Stern | Perry Rhodan 2781: SHIVAS FAUST | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2781, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Stern Perry Rhodan 2781: SHIVAS FAUST

Perry Rhodan-Zyklus "Das Atopische Tribunal"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2780-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Das Atopische Tribunal"

E-Book, Deutsch, Band 2781, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2780-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Seit die Menschheit ins All aufgebrochen ist, hat sie eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Längst sind die Terraner in ferne Sterneninseln vorgestoßen, wo sie auf raumfahrende Zivilisationen und auf die Spur kosmischer Mächte getroffen sind, die das Geschehen im Universum beeinflussen. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1517 Neuer Galaktischer Zeitrechnung (NGZ). Die Milchstraße steht weitgehend unter dem Einfluss des Atopischen Tribunals. Dessen Richter behaupten, nur sie könnten den Weltenbrand aufhalten, der sonst unweigerlich die Galaxis zerstören würde. Auf diese Weise zementiert das Tribunal in der Milchstraße seinen Machtanspruch, während der Widerstand dagegen massiv aufrüstet. Die beiden Atopischen Richter der Milchstraße können allerdings auf ein Heer an Helfern zurückgreifen. Ihr militärisch-exekutiver Arm sind die Onryonen, die es verstehen, die Ordo durchzusetzen. Ein militärisches Hilfsmittel dazu sind Linearraumtorpedos, ein politisches die Aufteilung der Galaxis in Sektoren, und ein weiteres die Ordischen Stelen, die zur Rechtsprechung eingesetzt werden und das Vertrauen in die Atopische Ordo stärken sollen. Von den Milchstraßenvölkern haben sich die Tefroder eindeutig für die Atopen ausgesprochen, während andere noch zurückhaltend sind oder sogar offene Ablehnung zeigen. Eines der ältesten Völker, das vor über 50.000 Jahren für die Vertreibung der Tefroder aus der Galaxis sorgte, sind die Haluter. Sie trifft nun SHIVAS FAUST ...

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1.


Entdecker

Halut, im Isolon

Cha konzentrierte sich auf ihre Hand über dem schwarzen Gestein. Drei Finger zerflossen und verschmolzen zu einer Fläche. Das Weiß der Haut veränderte sich in ein warmes Violett, geädert von zahlreichen Falten und Linien, die ein kompliziertes Flechtwerk bildeten.

To hockte neben ihr und schaute mit halb ausgefahrenen Augenstielen interessiert zu. Er sagte dabei kein Wort. Cha wusste, dass ihm ihre Gabe unheimlich war. Erbschaden nannten es die Alten, und das klang unfreundlich, wie etwas, das unerwünscht war und geheilt oder mit dem Lichtskalpell weggeschnitten gehörte.

Cha mochte ihre Gabe. Wenn sie ihre Hand veränderte und sie in ein lappenartiges Gebilde verformte, war ihr, als könne sie eins mit dem Stein jenseits der Hautoberfläche werden. In der Hocke betastete sie das Gebilde am Boden. Sie spürte jede Erhebung, jede Senke und Rille, selbst wenn sie fein wie die weißen Hautfäden am Kugelkopf der uralten Rina war.

Genau unter dem Punkt, der zuvor die Kuppe ihres Mittelfingers gewesen war, spürte Cha eine millimeterdicke Unebenheit.

»Hier ist die Farbe dünner. Gib mir das Blau.«

To reichte ihr die steinerne Schale, die er für sie gefüllt und auf den Grund der Verborgenen Kaverne getragen hatte. Andere mochten den Maschinen dienen. To dagegen diente die meiste Zeit ihr, und das war schön. In einer der kommenden Dunkelheiten, wenn die Punktbänder erloschen, würde sie sich womöglich trauen, ihn zu fragen, ob er mehr wollte, als ihr zu dienen, und sie eine Gemeinschaft bilden könnten.

Vielleicht würde er einfach Ja sagen, so selbstverständlich, wie er ihr die blaue Farbe reichte. Doch wenn er Nein sagte, wäre alles verdorben. Dann würde er ihr nicht mehr die Schale halten und sie begleiten, wenn sie ihrer Lieblingsbeschäftigung nachging. Davor hatte Cha mehr Angst als vor der Augenstarre, die viele Maschinenhüter im Laufe ihres Lebens bekamen. War es nicht besser, das zu behalten, was man hatte, als alles zu verlieren, weil man zu viel verlangte?

Vorsichtig griff Cha nach der Steinschale. Sie tauchte einen Zipfel der ineinander verflossenen Finger hinein, bis er von der Farbe getränkt war, und arbeitete die flüssigen Partikel in das Kunstwerk ein. Die verästelte Linie saugte es gierig auf, wie ein hungriger Bukkriecher.

Das Blitz-Bild vor ihr war älter als die meisten Bildnisse, die sie kannte. Und es war viel älter als sie. Manchmal störte Cha das. Dann fühlte sie sich entsetzlich jung in einer Welt aus Stein, die für die Ewigkeit gemacht war. In schlechten Momenten wandte sie sich an die starren, dummen Wände und flüsterte ihnen in gespieltem Hohn Beleidigungen zu, weil sie laufen, sprechen und sogar tanzen konnte, während die harten, immer gleich bleibenden Dinger dazu verdammt waren, an Ort und Stelle zu verharren.

In Wahrheit fühlte Cha Neid auf die tote Welt, die unendlich alt war und alles wusste, ohne je etwas davon preiszugeben. Wenn sie wenigstens verstünde, warum ihre Welt erschaffen worden war und was ihr Dasein bedeutete.

Sie fuhr die Stiele der Augen weit aus, betrachtete das Bildnis mit Abstand und tauchte die Hand erneut in die Farbe. Die Aufgabe, die sie zu erfüllen hatte, war klar umrissen. Sie war die Hüterin der Verborgenen Kammer und des Kegels des blauen Schreckens. Für Cha war die kegelförmige Kaverne alles andere als schrecklich. Im Gegenteil hatte sie sich diese Aufgabe gesucht, fernab der Plantagen und der riesigen Hallen, in denen sich Maschine an Maschine reihte, eingehüllt in Kunststoff, geschützt und bewahrt für ein Irgendwann, das womöglich nie kam.

»Brauchst du mich noch?«, unterbrach To ihre Gedanken. »Ich muss zur Plantage, Zi ablösen.«

»Nein, geh ruhig.«

Sie wollte, dass er blieb, dass er ihr Gesellschaft leistete im stillen Dämmer des heiligen Kegels. Wenn sie allein war, fühlte sie sich unwohl. Aber sie wollte es ihm nicht zeigen. Sie galt als anders als die meisten Maschinenväter und -mütter. Als mutiger, aber auch als verrückt.

Wer teilte schon die Welt in männlich und weiblich? In Mütter und Väter? Sie waren alle gleich, jeder konnte in sich Nachwuchs zeugen, wenn er Glück hatte. Doch sie hatte die alten Aufzeichnungen gesehen, von den Besuchern. Von denen, die männlich und weiblich waren, sich zweigeteilt verstanden und die wie sie und die anderen Hüter zwei statt vier Arme aufwiesen.

Die Besucher hatten Daten dagelassen, und die Daten waren gehegt und gepflegt worden, genau wie die Maschinen. Es hieß, die Fremden hätten die Maschinenhüter vor Urzeiten gerettet, noch vor der Katastrophe im Oben, dem blauen Schrecken.

Inzwischen gab es viele, die sich in Zweier- oder Dreiergruppen zusammenschlossen. Es hatte Vorteile, wenn man ein Team bildete. Den Alten war dieses Verhalten fremd. Auch Chas Verständnis, von sich als Frau zu sprechen, war für sie abnorm. Das war auch wie ein Erbschaden, wie die Hand, die sie verformen konnte. Etwas, das weggeschnitten gehörte.

Cha schaute To nach, der schwankend die Treppen hinaufstapfte. In der kleinen Kaverne gab es keine technischen Hilfsmittel. Die Wege hinauf mussten zu Fuß bewältigt werden.

To ging schnell und trotz des Pendelns sicher. Er suchte mit dem Blick die nächste Stufe – immer die nächste Stufe. An den zahlreichen Kunstwerken der Wände zeigte er kein Interesse. Dabei waren diese Bilder und Zeugnisse das Schönste, was das Unten zu bieten hatte. Dort fanden sich Abbildungen von mächtigen Wesen mit doppeltem Armpaar, die wie Götter über das Unten und Oben wachten. Auch mehrere Bildnisse von Zweigeschlechtlichen waren dort verewigt, die Cha fasziniert hatten, seit sie denken konnte.

Die Alten sagten, diese Kaverne sei jung. Ein Zeugnis der neuen Geschichte, geschaffen durch den Retter. Aber was bedeutete das, wenn selbst das Junge entrückt war und keiner ihr klare Auskunft darüber gab?

Sorgfältig schüttete Cha die restliche Farbe zurück in die Schale. Sie konnte jeden einzelnen Tropfen ausscheiden. Nie ging etwas verloren.

»Nie, nie, nie«, murmelte Cha und dachte dabei nicht nur an die Farbe.

Nie redeten die Alten über das Frühe und ganz Frühe. Die Zeit vor der Zeit. Doch es musste diese Zeit gegeben haben. Die Regeln im Unten waren einfach. Erstens: Dien den Maschinen! Zweitens: Leb in Frieden! Drittens: Stell keine Fragen!

Das Verwirrende für Cha war, dass außer ihr tatsächlich kaum jemand Fragen stellen wollte. Höchstens die Nachtträumer, die sich von den Maschinenhütern abgespalten hatten. Doch deren Fragen drehten sich nie um das Gestern oder um Existenzielles.

Auch die Nachtträumer hatten einfache Regeln. Erstens: Dien den Maschinen, die du zum Überleben und für deine Bequemlichkeit brauchst! Zweites: Leb so angenehm wie möglich! Drittens: Stell nur Fragen, wenn du dadurch dein Leben erleichtern kannst!

Während die Maschinenhüter glaubten, dass irgendwann welche vom Oben kommen würden, waren die Nachtträumer davon überzeugt, dass es kein Oben mehr gab und nie wieder eins geben würde. Seitdem das Fenster zum Oben verschwunden war, existierte für sie die Welt über ihnen nicht mehr. Deshalb war es für sie unwichtig, sämtliche Maschinen zu warten, die irgendwann einmal einen Sinn für das Oben gehabt haben mochten.

Chas Freundin Karu war zu den Nachtträumern übergelaufen und wohnte nun in der Nähe von Plantage Zwei. Für Cha war das keine Alternative. Die Nachtträumer hatten nicht einmal eine Aufgabe. Sie lebten einfach vor sich hin, schliefen, dösten und aßen, bekamen hin und wieder Nachwuchs und taten sonst einfach nichts.

Überhaupt waren alle im Unten genügsam. Nur nach der Zeit des blauen Schreckens, so sagten die Alten, hätten einige die Erlebnisse und die Flucht ins Tiefenschwarz verarbeiten müssen. Damals hatte sich die Gruppe der Verwirrten gebildet, die in Trauer den Verlust des Obens und des Untens beklagten. In Cha, so sagten die Alten weiter, wäre diese Verwirrung sehr groß, obwohl sie kein Kind dieser Periode sei. Sie sei zur falschen Zeit geboren. Doch auch für Cha gab es eine sinnvolle Aufgabe: eben das Hüten der verborgenen Kaverne, des einzigen Raums im Unten, auf dem Weg zum Tiefenschwarz, in dem sich die Verwirrten verewigt hatten, um ihrer Trauer Herr zu werden.

Schnelle, polternde Schritte erschreckten Cha. Sie hallten trotz der vielen Vorsprünge und Reliefs in den Wänden so laut, dass ihr die Farbschale zu entgleiten drohte, weil sie sich die Ohren im Reflex zuhalten wollte.

To tauchte oben an der Treppe auf, außer Atem und gerötet im Gesicht. Der Rock war auf seinen Hüften verrutscht und saß schief. Er hob beide Arme und winkte hektisch. »Cha! Beim Retter! Komm zum Vier-Fenster! Das musst du sehen! Die stummen Stelen ... sie singen!«

*

»Wahnsinn!« Yason Khan fühlte ein Kribbeln im ganzen Körper. »Es hat funktioniert!«

Das Such-und-Ruf-Transmittersystem hatte ihn und seinen Kollegen Rykamoon zielsicher in die Tiefe abgestrahlt. Das akonische Machwerk hatte das unterirdische desaktivierte Transmittergerät im Isolon über mehrere Tausend Kilometer hinweg gefunden und im zweiten Schritt durch gezielte Steuerimpulse und Kodealgorithmen aktiviert – und das aus der Ferne! Über den mit dem System verbunden Transmitter waren sie in die Tiefe gelangt, zu einem unbekannten Gegenstück, das seit Jahrhunderten kein Haluter genutzt hatte.

Der terranische Professor Yason Khan und der tefrodische Wissensmeister Gidys Rykamoon erreichten die Unterwelt Haluts, die seit dem Terraforming des Planeten und der Wiederbesiedelung vor knapp vierhundert Jahren tabu gewesen und für viele Haluter...



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