Shackman | Das kleine Café im Gutshaus | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 350 Seiten

Shackman Das kleine Café im Gutshaus


19001. Auflage 2019
ISBN: 978-3-95818-354-4
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 350 Seiten

ISBN: 978-3-95818-354-4
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Schottland, eine junge Frau und ihr großer Traum vom Backen Nach einer gescheiterten Beziehung kehrt Lara McDonald in ihre kleine Heimatstadt in Schottland zurück, um ihren Traum, Bäckerin zu werden, zu verwirklichen. Sie nimmt eine Stelle in einem Café an und versucht ihre Chefin von ihren neuen Backideen zu überzeugen. Doch die alte Dame ist alles andere als begeistert. Zum Glück lernt Lara im Café Lord Hugo Carmichael kennen, einen Stammkunden, den sie ins Herz schließt. Als Hugo überraschend verstirbt, erfährt sie, dass der alte Lord sie in seinem Testament erwähnt hat. Doch bei der Verlesung auf dem erhabenen Glenlovatt Manor erwartet Lara nicht nur eine neue Chance, sondern auch Hugos gutaussehender Enkel, der wenig erfreut über ihre Einmischung auf dem Gut ist. Meinungen zum Buch: Super gestaltet. Für mich steht fest, dass ich dieses Buch jederzeit wieder zur Hand nehme. Einfach eine herzergreifend Story. (Rezensentin auf Vorablesen) Ich empfehle das Buch Lesern, die gerne harmonische, seichtere Liebesgeschichten lesen, die aber einen tieferen Hintergrund haben. Wer sich gerne in die Welt des Backens und des Landadels entführen lassen möchte, sollte hier beherzt zugreifen, denn die Atmosphäre ist einzigartig. (Rezensentin auf Vorablesen) Ich finde 'Das kleine Café im Gutshaus' ist wunderschön erzählt, wie ein modernes Märchen. Die sympathische Protagonistin Lara bekommt die Chance ihres Lebens und setzt sie auch durch fleißige Arbeit um. Ein kurzweiliges, humorvolles und unterhaltsames Lesevergnügen! (Rezensentin auf Vorablesen)

Julie Shackman studierte Medien und Kommunikation und arbeitete als Journalistin, bevor sie sich dem Schreiben von Romanen zuwandte. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Schottland. Wenn sie gerade keine Liebesgeschichten schreibt, entwirft sie unter anderem Verse für Grußkarten.
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Eins


»Haben Sie mal wieder mit Feenstaub gezaubert, Lara?«

Ich strahlte Mrs. Arnold an. »Danke. Freut mich sehr, dass es Ihnen schmeckt.«

Meine pensionierte ehemalige Englischlehrerin trank einen Schluck Earl Grey. » ist die Untertreibung des Jahres. Ihr Red Velvet Cake förmlich auf meinen Geschmacksknospen.«

Ich trat hinter dem Tresen aus dunklem Holz hervor und ging zu ihr hinüber. »Ich hatte schon befürchtet, er wäre ein bisschen zu trocken …«

Ihre schokoladenbraunen Augen blinzelten mich aus dem sorgfältig gepuderten Gesicht an. »Sie sollten an sich glauben, junge Dame.«

Mrs. Arnold schob sich eine weitere Gabel Kuchen in den Mund und stieß einen leisen Seufzer der Befriedigung aus. Dann verlagerte sie das Gewicht auf dem Bugholzstuhl, wobei sie beinahe die Speisekarte des True Brew umstieß. »Ich hoffe, Kitty Walker weiß Ihre Mühe und die harte Arbeit zu schätzen.«

Röte kroch mir in den Nacken.

»Seit Sie hier arbeiten«, fuhr Mrs. Arnold fort und wedelte mit der Gabel in der Luft herum, »schmeckt der Kuchen einfach köstlich.« Sie erschauerte und zog die auberginefarbene Strickjacke enger. »Ich meine, Kittys Bemühungen in allen Ehren, aber man kann nicht immer nur Victoria Sponge und Apfeltorte essen.« Verschwörerisch beugte sie sich vor und sagte: »Ihre Portugiesischen Vanilletörtchen letzte Woche waren einfach großartig.«

An einem runden Tisch in der Nähe saßen zwei junge Frauen, die großzügig Gebrauch von Selbstbräuner und Lipgloss gemacht hatten. »Sie stecken also hinter den Käsekuchen-Brownies?«, fragte die eine und entblößte beim Lächeln eine Reihe gebleichter Zähne. »Die waren fantastisch!«

»Schuldig im Sinne der Anklage«, antwortete ich und sonnte mich in so viel Lob.

Ihre überaus gepflegte Begleiterin nickte, sodass ihr blonder Bob wippte. »Wird auch Zeit, dass dieser Laden endlich im 21. Jahrhundert ankommt.«

Mrs. Arnold machte den Mund auf, um etwas zu entgegnen, schloss ihn aber gleich darauf wieder. Ich drehte mich um und sah Kitty, meine Chefin, in ihrer True-Brew-Plastikschürze auf mich zusteuern. »Wenn Sie genug mit den Gästen geschwatzt haben, Lara, dann räumen Sie bitte die drei Tische dort drüben ab.«

»Ich habe nicht geschwatzt«, erklärte ich ruhig. »Diese Damen haben mir gerade ein Kompliment für meinen Kuchen gemacht.«

Kitty kniff die perlmuttrosa geschminkten Lippen zusammen. »Aha. Nun, zum Backen habe ich Sie aber nicht eingestellt. Das ist Aufgabe.« Sie straffte den Rücken und ihr Busen bebte. » Aufgabe ist es, die Gäste zu bedienen und die Tische abzuräumen, und genau das sollten Sie in diesem Augenblick tun.«

Ich lächelte gezwungen. »Aber Sie wissen doch sicher noch, Kitty, dass Sie bei meiner Einstellung gesagt haben, ich dürfte auch backen und ein paar eigene …«

»Ich kann mich nicht erinnern, so etwas gesagt zu haben«, fiel Kitty mir mit lauter Stimme ins Wort. Ihre Wangen bebten, als sie den Kopf reckte und einen Moment lang den Blick von mir abwandte. »Also, dieser Tisch da zum Beispiel. Das reinste Chaos!«

Ich griff nach einem Tablett und marschierte zu dem mit Geschirr und Speiseresten überhäuften Tisch, um ihn aufzuräumen und abzuwischen. Mrs. Arnold und die beiden bezaubernden jungen Frauen bedachten Kitty mit missbilligenden Blicken, aber Kitty machte in ihren glitzernden Turnschuhen wortlos kehrt und stürmte zum Tresen zurück.

Ich spürte, dass mein Gesicht so rot war wie meine Korkenzieherlocken.

Niemand außer mir selbst war schuld daran, dass ich für die Mutter des Teufels arbeitete – und zwar aus Notwendigkeit, nicht aus freien Stücken. Als ich aus meinem Job als PR-Referentin entlassen worden war, hatte ich das als Segen empfunden, vor allem nachdem ich dann nach Malta gereist war und Anton kennengelernt hatte. Aber bei der Rückkehr nach Fairview in Schottland, meiner Heimatstadt, erwartete mich alles andere als eine Fülle von Jobangeboten. Ich hatte mich von Kittys Versprechen zum Kuchenangebot beitragen zu dürfen locken lassen und von der Aussicht, auf diese Weise meine Backkünste weiter verbessern zu können. Natürlich hätte ich mir wieder einen PR-Job suchen können, aber die Vorstellung, in einem Hochhausbüro gefangen zu sein, fand ich einfach grauenerregend.

Wenn dieses Café mir gehören würde, schimpfte ich innerlich, befände es sich mit Sicherheit in einem anderen Zustand als dem gegenwärtigen. Ich stapelte die schmutzigen Teetassen ineinander und starrte wütend auf die dunkle Holzvertäfelung und die dazu passenden Tische und Stühle. Was früher vielleicht einmal gemütlich gewesen war, wirkte längst altmodisch und düster. Der Teppich im Gastraum wies ein grelles rot-grünes Karomuster auf, das einen förmlich ansprang, sobald man das Café betrat, und das schummerige Licht der Kutscherlampen ließ die schäbigen schottischen Landschaften, die Kitty an die Wand gehängt hatte, auch nicht freundlicher wirken.

In diesem Café wurde nicht einmal Tee aus losen Blättern serviert. Kitty kaufte billige Teebeutel und Kaffee, der an Staub erinnerte. Ich schwor mir, meinen Gästen köstlichen aromatischen Kaffee zu servieren, sollte ich jemals ein eigenes Lokal besitzen. Ich würde ein breites Spektrum an Teesorten anbieten: French Earl Grey, Oolong, Weißen Tee, Jasmintee.

Das Handwerk des Backens hatte mich schon immer fasziniert, aber seitdem ich im Sommer, vor dem Beginn der Uni, einen Abendkurs belegt hatte, liebte ich es regelrecht. Die Texturen und Gerüche. Der meditative Akt des Knetens und Klopfens. Und ich genoss es, dass auch das einfachste Rezept spezielle Erinnerungen wieder zum Leben erwecken oder mich an einen kostbaren Moment erinnern konnte. Ich blickte auf das zarte silberne Armband, das an meinem Handgelenk baumelte, und dachte daran, wie meine verstorbene Großtante Hettie es mir nach dem Abschluss des Backkurses geschenkt hatte.

Ich nahm rasch das Tablett mit dem schmutzigen Steingutgeschirr, wobei ich den mitfühlenden Blicken von Mrs. Arnold und den manikürten Ladys auswich, und steuerte geradewegs auf die Geschirrspülmaschine zu. Meine neue Chefin war manchmal schwer zu ertragen, aber dennoch hatte der Job auch Vorteile. Zumindest wohnte Morven, meine beste Freundin, in der Nähe, und glücklicherweise hatte ich noch immer meine Wohnung gleich um die Ecke. In den vorangegangenen anderthalb Jahren hatte ich sie an eine geschiedene Mittvierzigerin untervermietet, mit der Aussicht, sie ihr zu verkaufen, sobald ich nach Malta gezogen sein würde, um dort endlich mein Leben mit Anton zu beginnen. Meine Mieterin hatte sich als ideal herausgestellt, denn ein halbes Jahr vor meiner Rückkehr zog sie zu ihrem neuen Mann nach London. Kaum war die Wohnung wieder frei, sammelte Morven gewissenhaft meine Post ein, setzte sich mit dem Immobilienmakler in Verbindung, wenn ich nicht dazu kam, und sah gelegentlich nach dem Rechten, damit bei meiner baldigen Rückkehr aus Malta alles bereit war.

Sobald ich an Malta dachte, ploppten Bilder von vanillegelbem Sand, weißer Gischt und Antons dunklen Augen vor mir auf wie Champagnerkorken, die gegen einen Felsen prallen. Um sie zu vertreiben, knallte ich die Klappe der Spülmaschine laut zu. Ich hatte so viel Zeit und Mühe aufgewendet, um sein Weinlokal in Valletta in Gang zu bringen, und was hatte ich dafür bekommen? Eine so weichgespülte Abfuhr, als hätte er dafür ein Selbsthilfebuch verschlungen, und die Offenbarung, dass er mich durch eine Russin mit burgunderroten Haaren ersetzt hatte. Hoffentlich würden er und seine vollbusige Bardame Tanya irgendwann in einen verlassenen Grubenschacht stürzen.

Kitty riss mich aus meinen finsteren Gedanken, als sie eilig zu den aufgetürmten Blaubeermuffins lief, die sie gebacken hatte, und sie überflüssigerweise neu anordnete. Ich hatte vorgeschlagen, die Auswahl an Muffins mit weiteren Sorten aufzupeppen, zum Beispiel welchen mit kandiertem Ingwer und Apfel, mit dunkler Schokolade, Guinness, Pistazie oder Chai. Meine Ideen waren jedoch sofort mit der Bemerkung abgetan worden, sie wisse genau, was ihre Gäste mögen würden, und kurzlebige kulinarische Trends gehörten garantiert nicht dazu.

Ich hätte gern mal gewusst, was an Ingwer kurzlebig sein soll.

Vor nunmehr drei Monaten war ich nach Fairview zurückgekehrt und dachte in schlechteren Momenten, dass vermutlich sogar Mitglieder der kriminellen Unterwelt zu milderen Strafen verurteilt wurden als dazu, für Kitty Walker zu arbeiten.

»Lara! Kundschaft!«

Als ich Kittys kläffende Stimme hörte, biss ich mir auf die Lippe und wandte mich einer jungen Mutter mit einem Kleinkind zu, das mich mit strahlenden Augen anblickte.

»Wie wär’s mit einem Smaragdkeks?«, rief Kitty dem kleinen Jungen zu. »Ich wette, die Glasur schmeckt dir. Ich habe sie selbst gemacht, weißt du.«

Der Kleine drehte den aschblonden Kopf zwischen Kittys langweiligen Keksen und den mit glitzerndem Zuckerguss überzogenen und mit Schokotropfen bestreuten Mini-Cupcakes, die ich am...


Mehrmann, Anja
Anja Mehrmann, geboren 1965, hat in Osnabrück Romanistik studiert und in Hamburg als Buchhändlerin gearbeitet. Seit 2012 ist sie für zahlreiche Publikumsverlage als Literaturübersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen tätig. 2019 wurde sie mit einem Arbeitsstipendium des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet.

Shackman, Julie
Julie Shackman studierte Medien und Kommunikation und arbeitete als Journalistin, bevor sie sich dem Schreiben von Romanen zuwandte. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Schottland. Wenn sie gerade keine Liebesgeschichten schreibt, entwirft sie unter anderem Verse für Grußkarten.



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