Shellenberger | Apocalypse - niemals! | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 460 Seiten

Shellenberger Apocalypse - niemals!

Warum uns der Klima-Alarmismus krank macht
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7844-8425-9
Verlag: Langen-Müller
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Warum uns der Klima-Alarmismus krank macht

E-Book, Deutsch, 460 Seiten

ISBN: 978-3-7844-8425-9
Verlag: Langen-Müller
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



"Der Klimawandel ist da, aber er führt nicht in die Apokalypse. Und er ist nicht einmal unser größtes Problem!"
In seinem aktuellen Bestseller "Apocalypse never" zeigt sich der bekannte und international angesehene Umweltaktivist Michael Shellenberger als leidenschaftlicher Verfechter einer rationalen Umweltpolitik und erteilt dem Öko-Alarmismus eine klare Absage. Er legt dar, wie die vermeintlich alarmierenden Daten sachlich zu interpretieren sind und was wirklich hinter der Klimahysterie steckt: nämlich finanzielle Interessen, Machtstreben und die Sehnsucht nach einer Ersatz-Religion. Hierin sieht Shellenberger die eigentliche Gefahr für Mensch und Natur und fordert praktikable und innovative Lösungen jenseits ideologischer Tabus, darunter die Kernkraft als sichere und saubere Energiequelle. Dieses hervorragend recherchierte Buch räumt mit vielen Mythen auf und lässt die Fakten für sich sprechen.

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EINLEITUNG

Anfang Oktober 2019 interviewte eine Fernsehjournalistin in der britischen Nachrichtensendung Sky News zwei Klimaaktivistinnen. Sie gehörten der internationalen gesellschaftspolitischen Bewegung Extinction Rebellion an (»Aufstand gegen das Aussterben«), die weltweit Aktionen gewaltfreien zivilen Widerstands organisiert, um gegen klimapolitische Untätigkeit zu protestieren.

Extinction Rebellion wurde im Frühjahr 2018 in Großbritannien unter anderem von den Umweltaktivisten Gail Bradbrook, Simon Bramwell und Roger Hallam gegründet. Die Bewegung ging aus verschiedenen Vorläufergruppen hervor. Im Herbst 2018 sorgte der erste von Extinction Rebellion ausgerufene Rebellion Day in London nicht nur für Aufsehen, sondern auch für etliche Festnahmen wegen Verkehrsbehinderung: Über 6000 Demonstranten blockierten die fünf wichtigsten Brücken über die Themse und hielten so viele Menschen davon ab, zur Arbeit oder nach Hause zu kommen.1

Sprecher der Bewegung stellten besorgniserregende Behauptungen auf: »Milliarden von Menschen werden sterben.« – »Das Leben auf Erden erlischt.« Und: »Regierungen kümmern sich nicht darum.«2

2019 konnte Extinction Rebellion bereits auf die Unterstützung zahlreicher Prominenter zählen, unter ihnen die Schauspieler Benedict Cumberbatch und Stephen Fry, die Popstars Ellie Goulding und Thom Yorke, die Oscar-Gewinnerin Olivia Colman, der Live-Aid-Produzent Bob Geldof und das Spice Girl Mel B.

Auch wenn Extinction Rebellion nicht unbedingt repräsentativ für alle Umweltschützer gewesen sein mag, so berichteten Meinungsforscher, dass doch fast die Hälfte aller befragten Briten die Bewegung unterstützen würden.3

Und die Briten waren nicht die Einzigen. Im September 2019 ergab eine Umfrage von 30.000 Menschen weltweit, dass 48 Prozent von ihnen glaubten, der Klimawandel würde die Menschheit auslöschen.4

Doch kurz darauf stürzten die Beliebtheitswerte der Bewegung in den Keller, die öffentliche Unterstützung schwand, und auch bei Journalisten fand Extinction Rebellion kaum noch Sympathie. Was war geschehen? Eine Blockade der Londoner U-Bahn war aus dem Ruder gelaufen und hatte für ein großes Verkehrschaos gesorgt.

Die Sky-News-Journalistin Sophy Ridge fühlte sich an eine ähnliche Aktion erinnert, die im Sommer in Bristol stattgefunden hatte. »Und die Familien?«, fragte sie die beiden Extinction-Rebellion-Mitglieder im Fernsehstudio. »Ich weiß noch, wie jemand erzählte, dass er nicht mehr rechtzeitig nach Hause kam zu seinem Vater, der im Sterben lag.«5

»Und das ist wirklich, wirklich sehr bedauerlich«, erwiderte Sarah Lunnon, eine Sprecherin von Extinction Rebellion. Dann legte sie ihre Hand aufs Herz und fuhr fort: »Es bricht mir das Herz.«

Man konnte sofort verstehen, warum Sarah Lunnon zur Sprecherin der Bewegung erkoren worden war. Als ich mir den Mitschnitt dieses Interviews ansah, hatte ich keinen Zweifel, dass sie es ernst meinte und ihre Entschuldigung tatsächlich von Herzen kam. »Wenn man sich das vorstellt, dann fühlt man sich einfach nur absolut furchtbar«, sagte Lunnon bei Sky News. Schließlich wandte sie sich dem eigentlichen Gesprächsthema zu. »Der Schmerz und die Verzweiflung, die dieser Mann erleiden musste, weil er sich von seinem Vater nicht mehr verabschieden konnte, das sind der Schmerz und die Verzweiflung, die wir alle gerade durchleben, wenn wir auf die Zukunft unserer Kinder schauen, denn die sieht sehr, sehr schlecht aus.«

Drei Tage vor diesem Interview waren Extinction-Rebellion-Aktivisten im Londoner Regierungsviertel mit einem ausgemusterten Feuerwehrauto angerückt, an dem ein Banner mit der Aufschrift »Hört auf, den Klima-Tod zu finanzieren« angebracht war. Dann hatten die Aktivisten einen Feuerwehrschlauch auf das Finanzministerium gerichtet und Rote-Bete-Saft auf das Gebäude gespritzt. Dabei verloren sie jedoch schnell die Kontrolle über den Schlauch und spritzten den Bürgersteig und mindestens einen Passanten mit dem selbst gemachten Kunstblut voll.6

Elf Tage nach dem Interview war Sarah Lunnon in »This Morning« zu Gast, einer der beliebtesten Sendungen des britischen Frühstücksfernsehens.

An diesem Morgen wurden etwa 2.000 Extinction-Rebellion-Aktivisten festgenommen: Wenige Stunden zuvor war an einer U-Bahn-Haltestelle Gewalt ausgebrochen, nachdem Demonstranten auf das Dach eines Zuges geklettert waren und den Schaffner gezwungen hatten, die Passagiere zu evakuieren.

»Warum die Tube?«, fragte der Moderator Phillip Schofield irritiert. »Warum die U-Bahn? Warum ausgerechnet das Verkehrsmittel, das einen am saubersten quer durch die Stadt transportiert?« Denn die elektrisch betriebene Londoner Tube (»Röhre«) fährt mit Strom, der in Großbritannien zu diesem Zeitpunkt weniger als die Hälfte der Menge an Kohlenstoffdioxid emittiert als im Jahr 2000.7

In einem Einspieler konnte man zwei Extinction-Rebellion-Demonstranten sehen, die auf das Dach eines Wagons kletterten und ein Banner auseinanderfalteten. Auf schwarzem Hintergrund stand in weißen Buchstaben zu lesen: »Business as Usual = DEATH.«8

»Etwas, das wir mit dieser gezielten Aktion erreichen wollten«, sagte Lunnon, »war, zu identifizieren, wie zerbrechlich, wie anfällig die Systeme sind, mit denen wir momentan arbeiten. Unsere Transportsysteme …«

»Aber das wissen wir doch alle, wir erleben es doch täglich«, unterbrach der Moderator Lunnon. »Wenn der Strom ausfällt, wissen wir doch, wie anfällig das System für einen Kollaps ist. Wir wissen das. Sie müssen’s uns nicht erst beweisen. Was Sie getan haben, ist Folgendes: Sie haben ganz normale Menschen daran gehindert, zur Arbeit zu gehen. Das sind Arbeiter, die darauf angewiesen sind, Geld zu verdienen, ihre Familien sind auf diesen Lohn angewiesen.«

Der Einspieler zeigte Hunderte von aufgebrachten Menschen auf dem Bahnsteig. Zur morgendlichen Hauptverkehrszeit hatten die beiden Demonstranten die Jubilee Line lahmgelegt. Wütende Pendler schrien die Aktivisten an und forderten sie auf, vom Dach der U-Bahn zu steigen. »Ich will doch nur zur Arbeit«, rief einer der Pendler, »ich will nur meine Familie ernähren.«

Schnell eskalierte die Situation, Chaos brach aus. Kaffeebecher flogen aus der wütenden Pendlergruppe in Richtung der Aktivisten. »Es flog auch Glas, wahrscheinlich eine Flasche. Eine Frau weinte«, berichtete ein Reporter, der vor Ort war. »Menschen versuchten, sich einen Weg aus dem Chaos zu bahnen, sich in Sicherheit zu bringen. Es war eine bedrohliche Situation, ich habe Menschen gesehen, die ziemlich große Angst hatten.«

Zurück im Studio des Frühstücksfernsehens, zitierte der Moderator eine Umfrage zum Thema Extinction Rebellion und erklärte, dass 95 Prozent der Befragten meinten, die Bewegung sei mittlerweile ihr eigener größter Feind und stünde dem Umweltschutz eher im Wege. Was, fragte er, hätten sich die Aktivisten nur bei dieser Aktion gedacht?

In einem Einspieler war zu sehen, wie ein Pendler versuchte, den Zug hinaufzuklettern, um einen Demonstranten herunterzuziehen. Der wehrte sich, indem er dem Pendler ins Gesicht und vor die Brust trat. Doch der Mann packte den Demonstranten am Bein und zog ihn vom Dach der U-Bahn auf den Bahnsteig, wo ein wütender Mob begann, auf den Aktivisten einzutreten.

Im Fernsehstudio erklärte Sarah Lunnon, dass die Aktion auf die katastrophalen Folgen des Klimawandels aufmerksam machen sollte und wie davon auch das Transportwesen betroffen sei. »Stromversorgungssysteme werden vom Netz gehen, wir werden vor leeren Supermarktregalen stehen, und die öffentlichen Verkehrsmittel werden auch betroffen sein.«

Wütende Menschen versanken im Gewirr der Gewalt. In einem weiteren Video, das jemand an diesem Tag aufgenommen hatte, konnte man sehen, wie ein Mann einen anderen, der die Aktion filmte, zu Boden stieß und gezielt auf ihn eintrat. »Später«, erzählte ein Augenzeuge einem Fernsehreporter, »habe ich vor der U-Bahn-Station einen Mann gesehen, der einer Frau heftig ins Gesicht schlug, dabei hatte sie dazu aufgerufen, die Gewalt zu beenden.«

Gegen Ende der Fernsehshow sagten die beiden Moderatoren von This Morning etwas Bemerkenswertes: Sie schienen Sarah Lunnon beim Thema Klimawandel zuzustimmen. »Wir machen uns alle große Sorgen und möchten Sie gerne unterstützen«, meinten sie, und »zweifellos stecken wir mitten in einer enormen Krise.«

Moment mal. Wie bitte?! Was hatten die beiden da gerade gesagt? Ich begriff es nicht. Wenn die Fernsehmoderatoren zustimmten, dass wir uns in einer enormen Krise befänden, in der »Milliarden von Menschen sterben« würden, wie konnten sie sich dann darüber aufregen, dass ein paar Pendler zu spät zur Arbeit kämen?

Die Journalistin der Sky News reagierte ähnlich. »Ich sage ja nicht, dass es keine Tragödie ist, also der Zustand der Umwelt.« Sie fuhr jedoch fort: »Aber der sehr persönliche Schmerz, seinen sterbenden Vater nicht mehr sehen zu können, weil die Züge nicht fahren … dieser Mann in Bristol denkt wahrscheinlich, dass sich das eine mit dem anderen nicht vergleichen lässt.«

In der Tat, wie lässt sich die Enttäuschung eines einzelnen Mannes vergleichen mit »Massensterben, Hungersnot und Hungertod»?

Wenn »das Leben auf Erden erlischt«, warum sollte man sich dann aufregen, weil jemand mit ein bisschen Rote-Bete-Saft...



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