst, gehen wir den entlang.«
Komtess Daniela schritt wie im Traum an der Seite des geliebten Mannes. Glücklich schmiegte sie sich an ihn.
»Es ist nirgends so schön wie in der Heide«, sagte sie begeistert.
»Du kennst die Großstadt nicht, mein Liebes«, lächelte Thomas Holm ein wenig spöttisch. Was hatte die kleine Komtess denn schon von der Welt gesehen? Rein gar nichts, dachte er. Sie war aus ihrem Heidewinkel noch nicht herausgekommen.
»Du irrst, Thomas, wenn du glaubst, ich habe nichts anderes als die Heide gesehen. Es ist erst zwei Jahre her, da war ich für längere Zeit bei Tante Hanni in der Stadt. So gut es mir auch dort gefiel, meine Sehnsucht nach der Bruchwildnis war unbezwingbar. Wie herrlich ist es doch, in der blühenden Heide zu liegen! Über Feld und Au kreisen Habicht und Bussard. Im Schilf brütet der große Brachvogel. Darüber zickzack der Kiebitz. Auf den Wiesen stelzt der Storch. Und in den alten Föhren rauscht der Wind. Dazu kommen noch die duftenden Heideröslein. Nein, Thomas, etwas Schöneres gibt es nicht.« Daniela hatte sich so in Begeisterung geredet, dass ihre Wangen glühten.
»Du bist eine kleine Schwärmerin, Daniela.« Thomas Holm legte den Arm um ihre Taille und drückte das Mädchen fest an sich.
So gingen sie miteinander bis zu den ersten Häusern des Dorfes. Dort trennten sie sich. Zuvor zog Thomas Komtess Daniela noch in die Arme. »Wann sehen wir uns wieder, Liebling?«
»Ich weiß es noch nicht, mein Thomas. Ich hoffe, es wird sich eine Gelegenheit finden, sodass ich dir eine Nachricht zukommen lassen kann.«
»Lass mich nur nicht zu lange warten, Darling«, mahnte Thomas.
»Keine Angst«, lächelte Daniela, »dafür ist meine Sehnsucht nach dir viel zu groß.« Komtess Daniela stellte sich auf die Zehenspitzen, legte die Arme um seine Schultern und bot ihm die roten Lippen zum Kuss.
*
»Es gefällt mir ganz und gar nicht, dass Daniela so spät heimkommt«, meinte Graf Frederick, der mit seiner Gattin, Gräfin Liselotte, auf der Terrasse Platz genommen hatte. Sein Gesicht nahm einen finsteren Ausdruck an.
»Ich verstehe dich nicht, mein Lieber. Mittlerweile müsstest du dich daran gewöhnt haben, dass unser Töchterlein mit Vorliebe in der Heide umherstreift und dabei oft Zeit und Stunde vergisst. Sie ist eine echte Tochter ihrer Heimat«, meinte Gräfin Liselotte entschuldigend.
»Larifari, meine Liebe. Was bedeutet das schon? Daniela hat nicht das Recht, um Mitternacht nach Haus zu kommen. Aber was soll ich von dir anderes erwarten. Aber ich sage dir das eine, so geht es nicht weiter. Wenn sie nach Hause kommt, werde ich sie ganz gehörig ins Gebet nehmen, darauf kannst du dich verlassen.« Die Faust des Grafen sauste auf den Tisch, dass die Weingläser klirrten.
Gräfin Liselotte zuckte zusammen. »Bitte, Frederick, rege dich nicht auf. Daniela wird gewiss jeden Augenblick kommen. Ehrlich gesagt verstehe ich dich nicht. Bisher hattest du nichts einzuwenden, wenn sie in die Heide …«
»Schweig, Liselotte!« Mit einer Handbewegung unterbrach Graf Frederick seine Gattin. Nervös zog er an seiner Zigarette und hüllte sich in dicke Rauchwolken. »Was weißt du denn schon? Wenn ich auch auf Geschwätz nichts gebe, doch etwas muss schon an der Sache sein.« Gedankenvoll schwieg der Schlossherr. Auf seiner Stirn lagen düstere Wolken.
»An was für einer Sache?« Gräfin Liselotte beugte sich ein wenig hervor. »Du hast mich neugierig gemacht.«
»Nun, zuerst hielt ich es natürlich für dummes Zeug, als mir der alte Baron Stettenheim zuflüsterte, dass unser Töchterchen heimlich Zusammenkünfte mit unserem Verwalter habe. Er will gesehen haben, wie Daniela Hand in Hand mit ihm durch die Heide gewandert ist.«
»Unmöglich, Frederick, wie käme Daniela dazu? Baron Stettenheim muss sich geirrt haben.« Gräfin Liselotte zupfte nervös an den Fransen der Tischdecke.
»Wenn ich ehrlich sein soll, ich glaubte zuerst auch nicht daran. Doch nun bin ich nicht mehr ganz so sicher, denn mir fiel schon einige Male auf, dass der Verwalter ständig unterwegs ist, wenn Daniela ihre Abendspaziergänge unternimmt. Sagt dir das eigentlich etwas?«
»Ich halte es für unmöglich, Frederick. Wie käme Daniela dazu, sich ausgerechnet mit dem Verwalter zu treffen?«
»Nun, hat er nicht ein hübsches Gesicht und gute Manieren, dass ein unschuldiges Mädel leicht hereinfallen könnte? Ich sage dir, sollte es wirklich an dem sein, was Stettenheim angedeutet hat, wird Daniela etwas erleben, und der Verwalter kann auf der Stelle seine Siebensachen packen«, murmelte er drohend.
»Wer kann seine Siebensachen packen, Väterchen?« Ohne dass die Eltern es bemerkt hatten, war Komtess Daniela auf der Terrasse erschienen. »Hoffentlich war ich nicht gemeint?«, lächelte sie.
»Hast du ein schlechtes Gewissen, mein Kind?«, fragte Graf Frederick mit finster gerunzelter Stirn.
»Na, Papa, schlechte Laune? Du siehst ja fast so aus, als ob du böse...




