Weber | Kunz und Morta | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 152 Seiten

Weber Kunz und Morta

Eine Prinzenraubgeschichte in fünf Akten
3. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7693-7984-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine Prinzenraubgeschichte in fünf Akten

E-Book, Deutsch, 152 Seiten

ISBN: 978-3-7693-7984-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine Prinzenraubgeschichte in fünf Akten. Der Tod ist einsam und macht sich auf, einen Begleiter für sich zu suchen. Dafür wandelt er sein Erscheinungsbild in das der römischen Schicksalsgöttin Morta. An Kunz von Kauffungen, einem ritterbürtigen Freien Edelknecht aus dem 15. Jahrhundert, findet Morta Gefallen und bietet ihm eintausend Jahre Ruhm und Ehre, wenn er für diese Zeitspanne bei ihr bleibt. Als Kunz für den Kurfürsten Friedrich II. von Sachsen 1450 in den Krieg zieht, gerät er dabei in Gefangenschaft und kann sich nur mit erheblichen Geldmitteln freikaufen. Darüber hinaus verliert er sein vom Kurfürsten zuvor geschenktes Gut Schweikershain, auf dem er und die Seinen mittlerweile leben. Als Kunz dagegen klagen will, wird bald klar, dass der Kurfürst kein Interesse an dessen Situation hat. Mehr noch, er erniedrigt Kunz vor den Augen des ganzen Hofes derart, dass dieser Rache schwört.

Christian Weber, geboren 1974 in Altenburg (Thüringen). Spätestens seit 1992 lernte er autodidaktisch Akkorde und Harmonien der Musik zu schätzen und komponiert seitdem eigene Werke. Später widmete er sich dem Schreiben als Solches. So begann er einige Experimente in den Bereichen Fantasy, Science-Fiction und mit dem Thema Altenburger Prinzenraub. Nach jahrelangen Recherchen zu diesem Thema, schrieb er 2019 sein erstes Bühnenstück "Kunz und Morta - Eine Prinzenraubgeschichte", welche 2022 ihre Uraufführung auf dem Altenburger Schloss hatte und bei der er selbst den Sächsischen Kurfürsten Friedrich II. spielte. Schauspielerisch ist Weber seit 2016 in zwei Amateurtheatervereinen tätig und arbeitet weiterhin an Bühnenstücken, Kurzgeschichten und einem Fantasy-Roman.

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ERSTER AKT
Die Bühne zeigt das Altenburger Schloss an drei Stellen. Im hinteren Bereich ist links ein Holztor mit zwei Flügeln zu sehen, welches für das innere Tor zum Schloss steht. Davor stehen links und rechts zwei Wachen. In der Mitte befindet sich eine zweiflügelige prunkvolle Tür, welche den Zugang zum Haupttrakt (Corps de Logis) des Schlosses darstellt, darüber ein Fenster. Auf der rechten Seite führt eine alte Außentür zur Schlossküche. Ist das linke Tor geöffnet, lässt sich im Hintergrund das Innere des Altenburger Schlosses oder etwas Vergleichbares erkennen. Niemand soll hier ins Dunkel laufen oder daraus erscheinen. So auch, wenn die Flügeltüren in der Mitte geöffnet sind. Hier ist ebenfalls ein gemalter Hintergrund zu sehen, welcher das Corps de Logis oder einen Gang dahin andeutet. Hinter der Küchentür, auf der rechten Seite wird es etwas unscheinbarer. Man erkennt aber, dass sich dahinter der Zugang zu einer größeren Hofküche verbirgt. Der Bereich zwischen den Türen und dem Tor ist als neutrale, leicht verschlissene graue Hofmauer-Ansicht gestaltet, bei der teilweise rankender Efeu zu erkennen ist. Altenburg, Kursachsen, anno 1445. Der Tod kommt mit der Seele eines Mannes des Weges. Sie bleiben stehen. Die Seele ist die eines einfachen, armen Bauern. Der ganz in Schwarz gehüllte Tod trägt eine Kapuze, durch welche sein Gesicht kaum zu erkennen ist. Er stützt sich auf eine Sense. An einer Schnur um seinen Hals hängt ein kleines weißgraues Horn, welches keine zwanzig Zentimeter misst. Die Seele hatte zuvor dem Tod einiges an Fragen beantwortet und erwartet nun Anweisungen, wie es weitergeht. Doch der Tod ist zögerlich. TOD. Danke für die Einblicke in dein Leben. Das war höchst interessant für mich. – Jetzt, wo es so weit ist, möchte ich dich gar nicht gehen lassen. Aber so muss es sein, du musst weiter. Der Herr erwartet dich. Die Seele geht weiter, der Tod seufzt. Die Stimme Gottes ist zu hören. GOTT. Mein alter Freund, du zögerst in letzter Zeit immer öfter. Was ist mit dir? TOD. Ach Schöpfer, so viele Zeitalter diene ich dir schon. Kann es denn nicht jemanden geben, der einmal länger bei mir verbleibt? GOTT. Länger? TOD. Länger als Augenblicke, länger als Minuten. Jemand, der mich eine Weile begleiten könnte, jemand zum Reden. GOTT. Oh, ich verstehe … denke ich … Bist du etwa einsam? TOD. Ja! Ja, so ist es. GOTT. Nach all den Jahren? Den Zeitaltern und Galaxien? Wirklich? – Nun, ich stelle mir das recht interessant vor, dir jemanden zu lassen … eine Zeit lang. TOD. Eine gute Seele, ein aufrechter Charakter, den ich mir auswählen kann. GOTT. Was würdest du denn mit dem Erwählten alles unternehmen wollen? Wonach steht dir der Sinn? TOD. Er soll mich begleiten. Ich möchte ihm erzählen, dass die Zeit sein körperlich endendes Ich für immer bewahren wird und was es mit dem Universum auf sich hat, ihn durch die Schöpfung führen und die wichtigsten Zusammenhänge erklären, stundenlange, besser tagelange Gespräche führen. Wenigstens für eine befriedigende Weile. Aber ich müsste ihn natürlich erst einmal fragen und auf Unfassbares vorbereiten. GOTT. Nun, das hört sich sehr interessant für mich an … denke ich. Wenn du also eine Seele findest, die bei dir bleiben will, dann sollte dies aber … eintausend Jahre nicht überschreiten. Tausend Jahre soll dein Begleiter bei dir bleiben dürfen. Doch, wenn er eher gehen will, musst du ihn gehen lassen. TOD. Du hast mein Wort. Ich danke dir. GOTT. Aber als erstes solltest du vielleicht etwas an deinem Erscheinen ändern. Ist nur so ein Gedanke. TOD. Mein Erscheinen? GOTT. Die Sense, die Stimme, schwarzer Umhang. So wirst du nie eine Seele für eintausend Jahre bei dir halten. TOD. Du hast Recht. Immer wirke ich zum Fürchten. Doch soll ich denn nicht so erscheinen, wie man mich auch erwartet? Und die Sense ist schon lange in Mode bei den Menschen. GOTT. Ja, das ist wahr. Doch liegt der Fall hier etwas anders. Da du einer bestimmten, auserwählten Seele begegnen und dich vorstellen möchtest, die noch dazu bei dir bleiben soll, kannst du dein Aussehen gern selbst gestalten. Wenn es dir hilft, orientiere dich doch an all den Vorstellungen, welche die Menschen bereits von dir hatten. Sieh dir die Geschichte der Erde an. Schau zu den Griechen oder den alten Römern. TOD. Die alten Römer? GOTT. Die glaubten, wie auch die Griechen, an die drei Schicksalsgöttinnen, erinnerst du dich? TOD. Ja, die Parzen … Drei Schwestern, Töchter des Jupiter. Eine von ihnen war der Tod. Und sie hieß … Morta. GOTT. Vom Aussehen her ein junges, schönes Mädchen. TOD. Ja … GOTT. Mal etwas anderes als der Gevatter. TOD. Ja, das klingt gut. – So sei es! Der Tod nimmt die Kapuze nach hinten und Mortas schönes Antlitz kommt zum Vorschein. Selbst die Stimme hat sich verändert und ist nun die eines jungen Mädchens. MORTA. Besser so? GOTT. Viel besser. MORTA. Na, dann … wollen wir doch mal sehen, wen wir als Weggefährten gewinnen können. GOTT. Die Sense? MORTA. Oh … also, irgendein Werkzeug hatte ich doch immer dabei. GOTT. Du hast nie wirklich eines gebraucht. Die Macht, die Dinge enden zu lassen, steckt allein in dir. MORTA. Ich weiß schon, aber die Sense dient mir seit langem auch als Wanderstab und ich habe mich sehr daran gewöhnt. Nun, da brauchen wir wohl etwas anderes. Und die Schere Mortas, so wie es sich die Römer damals vorstellten … die will ich eigentlich nicht. Aber mein Horn der Erweckung … ja, das bleibt. Das gebe ich nicht wieder her. Denn ich bin sehr froh, dass ich es habe. Selbst wenn es nicht zur Ausstattung der römischen Morta gehörte. GOTT. Das Horn sollst du natürlich behalten. Ich hatte auch nie vor, es dir jemals wieder wegzunehmen. Das Horn der Erweckung war etwas, dass der Tod seit Anbeginn bei sich trug. Wenn er in dieses Horn blies, wurde etwas Beendetes, ganz gleich wie lange es her sein mochte, wieder in seine vorherige Form zurückgeholt. Ein sehr machtvolles Instrument, welches ihm der Schöpfer als letzten Ausweg geschenkt hatte. Denn es konnte durchaus vorkommen, dass ein Fehler passierte und die falsche Person beendet wurde. Da war es gut, zurückgehen zu können. Morta betrachtetet ihren schwarzen Umhang. MORTA. Gut, ein neues Gewand muss ich mir noch auswählen. Dafür brauche ich aber eine Weile, jetzt, da ich ein Mädchen bin. GOTT. Denk daran, du bist immer noch der Tod! Auch wenn du dein für Menschen sichtbares Erscheinungsbild geändert hast. MORTA. Ja, ich bin schon gespannt, wie der Auserwählte darauf reagieren wird. – Wer auch immer es sei. Kunz von Kauffungen, Burgvogt des Altenburger Schlosses und bester Freund der kurfürstlichen Prinzen, fechtet mit ihnen im Spiele im Schlosshof. Die Parteien bestehen dabei aus Prinz Albrecht und Kunz gegen Prinz Frederick und Prinz Ernst. Alle benutzen hölzerne Übungsschwerter. KUNZ. Ha ha. Das werden wir ja noch sehen, Prinz Frederick. Ihr werdet niemals gegen meinen Herrn Albrecht gewinnen, denn sein treuer Knappe Kunz gibt niemals auf! ALBRECHT. Und wenn es sein muss, wirft er sich sogar für ihn in die Klinge! KUNZ. Ja genau … Was mache ich? In die Klinge … Kunz ist abgelenkt und bekommt einen leichten Hieb von Ernst. Au! FREDERICK. Ihr seid getroffen! KUNZ. Ich bin getroffen, ich glaub‘s ja nicht. Ruft den Medicus, ruft den Priester, Kunz von Kauffungen liegt im Sterben! Kunz geht theatralisch zu Boden. FREDERICK. Es lebe das Pleißenland! Ernst und Frederick stürzen sich auf Kunz. Albrecht lässt sich von der Situation anstecken, wirft sein Holzschwert hin und lässt sich ebenfalls auf Kunz fallen. Alle lachen. Kurz darauf wollen sie sich neu aufstellen. ERNST. Jetzt kämpfe ich an Kunzens Seite und ihr seid die Feinde. Das Tor geht auf, Kurfürst Friedrich und sein Kanzler Haugwitz kommen heraus. FREDERICK stolz. Vater, wir haben Kunz besiegt! FRIEDRICH. Aha. Sehr schön. Tätschelt Ernst am Kopf. Ja, das sehe ich mir alles später an, hm? – Kunz! KUNZ. Mein Fürst? FRIEDRICH. Die neue Fassade ist wohl beschädigt worden, der Sturm gestern Nacht. Kümmert Euch darum, dass das schnellstens behoben wird. KUNZ. Ja, Hoheit. FRIEDRICH. Und Kunz, es eilt! Mein Bruder, der Herzog, kommt schon morgen! KUNZ. Ja, Hoheit! Kunz macht sich eilig auf den Weg. Die Prinzen gehen enttäuscht zurück ins Schloss. FRIEDRICH zu Haugwitz. Die Aufteilung unserer Ländereien wird ohnehin kein Vergnügen für Wilhelm. Da will ich nicht, dass er noch Gelegenheit erhält, mir bauliche Mängel am Residenzschloss aufzuzeigen. HAUGWITZ. Natürlich nicht, Hoheit. Als Friedrich zurück gehen will, erblickt Haugwitz einige Personen, die sich dem Schlosshof nähern. Oh … Hoheit, ich glaube da kommt er wohl...



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