E-Book, Deutsch, Band 4, 544 Seiten
Reihe: Windy City-Reihe
Tomforde Play Along
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-641-31967-0
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman - TikTok made me buy it: Sports Romance trifft auf eine Vegas Wedding und Fake Dating – endlich auf Deutsch!
E-Book, Deutsch, Band 4, 544 Seiten
Reihe: Windy City-Reihe
ISBN: 978-3-641-31967-0
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Kennedy ist in ihrem Job als Sportmedizinerin für das Chicagoer Baseballteam stets professionell – bis zu einem Ausrutscher: Eines Morgens wacht sie in Las Vegas auf. Mit Erinnerungslücken und einem Ehering am Finger! Neben ihr liegt ausgerechnet Isaiah, der unverschämt gut aussehende und charmante Spieler, dessen Flirtversuche sie schon ewig abwehrt. Um ihren Ruf zu retten, lässt Kennedy sich zähneknirschend auf Isaiahs Vorschlag ein, die Saison über verheiratet zu bleiben. Was sie nicht weiß: Isaiah verfolgt ganz eigene Ziele. Er will seiner Traumfrau endlich beweisen, dass er der Richtige für sie ist. Sie muss nur mitspielen …
Sports Romance trifft auf Vegas Wedding und Fake Dating! Band 4 der unwiderstehlichen »Windy City«-Reihe!
Liz Tomforde ist es wichtig, in ihren Romanen gesunde Beziehungen zu zeigen und Männer zu erschaffen, in die man sich einfach verlieben muss. Sie war Flugbegleiterin für ein NHL-Team und konnte so ihre beiden Leidenschaften verbinden, das Reisen und Eishockey. Während der Pandemie nutzte sie die Inspiration aus ihrem Job und schrieb ihren ersten Roman. Schon bald entstand die ganze »Windy City«-Reihe, die einen regelrechten TikTok-Hype auslöste. Alle Bände landeten auf Anhieb auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, »Play Along« sogar auf Platz 1. Liz Tomforde lebt und schreibt in Kalifornien.
Weitere Infos & Material
Prolog
Isaiah
Vor drei Jahren
Es ist der schlimmste Tag des Jahres.
Es ist der schlimmste Tag jeden Jahres.
Normalerweise bin ich zu dieser Zeit mit meinen Mannschaftskameraden auf Reisen, weil wir uns mental auf die Saison vorbereiten. Ich sollte jetzt in Cancun oder Miami am Pool liegen und einen Cocktail schlürfen, während ringsum die Party tobt und mich ablenkt.
Nur bin ich dieses Jahr nicht am Pool, ich bin nicht betrunken, und ich habe auch keine angenehme Ablenkung. Stattdessen verstecke ich mich im Clubhaus des Teams in der Damentoilette … Dieses Jahr beginnt die Saison früh, und leider bietet mir der erste Baseballspieltag nicht genug Ablenkung.
Die Damentoilette ist makellos und viel, viel sauberer als unsere. Es gibt eine Samtcouch und kleine Parfümflaschen auf dem Tresen, hübsch gefaltete Handtücher und eine Glasschale mit Minzbonbons. Es riecht unendlich viel besser als auf der Männertoilette, und ich hoffe nur, dass die anderen Jungs nie auf den Trichter kommen, wie verdammt schön es hier ist, denn dies ist mein Geheimversteck, und das schon seit sechs Jahren – also seit mich die Windy City Warriors als Shortstop gedraftet haben.
Es gibt kein weibliches Personal bei uns, also benutzt niemand diese Toilette – außer mir, wenn ich einen Moment für mich brauche.
Man könnte sagen, ich bin der Durchgedrehte unseres Teams. Ein bisschen rücksichtslos und enorm von sich selbst eingenommen. Der Typ, der sich selbst bereitwillig zur Zielscheibe von Witzen macht, damit alle was zu lachen haben. Es würde ganz und gar nicht zu meinem Ruf passen, gleich zu Beginn der Saison einen Zusammenbruch zu erleiden oder vor meinen Mannschaftskameraden zu heulen wie ein kleines Mädchen.
Ich bin ein achtundzwanzigjähriger Mann und scheue nicht davor zurück, mir einzugestehen, dass dieser Tag immer noch schwer für mich ist, auch nach all den Jahren. Ich war erst dreizehn, als mein zwei Jahre älterer Bruder mir die Nachricht überbringen musste, dass sich das Auto unserer Mutter auf der Heimfahrt während eines Sturms um einen Baum gewickelt hat und wir sie niemals wiedersehen würden.
Also ja … Es ist der schlimmste Tag des Jahres.
Mit zitternden Knien sitze ich in einer der Kabinen auf dem geschlossenen Toilettendeckel und versuche, mich zusammenzureißen. Ich muss mich dringend wieder in den lustigen, fröhlichen Isaiah Rhodes zurückverwandeln, dem die Sonne aus dem Arsch scheint. Der die anderen mit seiner guten Laune ansteckt. Der Isaiah, den jeder hier zu sehen erwartet, sobald ich das Clubhaus betrete.
Ich bin gern dieser Typ. Neunzig Prozent der Zeit bin ich dieser Typ, von Natur aus. Ich habe schon als Kind herausgefunden, dass ich meinen Bruder auch dann zum Lachen bringen kann, wenn er eigentlich so gestresst ist, dass andere ihm nicht mal ein Lächeln entlocken können, und das war ein großartiges Gefühl. Es war, als hätte ich meinen Daseinszweck gefunden – die Menschen um mich herum glücklich zu machen. Und deshalb bleibe ich in solchen traurigen, schwierigen Momenten lieber für mich.
Ich gönne mir einen letzten Moment Traurigkeit, bevor ich die Kabine verlasse und mir am Waschbecken ein wenig Wasser ins Gesicht spritze.
Doch kaum öffne ich die Tür zum Gang, höre ich draußen Stimmen. Dieser Bereich des Clubhauses ist normalerweise leer. Erstaunt bleibe ich stehen. Erkenne Dr. Fredricks Stimme und beschließe, außer Sicht zu bleiben, denn ich möchte nicht, dass jemand mitbekommt, dass ich mich gerade zum Heulen hier verkrochen habe.
»Sie haben bei Ihrer Bewerbung gelogen.«
»Ich habe nicht gelogen«, erwidert eine Frau.
Dr. Fredrick senkt die Stimme, aber ich höre ihn trotzdem deutlich. »Sie haben mich gezielt getäuscht, und das wissen Sie auch.«
»Kenny ist die Kurzform von Kennedy.«
Vorsichtig spähe ich um die kleine Trennwand herum und entdecke Dr. Fredrick, der verärgert auf eine Frau hinunterstarrt.
Sie steht mit dem Rücken zu mir, deshalb sehe ich ihr Gesicht nicht, aber sie reicht Dr. Fredrick kaum bis zum Kinn, und er ist kein großer Mann. Ihr Haar ist zu einem dicken Pferdeschwanz zusammengebunden und fällt ihr über den halben Rücken. Ich kann die Farbe nicht richtig erkennen, aber es ist auf jeden Fall kein gewöhnliches Blond oder Brünett, so viel kann ich schon mal sagen.
Dr. Fredrick sieht sich um und vergewissert sich, dass sie allein sind. Rasch ducke ich mich hinter die Trennwand und lausche angestrengt.
»Das ist nicht das richtige Umfeld für Sie. Ich schlage vor, Sie lehnen das Stellenangebot ab und suchen sich etwas, das für jemanden wie Sie besser geeignet ist.«
»Für jemanden wie mich … also für eine Frau?«
Was zum Teufel?
Ich mochte Dr. Fredrick noch nie besonders. Aber er steht unserer Gesundheit-und-Wellness-Abteilung vor und ist der leitende Teamarzt; alle anderen Ärzte, Ernährungsberater und Sporttrainer sind ihm unterstellt. Deshalb hatte ich bisher zumindest noch einen gewissen Respekt vor ihm … aber jetzt verpufft er völlig.
Einen Moment lang herrscht Schweigen, als würde er überlegen, was er sagen soll, ohne sich damit in Schwierigkeiten zu bringen.
»Die ursprünglich ausgeschriebene Stelle muss nicht mehr besetzt werden. Wie mir die Personalabteilung mitgeteilt hat, kann ich das Angebot nicht mehr ganz zurückziehen, aber ich kann es abändern. Zum jetzigen Zeitpunkt suche ich nur einen Sporttrainer.«
»Was?«, fragt sie und lacht auf, es klingt entsetzt. »Ich bin Ärztin. Sie erwarten doch wohl nicht von mir, dass ich als Sporttrainerin mit an Bord komme?«
»Ich erwarte überhaupt nicht, dass Sie mit an Bord kommen.«
»Dr. Fredrick, ich bin extra für diesen Job nach Chicago gezogen. Sie haben meine Referenzen gesehen. Sie haben meine Praktika gesehen. Und auf dieser Grundlage haben Sie mich eingestellt.«
»Ich hatte damals eine andere Vorstellung davon, wen ich da einstelle.«
»Weil Sie annahmen, ich sei ein Mann.«
»Ich werde das nicht weiter mit Ihnen diskutieren. Wenn Sie für die Windy City Warriors arbeiten wollen, können Sie das gern tun – als Sporttrainerin auf Einstiegsniveau. Das ist die Stelle, für die ich jemanden suche.«
Sie zögert, und ich kann fast vor mir sehen, wie sie die Schultern strafft, ehe sie mit fester Stimme fragt: »Bis wann brauchen Sie meine Antwort?«
»Bis heute Nachmittag.«
»Gut. Ich werde Sie über meine Entscheidung informieren.«
Es herrscht einen Moment lang Schweigen, und ich glaube schon fast, das Gespräch sei beendet, aber dann höre ich Dr. Fredrick sagen: »Miss Kay, dies ist meine einzige Warnung: Falls Sie sich entscheiden sollten, mit an Bord zu kommen, und es gibt auch nur den Hauch von Verwicklungen zwischen Ihnen und einem der Spieler, dann werde ich Ihnen mit sofortiger Wirkung kündigen. Es gibt gute Gründe dafür, dass ich keine Frauen einstelle. Sie werden sich gemeinsam mit den Spielern in Umkleideräumen, Flugzeugen und Hotels aufhalten. Ich erwarte, dass Sie darauf achten, niemanden abzulenken.«
Es gibt gute Gründe dafür, dass ich keine Frauen einstelle. Verdammtes Arschloch.
»Bei allem Respekt, Dr. Fredrick, ich habe die letzten zwei Jahre als Teil eines nur dreiköpfigen Ärzteteams den gesamten Sportbereich der Universität von Connecticut betreut. Nichts in meinem Lebenslauf gibt auch nur den leisesten Anlass, an meiner Professionalität zu zweifeln.«
»Das waren Kinder. Das hier sind Männer«, antwortet er. »Ich denke, Sie wissen genau, worauf ich hinauswill.«
Sie räuspert sich, und ich muss sagen, es spricht sehr für ihre Professionalität, die er gerade so gründlich infrage stellt, dass sie ihm keinen rechten Haken verpasst, denn ich würde das an ihrer Stelle definitiv tun.
Ich bin manchmal vielleicht etwas impulsiv.
»Bis Mittag haben Sie meine Antwort«, sagt sie zum Abschied.
Schritte. Sie werden lauter, jemand geht in meine Richtung. Ich komme nicht hier weg, ohne gesehen zu werden, und obwohl ich die Absicht habe, die Information über dieses Gespräch an Monty weiterzugeben, unseren Manager, habe ich nicht vor, Dr. Fredrick vorher einzuweihen.
Um auf Nummer sicher zu gehen, ziehe ich mich in die Damentoilette zurück, bis ich sicher sein kann, dass er weg ist.
Ich war noch nie ein Fan unseres leitenden Teamarztes. In meinen Augen ist er ein Arschkriecher, der mit uns Jungs aus dem Team immer viel zu sehr auf Kumpel macht, aber bis zu diesem Moment hatte ich auch nicht direkt was gegen ihn. Wie er gerade mit dieser Frau gesprochen hat – als wäre er etwas Besseres als sie – , weckt in mir jedoch den starken Drang, jedem in der Organisation der Warriors mitzuteilen, was für ein sexistisches Stück Scheiße er ist.
»Sexistisches Stück Scheiße.«
Es ist, als würde meine stumme Schimpftirade von den Flurwänden jenseits der Klotür widerhallen, und zwar mit furchterregendem Zorn.
Die Frau vom Gang kommt hereingestürmt, und ich verstecke mich hastig in einer Kabine. Da stehe ich jetzt also, wie ein Perversling, und kann nicht fassen, in was für eine blöde Lage ich plötzlich geraten bin.
Ich spähe durch den Spalt in der Kabinentür und sehe das Spiegelbild der Fremden. Sie hat die Hände auf dem Waschbecken abgestützt und lässt den Kopf hängen, weshalb ich immer noch nicht ihr Gesicht sehen kann. Ihre Haarfarbe könnte ich immer noch nicht klar benennen.
Sie lacht...




