Walker | Mythor 137: Heerführer der Finsternis | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 137, 64 Seiten

Reihe: Mythor

Walker Mythor 137: Heerführer der Finsternis


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-9889-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 137, 64 Seiten

Reihe: Mythor

ISBN: 978-3-8453-9889-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



ALLUMEDDON ist nahe! Allerorten auf der Lichtwelt - selbst in ihren düsteren Bereichen - mehren sich die Zeichen, dass die Stunde der Entscheidungsschlacht zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis immer näher heranrückt. Und es scheint so, als ob der Zeitpunkt die Finstermächte begünstigen würde, da das Kommen des Lichtboten, der die Entscheidung zugunsten des Positiven herbeiführen könnte, noch nicht abzusehen ist. Somit bleibt es den auf der Welt weilenden Streitern für die Sache des Lichts allein überlassen, günstige Ausgangspositionen für ALLUMEDDON zu beziehen. Doch Mythor, der Sohn des Kometen, auf den sich die Hoffnungen vieler gründen, hat soeben erst seinen Zwangsschlaf im Todesstern beendet. Und Fronja, die Tochter des Kometen, hat ihren Geliebten verlassen und gerade die Rückreise nach Vanga angetreten, wo sie wieder in die Pflicht genommen werden soll. Auch Luxon, der junge Shallad, ist fernab seines Machtbereichs darum bemüht, die geraubte Neue Flamme von Logghard zu erreichen. Lediglich Nottr, der Barbar, hat mit seiner kleinen Schar bereits eine wichtige Position bezogen. Er ist am Nordstern - und dort erwartet ihn der HEERFÜHRER DER FINSTERNIS ...

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1.


Unter allem Gewürm aller Elemente war in diesen Tagen, da ALLUMEDDON bevorstand, die Schlange Yhr das mächtigste. Sie besaß die Kraft des Drachen und das Gift der Schlange und den Geist der Finsternis. Es gab keine Schranken für sie. Sie kannte die Tore und Wege zwischen den Räumen und Zeiten, die je ein Geschöpf des Lichts oder ein Wesen der Finsternis seit dem Anbeginn der Welt gewandelt war. Auf diesen uralten Pfaden in der Wildnis der Sphären trug sie ihren Reiter ...

Xatan, den Heerführer der Finsternis.

Er, den sie am Ende der Zeit auch Axata nennen, den Bringer des Endes; und Taxat, den Vernichter des Lebens; und Ataxa, den Auserwählten; aber auch Natax, den Geborenen.

Das war seine Schwäche und seine Stärke – dass er vom Stoff des Lebens und des Lichtes war. So standen ihm auch jene Tore offen, die der Finsternis bisher verschlossen geblieben waren. So war er aber auch jenen Gesetzen unterworfen, denen Licht und Leben gehorchen, wenn auch die mächtige Magie der Finsternis ihn schützte.

Er saß auf dem schimmernden Schuppenleib Yhrs, dicht hinter dem Kopf. Sein Anblick war dämonisch. Da war seine menschliche Gestalt, kriegerisch gekleidet in Kettenhemd und Waffenrock, metallenen Arm- und Beinschienen und Schultersatz, den breiten Waffengurt behangen mit Schwert und Axt. Aber da war der Schädel eines Wolfes auf den mächtigen Schultern und das graue Fell des Wolfes auf den Schenkeln und Knien. Nur der Helm aus schwarzem Metall, dem die meisterliche Hand eines Waffenschmieds die Form eines Wolfsschädels verliehen hatte, war Maske. Wenn Xatan das schnauzenförmige Visier hochklappte, enthüllte er die unverleugbaren Merkmale des Wolfs: die Form der Kiefer und des Mundes, die breite Nase, der keine Fährte entging, der hungrige Blick des Jägers in den Augen. Es waren Wildländerzüge, die dunkle Magie mit dem Wesen des Wolfes verschmolzen hatte, die Magie des Wolfsdämons Corchwiil.

Wenn Yhr zu ihrem Reiter sprach, kamen die Worte zischend aus ihrem Rachen, und wenn Xatan zu ihr sprach, lehnte er sich tief hinab zu einer der Öffnungen an der Seite des Schädels, die Yhrs Ohren waren. Es waren Gesten einer dunklen Zuneigung und Vertrautheit, wie sie Wesen der Finsternis fremd waren.

Er war wahrhaftig der erste Lebende, der von Wesen der Finsternis geliebt wurde – nicht nur von Yhr, auch von Corchwiil. Und auf eine dunkle, unmenschliche Weise erwiderte er diese Liebe.

*

Sie kamen aus der Schattenzone, und Xatan war nachdenklich.

»Schwelgst du in der Macht, über die du verfügen wirst, wenn die letzte Schlacht beginnt?«, zischte Yhr.

»Manchmal«, erwiderte Xatan.

»Eine menschliche Schwäche«, stellte Yhr fest.

»Nein, Yhr. Nicht nur eine menschliche Schwäche. Macht ist etwas, das auch die Herren der Finsternis zu schätzen wissen ...«

»Aber Finsternis ist Macht!«

Xatan schwieg. Er wusste, dass er mit Yhr über solche Dinge nicht streiten konnte. Ihr Drachenverstand sah die Dinge anders.

»Leben ist nur eine Form von Finsternis«, hatte Genral einmal gesagt. Aber es war eine so wenig wünschenswerte Form, dass es galt, sie auszumerzen.

Licht verschlang die Finsternis, wie jeder wusste.

Deshalb musste die Finsternis alles daran setzen, das Licht zu verschlingen.

»Es sind so viele Lebende, die auf unserer Seite kämpfen, Yhr.«

»Sie wissen es nicht besser. Ist es nicht der klügste Weg, ihren unbedeutenden Verstand auszulöschen und sie mit einem Schwert in der Hand auf ihresgleichen loszulassen?«

Xatan nickte grübelnd. »Wie ist es mit mir, Yhr? War ich auch ihresgleichen? Ist auch mein ... wirklicher Verstand ausgelöscht?«

»Nein. Schon deine Zeugung war geplant ...«

»Auch die Zeugung der Shrouks ist geplant.«

»Sie sind geistlose Kreaturen, die nur eines verstehen: Töten! Wie all die anderen. Allein dass du zu denken vermagst, unterscheidet dich von ihnen. Aber da sind noch tausend andere Gründe. Du wärst nicht der oberste Heerführer der Finsternis, wenn du ein Lebender wärst wie all die anderen.«

»Was bin ich wirklich, Yhr? Ein Lebender, der besessen ist ... oder ein Dämon, der lebt ...?«

»Vielleicht beides. Wer mag das sagen? Seit es das Licht gibt, ist alles unüberschaubar geworden. Aber bekämpfe diese Gedanken, Xatan. Sie trüben den Blick für die Dinge, die bevorstehen.«

»Du hast recht, Yhr. Sie trüben den Verstand. Sie sind gefährlich.«

*

Yhr trug Xatan nach stong-nil-lumen, wo die dämonbesessenen Priester der Caer die Finsternis beschworen. Eine wogende Schwärze umgab die Steinkreise und griff mit rauchigen Fingern hinaus ins Land. Hier war ein Abbild der Schattenzone im Entstehen begriffen, in dem die Herren die Finsternis die Lichtwelt in ureigenster Gestalt betreten konnten, um dem Untergang beizuwohnen.

Yhr trug Xatan in kaum mehr als einem Augenblick nach Gianton, der steinernen Stadt der Tauren, in der Tausende von Lebenden ihres Willens und ihres Verstandes beraubt und zu Kriegern der Finsternis geschmiedet wurden: zu Gianten. Hier entstand kein geringer Teil der unermesslichen Heerscharen, die nur auf Xatans Befehl zum Angriff warteten. Wie die Shrouks waren sie Leben, dessen sich die Finsternis bediente, um das Leben zu bekämpfen.

Wenig später schwebte Yhr geisterhaft hoch über den Wildländern, und Xatan starrte hinab auf die ewig verschneiten Gipfel der Voldend-Berge, der Berge am Rand der Welt. Jenseits, wo die Barbaren das Ende der Welt wähnten, sah Xatan die Stadt der Chimerer. Selbst aus dieser Entfernung war deutlich zu sehen, dass die Bewohner sie verlassen hatten. Die Schmieden standen leer, die Feuer waren kalt. Die Hallen, in denen die Teile zu wundersamen Abbildern der Natur zusammengefügt wurden, die Kammern der Magier, in denen die fertigen Schöpfungen mit ihrem Scheinleben versehen wurden, lagen verlassen von Lebenden, übersät nur mit Rüstzeug und Waffen, metallenen Körperteilen von Pferden und gewaltigen Vögeln.

»Sie sind nach Osten gezogen«, stellte Xatan fest. »Und den Tribut dieses Jahres haben sie mitgenommen: eineinhalb Hundertschaften Krieger, ein Dutzend Kampfvögel und Späher, vier Dutzend Kampfkolosse und Pferde, alle aus Metallen, die sie aus diesen Bergen holen und die sie zu verarbeiten verstehen wie kein anderes Volk der Lichtwelt. Sie waren großen Geheimnissen auf der Spur, sagt Corchwiil. Aber bevor sie sie entdeckten, baute Genrals alter Feind Qu'Irin das Tor in die Wildländer auf seiner Suche nach Verbündeten und brachte ihnen die Schwarze Magie. Es war nicht viel, was er verstand, aber es genügte, die Chimerer von ihrer Suche nach den Kräften der Lichtwelt abzubringen, denn sie waren nun im Besitz von Kräften, um ihre Schöpfungen, die sie Maschinen nannten, zu beleben. Sie begannen Kriegsmaschinen für Qu'Irin zu bauen. Doch dann kam Oannon. Er überlistete Qu'Irin und wurde Herr über das Tor zwischen Vangor und den Wildländern. Er bat die Chimerer nicht um ihre neuen Waffen, er drohte und ließ sie seine Macht spüren. Und sie krochen vor ihm, wie es die Art der Lebenden ist, wenn sie eine höhere Macht spüren. Und sie brachten jeden Winter eine eiserne Streitmacht als Tribut vor Oannons Tor. Nun ahnen sie wohl, dass ALLUMEDDON nah ist, und dass sie nicht viel zu verlieren haben. Ihre letzten Schöpfungen werden sie wohl gegen uns führen.«

»Beunruhigt dich dieser Gedanke?«, fragte Yhr, die interessiert zugehört hatte.

»Nein. Wenn sie Kräfte der Lichtwelt hätten, wäre ich vielleicht beunruhigt. Aber Schwarze Magie ...« Er grinste und fügte boshaft hinzu: »Dieser Qu'Irin hat uns einen guten Dienst erwiesen. Seine Taten sind besser als seine Absichten. Komm, lass uns sein Tor benutzen. Wir wollen nach Vangor zurückkehren.«

*

Qu'Irins Tor war verlassen. Viele, die versucht hatten, es zu öffnen, waren unverrichteter Dinge wieder umgekehrt, gleich, ob sie die Magie des Lichts oder der Finsternis benutzt hatten. Nur ein Kristall, der Türstein, öffnete sie. Xatan besaß diesen Stein, solange er sich zu erinnern vermochte. Aber er kannte sein Geheimnis nicht, bis er in Chipaws Geist nach Antworten suchte. Er fand viele Antworten dort, aber sie gefielen ihm nicht, und Corchwiil tat sie als Geschwätz eines alten Weibes ab. Corchwiil tat noch mehr – er ließ viele von Chipaws Erinnerungen verstummen, in denen Xatan ein Lebender war, der einst einen anderen Namen trug.

Xatan war nicht blind. Wäre Chipaw nur ein unwichtiges altes Weib, würden weder Corchwiil noch Genral sie in Tra-Zylum dulden. Da war auch die Achtung und Scheu der Wolfer, wenn sie erschien. Und sie brachte ihm ein Gefühl entgegen, das er hasste; sie liebte ihn! Weil es ein menschliches Gefühl war, und weil er manchmal selbst nicht frei war von dieser Unvernunft, versetzte es ihn beinahe in Panik.

Wider seinen Willen war er fasziniert von Chipaw. Sie war seine Mutter. Aber das bedeutete nichts. Die Vorstellung, im Leib einer niederen Kreatur herangewachsen zu sein, erfüllte ihn nur mit Abscheu.

Chipaws Liebe hatte er vielfach zu entmutigen versucht – indem er sie seine Verachtung spüren ließ, indem er ihr die Lebenskraft nahm, dass ihr schöner Körper in kurzer Zeit verfiel. Aber selbst an der Schwelle des Todes hatte sie nur Mitleid und Liebe für ihn.

Aber nun, da ALLUMEDDON bevorstand, waren Chipaw und die Vergangenheit nicht mehr von Bedeutung.

Jenseits des Tores, das Oannon zu einem Tempel Genrals erhoben hatte, lag die düstere Welt Vangor, die an der Schwelle des Todes stand. Das Leben war bereits erloschen, das Licht war nur noch eine glimmende Fackel. Was...



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