E-Book, Deutsch, Band 3, 478 Seiten
Reihe: Backstage - Liebe vs. Musik
Summers Backstage
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7693-6958-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Zurück im Leben
E-Book, Deutsch, Band 3, 478 Seiten
Reihe: Backstage - Liebe vs. Musik
ISBN: 978-3-7693-6958-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nach dem großen Streit führt Jared sein Weg zurück in die Betty Ford Klinik, um sein Leben und seine Gefühlswelt wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Dafür muss er aber Megan zurücklassen. Sie kämpft sich unterdessen durch ihren Liebeskummer und wird von Weko, dem Typen bedroht, der für die Trennung verantwortlich ist. Dabei wird er immer unberechenbarer und es kommt zu einem schlimmen Vorfall. Nach seiner Rückkehr aus der Klinik bauen sich Jared und Megan ein gemeinsames neues Leben auf. Sie zieht bei ihm ein und gibt ihm die Kraft, für ein Comeback. Ihre Beziehung erreicht eine neue Ebene und wird intensiver. Doch die Neider sind groß und fordern von beiden Seiten ihren Tribut. Werden sie stark genug sein, um diese Hürden zu meistern? Oder wird es ihrer Beziehung schaden? Wird Jared weiterhin clean bleiben?
Jenna Summers ist eine junge Mutter aus dem Süden Deutschlands. Mit ihren Büchern erfüllt sie sich einen langen Jugendtraum, denn sie schreibt bereits seit Teenagertagen Kurzgeschichten und veröffentlichte mit der Backstage-Reihe ihre ersten Romane in Form von geplanten 4 Bänden. Ihre lebendige Schreibweise macht es den Lesern leicht ihre Bücher zu lesen und wenn man einmal begonnen hat, fällt es schwer sie beiseitezulegen. Wir können gespannt auf weitere Werke von ihr sein.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
MEGAN
Ich hätte die Nacht doch bei Jared im Hotel übernachten sollen. Am Morgen haben wir uns noch aufeinander gefreut. Während meiner Prüfung vom Wochenendseminar konnte ich an nichts anderes denken, als dass ich meinen Freund schnell wiedersehe. Ich bin gerne mit ihm zusammen, er ist charmant, humorvoll, einfach ein Sonnenschein. Doch jetzt liege ich allein in meinem Bett. Es ist stockdunkel außen, was im Sommer heißt, dass es tief in der Nacht ist. Ein Blick auf die Uhr reicht, um zu sehen, dass ich nur eine Stunde geschlafen habe. Mit einem Seufzer drehe ich mich auf die Seite, meine Hand streicht über die Stelle, wo sonst Jared liegt. Aber jetzt ist es leer und kalt. Ich schließe die Augen, um wieder in den Schlaf zu sinken. Doch meine Gedanken jagen einander. Ich hasse es. Ich bin müde und möchte schlafen, doch mein Kopf hält mich wach. Was Jared wohl macht? Schläft er oder kotzt er sich die Seele aus dem Hals? Ob es ihm gut geht? Ich hätte ihn nicht allein lassen sollen. Aber es war doch sein Wunsch. Ich sollte ihn allein lassen. Er wollte mich nicht bei sich haben. Aber warum fühlt es sich dann jetzt so an, als hätte ich jetzt einen riesigen Fehler begangen? Ich habe ihn noch nie so erlebt. Jared ist ein fröhlicher Mensch, aber das war nicht er. Er war stinksauer, hat den Fitnessraum des Hotels zerlegt und sich vor Wut zwei Flaschen Whisky hinter gekippt. Doch was macht das mit ihm? Vor allem, weil er erst vor sechs Wochen die Betty Ford Klinik verlassen hat. Ich vergesse immer wieder, dass der Kampf gegen die Drogen noch nicht ausgestanden ist. Er hat mich so angeschrien, dass ich es für das Beste hielt, wenn wir etwas Abstand voneinander haben, um nicht mit Wut im Bauch miteinander zu sprechen. Aber jetzt liege ich wach in meinem Bett und bin mir nicht mehr so sicher, ob das eine so gute Idee war. Was, wenn er die Nacht nicht überlebt? Mit einem frustrierten Murren drehe ich mich auf die andere Seite. Oh, bitte Kopf, halt doch die Klappe! Ich will nur schlafen. Ich sehe auf den Wecker, es ist zwei Uhr nachts, seit einer Stunde liege ich wach. Was habe ich falsch gemacht? Ich hatte nicht vor Jared nie weh tun, noch wollte ich ihn enttäuschen. Das war unser erster großer Streit. Dabei war er so banal, jedenfalls für mich. Denn das waren pure Lügen, die verbreitet wurden und das von diesem Typen namens Weko. Der Mistkerl ist mir schon länger ein Dorn im Auge. Seit ich ihm auf der abgewiesen habe und er mir dennoch, wie ein Schatten hinterherläuft. Wie mache ich ihm klar, dass ich nichts von ihm will? Dass er nicht mein Typ ist. Ich habe ihm gesagt, dass ich vergeben bin, doch das interessiert ihn nicht. Er ist immer wieder da und verbreitet er Lügen über mich. Er ist der Grund, warum Jared und ich uns gestritten haben. Von Jared weiß ich, dass er behauptet hat mit mir Sex gehabt zu haben und hat ihm Nacktfotos von mir gezeigt. Doch wo hat er die her? Ich habe nie welche von mir aufgenommen. Sind die Fotos der Grund, weshalb mein Freund an meiner Treue zu ihm zweifelt? Warum er mir nicht glaubt? Gott, Jared ich hoffe, es geht dir gut. Obwohl es warm ist, ziehe ich mir die Decke bis zur Nasenspitze und hoffe, dadurch endlich den nötigen Schlaf zu finden. Totenstille durchflutet den Raum, man könnte die besagte Stecknadel fallen hören. Eine Straßenbahn fährt mit quietschenden Rädern am Haus vorbei. Ein paar Vögel zwitschern. Komisch, dabei dachte ich, dass Singvögel in der Nacht ebenso schlafen wie wir. Ich schrecke hoch, der Wecker klingelt. Tief atme ich durch, jetzt habe ich doch noch ein paar Stunden geschlafen. Gähnend strecke ich mich und schwinge die Beine aus dem Bett. Ich habe mir extra den Wecker gestellt, damit ich vor den Vorlesungen noch mit Jared spreche. Ich möchte das geklärt haben. Nach einer heißen Dusche suche ich mir Tanktop und kurze Hosen aus meinem Schrank und ziehe mich an. Ich bin hin und her gerissen. Trinke ich erst einen Kaffee oder fahre ich gleich zu Jared? Aber was, wenn er noch schläft? Dann bereue ich es, dass ich keinen getrunken habe. Denn einen Tag, ohne Kaffee zu beginnen, ist für mich wie ein Sonnenaufgang ohne sein herrliches rotes Leuchten. Natürlich hindert nichts an ihrem Aufgehen, es ist aber eindruckslos und fade. In der Küche lasse ich mir eine Tasse des schwarzen Golds aus dem Automaten. Meine obligatorischen vier Löffel Zucker löffle ich hinein und rühre um. Ich setze mich an den Küchentisch, doch ist es heute kein Genuss. Ständig wandert mein Blick herüber zur Uhr, deren Zeiger sich gefühlt langsamer bewegen. Fast wie in Zeitlupe. Es ist, als wolle sie mich auf die Probe stellen. Sogar ihr Ticken ist langsamer und lauter. Es reicht! Ich kippe mir den Rest des Kaffees hinter und schreibe Laura einen Zettel, dass ich mit dem Auto zu Jared fahre. Die Sonne ist aus ihrem Schlaf erwacht und hat zu der frühen Stunde schon viel kraft. Das wird wieder ein heißer Tag. Am Hotel finde ich einen Parkplatz am Straßenrand zwischen den ganzen Autos. Die Stadt ist im geschäftigen Treiben, alles hetzt zur Bahn, viele Menschen kreuzen meinen Weg. Ein typischer Montagmorgen, den keiner haben will. Auf dem gepflasterten Fußweg zum Hotel kommen mir unzählige Menschen entgegen. Viele im Anzug andere sind leger gekleidet. Mein Herz hämmert gegen meine Brust. Ich habe Angst vor dem, was mich erwartet. Gestern war Jared so sauer auf mich, dass er mich zum Teufel jagte. Jetzt habe ich Angst davor, dass er mich noch immer nicht sehen will. Vor der großen Glastür atme ich tief durch und trete ein. An der Rezeption begrüße ich den älteren Herren mit einem »Guten Morgen« und begebe mich zum Aufzug hinüber. Meine Schuhe klappern auf den Fließen und hallen im Raum. »Entschuldigen Sie junge Dame, wo wollen Sie denn hin?«, hält mich der grauhaarige Mann auf. Ich schätze, dass er nicht mehr lange bis zur Rente hat. »Zu Mister Johnson«, sehe ich ihn grummelig an, da er mich aufhält, und gehe zu ihm an den Tresen. »Ach und Sie denken, dass Sie hier einfach ein- und ausgehen können, wie Sie wollen?«, sieht er mich prüfend an und kommt mir etwas eingebildet vor. Ob alle Menschen im Alter so grummelig werden? Das ist ja kaum auszuhalten. Dabei sollte doch der Kunde König sein. Der Mann ist kleiner als ich und hat einen ordentlichen Bierbauch angesetzt, den er in dem weißen Hemd versucht zu kaschieren. Dabei sehen die Knöpfe aus, als hätten sie ihre Schwierigkeiten das Hemd zusammen zu halten. Dann setzt er die Brille auf, die an einem Band um seinen Hals hängt und blickt andächtig auf den Monitor vor ihm. Mein Geduldsfaden wird immer dünner. Ich sehe ihn genervt an und ziehe die Luft ein. »Würden Sie ihn dann bitte anrufen, dass er Ihnen bestätigt, dass ich seine Freundin bin«, quengle ich nach Fassung ringend und sehe meine Selbstbeherrschung schwinden. Wo ist das Problem, dass man den Hörer in die Hand nimmt und die Nummer der Suite wählt? Das ist zum aus der Haut fahren. Ich bin so schon kein geduldiger Mensch und jetzt, wo ich es eilig habe und er mich aufhält, macht es das nicht besser. Heute habe ich erst mittags Vorlesungen und mag davor noch mit Jared sprechen. Er tippt auf seiner Tastatur herum und schaut nachdenklich auf den Bildschirm. Dazu gibt er murmelnde Geräusche von sich, klickt er mit der Maus und es zieht sich endlos in die Länge. Ich tippe mit meinem Zeigefinger auf die Holzplatte und werde wahnsinnig, wenn es noch länger dauert. Ich komme mir vor wie das Häschen Office Hobbs aus dem Film Zoomania, als sie auf die Informationen vom Faultier Flash wartet. Unruhe breitet sich in mir aus, wie die siedenden Bläschen im Wassertopf. Am liebsten würde ich laut losschreien. »Gibt es ein Problem? Würden Sie ihn jetzt bitte anrufen? Er ist oben in der Suite«, seufze ich und verzweifle gleich. Der alte Mann sieht mich verlegen an: »Es tut mir leid, aber hier steht, dass Herr Johnson heute Morgen ausgecheckt hat.« Mir wird heiß und kalt zur selben Zeit und ich habe das Gefühl gleich umzukippen. Wie ein Tornado fegt diese Information über mich hinweg und legt meine Hoffnungen in Trümmer. Die Worte hallen im Kopf nach. Doch ich verstehe sie nicht. Er hat ausgecheckt. Warum? Wieso läuft er weg? Warum spricht er nicht mit mir? Was ist gestern noch passiert? Wäre ich doch nur bei ihm geblieben. Jared ist weg. Hat er die Stadt verlassen? Kommt er wieder zurück? Wo ist er hin? Ich bin fest davon ausgegangen, dass er schlafend in seinem Bett liegt. Und wir nach einem klärenden Gespräch zusammen frühstücken. Doch jetzt stehe ich da wie ein Trottel, den Tränen nah und er ist weg. »Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?«, erkundigt sich der Mann bei mir und sieht mich mitfühlend an. »Nein danke«, verlasse ich geschockt das Hotel und gehe zurück zum Auto, was ich von Jared geschenkt bekommen habe. Wieso lässt er mich hier? Warum hat er nichts gesagt? Ich wäre doch mit ihm gegangen. Oder hat er mich verlassen? Unter Schock stehend fahre ich nach Hause. Hier lasse ich mich auf die Couch fallen und stiere einen Moment lang den schwarzen Fernseher an. Dann ziehe ich mein Handy hervor und...




