Vogel | Schlüsselfaktor Value-based Leadership | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 228 Seiten

Vogel Schlüsselfaktor Value-based Leadership

Mit guten Werten die Arbeitswelt von morgen gestalten
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-347-79608-9
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Mit guten Werten die Arbeitswelt von morgen gestalten

E-Book, Deutsch, 228 Seiten

ISBN: 978-3-347-79608-9
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ich beschäftige mich mit zwei zentralen Fragen: Wie kann wertebasierte Führung in den Unternehmen gelingen? Und warum ist sie so wichtig? Im Fokus stehen die emotionalen Aspekte, die Motivation, Kreativität, Inspiration und wertvolle Beziehungen im Arbeitsalltag ermöglichen. Grundlage für meine Ausführungen ist die Wertesystematik nach Robert S. Hartman, der die formale Wertewissenschaft begründete. Im Buch geht es um die praktische Umsetzung: Value-based Leadership beginnt bei den Führungskräften und ihrer Fähigkeit zur Selbstführung und setzt sich fort bei Stellenbesetzungen, Maßnahmen zur Potenzialentfaltung und in den persönlichen Beziehungen. Und sie spielt eine bedeutende Rolle, wenn es darum geht, Teams wertebasiert zusammenzuspannen. Meine Vision: Es ist möglich, dass wertebasierte Unternehmensführung sich durchsetzt und ganze Organisationen durchdringt, sodass eine Kultur entsteht, in der gute Werte den Takt angeben. Mit vielen Anleitungen und Beispielen zeige ich, wie das in die Praxis gelingen kann.

Dr. Ulrich Vogel ist Experte für wertebasierte Unternehmensführung und seit 25 Jahren in allen Feldern der Human-Resources-Beratung zu Hause. 2009 gründete er das internationale Unternehmen profilingvalues, seitdem entwickelt er wertebasierte Personaldiagnostik aus der Praxis für die Praxis. Geboren wurde Uli Vogel 1967 in München. Später studierte er dort Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Öffentliches Recht und promovierte am Lehrstuhl für Internationale Politik über das Thema 'Stabilitätstransfer durch die NATO am Beispiel Polens'. Ulrich Vogels berufliche Laufbahn in der Wirtschaft begann bei der internationalen Unternehmensberatung Mercuri Urval. Dort war er beteiligt an weltweiten Projekten, bei denen es um die Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften sowie um Eignungsbeurteilungen im Rahmen von Management-Audits ging. Nach zwei weiteren beruflichen Stationen bei kleineren Beratungen gründete Uli Vogel profilingvalues. Die in diesem Unternehmen entwickelten wertebasierten personaldiagnostischen Instrumente bauen auf der formalen Wertewissenschaft nach Robert S. Hartman auf. Inzwischen wurden mehr als 1.000 Wertediagnostiker:innen an der profilingvalues-Academy ausgebildet, das Verfahren kam in über 5.000 Unternehmen zum Einsatz. Von 2009 bis 2015 engagierte sich Uli Vogel beim Robert S. Hartman Institute, das in Knoxville, Tennessee ansässig ist. Er war einige Jahre Mitglied des globalen Boards, bevor er den europäischen Arm des Instituts gründete und die erste Präsidentschaft dafür übernahm. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Uli Vogel mit dem Thema wertebasierte Führung. Er hat zahlreiche Unternehmen dabei unterstützt, Value-based Leadership im Rahmen maßgeschneiderter Führungskonzepte und entsprechender Trainings und Coachings zu implemen-tieren. Wertebasierte Führung ist ihm zum Herzensanliegen geworden. Seine Vision: die Arbeitswelt menschlicher zu machen sowie das Engagement, die Freisetzung des unendlichen humanen Potenzials und die Freude an der Arbeit von Einzelnen und Teams zu befördern. Uli Vogel ist verheiratet, hat fünf Kinder und lebt seit zehn Jahren in Spanien. In seiner Freizeit zieht es ihn in die Natur, zur wissenschaftlichen Arbeit über Werte oder mit Leidenschaft an sein Klavier.
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Kapitel 2: Wertebasierte Selbstführung als ewiger erster Schritt

Was ist das Wichtigste im Leben? Ich würde sagen: das Leben! Wie aber kann und will ich es führen? Wie das Beste daraus machen? Wie werde ich ein guter Mensch? Fragen wie diese kennt jede: r – für sich selbst eine wertebasierte Antwort zu finden und konsequent an die Umsetzung zu gehen, das sollte meiner Meinung nach mehr Leuten gelingen. Es geht darum, auch mal tiefer zu schürfen. Und wie so oft liegt der Beginn bei einem selbst. Was viele nicht wissen oder sich nicht klarmachen: Wer eine gute Führungskraft werden will, muss zuallererst sich selbst gut führen lernen. Wie dies wertebasiert gelingt, erfahren Sie in diesem Kapitel.

1. Alles fängt bei dir selbst an

Der weltberühmte US-amerikanische Bestseller-Autor Stephen Covey bringt es mit der ersten von sieben Gewohnheiten, die hocheffektive Menschen seiner Ansicht nach haben, auf den Punkt: Sei proaktiv.24 Sonst wirst du am Ende gelebt, anstatt dein Leben zu gestalten. Ja, ich stimme zu: Ich kann nicht erwarten, dass mich die gegebenen Umstände durch mein Leben zum Erfolg tragen. Das ist sogar unlogisch. Warum sollte sich das Universum darum bemühen, es ausgerechnet mir recht zu machen? Es geht also darum, aus mir selbst heraus einen Unterschied zu bewirken. Ich sollte etwas in mir finden, das mich von anderen unterscheidet, in einem bestimmten Bereich, in dem ich Fähigkeiten habe und entwickle. Einfach mit der Masse zu schwimmen und es laufen zu lassen reicht nicht. Für viele ist das zwar gefühlt anstrengend genug und die meisten kommen ja mehr oder weniger zurande. Aber ist das wirklich ein gelingendes Leben? Schöpfe ich damit tatsächlich meine individuellen Potenziale aus? Wohl kaum. Der Philosoph Søren Kierkegaard hat dies treffend ausgedrückt: Die meisten Menschen leben nur im Erdgeschoss ihres Lebenshauses.25

Vermutlich gibt es eine Menge Leute, die sogar nur in ihrem Keller leben. Dabei haben wir Menschen unendlich viel Potenzial – jede: r von uns! Die Nutzungsquote scheint jedoch erschreckend gering zu sein. Hartman stellte in einem seiner Seminare fest: Etwa 90 % der Menschen in der Gesellschaft leben lediglich in ihren Rollen, nur 10 % nutzen ihr Potenzial aus.

Essenziell ist sowohl für Covey als auch für Hartman das individuelle Lebensziel. Covey geht drastisch vor, lässt die Menschen ihre eigene Grabrede verfassen und bezeichnet die zweite Gewohnheit so: „Start with the end in mind.“ Male das endgültige Zielbild davon, worauf du in deinem Leben hinarbeiten willst. Das erfordert selbstverständlich wiederum Proaktivität. Hartman wählt den Weg über die Definition von „gut“. Ein guter Mensch ist derjenige, der sein Konzept erfüllt. Es gilt also herauszufinden, wofür ich gemeint bin, wie ich am besten zur positiven Bereicherung des Universums beitragen kann.

? Do it

Man of Fear oder Man of Faith

Hartman hat im Kontext der Selbstführung einige Grundwerte herausgearbeitet, die er negativ und positiv gegenüberstellt. Beim ersten Lesen vor vielen Jahren dachte ich: Wow, wenn ich bei all diesen 13 Kriterien richtig gut werden will, habe ich einen langen Weg vor mir. Ich bin nach wie vor dabei, mich zu verbessern. Es ist alles andere als einfach. Wahrscheinlich ist schlussendlich der Weg das Ziel.

Testen Sie sich selbst anhand der Gegenüberstellung einer Person, die von Angst verfolgt wird (Man of Fear), und einer Person, die an sich selbst und das Gute glaubt (Man of Faith).26 Letzterer ist laut Hartman ein kosmischer Optimist: Er weiß, dass es viele schlimme Dinge auf der Welt gibt, aber er sieht sie als Schwachstellen oder Fehler im Design oder in der Umsetzung, nicht aber als Essenz der Welt. Legen Sie für den Test am besten eine bipolare Skala von –5 bis +5 an, seien Sie selbstkritisch und rechnen Sie am Schluss auch Ihren Durchschnittswert aus. Unter www.profilingvalues. com/Materialien/ManOfFearVsManOfFaith steht eine Vorlage als Download bereit oder Sie erreichen sie über den QR-Code. Das Ergebnis wird in Ihnen etwas auslösen.

1.Trotzig und eigensinnig vs. bescheiden und demütig

Aggressiv und streitsüchtig vs. heiter und gelassen

Rivalisierend vs. kooperativ

Zynisch vs. menschlich

Habgierig vs. großzügig

Eitel und eingebildet vs. natürlich und ungekünstelt

Leicht verletzbar und empfindlich vs. selbstbeherrscht und robust

Ängstlich und feige vs. mutig und couragiert

9. Meint, immer die schwerste Last zu tragen vs. kann das Leben leichter nehmen

10 Neigt dazu, das Unwichtige zu sehen vs. sieht das Wichtige

11 Unbeständig und zögerlich vs. ausdauernd und geduldig

12 Systemisch und starr vs. spontan und flexibel

13 Gleichgültig und gefühllos vs. mitfühlend und hilfsbereit

Jim Collins nennt von seinen sieben wichtigsten Führungsprinzipien, die dazu führen, dass aus guten Unternehmen großartige werden können, Five-Level-Leadership als zentrale Persönlichkeitseigenschaft der guten Führungskraft zuerst.27 Hier geht es um eine in seinen Augen fast paradoxe Mischung aus Bescheidenheit bzw. Demut kombiniert mit einer unbändigen Zielstrebigkeit, die durch nichts aufzuhalten ist.

Abbildung 3: Die Wertematrix

Die zentralen Werte sind, sich selbst und das eigene Ego in den Dienst der größeren Sache zu stellen und alles von sich selbst diszipliniert und konsequent zu geben, damit es erfolgreich wird. Auch hier wird das Innere der Führungskraft herausgestellt, das heißt die persönlichen Werte und Einstellungen.

Mit der Wertematrix können Sie prüfen, inwieweit Sie selbst schon die Selbstführung im Griff haben. Fokussieren Sie in der bereits bekannten Abbildung 3 bitte zuerst die rechte Spalte. Diese drei Skalen sind die drei Aspekte des Selbst, die möglichst alle auf einem hohen Niveau im Gleichlauf sein sollten, damit keine „Unwucht“ in der Selbstführung entsteht. Ganz einfach gedacht lässt es sich so ausdrücken: Eine gute Selbstführung sollte Voraussetzung sein, um andere Menschen führen zu dürfen und dies auch gut zu können. Schwenken Sie anschließend auf die linke Spalte, um dort Ihre persönliche Weiterentwicklung ins Visier zu nehmen.

Viele Menschen stehen sich selbst im Weg allein dadurch, dass sie sich über ihr Selbst und ihre Fähigkeiten im Zusammenwirken nicht klar sind. Für jede der sechs Skalen stelle ich Ihnen im Folgenden einige Impulsfragen, die die kritische Selbstreflexion erleichtern sollen. Seien Sie versichert: Es lohnt sich, die neuen Erkenntnisse für die Selbstführung zu nutzen, um sich in diesen Werteskalen zu verbessern.

? Do it

Das Selbst systematisch einschätzen und entwickeln

Geben Sie sich auf jeder Skala eine aktuelle Bewertung von null für „keinerlei Kompetenz“ bis zehn für „besser kann es gar nicht sein“. Rechnen Sie auch Ihren Durchschnitt aus. Suchen Sie nach Antworten und arbeiten Sie mit diesen Maßnahmen heraus, wie Sie sich in den folgenden drei Dimensionen und zwei Werteräumen weiterentwickeln können.

Eigene Bedürfnisse (Selbstachtung)

Wer sind Sie selbst als Person? Eine Frage, die Sie zunächst vielleicht peinlich berührt, aber wichtig ist. Wodurch sind Sie Sie, unverwechselbar, einzigartig und authentisch? Was macht Sie aus jenseits Ihrer Rollen und Ihrer Pläne? Spüren Sie sich selbst? Wie fühlen Sie sich für sich selbst an? Sind Sie in Ihrer Mitte, in der Balance, im Einklang mit sich selbst? Wie würden Sie sich in drei Sätzen in Kürze charakterisieren? Für was stehen Sie? Inwieweit und auf welche Art wollen Sie sich verändern?

Erfolgsorientierung (Rollenbewusstsein)

Was sind Sie selbst? Wie entwickeln sich Ihre Rollen? Sind Ihnen Ihre Funktionen klar? Können Sie diese auf den Punkt formulieren? Wie verbunden fühlen Sie sich mit Ihrer beruflichen Rolle? Sitzt sie wie auf den Leib geschneidert oder muss sich etwas ändern? Wenn ja, was? Agieren Sie als ein Rollenvorbild? Werden Sie klar in Ihrer Funktion wahrgenommen? Können Sie sich in Ihrer Rolle weiterentwickeln? Gehen Sie in Ihrer Arbeit auf? Was brauchen Sie, um Ihre Funktion optimal ausfüllen zu können?

Zielorientierung (Selbststeuerung)

Wofür stehen Sie? Was ist Ihre persönliche (Lebens-)Strategie? Wohin sollen all Ihre Aktivitäten Sie tragen? Was ist Ihnen neben dem Tagesgeschäft und jenseits der Arbeit wichtig? Wie sehen Sie sich im Rahmen der großen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungsprozesse? Wie positionieren Sie sich langfristig? Wie sieht Ihr Weg bzw. Plan zur...



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