Tiedt | Boote-Bordbuch | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 288 Seiten

Tiedt Boote-Bordbuch


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-667-11991-9
Verlag: Delius Klasing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 288 Seiten

ISBN: 978-3-667-11991-9
Verlag: Delius Klasing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf Törn mit dem Sportboot - Das Bordbuch für Motorbootfahrer Wer mit dem Motorboot auf Binnenschifffahrtsstraßen oder Seeschifffahrtsstraßen unterwegs ist, ist selten allein. Wie aber verhält man sich bei Begegnungen mit anderen Teilnehmern im Schiffsverkehr? Für wen gilt welches Schild am Ufer? Und welche Leinen müssen beim Anlegen am Bootsliegeplatz bereitliegen? Nicht alle Regeln und Bestimmungen, die man in der Sportbootschule gelernt hat, hat man immer sofort parat. Eine wertvolle Gedächtnisstütze zum Nachschlagen und Informieren bietet da das Bordbuch für Motorbootfahrer: Der praktische Begleiter mit Farbleitsystem und kompakten Texten unterstützt Sie von der Törnplanung bis hin zum Hafeneinlauf und enthält alle wichtigen Themen im handlichen Taschenformat: • Fahrregeln im Binnen- und Seebereich: Vorfahrtsregeln, Ausweichen und Kollisionsverhütung • Identifikation anderer Wasserfahrzeuge und richtiges Verhalten bei Begegnungen • Schifffahrtszeichen: Wasserverkehrszeichen und Lichterführung auf See und in Binnengewässern, Leuchtfeuer, Tonnen und Baken • Sicherheit auf dem Wasser und richtiges Verhalten in Notsituationen • Kommunikation an Bord und zwischen verschiedenen Schiffen: Seefunk und Schallsignale • Alles Wichtige über Seemannschaft, Wetter, Törnpraxis, Chartern und mehr Mit dem Wissen der Profis sicher unterwegs im Wasserverkehr Erstellt wurde das Bordbuch unter Mitarbeit der Zeitschrift BOOTE, Europas größtem Motorboot-Magazin. Autor Christian Tiedt ist seit vielen Jahren als Redakteur auf den Binnen- und Seerevieren Deutschlands und Europas unterwegs, mit Booten jeder Größe bis hin zur Motoryacht. Mit dem Bordbuch haben Sie sein geballtes Wissen in allen wichtigen Situationen zur Hand, sowohl an Bord als auch bei der Vorbereitung an Land. Egal ob als Skipper oder Crewmitglied, mit Sportbootführerschein oder ohne, auf eigenem Kiel oder im gecharterten Sportboot - mit diesem Bootshandbuch sind Sie in jedem Fahrwasser sicher unterwegs!

Christian Tiedt ist seit vielen Jahren als Redakteur für die Zeitschrift BOOTE auf den Binnen- und Seerevieren Deutschlands und Europas unterwegs - mit dem Schlauchboot oder der Trawleryacht. Reise- und Praxisthemen sind sein Schwerpunkt.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


ANDERE FAHRZEUGE


BESTIMMUNG UND IDENTIFIZIERUNG

EINSATZFAHRZEUGE

ANDERE FAHRZEUGARTEN

VERHALTENSWEISEN

FLAGGENARTEN

NATIONALFLAGGE

FLAGGENFÜHRUNG

BESTIMMUNG UND IDENTIFIZIERUNG


Auf dem Wasser ist man eigentlich niemals allein unterwegs, selbst auf dem offenen Meer jenseits der Küstengewässer sind andere Fahrzeuge anzutreffen. Je näher man der Küste kommt, desto stärker wird nicht nur der Verkehr, sondern häufig auch der Platz zum Manövrieren in gleichem Maße eingeschränkt – das gilt bereits für die Fahrwasser der Seeschifffahrtsstraßen und -häfen, umso mehr jedoch auf Flüssen und Kanälen im Binnenbereich. Wenn es zu Begegnungen kommt, ist eine möglichst frühzeitige Identifizierung der anderen Verkehrsteilnehmer daher gleich im mehrfacher Hinsicht wichtig:

Wegerecht: Fahrzeugart, Position und Kurs anderer Verkehrsteilnehmer wirken sich unmittelbar auf das Wegerecht untereinander und damit auch auf die eigenen Maßnahmen zur Anwendung der in Kapitel 2 aufgeführten Fahrregeln aus (s. Seite 19). Beispiel: Binnen müssen Kleinfahrzeuge mit Maschinenantrieb jenen ohne Maschinenantrieb ausweichen.

Verhalten: Schon die korrekte Bestimmung einer Fahrzeugart kann Rückschlüsse auf das mögliche weitere Verhalten des anderen Verkehrsteilnehmers zulassen und Überraschungen vermeiden. Beispiel: Bei einer am Ufer liegenden Fähre, die bereits Straßenfahrzeuge aufnimmt, muss mit dem baldigen Ablegen und Kreuzen des Fahrwassers gerechnet werden.

Besonderheiten: Jede Fahrzeugart und -gruppe hat ihre Besonderheiten, die man vor allem bei einer Begegnung oder Manöversituation in voraussichtlich geringem Abstand bedenken muss, da sie sonst Auswirkungen auf das eigene Fahrzeug haben können. Diese Besonderheiten sind unabhängig vom Wegerecht. Beispiel: Große Frachtschiffe mit einer weit achtern stehenden Brücke und einer hohen Decksladung (wie etwa Containern) davor haben vor dem Bug einen toten Winkel, der eine beträchtliche Länge haben kann (s. Seite 63).

Im Folgenden ein Überblick über die Möglichkeiten zur Bestimmung und Identifizierung anderer Fahrzeuge, eine Übersicht der verschiedenen Klassen und Typen (mit besonderer Erwähnung der Einsatzfahrzeuge), die zu berücksichtigenden Besonderheiten und – ebenfalls Teil der Bestimmung – die Flaggenführung. Die umfangreichen amtlichen Vorschriften zu Lichterführung und Signalen folgen im Anschluss in Kapitel 4 (s. Seite 77).

KOMPAKT Wenn die Art eines anderen Fahrzeugs frühzeitig bekannt ist, lassen sich Rückschlüsse auf das Wegerecht untereinander, dessen Absichten und mögliche Besonderheiten in dessen Verhalten ziehen.

METHODEN ZUR BESTIMMUNG


Für Sportbootfahrer ist die Identifizierung anderer Fahrzeuge und ihrer Absichten besonders bedeutend, da sie schon aufgrund ihrer eigenen geringen Größe leicht zu übersehen sind. Es ist Teil guter Seemannschaft, dass jeder Skipper eigenverantwortlich davon ausgeht, dass ihn sein Gegenüber nicht immer „auf dem Schirm hat“ – selbst wenn es die Vorschriften so fordern und auch dann, wenn man Wegerecht oder Vorfahrt eigentlich sicher auf seiner Seite weiß. Zum Bestimmen anderer Fahrzeuge während der Fahrt gibt es drei Methoden:

Optisch nach Sicht: Je nachdem, wie gut man sich auskennt, lassen sich viele Fahrzeuge ab einer bestimmten Entfernung auch mit bloßen Auge (bzw. mit dem Fernglas) identifizieren. Auch wenn es sich dabei lediglich um Vermutungen handelt, lassen sich so zumindest schon Informationen wie grober Kurs, Geschwindigkeit (anhand der Bugwelle) und einige Verhaltensweisen erahnen; etwa dass sich ein großes Schiff ans Fahrwasser halten wird. Kriterien wie Größe, Bauart, Farbe und Geschwindigkeit ergeben ein relativ genaues Gesamtbild. Eine Übersicht über die verschiedenen Schiffstypen mit Silhouetten befindet sich in Kapitel 15 (s. Seite 249).

Mündlich über Funk: Diese Variante bietet sich bei unklaren Absichten anderer Fahrzeuge, gefährlicher Annäherung oder bevorstehenden eigenen Manövern an. Auf See erfolgt so ein Schiff-Schiff-Gespräch als Teil des Routineverkehrs auf Kanal 72, der Anruf kann dabei in Ausnahmefällen auch auf Kanal 16 erfolgen – oder über digitalen Selektivruf, wenn die MMSI-Nummer des Gegenübers bekannt ist. Auf Binnenrevieren ist der Verkehrskreis 1 mit den Kanälen 10, 13 und 77 für Gespräche von Schiff zu Schiff vorgesehen.

Elektronisch mit AIS: Die einfachste und umfassendste Methode, um Angaben nicht nur über einzelne, bereits sichtbare Schiffe, sondern den gesamten Verkehr im sicherheitsrelevanten Umkreis zu erhalten, ist das Automatische Identifikationssystem . Dabei werden nautische Angaben elektronisch auch für andere Schiffe zur Verfügung gestellt, sodass ihre Positionen und Bewegungen auf Plottern in Kombination mit Karten- und/oder Radarbild dargestellt werden können. Für die Berufsschifffahrt ist AIS verpflichtend, die freiwillige passive und auch aktive Nutzung durch die Sportschifffahrt nimmt zumindest stetig zu.

Mobile Geräte: Selbst ohne Plotter lassen sich bei Netzabdeckung AIS-Daten abrufen und darstellen. Shipspotting- Apps wie Vesselfinder liefern auch auf mobilen Geräten alle Informationen. Dazu gehören Schiffsangaben, MMSI, Herkunft, Ziel, Geschwindigkeit und Kurs (Abb.: Vesselfinder).

EINSATZFAHRZEUGE


Boote und Schiffe im Dienst von Bund und Ländern haben – wie an Land auch – zur Erfüllung ihrer Aufgaben besondere hoheitliche Befugnisse. Ihren Aufforderungen ist daher immer Folge zu leisten. Auf See werden die Einsatzkräfte von der Küstenwache koordiniert und sind durch ihre, je nach Behördenzugehörigkeit einheitliche, Farbgebung leicht zu identifizieren (Übersicht: s. Seite 60). Weitere optische Erkennungsmerkmale sind Dienstflagge (bei Bundesbehörden; s. Seite 74), amtliche

Amtliche Beschriftung: Beispiel für ein Fahrzeug der Bundespolizei See. Deckshaus und Beiboot tragen den Schriftzug „Bundespolizei“, die Zugehörigkeit zur Küstenwache wird durch den Schriftzug auf dem Rumpf, das schwarz-rotgoldene Rumpfband und das Wappen kenntlich gemacht.

Beschriftungen und im Einsatz ein blaues, rundum sichtbares Funkellicht (s. Seite 113). Die am häufigsten anzutreffenden Fahrzeuge gehören zur Wasserschutzpolizei der Bundesländer, zur Bundespolizei See oder zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

KOMPAKT Einsatzfahrzeuge des öffentlichen Dienstes können anhand Farbgebung und Aufschrift identifiziert werden. Ihren Aufforderungen ist immer Folge zu leisten.

DIE BEHÖRDEN Je nach Behörde variieren dienstliche Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Einsatzschwerpunkte. Überschneidungen sind nicht ungewöhnlich. Hier eine einfache Übersicht für die See- und Binnenreviere:

Bundespolizei See (BPOL SEE) Überwachung der Schengen-Außengrenze auf See, schifffahrtspolizeiliche Aufgaben und Unfallermittlung außerhalb des Küstenmeeres, Umweltschutz, Hilfeleistung in Notsituationen

Wasserschutzpolizei (WSP/WP/WS; Länderhoheit) schiffahrtspolizeiliche Vollzugsaufgaben wie Verkehrsüberwachung und Kontrolle auf den Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen, dazu alle allgemeinen polizeilichen Aufgaben und Hilfeleistung in Notsituationen

Zoll (Kontrolleinheit See) Grenzaufsicht, Überwachung des Warenverkehrs, Verhinderung von Schmuggel, Umweltschutz und Hilfeleistung in Notsituationen

Fischereiaufsicht (Teil des Bundesamtes für Landwirtschaft und Ernährung, BLE) Aufsicht und Kontrolle der Fischerei in den Fanggebieten, Umweltschutz und Hilfeleistung in Notsituationen.

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV, Teil des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, BMVI) Unterhalt, Betrieb und Ausbau der Bundeswasserstraßen im Binnen- und Seebereich, zudem strom- und schifffahrtspolizeiliche...


Tiedt, Christian
Christian Tiedt wurde 1975 in Hamburg geboren, wuchs aber im nördlichen Speckgürtel der Stadt auf – bis auf zahlreiche Besuche an Hafen, Nord- und Ostsee aber lange ohne direkten Zugang zum Wassersport. Die ersten Abenteuer fanden dann auch auf dem Trockenen statt: Mit den Klassikern von Chichester, Slocum und Co. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich (zeitlich) die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian Tiedt konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen als Ressortleiter Reise für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.

Christian Tiedt wurde 1975 in Hamburg geboren, wuchs aber im nördlichen Speckgürtel der Stadt auf – bis auf zahlreiche Besuche an Hafen, Nord- und Ostsee aber lange ohne direkten Zugang zum Wassersport. Die ersten Abenteuer fanden dann auch auf dem Trockenen statt: Mit den Klassikern von Chichester, Slocum und Co. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich (zeitlich) die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian Tiedt konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen als Ressortleiter Reise für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.



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