Buch, Deutsch, Band 218, 392 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 155 mm x 240 mm, Gewicht: 677 g
Reihe: Histoire
Kulturelle Hybridität in Istrien, 1870-1914
Buch, Deutsch, Band 218, 392 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 155 mm x 240 mm, Gewicht: 677 g
Reihe: Histoire
ISBN: 978-3-8376-7154-4
Verlag: transcript
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Das Beispiel der Region Istrien zeigt, wie Menschen in bedrohten Ordnungen handeln, kommunizieren und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sie zur Gruppenbildung betonen. Istrien ist ein Modell dafür, wie Kulturen der Vielfalt unter dem Einfluss des Nationsbegriffs als Bedrohung wahrgenommen und ethnonationale Grenzen durchgesetzt wurden, wie aber auch Gruppenbildung auf der Basis kultureller Vielfalt entstehen und ein Zusammenleben möglich sein kann.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Mit dem Begriff der kulturellen Hybridität oder des Hibridismus, der bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in Istrien in Umlauf war, regt das Buch zum Nachdenken über die Konstruktion von Unterschieden in der Gesellschaft an. Es widmet sich den Prozessen und Menschen auf der lokalen Ebene der istrischen Gemeinden und Städte und beweist, dass lokale und regionale Kulturen sehr wohl identitätsstiftend für den Staat sein können. Es ist das bisher einzige deutschsprachige Buch zur Geschichte Istriens.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Wir erleben die Gegenwart als eine scheinbare Abfolge von Krisen, in denen sich kulturelle, ethnische, geschlechtsspezifische und andere Grenzen trotz wissenschaftlicher Diskurse über ihre Fluidität und Hybridität in der öffentlichen Wahrnehmung verfestigen. Diese Grenzziehungen in Gesellschaften der kulturellen Vielfalt in Zeiten der Krise zu erklären und zu historisieren, gehört zu den aktuellen Forschungszielen vieler Disziplinen.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Das Buch ist eine interdisziplinäre Forschungsarbeit aus Geschichte, Kulturwissenschaft und Soziologie. Ich würde es sehr gerne mit Wissenschaftler*innen diskutieren, die sich mit den Themen Diversität, Hybridität sowie Narrativen über das Zusammenleben im Allgemeinen befassen. Besonders wichtig wäre mir aber auch der Austausch mit Politiker*innen, die den Begriff der sogenannten Leitkultur vor sich hertragen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Es ist ein Buch über die Konstruktion und den Versuch der Bekämpfung von kultureller Indifferenz, Diversität und Hybridität der Bevölkerung




