Stackpole | Star Wars™: Der Kampf des Jedi | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Stackpole Star Wars™: Der Kampf des Jedi

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-13232-3
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-13232-3
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Allein gegen das Dunkel

Sieben Jahre nach der Schlacht von Endor: Als seine Frau Mirax entführt wird, quittiert Corran Horn, einst Jagdflieger des Renegaten-Geschwaders, das den ersten Todesstern zerstörte, den Dienst und absolviert Luke Skywalkers Jedi-Akademie. Er bricht die Ausbildung jedoch vorzeitig ab, um eigene Nachforschungen anstellen zu können. Dabei trifft er auf die Invids, eine Piratenbande, die von abtrünnigen Jedi unterstützt wird. Horn stößt immer tiefer in die dunkle Vergangenheit der Galaxis vor und muss sich seinem schwersten Kampf stellen ...

Michael A. Stackpole wurde 1957 in Wisconsin geboren, wuchs in Vermont auf und machte dort 1979 seinen Universitätsabschluss in Geschichte. Seit 1987 arbeitet er als Fantasy- und Science-Fiction-Autor und war insbesondere mit Romanen zu den Serien „Battletech“, „Mechwarrior DarkAge“ sowie „Star Wars“ erfolgreich. Stackpole lebt mit seiner Familie in Arizona.
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1

Niemand von uns lag gerne in einem Hinterhalt, vor allem weil wir niemals vollkommen sicher sein konnten, dass nicht wir diejenigen waren, die in der Falle saßen und auf ihre Verdampfung warteten. Die Invids – die Piratencrew an Bord des ehemaligen imperialen Sternzerstörers Invidious – waren sämtlichen Anstrengungen der Neuen Republik, sie zu stellen, bisher erfolgreich ausgewichen. Sie schienen stets zu wissen, wo, wann und in welcher Stärke wir auftauchen würden, und planten ihre Überfälle entsprechend. Mit dem Ergebnis, dass wir nach ihren Schlägen jede Menge Zeit damit zubringen mussten, unsere Gefechtsschäden zu beheben. Sie gaben sich jede nur erdenkliche Mühe, uns mit dieser Art Arbeit aufzuhalten.

Das Renegaten-Geschwader war abgetaucht und lauerte auf einigen der größeren Asteroiden im K’vath-System. Dieser Standort brachte uns in die nächste Nähe von Alakatha, dem ersten Mond von K’vath 5. Wir fuhren die Maschinen runter und schalteten die Sensoren auf passiven Modus, um von den Typen, denen wir eine Falle stellen wollten, nicht entdeckt zu werden. Gemäß den Instruktionen vor unserer Mission hatte der Geheimdienst der Neuen Republik einen angeblich verlässlichen Hinweis erhalten, dass zumindest ein Teil von Leonia Taviras Piratenflotte einen Luxusliner angreifen würde, der von den Urlaubsstränden des nördlichen alkathanischen Kontinents kam. Mirax und ich hatten dort drei Jahre zuvor, bevor Thrawn die Republik auf den Kopf stellte, unsere Flitterwochen verbracht; ich hegte daher ein liebevolles Andenken an diesen Ort und erinnerte mich noch gut an den Reichtum, der in Form von Juwelen und Edelsteinen von den Hälsen und Armen der Oberschicht der Neuen Republik baumelte.

Ich warf einen Blick auf das Chrono meines X-Flüglers. »Startet die Glitzerstern auch nach Plan?«

Whistler, der es sich hinter dem Cockpit bequem gemacht hatte, blökte. In seiner Stimme lag ein Anflug von Spott.

»Ja, ich weiß, dass ich dir gesagt habe, du sollst dich melden, sobald sich irgendwas tut, und nein, ich denke nicht, dass deinen Schaltkreisen etwas entgangen ist.« Ich zwang mich, meine in Handschuhen steckenden Fäuste zu öffnen und drehte die Handgelenke, um einen Teil der Anspannung loszuwerden. »Ich mache mir nur Sorgen.«

Er gab nur einen knappen Kommentar dazu ab.

»He, wenn Geduld eine Tugend ist, heißt das noch lange nicht, dass Ungeduld zum Laster wird.« Ich seufzte und verwandelte die zweite Hälfte der Klage in eine Jedi-Atemübung, die Luke Skywalker mir beigebracht hatte, als er versuchte, mich als Jedi zu rekrutieren. Ich zählte bis vier und atmete durch die Nase ein, hielt die Luft an, bis ich bis sieben gezählt hatte, und atmete dann acht Sekunden lang aus. Mit jedem Atemzug entließ ich mehr von der Anspannung, die mich beherrschte. Ich suchte nach der Klarheit der Gedanken, die ich in der bevorstehenden Schlacht benötigen würde – falls die Invids sich überhaupt blicken ließen –, doch sie verweigerte sich mir mit der gleichen Leichtigkeit, mit der die Piraten sich dem Zugriff der Neuen Republik entzogen.

Alles schien immer viel zu schnell zu passieren. Mirax und ich hatten schnell geheiratet und obwohl ich nicht im Geringsten bereute, dies getan zu haben, verschworen sich die Ereignisse, um unsere Ehe ausgesprochen schwierig zu gestalten. Großadmiral Thrawn und seine Eskapaden hatten uns den ersten Hochzeitstag verdorben und im Jahr darauf hatte die Befreiung von Jan Dodonna und den anderen, die seinerzeit mit mir zusammen in der Lusankya eingesperrt gewesen waren, für meine Abwesenheit gesorgt. Dann ließ der Angriff des wieder geborenen Imperators auf Coruscant einen Sternzerstörer auf unser Zuhause stürzen. Keiner von uns war zu diesem Zeitpunkt dort – was im Übrigen viel zu häufig der Fall war.

Der einzige Vorteil, mit der Verfolgung der Invids betraut zu sein, lag im Grunde darin, dass ihre Anführerin Leonia Tavira, die einst das Amt eines Muftis bekleidet hatte, offenbar Geschmack am Müßiggang fand. Wenn ihre Invidious zwischen zwei Überfällen untertauchte, hatten wir, bevor wir uns um eine neue Attacke kümmern mussten, jedes Mal eine Woche frei. Mirax und ich nutzten die freie Zeit und bauten unser Zuhause und unsere Beziehung wieder auf; doch damit war auch eine Entwicklung in Gang gekommen, die ich als ungemein belastend empfand.

Mirax war zu dem Schluss gelangt, dass sie Kinder haben wollte.

Ich habe überhaupt nichts gegen Kinder – so lange sie mit ihren Eltern am Ende des Tages wieder nach Hause gehen. Als ich diese Auffassung in genau diesen Worten Mirax gegenüber zu Ausdruck brachte, war das nicht unbedingt das Klügste, was ich jemals getan hatte, sondern gehörte eher zu den schmerzlicheren Erfahrungen. Die Kränkung und der Schmerz in ihren Augen haben mich lange Zeit verfolgt. Tief im Innern war mir klar, dass ich sie nicht von ihrer Idee würde abbringen können, und letzten Endes war ich mir nicht mal sicher, ob ich das überhaupt wollte.

Ich habe es versucht und zu diesem Zweck die meisten der üblichen Argumente ins Feld geführt. Die Das-sind-jetzt-unsichere-Zeiten-für-die-Galaxis-Masche zog schon deshalb nicht, weil unsere Eltern vor einer ähnlichen Entscheidung gestanden hatten und wir alles in allem recht wohl geraten waren. Das Argument, das die Unsicherheit meines Jobs betonte, welkte unter der Logik meiner Lebensversicherung dahin und verdorrte vollends, als Mirax mich einen Blick auf ihre Kontoauszüge (die wahren Auszüge) ihres Im- und Exportgeschäfts werfen ließ. Sie wies darauf hin, dass sie uns drei oder vier mit Leichtigkeit würde ernähren können und dass ich, abgesehen von der Versorgung der Kinder, nicht eine einzige Sekunde würde arbeiten müssen.

Aber vor allem und in erster Linie, so sagte sie, würde ich einen großartigen Vater abgeben, und bemerkte, mein Vater habe bei mir fantastische Arbeit geleistet. Und da ich seine Fähigkeiten als Vater von ihm übernommen hatte, wüsste sie einfach, dass auch ich ganz wunderbar mit Kindern würde umgehen können. Indem sie dieses Argument zum Einsatz brachte, wandte sie das Gefühl der Liebe und des Respekts, das ich für meinen Vater empfinde, gegen mich. Sie ließ es so aussehen, als würde ich sein Andenken nicht in Ehren halten, wenn ich keine Kinder in die Welt setzte. Wie sie ganz genau wusste, war dies ihr überzeugendstes Argument, mit dem sie mich stets am härtesten treffen konnte.

Rückblickend hätte ich es gleich zu Beginn aufgeben und uns beiden damit eine Menge Kummer ersparen sollen. Sie kommt selbst für ihr Leben auf – für ein sehr gutes Leben, wie die Dinge liegen –, indem sie alle möglichen Leute davon überzeugt, dass irgendwelcher Schrott, den niemand wirklich braucht, absolut lebensnotwendig sei. Während sie mich in logische Dispute verwickelt hat, ist es ihr gelungen, meine Wachsamkeit auf einer rein gefühlsmäßigen Ebene zu unterlaufen. Einige wenige Bemerkungen darüber, was für ein Kind bei einer genetischen Lotterie unsererseits herauskommen würde, genügten, um mich eine Menge Hirnschmalz in die Lösung dieses Rätsels investieren zu lassen. Das wiederum zielte auf meine Ausbildung als Ermittler, die mich einen Fall erst dann niederlegen ließ, wenn ich die Antwort gefunden hatte.

Und in diesem Fall war die Antwort ein Kind.

Es gelang ihr auch immer, den HoloNet-Bildschirm genau dann einzuschalten, wenn gerade mal wieder irgendwelche Neuigkeiten aus dem Leben der drei Jahre alten Zwillinge von Leia Organa Solo verbreitet wurden. Die Kleinen waren erschreckend niedlich und ihre bloße Existenz hatte in der Neuen Republik eine wahre Säuglingsschwemme ausgelöst. Ich wusste, Mirax war nicht so oberflächlich, dass sie ein Kind haben wollte, weil sie eifersüchtig war oder mit der Mode gehen wollte, aber sie merkte an, dass sie in Leias Alter sei und dass dies ein gutes Zeitpunkt wäre, um ein oder zwei Kinder zu haben.

Und der Niedlichkeitsfaktor kann einem wirklich auf die Nerven gehen. Die Medien der Neuen Republik nahmen natürlich davon Abstand, die Kinder sabbernd und triefend zu zeigen, und trieben stattdessen die anziehenden Seiten der kleinen Racker auf die Spitze. Es kam so weit, dass ich mich an gewisse Träume erinnerte, in denen ich ein schlummerndes Kleinkind in den Armen wiegte. Komischerweise betrachtete ich diese Träume nicht allzu lange als Alpträume und tat alles, um sie im Gedächtnis zu behalten.

Seit ich erkannt hatte, dass ich verloren hatte, spielte ich auf Zeit. Mirax weigerte sich geradeheraus, irgendeinen festgesetzten Zeitpunkt zu akzeptieren, was vor allem daran lag, dass ich in Jahren dachte, also machte ich das Ganze von bestimmten Voraussetzungen abhängig. Ich sagte ihr, wir könnten uns entscheiden, sobald das Problem mit den Invids gelöst sein würde. Sie nahm meinen Beschluss ein wenig positiver auf, als ich erwartet hatte, was sofort an mir zu nagen begann und mir Schuldgefühle bereitete. Ich hätte annehmen können, dass es sich dabei nur um eine Taktik ihrerseits handelte, mit der sie weiter vorzugehen beschlossen hatte, aber sie hielt Schuld für einen Hammer und ich wusste, dass sie ein absoluter Fan von Vibroklingen war.

Ich atmete abermals langsam aus. »Whistler, wenn wir nach Hause kommen, erinnere mich daran, dass Mirax und ich uns jetzt und nicht erst später in dieser Babyangelegenheit entscheiden müssen. Tavira darf auf keinen Fall über mein Leben bestimmen.«

Whistlers...


Stackpole, Michael A.
Michael A. Stackpole wurde 1957 in Wisconsin geboren, wuchs in Vermont auf und machte dort 1979 seinen Universitätsabschluss in Geschichte. Seit 1987 arbeitet er als Fantasy- und Science-Fiction-Autor und war insbesondere mit Romanen zu den Serien „Battletech“, „Mechwarrior DarkAge“ sowie „Star Wars“ erfolgreich. Stackpole lebt mit seiner Familie in Arizona.



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