Terrid | Time Squad 5: Die Zeit-Arche | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 176 Seiten

Reihe: Time Squad

Terrid Time Squad 5: Die Zeit-Arche


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8328-5103-3
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 5, 176 Seiten

Reihe: Time Squad

ISBN: 978-3-8328-5103-3
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Time Squad ist eine deutsche Science-Fiction-Serie, die in 21 Heften zwischen 1977 und 1985 erschien. Die Protagonisten der Serie sind die Agenten der Zeitpolizei, die zu verschiedenen Zeitpunkten und an den unterschiedlichsten Orten die Gegner der Menschheit bekämpfen und Veränderungen der Zeitlinie verhindern.

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1.


Einem alten Sprichwort zufolge war keine Höllenfurie so schlimm wie ein verschmähtes Weib. Wenn an dieser Weisheit auch nur ein Wort stimmte, dann begriff ich nicht, warum D.C., unsere allseits verehrte Chefin, kein größeres Vergnügen kannte, als die Männer, die sie keineswegs verschmähten, so schnell wie möglich umzubringen.

Nach unserem haarsträubenden Abenteuer auf Atlantis hatte sie uns ganze zehn Tage Ruhe gegönnt. Zum ersten Mal, seit ich für die Time-Squad arbeitete, war dieses Wort Ruhe sogar einigermaßen zutreffend.

Ausnahmsweise brauchten wir uns nur morgens zu schinden; der Nachmittag war tatsächlich frei – allerdings benötigten wir diese Stunden dringend, um unsere Kräfte wieder zu sammeln und einigermaßen zu Luft zu kommen. Demeter Carol Washington, im Dienstgebrauch kurz D.C. genannt, schien der Meinung zu sein, unser Aufenthalt auf Atlantis habe uns verweichlichen lassen. Dementsprechend sah unser morgendliches Trainingsprogramm aus.

Zudem vertrat D.C. die Meinung, daß unsere Arbeit im Dienste der gesamten Menschheit entschieden wichtiger sei als geregelte Essenszeiten. Die Besprechung des nächsten Einsatzes des Time-Intelligence-Corps (TIC) hatte sie dann auch prompt auf die Mittagsstunden des zehnten Tages gelegt.

Ich stand unter den Warmluftdüsen und wartete darauf, daß meine dunklen Haare trockneten. In der Nachbarkabine war mein Partner Inky – bürgerlich Anastasius Immekeppel – mit der gleichen Arbeit beschäftigt.

„Was mag D.C. jetzt mit uns vorhaben?“ hörte ich ihn fragen.

„Ich weiß es nicht“, gab ich zurück. „Mir schwant nur eines – es wird wieder mörderisch werden!“

Es war ein Kreuz mit unserer Arbeit. Bereits die ersten Unternehmungen, die ich für die Time-Squad durchgestanden hatte, waren hochgefährlich gewesen. Jedesmal waren wir nur knapp dem sicheren Tod entronnen. Auf die Idee, uns deswegen ein wenig zu schonen, kam D.C. natürlich nicht, im Gegenteil. Je schwieriger und risikoträchtiger ein Unternehmen der Time-Squad war, desto eher konnten wir damit rechnen, zu einem solchen Himmelfahrtskommando eingeteilt zu werden. Fast schien es, als suche D.C. auf diese Weise eine legale Möglichkeit, uns unter die Erde zu befördern.

Haut und Haare waren trocken. Ich schlüpfte in die leichte zweiteilige Kombination, Unter-und Oberbekleidung in einem Stück. Sie saß wie eine zweite Haut. Als ich mich im Spiegel betrachtete, war ich mit mir zufrieden. Ich war durchtrainiert und in körperlicher Höchstform, ich konnte kein Gramm überschüssigen Fettes an mir entdecken.

„Alter Narziß“, sagte Inky grinsend, als er mich sah.

Er war in den Schultern etwas schmaler als ich, aber wehe dem, der sich von diesem Eindruck täuschen ließ.

Inky war schon in seiner Zeit – er war 1920 geboren, also mehr als vier Jahrhunderte älter als ich – ein formidabler Kämpfer gewesen. In den Trainingslagern der Time-Squad hatte er nur noch die modernen Kampfsportarten erlernen und seine Kondition verbessern müssen. Als ich ihn kennenlernte – damals, im Zeit-Camp im Amazonasdschungel –, hatte er bereits fünf Jahre nahezu ununterbrochenen Kampfes hinter sich, und diese Jahre hatten ihn geprägt. Was Inky auszeichnete, war ein unerschütterlicher Lebenswille, unbegrenzter Optimismus in üblen und entnervender Pessimismus in guten Lagen, dazu ein bissiger Humor, der seine Quelle aus der Einsicht bezog, daß letztlich doch alles menschliche Treiben eitler Wahn war.

Nebeneinander trabten wir durch die Gänge der Time-Squad-Zentrale. Einen Gesamtplan dieser unterirdischen Anlage hatte ich nie gesehen, doch ich wußte, daß man sich in diesem Labyrinth prächtig verlaufen konnte. Wir befanden uns unter dem Boden eines Talkessels im Herzen der Rocky Mountains.

Hier wurden die Vorbereitungen für die Einsätze getroffen, mit denen wir uns eines scheinbar übermächtigen Gegners zu erwehren suchten.

Die Entdeckung, daß eine geheimnisvolle Macht gegen die Time-Squad angetreten war, war noch nicht einmal ein halbes Jahr alt. In dieser Zeit hatten wir ununterbrochen ein Unternehmen nach dem anderen gestartet, denn – so seltsam es klang – die Zeit brannte uns auf den Nägeln. Irgend jemand hatte schon mehrmals versucht, die Geschichte der Menschheit in seinem Sinn zu ändern. Welches Ziel diese fremde Macht anstrebte, wußten wir nicht – wohl aber, daß ihre Arbeit das Schicksal der gesamten Menschheit beeinflussen würde, wenn wir dieser Macht nicht mit allen verfügbaren Mitteln entgegentraten.

Es waren erst zehn Tage vergangen, seit wir den ersten Vertreter dieser Macht zur Strecke gebracht hatten.

Auf erschreckende, geheimnisvolle Weise war der Gestaltwandler Valcarcel gestorben, den wir seiner unheimlichen Fähigkeiten wegen den Zeit-Zauberer genannt hatten. Er allein hatte uns mehr als einmal vor schier unlösbare Aufgaben gestellt, und dennoch gab mir sein Tod keine Beruhigung. Mir schwante, daß sein Tod nicht nur ein neues, ungeheuerliches Täuschungsmanöver war, sondern daß wir mit Valcarcel – wenn überhaupt – nur einen von mehreren Gegnern ausgeschaltet hatten. Allein die Vermutung, daß Valcarcel in der Organisation des Gegners nur ein kleines Licht darstellte, genügte, um die Zukunft in schwärzesten Farben malen zu können.

Wir erreichten die Amtsräume der Chefin der Time-Squad. Washington, D.C. stand auf dem Schild an der Tür. D.C.s Vater schien ein Mann mit absonderlichem Humor gewesen zu sein.

Wie nicht anders zu erwarten, wurde uns von William Smith geöffnet. Der Bursche mit den Geheimratsecken in der Bürstenfrisur hatte uns nicht das geringste getan, dennoch konnten Inky und ich ihn nicht ausstehen.

„Gehen Sie gleich durch“, brummte er. „Die Chefin erwartet Sie!“

Demeter Carol Washington hatte es sich in ihrem breiten Sessel bequem gemacht. Sie trug enge, ziemlich verwaschene Jeans, darüber ein weitgeschnittenes kariertes Cowboyhemd und ein gelbseidenes Halstuch.

Das Tuch paßte in der Farbe nicht sehr gut zu ihrem roten Lockenkopf und den blaugrünen Augen, aber über derlei Kleinigkeiten sah ich gern hinweg. Sie blickte kaum auf, als wir den Raum betraten.

Offiziell waren Inky und ich dem Time-Squad in San Francisco unterstellt. Daß es das TIC gab, wußten nur wenige Eingeweihte, darunter der Chef unserer Organisation in San Francisco – Don Slayter.

D.C.s vierter Gast war ein Junge, ich schätzte ihn auf knapp siebzehn

Jahre. Er war schlank und von mittlerer Größe. Seine Augen waren hellblau, die Haare hellblond – eine Kombination wie im Märchen. Dazu machte er das passende Sonnenscheingesicht, er strahlte uns an.

„Ich darf vorstellen“, sagte D.C. halblaut. „Tovar Bistarc, Anastasius Immekeppel, kurz Inky genannt –

Corve Munther.“

Ich schüttelte dem Jugendlichen die Hand.

„Sie werden in der nächsten Zeit zusammenarbeiten“, gab D.C. bekannt.

Inky und ich sahen uns an. Was hatte D.C. vor? Was sollten wir mit dem Knaben anfangen, der bei der ersten kritischen Situation wahrscheinlich lauthals nach seinen Eltern schrie?

„Setzen Sie sich“, befahl D.C. Auf dem Schreibtisch vor ihr stand für jeden eine Tasse Tee. Anhand des rauchigen Aromas hatte ich meine Tasse und meinen Platz rasch gefunden. Zufrieden setzte ich mich. Daß D.C. sich der Tatsache erinnerte, daß ich chinesische Rauchtees bevorzugte, freute mich.

„Hm!“ machte Inky nach einem Probeschluck genießerisch. „Assam! Woher kennen Sie meine Lieblingssorte, Chef in?“

Falls er mit einer Liebenswürdigkeit gerechnet hatte, wurde er ebenso enttäuscht, wie ich Sekunden zuvor.

„Wir haben ein Archiv“, stellte D.C. trocken fest. „Zur Sache!“

Wir setzten uns aufrecht hin. D.C. hatte die Angewohnheit, kein Wort zuviel zu sagen. Wer nicht mitbekam, was sie sagte, hatte zuzusehen, wie er sich zurechtfand.

„In einem Punkt sind wir uns hoffentlich einig – mit dem Tod von Valcarcel ist die Angelegenheit noch lange nicht beendigt. Selbst ein Wesen, das über so beeindruckende Fähigkeiten wie der Zeit-Zauberer verfügt, ist nicht in der Lage, allein eine Organisation aufzubauen, wie wir sie in Bruchstücken bereits kennengelernt haben. Wir müssen also jederzeit mit neuen Maßnahmen des Gegners rechnen. Je mehr Zeit vergeht, um so größer wird die Gefahr, daß der Gegner zu einem Schlag ansetzt, den wir nicht bereits im Ansatz auffangen können. Ich habe mich daher entschlossen, für die Time-Squad eine sichere Fluchtburg zu finden. Unsere Aufgabe wird darin bestehen, einen Stützpunkt zu bauen, der für den Gegner langfristig unauffindbar ist. Dort werden wir eine Reserveabteilung der Time-Squad unterbringen. Sie wird dort stationiert bleiben und sich zurückhalten, bis wir hier nicht mehr in der Lage sind, uns gegen den Feind zur Wehr zu setzen.“

„Ein Trumpf im Ärmel“, faßte Inky zusammen.

„Richtig“, bestätigte B.C. „Das Unternehmen Zeit-Arche ist die größte Operation, die wir bisher in die Wege geleitet haben. Angesichts der Wichtigkeit dieses Unternehmens habe ich entschieden, daß Sie beide die Führung übernehmen sollen.“

Dabei sah sie Inky und mich an, allerdings wollte mir der Anflug von Mitleid in diesem Blick überhaupt nicht gefallen.

„Wo soll der Stützpunkt angelegt werden?“ erkundigte ich mich. „Auf der Erde?“

Kopfschütteln, von einem Lächeln begleitet.

„Mond?“

Immer noch Kopfschütteln. Ich stand vor einem Rätsel.

Vorsichtig erkundigte ich mich: „Außerhalb des Sonnensystems?“

D.C.s Lächeln wurde noch geheimnisvoller.

„Ungefähr“, verriet sie. „Wie gut sind Sie in Astronomie...



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