Stern | Perry Rhodan 3330: Eine Handvoll Nichts | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3330, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Stern Perry Rhodan 3330: Eine Handvoll Nichts

Perry Rhodan-Zyklus "Phoenix"
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8453-6330-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Phoenix"

E-Book, Deutsch, Band 3330, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6330-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Gut 4000 Jahre in der Zukunft: Auf der Erde und auf Tausenden von besiedelten Welten leben die Menschen in Frieden und Freiheit. Zu den Sternenreichen der Milchstraße besteht ein freundschaftlicher Austausch. Mit dem Projekt von San will Perry Rhodan die Verbindungen zu anderen Galaxien verstärken. Das kleine Raumschiff PHOENIX soll dabei als Kurierschiff dienen. Doch da taucht eine Fremde namens Shrell auf. Sie fordert von Rhodan, in die Agolei zu reisen. In diesem weit entfernten Sternenband soll er seinen ältesten Freund töten: Reginald Bull. Um diese Forderung zu unterstreichen, zündet sie das Brennende Nichts auf der Erde und dem Mond - eine Anomalie, die beide Himmelskörper vernichten wird und die nur sie stoppen kann. Rhodan fliegt unter Zwang mit dem PHOENIX in die Agolei, wo verschiedene Fraktionen gegeneinander kämpfen. Zu einer davon gehört angeblich Reginald Bull. Unverhofft erhält Perry Rhodan eine sogenannte Schattenhand - und EINE HANDVOLL NICHTS ...

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2.

Sternwürfel

Wenige Stunden zuvor

»Es wird eine Katastrophe geben«, sagte Phoenix.

Atlan hob eine Augenbraue, während Liam Barstow und Gucky einen verwunderten Blick tauschten. Nur Shrell gab sich ungerührt. Sie stand am Rand der zwölf Meter durchmessenden Beobachtungslounge, die sich über alle drei Decks erstreckte. Teile der Außenverkleidung waren weggefahren, und die pfeilförmige Rumpfspitze lag von der Kugel gestreckt, um eine bessere Sicht zu ermöglichen.

Shrell sah durch den transparent geschalteten Rumpf in die Schwärze des Alls. In ihrem schwarzen, hautengen Anzug schien sie Teil der eisigen Finsternis zu sein, die ihren Weg ins Innere des PHOENIX gefunden hatte. Neben ihr wachte ein runder Kampfroboter leunscher Bauart. Obwohl er nur einen Meter groß war, offenbarten seine dunklen Schussdornen tödliche Kampfkraft.

Illustration: Dominic Beyeler

Perry Rhodan lehnte sich im Schwebesitz vor. »Misst du eine Gefahr an, Phoenix?«

»Nein.« Es klang ein wenig kleinlaut. »Sachlich betrachtet kann ich meine Aussage nicht untermauern. Im Gegenteil. Der Weg hierher verlief erstaunlich unspektakulär. Es ist uns dank Shrells Späherschiffen gelungen, unentdeckt zu bleiben, obwohl ich über keine extra dafür geschaffenen Tarnsysteme verfüge. In dieser Region scheint es momentan keine Gefahr zu geben.«

Gucky schwebte im Schneidersitz ein Stück in die Höhe, sodass er über seinem Sitz thronte. Seine großen Ohren zuckten belustigt. »Vielleicht fehlt dir dein alter Herr. Die Bemerkung hätte von ihm kommen können.«

Der Ara Zhobotter hatte zusammen mit Dr. Liam Barstow den PHOENIX samt seiner künstlich erzeugten Intelligenz geschaffen. Er hielt sich wie die Ärztin Meg Ontares derzeit nicht an Bord des kleinen Fernraumschiffs auf.

Sie waren mit Shrell fünf Besatzungsmitglieder. Obwohl der PHOENIX im Ruhezustand 160 Meter lang war, kam er Rhodan in den vergangenen Tagen zu eng vor. Besonders weil er Aelor vor Shrell und der Mannschaft verbergen musste. Bisher hatte er keine Möglichkeit gefunden, die anderen über den rätselhaften Fremden zu informieren, der in einem Klonkörper Sichus steckte. Er hatte befürchtet, von Shrell überwacht und abgehört zu werden.

»Nun ...«, sagte Phoenix und aktivierte seinen Avatar. Als prächtiger, goldgelber Phönix mit brennendem Federkleid erschien er in einem gleißenden Holo in der Mitte der Lounge. »Um ehrlich zu sein ... mich verwirrt, was gerade geschieht. Da ist ein Impuls in mir. Am liebsten würde ich mich über eure Befehle hinwegsetzen und einfach von hier verschwinden. Natürlich tue ich das nicht, aber ...«

»Muffensausen!«, unterbrach Gucky. »Dir geht die Mauser! Dein Bürzel stößt auf Grundeis! Du hast Schiss!«

Der Avatar schaffte es, den langen Hals so zu beugen, dass es beleidigt wirkte. »Unmöglich! Ich mag Abenteuer. Ich bin für sie geschaffen.«

»Ganz genau!«, stimmte Gucky zu. »Und du erlebst gerade eines! Wir schreiben den vierten September 2250 Neuer Galaktische Zeitrechnung, die also streng genommen gar nicht mehr so neu ist. Vierzigtausend Lichtjahre von seinem Aufbruchspunkt entfernt, wartet das Fernraumschiff PHOENIX auf eine Enthüllung, die nie ein Ilt zuvor gesehen hat!«

»Ich bin mehr als ein Raumschiff«, warf der PHOENIX ein. »Und du solltest nicht zu viele alte terranische Serien aus meinen Datenbanken konsumieren.«

»Ich habe in den vergangenen Monaten ziemlich lange in einer Art zweitklassigem Suspensionsalkoven herumgehangen oder war sediert. Da muss ich was nachholen.«

Shrell musterte Gucky auf eine kalte, distanzierte Art. »Das, was du sagst, ist falsch. Es gibt Ilts im Sternwürfel. Ich dachte, das wäre euch klar. Sowohl bei den Restauraten, die hier einige Stützpunkte haben, als auch bei den Hiesigen.«

Rhodan spürte, wie sich seine Stirn runzelte. »Wie viele Restauraten sind in diesem Gebiet? Stehst du mit ihnen in Kontakt?«

Wie so oft gab Shrell keine Antwort. Sie sprach überhaupt nur, wenn es ihr genehm war. Mit ihr zusammenzuarbeiten, war eine der größten Herausforderungen seines Lebens. Shrell war der Inbegriff der Provokation. Leider war sie die Einzige, der die Koordinaten des Sternwürfels bekannt waren.

»Es ist richtig, sich Sorgen zu machen«, merkte Liam Barstow an, die meistens Dr. Barstow genannt wurde. Sie berührte ihr schwarzes, im Nacken zusammengestecktes Haar. Das Gesicht mit den dunklen, mandelförmigen Augen schien zerfurchter als gewöhnlich. »Hier kann jeden Moment eine Angriffsflotte der Hiesigen aufkreuzen. Wie lange wollen wir noch an diesem Punkt im Nichts vor uns hinschleichen und darauf warten, entdeckt zu werden?«

»Solang«, antwortete Shrell eisig, »bis der Sternwürfel sichtbar wird. Und das wird bald der Fall sein. Im Übrigen habe ich für unseren Schutz gesorgt.«

Gucky schnaubte, dass die langen Schnurrhaare um seine dunkle Nase zitterten. »Schutz? Du meinst, du hast eine Flotte abgestellt, die deine Haut retten soll.«

Shrell war allein an Bord des PHOENIX gekommen, aber sie hatte sich abgesichert. Neben einem Pentaferer und einem Kampfroboter hatte sie 18 Schiffe beauftragt, ihren Flug zum Sternwürfel zu begleiten. Darunter befanden sich ein Turmsiegel der PERTUVI-Klasse und zwei Große Siegel der HALPA-VET-Klasse. Die riesigen Schlachtschiffe waren dem nahezu unbewaffneten PHOENIX haushoch überlegen. Sie hatten neben einer abschreckenden Wirkung die Aufgabe, ihnen im Sternwürfel beizustehen, falls es zu Angriffen käme.

»Es passiert etwas!«, rief Phoenix. Er wandte seinen Avatarkörper einem durchsichtigen Kugelbereich zu. Aus dem Feuerschleier seiner Schwanzfedern sprangen Funken.

Gucky schwebte näher. Rhodan stellte sich zu Atlan. Zusammen mit Shrell und Liam Barstow starrten sie in die von fernen Sonnen gesprenkelte Dunkelheit.

Und dann war er da. Von einer Sekunde auf die andere.

Vor Perry Rhodan befand sich der Sternwürfel.

*

Der Sternwürfel. Endlich. Dort wartete Reginald Bull. Der Freund hatte sich eine außergewöhnliche neue Heimat gesucht.

Die Würfelmatrix, die vor Perry Rhodan im All schwebte, war perfekt. Neun mal neun mal neun Sterne formten ein komplexes Konstrukt. Je neun Sterne bildeten eine Linie, die ihrerseits neun Sterne hoch und neun solcher Gitter tief war. Der Sternwürfel schwebte hell schimmernd wie eine Verheißung in der plötzlich hereingebrochenen Dunkelheit. Von den Lichtern anderer Sonnen gab es keine Spuren mehr. Das spiralarmdicke Band der Agolei schien ausgelöscht.

Liam Barstows Augen weiteten sich. Schweigend betrachteten sie das künstliche Gebilde. Jeder Stern stand im selben Abstand zu allen seinen direkten Nachbarn.

Unter den Krallen des Avatars leuchte eine Zahl auf: 270,23 Lichttage. Sie zeigte die Länge der Würfelzellen.

Die Gesamtlänge stand darunter: 5,92 Lichtjahre. Ein gigantisches Gebiet, in dem es neben den Sternen zahlreiche Planeten gab. Dabei ähnelten die Sterne einander wie ein Ei dem anderen. Sie waren unverkennbar kosmische Geschwister. Rhodan erkannte die Sonnenart.

Während in der Milchstraße die meisten Sterne zur Population Eins gehörten und verhältnismäßig jung waren, mussten diese uralt sein. Unter den Klauen des Avatars tanzten neue Zahlen. Die hellen, weißen Sonnen hatten den zehnfachen Durchmesser und die tausendfache Masse Sols. Ihr Plasma bestand aus Wasserstoff, Helium und Spuren von Lithium. In einem Abstand von je 25 bis 27 Lichttagen erstreckten sich die habitablen Zonen.

Alles an den dargebotenen Werten schrie nach einer künstlichen Erzeugung. Aufgrund der geringen Metallizität hätten solche Sterne niemals ein Planetensystem erzeugt. Sie ähnelten jenem Typ, den das Universum nach dem Urknall als Erstes ins Sein geworfen hatte, um unvorstellbare Weiten zu füllen. Diese Sonnen waren längst vergangen. Es dürfte sie in dieser Form eigentlich nicht mehr geben. Und doch waren sie da.

Als wäre dieser Widerspruch für sich genommen nicht erstaunlich genug, hatte jede Sonne zwei grob erdähnliche Planeten. Es wirkte, als hätte jemand die Systeme per kosmischem Drei-D-Druck multipliziert.

Rhodan kannte diese Art von Sonnensystem, denn deren Spezifikation entsprach zu hundert Prozent der des Wycosystems. Er wusste, dass die Wyconder die Erbauer des Sternwürfels waren. Auch das Wycosystem hatte einst einen Platz als Teil des Sternwürfels eingenommen. Rugyra war die ursprüngliche Steuerwelt des stellaren Meisterwerks und beim ersten Sprung zurückgeblieben. Doch trotz all seines Wissens und seiner Vermutungen traf Rhodan dieser Anblick unvorbereitet.

Knapp sechs Lichtjahre bestückter, gestalteter und geformter Raum. Das war mehr als ein Konstrukt. Es war ein selbst für jemanden mit seiner Erfahrung wundersamer Anblick.

Atlan trat näher an Shrell heran. »Das ist es also. Dein großes Ziel.« Er sagte es ohne Spott.

Perry Rhodan fiel auf, dass Atlan sich mit Shrell mehr Mühe gab als alle anderen. Während Gucky seine Verachtung für Shrells terroristischen Anschlag im Solsystem offen zeigte, und Liam Barstow die Leun am liebsten hochkant aus »ihrem Schiff« befördert hätte, war Atlan derjenige, der stets versuchte, im Dialog mit Shrell zu bleiben. War das wirklich nur Kalkül?

Atlan hatte ihm anvertraut, er fände Shrells Verhalten riskant, aber mutig. Die Anführerin der Restauraten hatte sich ihnen angeschlossen, ohne auf Begleitung zu bestehen. Sie waren einen Pakt mit einer Teufelin eingegangen. Wenigstens hatte Atlan einen Extrasinn, von dem er sich vermutlich einiges anhören durfte, falls er auf falsche Gedanken kam.

»Das ist es«,...



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