Walter | Gegen alle Vernunft | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 388 Seiten

Walter Gegen alle Vernunft


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-7502-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 388 Seiten

ISBN: 978-3-7526-7502-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Jana ist seit zehn Jahren Witwe. Mit Männern hat sie abgeschlossen. Sehr erfolgreich im Beruf, fließt ihr Leben in geregelten Bahnen. Das ändert sich, als sie den charismatischen, um vierzehn Jahre jüngeren Juniorchef des Unternehmens kennenlernt. Längst verschollen geglaubte Wünsche und Gefühle sorgen nicht nur für Tumult in ihrem Kopf. Zwei weitere Männer bemühen sich plötzlich um sie. Hin und her gerissen von ihren Empfindungen, muss Jana herausfinden, was sie wirklich will. Eine Hochzeit, Reisen zwischen München, Köln und der Toskana, Drohbriefe, ein Unfall und Mordanschläge sorgen für zusätzliches Chaos. Hat sie sich in einen Psychopathen verliebt?

Im Jahre 1954 wurde sie in Schwäbisch Hall geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Schwäbisch Gmünd. 1973 heiratete sie. 1981 zog die Familie ins Nördlinger Ries. Bereits als Teenager schrieb sie Kurzgeschichten für ihre Freundinnen. Erst viele Jahre später gelangte sie nach einigen Umwegen in eine Situation, die sie erkennen ließ, dass allein das Schreiben genau das war, was sie schon immer tun wollte. Und so wurde es zu einem wesentlichen Teil ihres Lebens. Während ihrer jahrelangen beruflichen Tätigkeit als Einzelhandelskauffrau, Ausbilderin und Seminarleiterin durfte sie Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten kennenlernen und zwischenmenschliche Erfahrungen sammeln, die sich in ihren Romanen widerspiegeln. Ihre Romane handeln von der Liebe, die stets geheimnisvoll und zuweilen sogar gefährlich sein kann, von Schicksalen, wie sie einem täglich begegnen, und mystischen Ereignissen, die der Verstand mitunter nur schwer erklären kann. Es geht jedoch immer um Frauen - starke, schwache, träumende, liebende und mit dem Schicksal hadernde Frauen.

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Kapitel 2
Jana klopfte ein zweites Mal an die Tür zur Bibliothek und wartete. Als sie auch diesmal nicht hineingebeten wurde, drückte sie leise die Klinke. Zunächst schaute sie durch den schmalen Spalt, entschloss sich dann leise einzutreten, um ihn nicht zu erschrecken. Viktor saß mit Kopfhörern auf seinen Ohren in einem mit glänzend rotbraunem Leder bezogenen Sessel und las konzentriert in einem Buch. Offensichtlich gefesselt von dessen Inhalt, schien er seine Umgebung vollkommen vergessen zu haben. Ebenso leise schloss Jana die Tür hinter sich. Sie blieb einen Moment stehen, um die Gelegenheit zu nutzen, ihn genauer zu betrachten. Graumeliertes, verhältnismäßig langes Haar umrahmte sein ebenmäßig, männlich kantiges, geradezu aristokratisch wirkendes Gesicht. Mit den zwei steilen Falten zwischen seinen Augenbrauen hatte sie bereits Bekanntschaft gemacht. Vermutlich erscheinen die immer, wenn er konzentriert oder wütend ist. Janas Blick wanderte über die schmale Nase zu seinen Lippen, die er nun schmunzelnd zusammenpresste. Prompt fiel ihr seine Drohung an der Würstchenbude ein und unwillkürlich fragte sie sich, wie es sich wohl anfühlte, von diesen Lippen geküsst zu werden. Jana benimm dich! Noch während sie sich selbst wegen ihrer unziemlichen Gedanken eine dumme Gans schalt, bemerkte sie, wie sich die Falten auf seiner Stirn – die sie ihm allzu gerne fortgestreichelt hätte – glätteten und sein Gesicht sich entspannte. Sie fragte sich, wie alt er wohl sein mochte. Vermutlich kurz vor vierzig. Nach Robert Mangolds wenigen Erzählungen hatte sie angenommen, sein Sohn wäre etwa in Felix’ Alter. Nun wunderte sie sich, dass er nie über Viktor gesprochen hatte. Andererseits war es durchaus möglich, dass sie nicht darauf geachtet hatte, weil sie so sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen war. Oh Robert, sicherlich hättest auch du ab und zu einen Freund gebraucht. Noch einmal warnte sie sich selbst, sich erst gar nicht auf solche oder ähnliche Gedanken einzulassen. Warum eigentlich nicht? „Fertig?“, riss Viktor sie aus ihren Gedanken. „Wie bitte?“, fragte sie verwirrt, sich bewusst werdend, dass er sie ebenfalls beobachtete. „Sie waren so sehr in die Betrachtung meiner Person vertieft, da wollte ich nicht stören. Ich hoffe, Ihnen gefällt was Sie sehen?“, fragte er ironisch, während er das Buch zuklappte. Jana schüttelte kaum merklich den Kopf. „Als ich auch nach dem zweiten Mal Anklopfen keine Antwort erhalten habe, bin ich eingetreten. Doch, als ich Sie vertieft in Ihre offenbar spannende Lektüre sitzen sah, wollte ich nicht stören. Und so dachte ich darüber nach, dass ihr Vater nur selten über Sie gesprochen hat. Jedenfalls kann ich mich kaum daran erinnern.“ Viktor forderte sie mit einladender Geste auf sich zu setzen. „Daraus schließe ich, dass Sie nicht viel über mich wissen. Das beruhigt mich ungemein. Es wäre mir peinlich, sollten ausgerechnet Sie von meinen Streichen als Kleinkind erfahren haben.“ Jana lachte und nahm Platz. „Ich bin da einiges gewohnt. Wie Sie vielleicht wissen, habe ich selbst zwei Jungs großgezogen.“ Er nickte. „Ja, ich weiß. Im Gegensatz zu Ihnen, weiß ich eine ganze Menge über Sie. Vater konnte nicht genug von Ihnen berichten. Er scheint sehr von Ihnen angetan.“ „Ich denke, wir schätzen uns gegenseitig. Außerdem habe ich Ihrem Vater einiges zu verdanken.“ „Er Ihnen aber auch. Übrigens, das Buch sollten Sie lesen“, wechselte er das Thema und hob das Buch demonstrativ hoch, bevor er es zur Seite legte und sich erhob. „Der Autor beschreibt auf recht spannende Weise das fast grenzenlos Machbare in der Welt der Computer und was geschehen könnte, würde das Wissen darum von skrupellosen Menschen missbraucht.“ „Hört sich interessant an. Ja, warum nicht? Leihen Sie es mir irgendwann einmal aus.“ „Gerne. Mein Vater ist übrigens noch nicht zu Hause. Aber er wird sicher demnächst zu uns stoßen. Darf ich Ihnen in der Zwischenzeit etwas anbieten?“ Als wäre es abgesprochen, läutete in diesem Moment das Telefon. „Entschuldigen Sie“, bat Viktor, nahm das Telefon, sprach kurz mit dem Anrufer und legte es wieder beiseite. „Das war Vater. Er ist aufgehalten worden. Wir sollen ohne ihn beginnen. Da das, was wir vorhaben, ohnehin in meine Zuständigkeit fällt, habe ich freie Hand. Oder gibt es von Ihrer Seite irgendwelche Einwände?“ Jana zuckte mit den Achseln. „Nun ja, Sie haben bei all Ihrem Eifer anscheinend vergessen, dass ich noch nicht zugestimmt habe.“ Er hob beschwichtigend die Hände und rieb sie aneinander, wie um das Thema erst mal abzuschließen. „Was darf ich Ihnen denn nun anbieten? Kaffee, Tee oder einen Drink?“ „Eine Tasse Tee wäre nicht zu verachten.“ „Zucker oder Milch?“ „Viel Zucker und ein Schuss Milch bitte.“ „Nehmen Sie doch schon mal Platz“, bat er, auf einen Sessel deutend, bevor er den Raum verließ. Kurz darauf kam er mit einem voll beladenen Tablett zurück. Er stellte es auf dem Tisch ab, bevor er zur gut bestückten Bar ging und mit einer Flasche zurückkam, die er ebenfalls dazustellte. „Bedienen Sie sich“, bat er, sich zu ihr hinüberbeugend, um ihr die Schale mit den Keksen zu reichen. Prompt versank die Krawattenspitze in seiner Tasse. „Damn, I’m stupid.“ Jana lachte. „Die frische Krawatte haben Sie nicht etwa meinetwegen umgelegt? Das war unnötig. Ich halte die Dinger für längst überholt. Allerdings scheinen diese Lätzchen für Männer ja wohl so etwas wie ein Statussymbol zu sein. Nun ja, bei bestimmten offiziellen Anlässen sehe ich es ja ein, aber sonst …? Ich persönlich bevorzuge da eher die lockere Variante. Rolli oder offener Hemdkragen und eventuell ein T-Shirt drunter.“ „Sie können ja richtig nett sein“, meinte er, zog am Knoten der Krawatte und schob sie über seinen Kopf. „Ich dachte dabei weniger an Sie als an Ihre Krawatten“, erklärte Jana lakonisch und fügte spöttelnd hinzu: „Sie müssen einen enormen Verschleiß haben.“ „Ich bin es nur noch nicht gewohnt. In den Staaten trug ich tatsächlich im Sommer T-Shirts unter dem Jackett und im Winter Rollis.“ „Und warum halten Sie es hier nicht ebenso?“ Er legte den Kopf schief und betrachtete sie eine Weile nachdenklich. Jana nippte an ihrem Tee. „Sie sind eine seltsame Frau. Sie besitzen die Fähigkeit, Ihre Stimmung und den Ausdruck auf Ihrem Gesicht von einer Sekunde zur anderen zu ändern. Eben noch distanziert und geschäftsmäßig, dann freundlich und viel zu liebenswert.“ „Ich dachte immer, man kann nicht liebenswert genug sein. Aber sollte es Ihnen anders lieber sein, …“, meinte sie und stellte zur Bekräftigung ihrer Worte die Tasse ab, griff nach ihrem Laptop und setzte sich gerade. „Nein! Nein, so war das nicht gemeint. Bitte, seien Sie wieder nett. Sie trinken doch einen Cognac mit mir? Das ist auch ein Schnaps, oder?“ Janas Augen wurden zu schmalen Schlitzen. „Möchten Sie mich gefügig machen?“ „Sie sagten doch, wer sich zuerst mit Senf …“ „Sie haben mich also doch verstanden? Das war nur ein Scherz. Aber warum eigentlich nicht? Ja, ein Cognac wäre jetzt nicht schlecht.“ Viktor schenkte ein, reichte ihr das Glas und sah sie dabei aus den unergründlichen Tiefen seiner aquamarinblauen Augen an. „Ich werde mir alles merken, was Sie sagen, und es sehr ernst nehmen. Das verspreche ich. Trinken wir auf gute Zusammenarbeit“, sagte er lächelnd und prostete ihr zu. „Und darauf, dass nichts diese gefährdet“, murmelte Jana vor sich hin. „Wie bitte? Das habe ich nun wirklich nicht verstanden.“ „Nicht wichtig“, sagte sie und lächelte ihn offen an. „Was genau haben Sie meinem Vater vorgeschlagen?“ „Im Grunde dasselbe wie Sie“, begann sie mit ihren Ausführungen. „Sie können sich nicht vorstellen, wie oft ich ihn bat, das Personal mit Fortbildungen auf ein Niveau zu bringen oder zu halten, das unseren Kunden ein bestmögliches Einkaufserlebnis garantiert. Ich musste mich, als ich in der Firma anfing, ein Jahr so richtig in die Materie reinknien. Hätte mich damals ein Ausbilder unter seine Fittiche genommen, wären mir einige durchwachte Nächte erspart geblieben. Vor allem aber benötigen unsere Azubis Unterstützung. Ich denke dabei an eine Person, die an festgelegten Tagen die einzelnen Filialen besucht, um die jungen Leute zusätzlich zur Berufsschule auszubilden. Vor einigen Jahren wäre das für einen einzigen Ausbilder locker zu bewältigen gewesen, mittlerweile müsste man mindestens zwei einstellen. Zum einen, weil die Firma inzwischen aus mehr...



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