Troitskij, Hilarion
Eine der bekanntesten Persönlichkeiten der russischen Kirche der 1920er Jahre war der Erzbischof Hilarion von Wereja, ein herausragender Theologe und talentierter Mensch. Mit seinem ganzen Leben legte er ein Zeugnis seiner großen Liebe zur Kirche Christi ab, bis hin zum Martyrium für sie.
Seine theologischen Werke zeichnen sich durch eine strikte kirchliche Ausrichtung, den unermüdlichen Kampf gegen Scholastik und den spezifischen Latinismus aus, der die russische Theologie seit der Zeit des Metropoliten Peter Mogila beeinflusst hatte.
Sein Ideal ist die Kirchlichkeit der theologischen Schule und der theologischen Wissenschaft.
Seine ständige Mahnung: Es gibt keine Erlösung ohne Kirche, es gibt keine Sakramente außerhalb der Kirche.
Erzbischof Hilarion (weltlicher Name: Wladimir Alekseewitsch Troitskij) wurde am 13. September 1886 in der Familie eines dörflichen Priesters in der Provinz Tula geboren.
Noch als kleines Kind hatte er einen großen Wunsch zu lernen. Als fünfjähriger Junge nahm er seinen dreijährigen Bruder an die Hand und machte sich mit ihm aus seinem Heimatdorf auf den Weg nach Moskau, um zu lernen. Und als sein Bruder angefangen hat vor Müdigkeit zu weinen, sagte Wladimir zu ihm: „Nun, dann bleib ungelernt.“ Die Eltern bemerkten rechtzeitig das Verschwinden der Kinder und brachten sie schnell zurück nach Hause. Wladimir wurde bald zur Theologischen Schule und dann zum Theologischen Seminar geschickt. Nach Abschluss des Seminars begann er das Studium an der Moskauer Theologischen Akademie, die er 1910 mit dem Grad eines Dr. der Theologie glänzend abgeschlossen hat. Er durfte als Professuren-Stipendiat an der Akademie bleiben.
Es ist bemerkenswert, dass Wladimir in allen Schulen, bis hin zur Theologischen Akademie, sehr gut war. Er hatte immer in allen Fächern hervorragende Noten.
1913 erhielt Wladimir einen Master-Abschluss in Theologie für sein fundamentales Werk „Essays aus der Geschichte des Dogmas über die Kirche“.
Sein Herz war erfüllt mit dem Wunsch, Gott als Mönch zu dienen. Am 28. März nahm er das Mönchtum mit dem Namen Hilarion in der Einsiedlerklause Paraklit der Dreifaltigkeitslaura des hl. Sergij an und wurde nach ungefähr zwei Monaten am 2. Juni zum Priestermönch ordiniert. Am 5. Juli desselben Jahres wurde Hilarion in den Rang eines Archimandriten erhoben.
Am 30. Mai 1913 wurde Priestermönch Hilarion zum Inspektor der Moskauer Theologischen Akademie ernannt. Im Dezember 1913 wurde dem Archimandrit Hilarion der Titel eines außerordentlichen Professors für die Heilige Schrift des Neuen Testaments verliehen.
Archimandrit Hilarion erlangt großes Ansehen sowohl als Pädagoge an der Theologischen Schule als auch als Professor-Theologe und als berühmter Prediger der Kirche.
Seine dogmatischen Werke bereicherten eines nach dem anderen die Theologie. Seine Predigten waren wie eine Glocke, die die Menschen zum Glauben an Gott und zur moralischen Erneuerung aufrief.
Und als die Frage nach der Wiederherstellung des Patriarchats dringend wurde, sprach er sich mit Begeisterung auf dem Landeskonzil von 1917-1918, dessen Mitglied er war, für das Patriarchat aus. „Niemals“, sagte Archimandrit Hilarion, „war die russische Kirche ohne den Ersten Hierarchen. Unser Patriarchat wurde von Peter I. zerstört. Wen hat es gestört? Die Kollegialität der Kirche? Aber gab es nicht gerade zur Zeit der Patriarchen besonders viele Konzile? Nein, das Patriarchat hat weder die Katholizität noch die Kirche gestört. Wen denn?
Da sehe ich vor mir zwei gute Freunde, zwei Größen des 17. Jahrhunderts - Patriarch Nikon und Zar Alexej Michajlowitsch. Um die Freunde im Streit auseinander zu bringen, flüstern böse Bojaren dem Zaren zu: "... Wegen des Patriarchen bist du, Herrscher, unsichtbar geworden." Und übrigens hat Nikon geschrieben, als er den Moskauer Altar verließ: "... Nun möge er, der Herr, ohne mich mehr Raum bekommen." Diesen Gedanken von Nikon verwirklichte Peter, in dem er das Patriarchat zerstörte. „Es möge mir, dem Herrscher, ohne Patriarchen mehr Freiraum entstehen“ ...
Aber das kirchliche Bewusstsein,