Vlcek | Perry Rhodan 1463: Geburt eines Cantaro | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1463, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Vlcek Perry Rhodan 1463: Geburt eines Cantaro

Perry Rhodan-Zyklus "Die Cantaro"
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8453-1462-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Cantaro"

E-Book, Deutsch, Band 1463, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-1462-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Es geschieht auf der Brutwelt - sie nehmen Kontakt mit einem Überläufer auf In der heimatlichen Galaxis, die Perry Rhodan und die übrigen Rückkehrer aus dem Universum Tarkan mit einer Verspätung von fast 700 Jahren erreichten, hat sich Erschreckendes getan. Jetzt, im Sommer 1144 NGZ, ist es jedenfalls nicht mehr möglich, der negativen Entwicklung noch Einhalt zu gebieten. Die Zustände in der Galaxis sind geprägt von versteckter Diktatur, allgemeiner Verdummung, interstellarer Isolation, offenem Zwang, wirtschaftlicher Unterdrückung und vielen anderen Maßnahmen, die dazu geeignet sind, Sternenreiche erfolgreich im Griff zu halten. Die Drahtzieher dieser Politik scheinen die Cantaro zu sein, so glaubt Perry Rhodan bald zu wissen, und der Terraner erkennt auch, dass die Kräfte der Opposition zu schwach sind, die neuen Machthaber zu stürzen. Rhodan resigniert trotzdem nicht, sondern kämpft unverdrossen weiter für die Befreiung der Galaktiker, obwohl ein unbekannter Feind ihm schwer zu schaffen macht. Eine wertvolle Hilfe für den Terraner stellen die drei Anoree dar. Die Aktivitäten ihres sogenannten Friedenssprechers verursachen Unruhe beim Gegner und führen gegen Ende des Jahres 1145 zum Kontakt mit einem Überläufer. Dies geschieht auf dem Planeten Sampson, dem Ort der GEBURT EINES CANTARO ...

ERNST VLCEK Ernst Vlcek ist 1941 in Wien geboren. Nach der Schulausbildung und Absolvierung einer kaufmännischen Lehre war er in verschiedenen manuellen Berufen tätig. Schon in jungen Jahren begeisterte sich der Autor für die Science Fiction. Eine seiner ersten Kurzgeschichte hatte den Titel 'Es kommt eine kleine Überraschung'. Für Ernst Vlcek bot sich zunächst die Möglichkeit, seine Werke innerhalb des Fandoms zu veröffentlichen. 1966 erschien sein erster Roman 'Der kosmische Vagabund', weitere Veröffentlichungen folgten. Zwei Jahre später ergab es sich für den Österreicher, bei den PERRY RHODAN-Taschenbüchern mitzuschreiben. Mit diesem erfolgreichen Roman 'Planet unter Quarantäne' (46) schaffte er den Einstieg in die PERRY RHODAN-Heftserie. Sein erster Roman war 'Die Banditen von Terrania'. 1970 folgte der Einstieg bei ATLAN, parallel dazu konzipierte er mit seinem Schriftstellerkollegen Kurt Luif die Horrorserie 'Dämonenkiller'. In den darauffolgenden Jahren seines Schaffens entwickelte er den bekannten SF-Zyklus 'Sternensaga'. 1980 wurde ihm die Exposéarbeit der Fantasyserie 'Mythor' anvertraut und auch an 'Dragon' hat er mitgearbeitet. Bei PERRY RHODAN stieg er ab 'Der gute Geist von Magellan' (1211) mit Thomas Ziegler in die Exposéarbeit ein. Zwei Jahre später bekam er mit Kurt Mahr einen neuen Exposéautor zur Seite gestellt, auf den Robert Feldhoff folgte. Auf dem PERRY RHODAN WeltCon 2000, erklärte er seinen Rücktritt aus der Exposé-Redaktion, im Jahre 2004 schließlich zog er sich schließlich auch aus dem Autorenteam zurück - in einen von eigenen schriftstellerischen Projekten Ruhestand. Am Vormittag des 22. April 2008 ist der ehemalige PERRY RHODAN-Chefautor Ernst Vlcek unerwartet in Wien gestorben.
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4.


Yttalar war wohl der einzige Generalfähnrich, der sich aus dem Sperrgebiet wagte und die Natur von Sampson erforschte. Yttalar nahm diese Mühe auf sich, um seinen Horizont zu erweitern.

Es konnte nichts schaden, wenn ein angehender General auch auf anderen Wissensgebieten beschlagen war, hatte er den Schulungsleitern gegenüber argumentiert. Ein General hatte nicht nur für die Verteilung der Raumstreitkräfte und die Zuteilung der Bodentruppen an Krisenherde zu sorgen. Er bekam manchmal auch die Verantwortung über ganze Sonnensysteme und deren Bewohner übertragen. Und dann war er für das Schicksal der Planetenbewohner verantwortlich. Sein Einfühlungsvermögen in die Psyche fremder, andersdenkender Intelligenzen konnte dabei eine große Entscheidungshilfe sein.

Schulungsleiter Zingaal hatte dafür kein Verständnis gehabt. Er hatte nur gelacht und gemeint, dass ein General kein Psychologe sein müsse, um die Befehle des Supremkommandos auszuführen.

»Es gibt eine Reihe von Standardsituationen, egal welches Aussehen oder welche Denkweise die davon Betroffenen haben«, hatte er stereotyp erklärt. »Und für jede dieser Situationen gibt es wiederum eine Anzahl feststehender Lösungen. Lerne deine Lektionen, Yttalar, dann bist du gut beraten. Jeder General, der nach eigenen Wegen sucht, ist ein schlechter General.«

Als Yttalar herausfand, dass Guulmar weit mehr Verständnis für seinen Wissensdurst hatte, wandte er sich von da an nur noch an diesen. Und er hatte von diesem Schulungsleiter bisher auch noch jedes Mal einen Passierschein bekommen.

Yttalars Ausflüge in die Natur dienten vor allem der Beobachtung der Tierwelt. Er wollte sehen, wie sich das winzige Insekt gegen das stärkere Reptil schützte, und er wollte die Taktik der geduldigen Schlange kennenlernen, mit der sie ihre Opfer beschlich.

Er hatte beobachtet, dass die großen Raubtiere, die Herren des Dschungels, alles andere als blutrünstige Bestien waren, die blindlings ihre Beute schlagen konnten. Ihre vermeintliche Stärke war von der Natur dadurch ausgemerzt worden, dass sie den Schwächeren schnellere Beine verlieh oder ihnen einen besseren Geruchssinn gab, der sie vor den Starken rechtzeitig warnte. Und so mussten auch die Herren des Dschungels Listen und Tücken entwickeln, um zu ihrer Beute zu gelangen. Mit ihrer Kraft allein hätten auch die Starken ihre Vormachtstellung nicht behaupten können. Denn die Beute fiel ihnen keineswegs einfach in den Rachen.

Yttalar war überzeugt, dass er seinen ersten großen Sieg bei einem strategischen Spiel gegen Shoudar den Erkenntnissen verdankte, die er durch die Beobachtung der Tierwelt gewonnen hatte.

Es ging dabei um die Simulation einer Raumschlacht. Yttalar hatte den »Feind« gezogen, der immer der Schwächere war. »Feind« war das Synonym für die terroristischen Widder, deren Namen man aber im theoretischen Unterricht nicht nannte. Shoudar hatte gegen Yttalars drei antike Kugelraumer sieben cantarische Vollkampfschiffe aufzubieten. Neben der überlegenen Kampfkraft hatte Shoudar auch noch den Vorteil, die Zielkoordinaten von Yttalars Raumschiffen zu kennen.

Natürlich dachte Shoudar, mit so einem unterlegenen Gegner leichtes Spiel zu haben. Darum legte er auf Taktik keinen großen Wert, sondern stürzte sich mit voller Kraft auf den Gegner, als dieser die Zielkoordinaten erreicht hatte.

Yttalar erinnerte sich in dieser Situation an die Taktik des »Totstellens«, die er bei manchen Tieren des Dschungels beobachtet hatte, und er überlegte sich, wie er sie auf seine Situation übertragen konnte.

Und das lief dann so ab:

Er ließ es zu, dass Shoudar mit aller Feuerkraft über seine fast wehrlosen Schiffe herfiel, und leistete halbherzige Gegenwehr. Zu einem genau kalkulierten Zeitpunkt stellte er das Feuer jedoch ein und ließ seine Schutzschirme zusammenbrechen.

Shoudar war so siegesgewiss, dass er auf alle weiteren Vorsichtsmaßnahmen verzichtete und zum Entern der Feindschiffe überging. Yttalar stellte sich so lange tot, bis er Shoudar am verwundbarsten wusste. Dann ging er zum Gegenangriff über. Es gelang ihm, drei von Shoudars als unzerstörbar geltenden Schiffen zu zerstören, bevor Shoudar seinen Widerstand brach.

Doch an Yttalars Erfolg war dadurch nicht mehr zu rütteln, denn Shoudars Auftrag hatte gelautet, die Schiffe manövrierunfähig zu schießen und zumindest einen Teil der feindlichen Besatzung gefangen zu nehmen. Eigene Verluste waren für Shoudar jedoch nicht einkalkuliert. Seine Niederlage wurde damit vollkommen, dass ihm kein einziger Feind in die Hände fiel.

Yttalar musste jedoch zugeben, dass Shoudar die Niederlage wie ein wahrer General genommen hatte: Er hatte symbolisch Selbstanklage erhoben und sich dem Tribunal des Supremkommandos ausgeliefert.

Inzwischen hatten sie Dutzende solcher Simulationen hinter sich, und es stand in etwa unentschieden, mit leichten Vorteilen für Yttalar; Shoudar hatte aus seinen Fehlern gelernt. Aber gewiss wäre er nie auf den Gedanken gekommen, dass er letztlich ebenfalls Nutznießer von Yttalars Beobachtungen des tierischen Instinktverhaltens geworden war.

Da Generale jedoch nicht nur durch Simulation ausgebildet werden konnten, standen für die beiden ältesten Generalfähnriche auch praktische Einsätze auf dem Lehrplan. Und in der Praxis konnte wiederum Shoudar mehr Gutpunkte für sich verbuchen.

Das klang, als würde ein Konkurrenzkampf unter den Generalfähnrichen gefördert, und dieser Eindruck wurde der Wahrheit vollauf gerecht. Je erfolgreicher ein Cantaro war, desto länger lief sein cynaui – wie es der Oberste Schulungsleiter, der Nakk Ayshupon, vermutlich ausgedrückt hätte.

Ja, es blieb nicht einmal nur beim sportlichen Konkurrenzkampf, sondern die Zöglinge der Generalfähnrichsschule von Sampson wurden sogar ganz bewusst aufeinandergehetzt.

Yttalar erinnerte sich an einen seiner ersten Einsätze auf der Gettowelt Cirkula. Nachdem er das Schulungsschiff selbst dort hingeflogen hatte, wurde er in den Slums der Metropole abgesetzt und erhielt den Auftrag, einen feindlichen Agenten dingfest zu machen, der unter dem Decknamen »Raduohs« tätig war – ein Begriff übrigens, der in keiner der galaktischen Sprachen einen Sinn ergab. Das fand Yttalar als erstes heraus, weil er der Bedeutung von Namen großes Gewicht beimaß.

Es dauerte Tage, bis Yttalar die erste Spur des Gesuchten fand, obwohl er sich aller erdenklichen Druckmittel gegen die Gettobewohner bediente. Und es dauerte noch einmal so lange, bis er sein Opfer endlich gestellt hatte. Es kam zu einer Art Schattenkampf, bei dem Yttalar zu unterliegen drohte, denn sein Gegner war ihm in allen Belangen überlegen. Bevor es jedoch zum Äußersten kommen konnte, griff ein Schiedsrichter ein – der kein anderer als Schulungsleiter Emnensa war und schritt zur Demaskierung.

Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei dem von Yttalar Gejagten um keinen anderen als Shoudar handelte, der seinerseits wiederum auf den Agenten Ralatty angesetzt worden war.

Obwohl ihm das in diesem Fall nicht weitergeholfen hatte, blieb Yttalar dabei, dass hinter Namen stets ein tieferer Sinn zu suchen war. Er hatte ja auch wirklich nicht ahnen können, dass ihre Schulungsleiter so infantil sein könnten, ihrer beider Namen einfach umzudrehen und sie aufeinanderzuhetzen.

Aber als Lehrbeispiel trug dies bei beiden Zöglingen seine Früchte, zumal ihnen Schulungsleiter Emnensa versicherte, dass Widder-Agenten keinesfalls mehr Einfallsreichtum bei der Auswahl ihrer Decknamen bewiesen.

Und weil Yttalar es sowieso mit Namen hatte, forschte er auch unablässig nach der Bedeutung des ihm unbekannten Wörtchens cynaui – so lange, bis er sie erfuhr. Aber damit wusste er immer noch nicht, welches Organ eines Cantaro damit gemeint war.

Sein unstillbarer Wissensdurst fand somit eine neue Forschungsquelle.

*

Yttalar hatte viel Zeit auf Selbstversuche verwandt. Solche Experimente wurden von den Schulungsleitern zwar nicht gefördert, weil sie zur Ausbildung eines Generalfähnrichs nicht beitrugen, aber wenn schon nicht in der Beurteilung honoriert, so wurden sie wenigstens toleriert.

Der Grund seiner Experimente war der, zu erforschen, ob er im Besitz eines cynaui war. Diesen Begriff hatte er einmal bei einer Diskussion zwischen Guulmar und Ayshupon aufgeschnappt. Der Nakk hatte ihn dabei, auf Guulmar und die Cantaro generell bezogen, in recht abfälliger Weise gebraucht. Darum hatte sich Yttalar auch den genauen Wortlaut gemerkt, den Ayshupon damals gebrauchte.

»Eure Lebenserwartung ist begrenzt«, hatte der Nakk gespottet. »Der cynaui tickt in euch wie eine Lebensuhr. Und ist er abgelaufen, dann sterbt ihr im Feuerwerk des Todes. Wir Nakken dagegen haben keinen cynaui, der unsere Lebenserwartung einschränkt. Das allein sagt genug darüber aus, dass wir Nakken dem Supremkommando näher stehen als ihr Cantaro.«

Yttalar suchte nach Erklärungen für dieses ihm bis dahin unbekannte Wort und fand sie schließlich nach langwierigen Nachforschungen.

Demnach war cynaui ein Kunstwort aus dem Slang der Nakken, das sie aus dem Cantarischen abgeleitet hatten. Es bedeutete so viel wie »Begrenzer des Lebens« oder aber auch den gezielt herbeigeführten gewaltsamen Tod überhaupt. Ayshupon gebrauchte diesen Begriff noch des Öfteren, auch wenn er die Generalfähnriche unterrichtete. Aber Yttalar konnte als einziger der Zöglinge von sich behaupten, dass er ihn verstand.

Die anderen Generalfähnriche unternahmen nicht einmal den Versuch, alles zu verstehen, was der Oberste Schulungsleiter ihnen zu vermitteln...



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