Toth | Stille Wasser sind tief | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1706, 144 Seiten

Reihe: Bianca

Toth Stille Wasser sind tief


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-275-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1706, 144 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-86295-275-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein neues Leben muss her! Keinen Tag länger will Liz als Barkeeperin arbeiten und mit Männern flirten, die es nicht ernst meinen. Da kommt Mitchell Cates' Angebot wie gerufen: Der attraktive Geschäftsmann braucht dringend eine neue Assistentin. Glücklich sagt Liz Ja. Ihr neuer Boss ist seriös und zurückhaltend. Ganz sicher würde er niemals versuchen, mit ihr zu flirten! Aber dann begleitet sie ihn auf eine Party - und erkennt ihren großen Irrtum: Dieser Mann ist ein stilles Wasser. Kein anderer hat sie jemals mit soviel Liebe im Blick angeschaut ...

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1. KAPITEL

„Du bist ohne ihn wirklich besser dran“, behauptete Liz’ Schwester Emily zum wiederholten Mal. „Dax ist ein Idiot, wenn er nicht erkennt, was ihm entgeht. Wein ihm bloß keine Träne nach.“

Obwohl Liz über ihre geplatzte Verlobung noch ganz geschockt war, trösteten Emilys Worte sie ein wenig.

„Du bist voreingenommen“, wandte sie trotzdem ein.

Als sie an diesem Tag nach Hause gekommen war, hatte sie sofort ihre Schwester angerufen, um ihr die unglaubliche Geschichte zu erzählen: Nach dem missglückten Besuch bei der Pokerrunde am Vorabend hatte sie mit Dax telefoniert. Er hatte sie für heute zum Mittagessen ins „Rib Shack“ eingeladen. Das neueste Restaurant seines Bruders befand sich auf dem Resortgelände, doch das war nicht der Grund, warum er gerade diesen Ort gewählt hatte: Offenbar hatte er gehofft, sie würde ihm in einem gut besuchten Lokal keine Szene machen.

Und tatsächlich war sie zuerst völlig sprachlos gewesen, als er ihr erklärt hatte, dass es mit ihnen keinen Sinn habe und er die Verlobung lösen wolle. Tapfer hatte sie gegen die aufsteigenden Tränen gekämpft. Währenddessen hatte Dax ihr einfach gegenübergesessen und es angestrengt vermieden, sie anzusehen.

„Aber warum?“, brachte sie schließlich hervor.

Dax zuckte nur die Schultern. „Es liegt nicht an dir.“ Sein Gesichtsausdruck verriet eher Unbehagen als Bedauern oder Mitgefühl. „Tut mir leid.“

Noch immer unfähig, Worte zu finden, war sie aufgestanden und hatte mit zitternden Knien das Restaurant verlassen. Den ganzen Heimweg über hatte sie geweint und sich immer wieder gefragt: Warum?

Dax galt in der Stadt noch immer als Rebell, weil er früher Motorradrennen gefahren hatte und dafür durch die Staaten getourt war. Mittlerweile hatte er sich in Thunder Canyon niedergelassen. Dass er inzwischen eine Motorradwerkstatt besaß und sesshaft geworden war, änderte nichts daran, wie äußerst attraktiv und sexy er wirkte.

Anscheinend war sie weder hübsch noch angesagt genug, um mit ihm mitzuhalten.

„Er war sowieso nicht der Richtige für dich“, fuhr Emily am Telefon fort. „Wieso hast du dich überhaupt mit ihm verlobt? Ihr kanntet euch noch gar nicht so lange.“

Liz lehnte sich an den Esstresen im kleinen Blockhaus, das ihre Schwester und deren Mann ihr zur Miete überließen. „Nein, offensichtlich habe ich ihn wirklich nicht gut genug gekannt“, räumte sie ein. „Aber er hat einfach nicht lockergelassen. Als er mir den Antrag machte, hat er ein Nein einfach nicht akzeptiert, und ich wollte seine Gefühle nicht verletzen.“

„Ach Liebes, dafür hat er jetzt deine verletzt, der Mistkerl“, seufzte Emily. „Vielleicht solltest du anfangen, einfach nur an dich zu denken. Du musst schließlich nicht unbedingt heiraten, du hast noch jede Menge andere Möglichkeiten.“

Stimmt, dachte Liz.

„Wahrscheinlich ist es vor allem mein verletzter Stolz“, gab sie zu. Mit wie vielen Männern war sie nur deshalb ausgegangen, weil es ihr so schwergefallen war, sie abzuweisen – selbst wenn sie gar kein echtes Interesse an ihnen gehabt hatte?

„Hast du ihn denn geliebt?“, fragte Emily. „Konntest du dir wirklich vorstellen, den Rest deines Lebens mit ihm zu verbringen?“

Sofort hatte Liz ein Bild vor Augen: Mit grauen Haaren, einer Brille mit Gleitsichtgläsern auf der Nase und einer Stola um die Schultern sah sie sich selbst auf einer Harley sitzen.

„Vielleicht war ich eher in die Idee verliebt, endlich zu heiraten“, gestand sie. Immerhin malte sie sich ihre Traumhochzeit bereits in allen Farben aus, seit sie vier war.

Wenigstens hatte sie nicht mit ihm geschlafen. Sie hatte ihm gesagt, dass sie damit bis nach der Hochzeit warten wolle, und er war einverstanden gewesen. Geradezu verdächtig schnell einverstanden.

„Ich glaube, er ist noch nicht über seine Exfrau hinweg“, fuhr sie fort. Diesen Gedanken hatte sie vorher energisch verdrängt. „Es war vermutlich kein Zufall, dass Dax einen Tag, nachdem D.J. sich mit Allaire verlobt hatte, um meine Hand angehalten hat.“

Emily stöhnte auf. „Du Arme. Wenn er dich nur benutzt hat, um …“

„Ach, vergiss es einfach“, sagte Liz mit neuer Entschlossenheit. „Ich werde schon damit fertig. Keine Sorge.“

„Und ob du das wirst.“ Sogleich stieg Emily darauf ein: Statt mitfühlend ließ sie ihre Stimme nun optimistisch und bestärkend klingen.

Obwohl Liz ihre Schwester durchschaute, war sie dankbar für ihre Unterstützung. Sie wusste, dass Emily sie für ein wenig flatterhaft hielt. Ihre Schwester bemängelte ihr fehlendes Stehvermögen, weil sie schon ein paar Mal den Job gewechselt hatte. Aber wie sollte sie sonst herausfinden, was ihr beruflich Spaß machte? Sie musste schließlich ihr Geld selbst verdienen, bis sie endlich dem perfekten Mann begegnete und ihn heiratete.

Träumten davon nicht die meisten Frauen, die wie sie Single und Anfang zwanzig waren? Mit Sicherheit wollten sie doch alle einen tollen Job, einen wunderbaren Ehemann und eine glückliche Familie.

Doch war das ein realistischer Traum? Mit der freien Hand rieb sie sich die Stirn, während Emily ihr Ratschläge gab, wie sie Dax am schnellsten vergessen konnte. Vielleicht sollte sie die ganze Sache mit den Männern noch mal überdenken.

Selbst wenn es schön war, einen Mann im Leben zu haben – eigentlich brauchte sie keinen. Das war wie mit einem Sportwagen oder einem Pelzmantel. Emily hatte völlig recht: Es gab noch viele andere Möglichkeiten. Möglicherweise war dies ihre Chance, eine ganz andere Richtung einzuschlagen – der Anfang eines ganz neuen Lebens.

Sie würde sich neu erfinden.

Die Idee war zu frisch, um sie ihrer Schwester anzuvertrauen. Emily würde sie nur an die früheren anderen Male erinnern, als sie ein neues Leben anfangen wollte. Selbstzweifel konnte sie jetzt nicht gebrauchen.

„Ich muss aufhören“, sagte sie deshalb mit einem Blick zur Uhr. „Ich hab noch ziemlich viel zu erledigen, bevor ich zur Arbeit muss.“

„Kommst du auch wirklich zurecht?“, fragte Emily besorgt. „Ich würde ja vorbeischauen, aber …“

„Schon gut. Das ist lieb von dir, aber mir geht’s gut“, wiederholte sie entschlossen. Sollte Dax ruhig seiner Exfrau nachtrauern! Sie hatte Besseres zu tun, als sich wegen eines Mannes graue Haare wachsen zu lassen.

„Na gut. Ruf mich an, wenn irgendwas ist, ja? Jederzeit.“ Emily klang nicht so überzeugt. Andererseits hatte sie mit ihrer eigenen Familie genug zu tun: Sie konnte nicht alles stehen und liegen lassen, um Liz’ Händchen zu halten.

„Mach ich. Aber es ist wirklich alles okay. Und danke noch mal“, meinte sie und legte auf.

Nach dem Gespräch wünschte Liz sich, sie hätte erst über alles nachgedacht, bevor sie Emily mit den Neuigkeiten überfallen hatte. Natürlich hätte sie ihre geplatzte Verlobung sowieso nicht lange geheim halten können. In einer Kleinstadt wie Thunder Canyon verbreiteten sich solche Dinge wie ein Lauffeuer.

Trotzig schüttelte Liz ihre rotbraune Mähne. Es hatte ihr gutgetan zu hören, dass Dax sie gar nicht verdient hatte. Vielleicht hätte sie es kommen sehen müssen, nachdem er die Pokerrunde so wütend verlassen hatte. Eigentlich hatte sie ihm sein respektloses Verhalten beim Mittagessen im „Rib Shack“ großzügig verzeihen wollen – stattdessen hatte er kaltschnäuzig mit ihr Schluss gemacht.

Sie wollte nicht noch einmal nur deshalb mit einem Mann ausgehen, damit sein empfindliches Ego keinen Schaden nahm. Damit ihr so was nicht erneut passierte, musste sie zunächst herausfinden, was sie selbst wollte und brauchte.

In Zukunft zählte nur noch Lizbeth Stanton!

Entschlossen ging sie ins Schlafzimmer und stellte sich ein heißes Outfit für den Abend hinter der Bar zusammen. Nur weil sie heute ein neues Leben begann, musste sie schließlich nicht in Sack und Asche gehen. Bestimmt würden einige Leute in die Bar kommen, um zu sehen, ob sie am Boden zerstört war. Denen würde sie zeigen, dass der Idiot Dax Traub einer echten Traumfrau den Laufpass gegeben hatte.

Mitchell Cates saß vor einem Bier an einem Ecktisch in der Hotellounge. Es war noch früh, und in der dunkel getäfelten Bar hatten sich erst wenige Gäste eingefunden.

Ziemlich genervt schaute er zu, wie zwei männliche Touristen am Tresen mit Lizbeth Stanton flirteten. Als sie den Kopf in den Nacken legte und über etwas lachte, was einer der beiden gesagt hatte, wünschte Mitch sich, sie auch so zum Lachen bringen zu können. Ihr warmes Lächeln ging ihm durch und durch. Sogar von hier aus konnte er sehen, wie ihre großen dunklen Augen dabei strahlten.

Heute Abend erschien sie ihm besonders umwerfend. Das rotbraune lockige Haar hatte sie in einem wilden Knoten hochgesteckt, und überall glitzerten darin Strassspangen. Sie war wie ein bunter Vogel, exotisch und voller Leben. Was bei anderen Frauen übertrieben gewirkt hätte, sah bei ihr einfach genau richtig aus: ihr enges halterloses Top aus glitzerndem Silberstoff, ihr kurzer schwarzer Rock … Wie konnte eine so zierliche Frau so endlos lange Beine haben?

Jedes Mal, wenn sie hinter der Bar hervorkam, genoss er diesen Anblick ausgiebig. Wenn er Liz traf oder nur an sie dachte, schaltete sich sein Verstand völlig aus, und er fühlte sich wie ein verliebter Teenager.

Deshalb beobachtete er auch missmutig, wie die beiden Touristen an der Bar aufstanden und auf Liz einredeten.

„Ach, komm schon, Süße! Wir werden jede Menge Spaß haben“, sagte der...



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