Wagner | Gott ist eine Ratte | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 154 Seiten

Wagner Gott ist eine Ratte


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7309-6742-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 154 Seiten

ISBN: 978-3-7309-6742-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



'Ein humorvolles Buch über eine Freundschaft die es so noch nie gegeben hat! Dieses Buch ist sehr humorvoll und nur zum Weiterempfehlen!Ladet es euch herunter und seht selbst...' 'Empfehlung für Freunde ungewöhnlicher, fantastischer Geschichten' 'Die verschiedenen Erzählstränge sind jeder für sich spannend aufgebaut, und münden in ein kurioses Finale, wie ich es so noch nie gelesen habe!' 'Die verschiedenen Erzählstränge sind jeder für sich spannend aufgebaut, und münden in ein kurioses Finale, wie ich es so noch nie gelesen habe!' '...ich könnte mir den Roman gut als Animationsfilm vorstellen.Spannend war es auch noch und man leidet und fiebert mit Boss und all den anderen mit.' 'Absolute Kaufempfehlung ! Habe mir gleich das nächste Buch (Gnadenlose Gedanken ) von Peter Wagner runtergeladen.' 'Ich habe die Geschichte verschlungen.' 'Danke für einige Momente im Bus, in denen ich mir das Lachen verkneifen musste- sehr schön geschrieben mit gutem Humor. Die Geschichte hätte vielleicht sogar noch mehr hergegeben, ich für meinen Teil hätte gerne noch weiter gelesen.' 'Gott ist eine Ratte' erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Jacques Gelee und Boss Hudson. Zwei Freunde, wie sie ungleicher nicht sein könnten. Dennoch ziehen der Pfandflaschensammler und der einäugige Anführer eines Rattenclans gemeinsam in einen Kampf, der über die Zukunft aller Tiere entscheiden könnte.

Wagner Gott ist eine Ratte jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


4
    Jacques schälte seinen hageren Körper ächzend aus dem Bett. Er hatte es eilig den ekelhaften Geschmack loszuwerden. Zähneputzen oder Kaffee trinken? Er entschied sich dazu, seine Zähne mit Kaffee zu putzen. Jacques dachte und handelte gerne pragmatisch. Während sein Mundwasser durch die Maschine knatterte, versuchte er die schrägen Gedanken in seinem verwirrten Hirn zu sortieren. War es möglich, dass ihm gestern tatsächlich im Keller eine einäugige Ratte begegnet war? Eine sprechende, einäugige Ratte?! Vielleicht hatte ihm Goran mehr als eine Flasche dieses Teufelszeugs geschenkt, und er hatte gestern Abend doch eine geleert? Das würde sowohl den verfaulten Geschmack in seinem Mund, das volle Betthupferl, als auch die Verwirrung in seinem Hirn erklären. Aber seit wann gab es in Jacques` Leben einfache Erklärungen? Und seit wann war Goran großzügig? Aber das ließ sich ja leicht klären. Er gurgelte, spie aus und machte sich auf den Weg Antworten zu finden.   Er klingelte an Gorans Tür. Der Serbe musste zu Hause sein, und er musste bereits wach sein. Daran ließ der Balkanradau, der aus der Wohnung dröhnte, keinen Zweifel. Jacques klingelte Sturm und hämmerte gegen die Tür. Endlich öffnete Goran die Tür einen Spalt weit. „Was willst du denn?“, fragte er missmutig. Jacques lächelte freundlich in das halbe Gesicht, das er durch den kleinen Spalt erblickte. „Sag mal, wie viele Flaschen von deinem Spezialgesöff hast du mir gestern geschenkt?“ „Natürlich eine! Denkst du, ich habe im Lotto gewonnen? Nur weil du vier Wochen meine Blumen gegossen hast, brauchst du nicht glauben, ich würde dich mit Reichtümern überhäufen.“ Jacques dachte nur „ Scheiße!“ und drehte sich wortlos wieder um. Er hörte schon nicht mehr, dass Goran seine Türe wieder verschlossen hatte.   Als er in seine Wohnung zurückgekehrt war, wollte er den Gedanken, der sich in seinem Hirn breit machte, nicht weiterdenken. Rattenpisse. RATTENPISSE! Er ging erstmal in Ruhe kotzen, danach würde er schon eine zündende Idee haben.     Nachdem er sich ausreichend verausgabt hatte, ging es ihm immer noch nicht besser. Außer, dass er zu dem widerlichen Uringeschmack jetzt auch noch die ätzende Magensäure schmeckte. Aber Jacques war nun endlich wach. Hellwach. Frühstück musste heute ausfallen. Er hatte dringende Fragen zu klären. Er durchwühlte seine liebevoll chaotisch gestaltete Wohnung nach einer Taschenlampe. Nach einer funktionierenden Taschenlampe. Schon die dritte, die er unter dem verstaubten Hirschgeweih fand, leuchtete auf Knopfdruck. Was wollte er noch mal mit dem alten Geweih anstellen? Aufhängen? Verscherbeln? Im fiel es in diesem Moment nicht ein. Egal. Er schnappte sich die Lampe und stampfte die vier Stockwerke bis zur Kellertreppe hinunter.   Als er die Tür aufschloss, fiel ihm auf, dass er auf Anhieb an die Kellerschlüssel gedacht hatte. Sehr ungewöhnlich! Wenigstens funktionierte sein sonst so poröses Gehirn heute einigermaßen. Er betätigte den Lichtschalter und die alte Glühbirne, die nackt von der Kellerdecke herabhing, spendete ihr geiziges Licht. Der vertraute Geruch nach altem Staub und muffigem Holz schlug ihm entgegen.   Er ging vorsichtig die ausgetreten Holzstufen hinab, trotzdem stieß er sich wie immer seinen Kopf an der niedrigen Decke. Das tat er immer, wenn er seine Gänge in den Keller machte. Warum ausgerechnet heute mit alten Traditionen brechen? Er rieb sich die Beule und ging weiter.   Als er vor seinem eigenem Kellerverschlag stand, versuchte er sich noch einmal an den gestrigen Tag zu erinnern. Warum war er gestern hier gewesen? Wann war ihm die alte Ratte begegnet? Wer hatte wen zuerst angesprochen? Dass er sich mit einer Ratte unterhalten hatte, war ihm nicht suspekt. Da hatte er schon verrücktere Dinge in seinem aberwitzigen Dasein erlebt. Viel verrücktere Dinge!   Er fuchtelte am Vorhängeschloss seines Kellerloches herum. Er hatte es bei seiner gestrigen Stippvisite wie immer nicht richtig verschlossen, sonder lediglich einschnappen lassen. Endlich hatte er es aufgefummelt. Jetzt betätigte er auch den Lichtschalter in seinem Kellerraum. Die Glühbirne hier leuchtete noch armseliger als die im Kellertreppenaufgang, da sie zum Teil von dem unzähligen Gerümpel, das sich bis zur Decke stapelte, verdeckt wurde. Er knipste die Taschenlampe an und schwenkte den Lichtschein suchend durch den muffigen Raum. Beim Anblick all der wunderbaren Sachen, die er in jahrelanger Fleißarbeit auf Müllhalden, im Sperrmüll und auf Flohmärkten zusammengetragen hatte, zauberte ihm ein Grinsen ins Gesicht. Der verrostete Kotflügel eines alten VW-Käfers, das Lattenrost eines Doppelbettes( leider ohne die benötigten Latten), das Kabel eines alten Volksempfänger( leider ohne den passenden Stecker), der vermoderte Nerz, der, - wenn Jacques mal ehrlich zu sich selbst gewesen wäre-, noch nicht mal mehr als Bettvorleger für das Pappbett eines Penners getaugt hätte.   Er zwang sich, seine Träumereien zu beenden, um sich seinem eigentlichem Vorhaben zu erinnern. Warum war er gestern noch mal hier gewesen? Ah ja! Er hatte eine passende Spule für die Nähmaschine gesucht, die er nachmittags im Sperrmüll aufgestöbert hatte. Bei dieser Suche hatte er den alten Lampenschirm aus Reispapier hoch gehoben. Und da hatte sie dann gesessen und ihn überrascht mit ihrem verbliebenen Auge angestarrt. Diese alte, vernarbte, dreckige Ratte mit ihrem schwarzen Fell. Zuerst hatte Jacques Gelee gedacht, es sei ein Nagerpirat, diesen Gedanken jedoch schnell verworfen, da sowohl Augenklappe als auch Holzpfote gefehlt hatten.   Wie es sich für einen Menschen mit ordentlichen Manieren gehörte, hatte er sich der Ratte vorgestellt. Scheinbar hatte sie auch eine anständige Erziehung genossen. Schließlich hatte sie brav geantwortet und ihm ihrerseits ihren Namen genannt. Boss Hudson. Ein sehr schöner Name. Auch für eine alte, einäugige Ratte. In diesen drei Silben klang sehr viel Respekt, ja geradezu Autorität mit.   Er hielt den Taschenlampenschein wieder auf den alten Schirm und hob ihn mit der anderen Hand vorsichtig hoch. Und wie gestern blinzelte die alte Ratte zu ihm hoch. „ Ich habe dich schon erwartet. Du blendest mich übrigens“. „Tschuldigung“.   Jacques lenkte den Lichtschein etwas nach oben. Dadurch warf das Gerümpel um sie herum die bizarrsten Schatten an die Wände. Der alte Rattenbock erschien Jacques in diesem gespenstischen Licht noch eine Spur verwegener.   Dennoch hatte er nicht vergessen, warum er in den Kellerraum zurückgekehrt war. Dafür war der Geschmack in seinem Mund einfach zu penetrant. „Sag mal, kann es sein, dass du mir letzte Nacht... auf die Zunge,… äh …gepinkelt hast?“ „Tja. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, also ehrlich gesagt… Also das kann schon sein. Ähem. Also ja. Also das hab ich wohl gemacht, letzte Nacht“, hüstelte Boss Hudson verlegen. „Und kannst du mir vielleicht auch verraten, warum du es getan hast?“ „Kannst du mir vielleicht verraten, warum du Toilettendeckel und Mund die ganze Nacht so weit offen lässt, dass jede Ratte dieser Stadt in dein Bad spazieren kann, in dein Bett klettern, und dir den Mund vollaufen lassen kann?“ „Vielleicht deshalb, weil ich nicht wirklich damit rechnen musste, dass mir so etwas passiert. Zumindest bis heute Morgen nicht. Außerdem hast du mir meine Frage noch nicht beantwortet: Warum?“ „Nun, ich wollte dir nur klarmachen, dass hier unten mein Revier ist. Ich habe vor Jahren diesen Keller erobert, und ihn seitdem mit allen Mitteln verteidigt.“ Boss hatte seine Brust stolz nach vorne gestreckt. „Aber ich hab doch gar kein Interesse an deinem Revier. Ich will nur meine Ruhe haben.“   Jacques sah die alte Ratte mit einem Blick an, der von soviel Naivität und Unschuld sprach, dass Boss leise in sich hineinlächelte. Bisher hatte er immer gedacht, dass die Menschen die größte Gefahr für seine Spezies darstellen würden. Trotzdem sie so unsagbar dämlich waren, oder gerade weil sie so dämlich waren. Aber wenn er sich diesen Menschenmann genauer betrachtete, wie er da mit seinem stoppeligen, leeren Gesicht vor ihm stand. Nur in einem alten, befleckten Frotteebademantel gehüllt, eine ausgebeulte Jogginghose, ausgetretene Turnschuhe, lediglich mit einer Taschenlampe bewaffnet. Der war doch zu blöd eine Falle aufzustellen, geschweige denn sich einen geeigneten Köder auszudenken. Nein, diese armselige Kreatur war absolut ungefährlich für Boss Hudson und seinen Clan. Da waren ja die Kakerlaken aus der Waschküche noch bedrohlicher!   Jetzt hatte er schon beinahe so etwas wie Mitleid mit Jacques. Und ihn erfasste ein schlechtes Gewissen. Da hatte er wohl zu vorschnell und übertrieben reagiert. Sollte er auf seine alten Tage tatsächlich seine größte Stärke verlieren? Seine Weisheit, seine...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.