Sulzberger Kochen für Kinder mit ADHS - eBook
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-03800-107-2
Verlag: AT Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Symptome, Behandlung und 100 Rezepte für die ganze Familie
E-Book, Deutsch, 160 Seiten
ISBN: 978-3-03800-107-2
Verlag: AT Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ernährungsspezialistin und Vitalstofftherapeutin. Langjährige Präsidentin des Verbandes der Schweizer Vitalstofftherapeuten, Dozentin NVS (Naturärzte Verband der Schweiz) und an anderen Schulen. Mitglied FEOS (Fachverband Ernährung und Orthomolekulare Medizin Schweiz). Zahlreiche Bücher zu Ernährung sowie zur Behandlung verschiedener Krankheiten, über Vitalstoffe und Ernährung. 2015 verstorben.
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ADHS, ADHD, HKS, POS – eine Krankheit mit vielen Namen und vielen Gesichtern
Die gebräuchlichsten Begriffe
Seit Jahrzehnten gibt es immer mehr Kinder, die durch ihr auffälliges Verhalten sowohl den Eltern wie in der Schule Schwierigkeiten bereiten. Und ebenfalls seit Jahrzehnten versucht man, dem Phänomen auf die Spur zu kommen.
Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert der Psychoanalyse, und so versuchte man, diese Kinder erst einmal mit psychologischer Behandlung »gesellschaftskonform« zu machen. Mit der Zeit aber mehrten sich die Erkenntnisse, die darauf hindeuteten, dass die Mehrzahl der auffälligen Kinder unter Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten leidet.
Es ist jedoch immer noch so, dass diese Störungen je nach Sichtweise anders interpretiert werden: Die Psychologen versuchen den Kindern vor allem mit Verhaltenstherapien zu helfen, Schulmediziner behandeln sie in der Regel mit Ritalin (einem Amphetamin), Naturheilärzte betrachten die Krankheit eher als Allergie und setzen dort die Behandlung an – und jede Gruppe hat diesen Störungen wieder einen anderen Namen gegeben, weshalb ein und dasselbe Krankheitsbild unter vielen Begriffen bekannt ist.
Die heute gängigsten Bezeichnungen sind:
| ADHS, ADHD, ADD – Attention Deficit Hyperactive Syndrome bzw. Attention Deficit Hyperactive Disorder (Aufmerksamkeits-Störungs-Syndrom, ASS, oder Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, ADS) |
| Diese Begriffe werden vor allem in den USA und von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) verwendet und haben sich weltweit durchgesetzt. |
| POS – Psychoorganisches Syndrom |
| Bezeichnung, die vor allem in der Schweiz verwendet wird bzw. wurde. |
| HKS – Hyperkinetisches Syndrom |
| Besonders in Deutschland gängige Bezeichnung. |
| MCD – Minimale cerebrale Dysfunktion (MBD – Minimal Brain Dysfunction) |
| Ein früher verwendeter Begriff. |
| Teilleistungsschwächen – Legasthenie, Dyskalkulie |
| Nach unserer Auffassung gehören auch die Teilleistungsschwächen zum großen Kreis des Krankheitsbilds der Hyper-/Hypoaktivität. |
| Wie wir im nächsten Kapitel sehen werden, bezeichnen die obigen Begriffe alle dasselbe Krankheitsbild der Hyperaktivität bzw. Hypoaktivität. Deshalb werden wir in diesem Buch auch den allgemeinen Oberbegriff verwenden. |
Welches sind die Symptome bei hyperaktiven Kindern?
Seit der Frankfurter Nervenarzt Heinrich Hoffmann 1845 in seinem Kinderbuch »Struwwelpeter« den klassischen Zappelphilipp beschrieben hat, beschäftigt dieses Krankheitsbild des unangepassten und schwer erziehbaren Kindes zunehmend Eltern und Schulen. Nicht von ungefähr sprach Hoffmann damals vom Zappelphilipp als einem Jungen, sind doch Mädchen von dieser Störung viel weniger betroffen.
Bereits bei Kleinkindern kann die Krankheit auftreten. Ein Artikel im »Journal of the American Medical Association«, einer sehr renommierten amerikanischen Ärztezeitschrift, berichtete in der Nummer 283, 2000 (Seite 1025-1030 und 1059-1060), dass ein hoher Prozentsatz der amerikanischen Kleinkinder zwischen 2 und 4 Jahren (!) sogenannte psychotrope Medikamente schlucken. Nämlich: 12,3 von 1000 Kindern erhalten Stimulanzien (Ritalin), 3,2 von 1000 Kindern schlucken Antidepressiva, und 2,3 von 100 Kindern nehmen Clonidil, ein zentral wirksames Medikament zur Blutdrucksenkung, das ebenfalls zur Behandlung hyperaktiver Kinder eingesetzt wird.
Dabei ist zu beachten, dass diese Medikamente die Kinder keineswegs von ihren Verhaltensstörungen heilen, sondern nur die Symptome lindern; obendrein muss mit erheblichen Nebenwirkungen und Spätfolgen gerechnet werden.
Man sieht aus dieser Mitteilung, dass offenbar schon Kleinkinder mit Medikamenten »ruhig gestellt« werden. Und aus eigener Erfahrung und Beobachtung wissen wir ebenso wie betroffene Mütter sowie Autoren und Autorinnen zu diesem Thema: Die Verhaltensstörungen von Kindern nehmen in jeder Altersklasse bedrohlich zu. Die Spitze dieser Störungen tritt in Form von Gewaltanwendung zutage: Gewalt in der Familie, Gewalt unter Kindern, Gewalt in der Schule.
Bei Verhaltensauffälligkeiten kann die Hirnfunktionsstörung sowohl als Hyperaktivität, als Hypoaktivität wie auch als beides gleichzeitig auftreten.
Sehen wir uns nun zuerst die Symptome an, welche die Hyper- bzw. Hypoaktivität in den verschiedenen Altersstufen vom Kleinkind bis zum Jugendlichen hervorrufen kann und anhand derer man die entsprechende Diagnose stellen kann. Denn auch hier gilt: zuerst die Diagnose, dann die Behandlung.
Säugling/Kleinkind
Körperlich
| – | Schlafstörungen: nur ganz kurze Schlafphasen oder viel längere Schlafphasen als normal |
| – | Bauchkrämpfe, Koliken schon während der Stillzeit |
| – | Hautprobleme (wunder Po, Ekzeme, z. B. in Ellenbeuge/Kniekehle, Milchschorf) |
| – | Verdauungsprobleme: Durchfall oder Verstopfung |
| – | Häufige Erkältungen, laufende Nase, Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten |
| – | schon mehrere Antibiotika-Behandlungen erhalten |
| – | Atembeschwerden: häufig Bronchitis, Asthma, Pseudokrupp |
| – | Fieberkrämpfe |
| – | massive Reaktionen auf Impfungen |
| – | grobmotorische Störungen (z. B. Gehen erst nach 18 Monaten) |
| – | ungeschickt mit Armen und Beinen |
| – | feinmotorische Störungen (Lispeln, Schielen, ungeschickt mit Fingern, kann nicht ausmalen) |
| – | Überspringen der Krabbelphase, kann nicht kriechen |
| – | schon früh keinen Mittagsschlaf mehr |
Psychisch
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