Terrid | Time Squad 19: Das Zeit-Asyl | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 19, 176 Seiten

Reihe: Time Squad

Terrid Time Squad 19: Das Zeit-Asyl


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8328-5117-0
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 19, 176 Seiten

Reihe: Time Squad

ISBN: 978-3-8328-5117-0
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Time Squad ist eine deutsche Science-Fiction-Serie, die in 21 Heften zwischen 1977 und 1985 erschien. Die Protagonisten der Serie sind die Agenten der Zeitpolizei, die zu verschiedenen Zeitpunkten und an den unterschiedlichsten Orten die Gegner der Menschheit bekämpfen und Veränderungen der Zeitlinie verhindern.

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1.


Shandrak bog den rechten Arm zurück, schnellte ihn kraftvoll nach vorn und ließ seine Harpune durch die Luft fliegen. Das Geschoß durchschlug die Wasseroberfläche und erreichte präzise sein Ziel. Als Shandrak die Waffe an dem aus Leder geflochtenen Riemen wieder einholte, zappelte ein Fisch an der Harpune.

Der Mann grinste zufrieden.

»Um das Abendessen brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen«, sagte er heiter.

Ich nickte schläfrig. Das eintönige Geräusch der Brandung wirkte sehr beruhigend auf mich, und die warme Sandfläche, auf der ich lag, tat ein übriges.

Zum ersten Mal, seit ich zur Time-Squad gestoßen war, durfte ich allen Ernstes faulenzen, in der Sonne herumliegen und, wenn ich wollte, schlafen, bis das Bett durchgelegen war.

Zu verdanken hatte ich dieses wohlige Leben der Verletzung, die ich mir bei unserem letzten Einsatz eingehandelt hatte; ohne diese Blessur hätte der Urlaub gänzlich anders ausgesehen – Demeter Carol Washington verstand darunter Training, Training und nochmals Training. Kampfsportarten, Gymnastik, Mnemo-Techniken, Sprachschulung, Kurse in Geschichte, Malerei, Musik, Literatur. Zur Auflockerung Dechiffrierübungen oder Basteln von Brandsätzen und als Belohnung Fallschirmspringen oder Tauchen. Von einem aktiven Agenten der Time-Squad wurde erwartet, daß er fast alles, was ein Mensch zu leisten vermochte, wenigstens in den Grundzügen beherrschte, auf vielen Gebieten gut, auf etlichen hervorragend und in seiner Spezialbegabung der Beste seiner Art war.

Dabei interessierte es D.C. wenig, ob der solcherart Geschundene nur ein Mitarbeiter war oder den Vorzug genoß, mit der Chefin der Time-Squad verheiratet zu sein.

Shandrak speerte noch einen weiteren Fisch, weidete ihn aus und legte ihn zu den übrigen. Dann streckte er sich neben mir auf dem warmen Sand der Meeresküste aus. Auch bei dieser Gelegenheit trug er die eng anliegende Montur aus weichem, schwarzen Leder, die ihm den Beinamen der Schwarze eingetragen hatte.

»Fast zu schön, um wahr zu sein«, murmelte er.

Ich nickte und reckte und streckte mich. Lange würde das Wohlleben nicht mehr dauern. Nur ganz selten spürte ich noch einen feinen Schmerz, die Verletzung war weitgehend ausgeheilt – das hieß, daß es in ein paar Tagen wieder losgehen würde.

Ich stieß einen Seufzer aus.

Als Demeters Ehemann hatte ich noch weniger Aussichten als früher, mich vor diesen Einsätzen zu drücken, obwohl es dafür mehr als genug Gründe gab.

Ich brauchte abends nur an den sternübersäten Himmel zu blicken, um zu wissen, was vor uns lag.

Tausende dieser leuchtenden Punkte waren Sonnen mit Planeten, auf denen intelligente Wesen lebten.

Tausende dieser Planeten waren in einen mörderischen Konflikt verwickelt, und einer dieser Planeten war unsere Erde. Die einzige Streitmacht der Menschheit, die noch vergleichsweise frei und unabhängig agieren konnte, war das armselige Häuflein der Time-Squad – ein paar Dutzend aktiver Agenten, einige Hundertschaften hochqualifizierter Wissenschaftler, dazu die Familienangehörigen. Mehr stand uns nicht zur Verfügung.

Unsere Gegner hingegen konnten alles aufbieten, was nötig war – wahrscheinlich Zehntausende von Raumschiffen, unbegrenzte materielle Möglichkeiten, dazu einen Vorrat an wissenschaftlich schwer erklärbaren Tricks, den man früher dem Bereich der schwarzen Magie zugeschrieben hätte. Einige Kostproben dieser Hilfsmittel hatten wir bereits vorgeführt bekommen, und wer das Pech hatte, von einem solchen Einsatz zu träumen, der wachte sehr bald schweißgebadet und zähneklappernd auf. Obwohl er nach allem, was wir wußten, längst tot war, wurde der Name des Zeitzauberers Valcarcel immer nur flüsternd ausgesprochen, und selbst dann verursachte er Gänsehaut und aufgestellte Nackenhaare.

»Was, glaubst du, wird Demeter als nächstes unternehmen?« wollte Shandrak wissen.

Ich zuckte mit den Schultern.

Wir brauchten, bildlich gesprochen, nur den Fuß vor die Tür zu setzen, um mitten im Getümmel zu sein. Die Erde überzogen von einem grauenvollen Verschleißkrieg mit den Nokhtern; das Blausonnen-Fürstentum unseres Freundes Darcyr vom Gegner bereits übernommen; das Kaiserreich von Glyssaan, Heimat unseres Gefährten Imhotep, entscheidend geschwächt – nirgendwo war Hilfe zu erwarten.

Daß eine solche Hilfe bitter nötig war, wußten wir besser als wahrscheinlich jede andere Truppe im bekannten Universum – wir kannten nämlich das Endziel des Gegners. Es hieß vollständige und unumschränkte Herrschaft über alle bekannten Planeten und deren Völker, ohne jede Ausnahme.

Der Gegner – seltsame Kristallwesen, wie es schien, mit zum Teil beängstigenden Fähigkeiten – hatte einen Weg gefunden, zwischen seinem Universum und dem unsrigen hin und her zu wandern. Er hatte außerdem herausgefunden, daß die Zeit-Vektoren dieser beiden Universen gegenläufig waren. In der Praxis bedeutete das, daß Demeter, würde sie jeweils ein Jahr bei uns und ein Jahr im Universum des Gegners verbringen, dabei nicht um einen Tag biologisch altern würde.

Es lag auf der Hand, daß es für die Oberen, wie unsere Gegner gemeinhin genannt wurden, nur ein Mittel gab, diese Unsterblichkeit perfekt zu machen – sie mußten jede noch so geringe Bedrohung ihrer Doppelherrschaft aus dem Weg räumen.

Das war die Gefahr, mit der wir es zu tun hatten. Sie betraf alle uns bekannten Völker, wahrscheinlich jedes lebende Wesen überhaupt. Das Ziel dieser Auseinandersetzung war bei den Oberen klar, fraglich war nur, welche Mittel sie anwenden würden und wie wir darauf reagieren konnten. Gnade, Rücksicht oder Einsicht durften wir bei der Natur dieses Kampfes nicht erwarten – dafür war der Einsatz bei den Oberen viel zu hoch.

Das war die Ausgangslage, die jeder Mitarbeiter der Time-Squad kannte. Verglich man damit die Kärglichkeit der Mittel, die uns zur Verfügung standen, konnte man depressiv werden.

In der Ferne wurde das Geräusch eines Gleitertriebwerks hörbar. Das Fahrzeug kam rasch näher. Ich sah auf die Uhr. Der offizielle Dienstbetrieb in der Festung war beendet, wahrscheinlich wollte uns jemand ein paar Stunden lang Gesellschaft leisten.

Der Jemand, der in dem offenen Gleiter saß, hatte rote Haare und trug eine weite Baumwollbluse; der Stoff flatterte im Fahrtwind. Shandrak erlaubte sich ein Grinsen.

Demeter landete den Gleiter in unserer Nähe und stieg aus. Sie zog sich die Bluse über den Kopf, darunter trug sie einen Badeanzug, der weitaus deutlicher als die Bluse nachwies, daß Demeters Figur ihrem Gehirn in nichts nachstand, wenn es um Kurvenreichtum und Perfektion ging.

»Ich hoffe, du erholst dich gut«, sagte sie, als sie bei mir ankam. Ich gab ihr einen Kuß und merkte, daß ich ein wenig verlegen wurde; irgendwie brachte es Demeter fertig, daß ich mich in ihrer Nähe immer ein wenig wie ein Trottel fühlte, ungeschickt und linkisch.

Demeter zog den Rest ihrer Oberkleidung aus und legte sich neben mir auf den Sand. Der Blick, mit dem sie meinen Körper musterte, hatte nichts Liebevoll-Zärtliches, wie man es bei einer Ehefrau erwarten sollte; er erinnerte mich eher an die Prüfung durch einen Trainer, der die Leistungsfähigkeit seines Schützlings feststellen will.

»Du siehst aus, als könntest du bald wieder aktiv werden«, sagte sie lächelnd.

Ich grinste freudlos.

»Hast du einen Plan?« fragte ich. Demeter nickte.

»Wir werden einen Ausflug unternehmen«, erklärte sie und legte sich auf den Rücken. »Wir wissen, daß Manhaar, Kaiser des Imperiums von Glyssaan, verschleppt und durch eine perfekte Robotkopie ersetzt worden ist. Wir kennen von dieser Kopie die Koordinaten des fraglichen Planeten.«

»Und du willst hinfliegen und den Kaiser zurückholen?« fragte ich.

»Das ist der Plan«, antwortete Demeter.

»Und wann geht es los?«

»Morgen früh«, antwortete D.C. »Uns bleibt also noch ein wenig Zeit, um zu baden.«

Ich richtete mich vorsichtig auf, die linke Hand gegen die Hüfte gepreßt. Im Hintergrund sah ich Shandrak grinsen.

»Ich glaube kaum«, begann ich, aber Demeter unterbrach mich lachend.

»Ich um so mehr«, antwortete sie. »Los, steh auf, Faulpelz, und bewege dich. Du hast lange genug herumgefaulenzt, es wird Zeit, daß du dir dein Gehalt verdienst.«

Ich stieß einen Seufzer aus.

Daß Demeter bereit war, alles einzusetzen, um die Versklavung der Menschheit zu verhindern, war gewiß lobenswert. Daß sie dabei auch ihr eigenes Leben und das ihres Gatten nicht aus Gefahren heraushielt, fanden Außenstehende sicherlich ebenso löblich – nur für den Ehemann war es alles andere als erquicklich.

*

Unsere Techniker hatten einmal mehr bravourös gearbeitet. Es mußte sie viel Mühe und Schweiß gekostet haben, das Noktherschiff, das wir auf der Erde erbeutet hatten, so herzurichten, daß es einem Blausonnenschiff aufs Haar glich.

Der schlanke Zylinder stand im Hangar der Festung und war einsatzklar. Auch das Team, das dieses Unternehmen durchführen sollte, stand bereit – Demeter wagte wieder einmal sehr viel.

Fast alle Personen kannte ich. Daß Imhotep dabei sein würde, verstand sich von selbst – er war neben Darcyr und dessen Tochter Ghanee die einzige Person, die dieses Schiff fliegen konnte. Wir Erdmenschen waren technisch so weit hinter dem Stand von Glyssaan zurück, daß wir bei der Bedienung der Schalter und Hebel mehr Schaden als Nutzen verursacht hätten.

Inky war zur Stelle, groß und schlank und mit zerzaust wirkendem Haar. Neben ihm stand Charriba White Cloud, der schweigsame Indianer – wer die Dialoge der...



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