Westphal | Ich war Bulle | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 320 Seiten

Reihe: Gerd Sehling

Westphal Ich war Bulle

Kriminalroman
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98707-349-6
Verlag: Emons Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Kriminalroman

E-Book, Deutsch, Band 1, 320 Seiten

Reihe: Gerd Sehling

ISBN: 978-3-98707-349-6
Verlag: Emons Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ich war Bulle - Der packende Krimi-Auftakt der »Bullen«-Reihe von Ben Westphal Am Tag nach seiner Pensionsfeier wird der ehemalige Drogenfahnder Gerd Sehling Zeuge eines Autounfalls. Kurz entschlossen rettet er den Fahrer aus den Flammen und macht dabei eine folgenschwere Entdeckung: Kokain - und zwar reichlich. Sofort ist sein Spürsinn geweckt. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen vom Hamburger Drogendezernat folgt Gerd einer heißen Spur, die tief in die Unterwelt führt. Zwischen Observationen, Befragungen und Konfrontationen zeigt sich: Gerd ist noch lange nicht raus aus dem Spiel. Eine atemlose Jagd durch die Hansestadt beginnt, bei der die Grenzen zwischen Gut und Böse zunehmend verschwimmen. Wird es Gerd und seinen Kollegen gelingen, das Drogenkartell zu zerschlagen? Ben Westphals Debütroman ist ein ebenso spannender wie realistischer Kriminalroman, der die brutale Realität des Drogenhandels schonungslos offenlegt. Ermittler Gerd Sehling ermittelt unbestechlich und mit viel Lokalkolorit - echt, kantig, mit Ecken und Kanten. Ich war Bulle ist der furiose Beginn einer Reihe, die süchtig macht nach mehr!

Ben Westphal, 1981 in Hamburg geboren, machte nach dem Abitur eine Ausbildung als Kriminalbeamter. 2006 wechselte er ins Rauschgiftdezernat. Einige Jahre später begann er, Rauschgift-Krimis mit Hamburg-Bezug zu schreiben - und was als einmaliges Pensionsgeschenk für einen Kollegen begann, wurde zu einer Leidenschaft fürs Schreiben. www.BenWestphal.de
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12


Vor dem Polizeistern in Alsterdorf scheint gerade die Welt unterzugehen. Starkregen und Hagel wechseln sich ab. Fingernagelgroße Hagelkörner landen auf dem Fenstervorsprung des zweiten Stockwerks. Geistesabwesend beobachtet Tim Dombrowski, wie sie dort tanzen und springen.

Er hält noch immer den Telefonhörer ans Ohr und wartet darauf, dass sich Fred am anderen Ende der Leitung endlich meldet. Das Freizeichen ist bereits mehrere Male ertönt, und Dombrowski spielt mit dem Gedanken, wieder aufzulegen, um es kurze Zeit später nochmals zu versuchen, als sich Fred endlich meldet.

»Diese verfluchte Freisprecheinrichtung … Hallo … Hörst du mich?«

»Klar und deutlich, mein Freund!«, erwidert Dombrowski erleichtert.

»Wo ist er denn aktuell?«, kommt Fred gleich zur Sache.

Das System bei Dombrowski ist noch nicht ganz hochgefahren. Da hatte er wohl ein wenig voreilig angerufen. »Wo seid ihr denn so gerade?«, stellt er deshalb die Gegenfrage.

»Kuno kommt ja aus Hollenstedt. Der wohnt praktisch auf der Autobahn, daher ist er bereits kurz vor Bremen. Der schläft ja auch immer auf seinem Telefon und wartet geradezu nur darauf, endlich wieder sein Heim verlassen zu dürfen. Die anderen sind alle auf dem Weg in Richtung Bremen. Ich hoffe, du hast Neuigkeiten. Hat er schon einmal telefoniert?«, fragt Fred.

»Bislang noch nichts, kein Telefonat, keine SMS-Nachricht. Er hat auch keine Internetverbindung. Die individuelle Gerätenummer von dem überwachten Handy habe ich abgefragt. Sie steht für ein Billigtelefon, daher ist auch weder von Internettelefonie noch von irgendwelchen verschlüsselten Messengern auszugehen. Wäre natürlich super, wenn er sein Telefon noch einmal nutzen würde«, erwidert Dombrowski, während er sich schnellstmöglich durch die Anmeldeprogramme klickt. Das Überwachungsprogramm der Telekommunikation öffnet sich, und für Dombrowski ist sofort ersichtlich, dass er nicht übertrieben hat. Der Nutzer hat keinerlei Telefonate geführt oder die mobilen Daten genutzt. Auch gibt es keine SMS-Nachrichten zu verzeichnen. »Die Geodaten befinden sich genau in Höhe der Anschlussstelle Bremen-Hemelingen. Seine aktuelle Geschwindigkeit werde ich jetzt noch einmal berechnen, und dann melde ich mich wieder bei dir.«

»Okay, dann sage ich Kuno, dass er sich beim Rastplatz Oyten platzieren soll. Von dort aus werden wir versuchen, alle Rastplätze und Tankstellen abzudecken und herauszufinden, welche Autos mit den Geodaten des Handys an uns so vorbeirauschen. Dann rollen wir das Feld von hinten auf. Vielleicht fällt uns ja ein Holländer auf, der ins Bild passt.«

»Einverstanden, ich melde mich dann gleich wieder, sobald er kurz vor Oyten ist.«

»Bis gleich.«

Es klickt in der Leitung, und Dombrowski legt den Hörer auf.

Otto steht im Türrahmen, hält seine Kaffeetasse in der Hand, zieht die Luft lautstark durch die Nase ein und fragt beim schweren Ausatmen: »Na, wie schaut’s aus?«

Dombrowski versucht derweil, im Abgleich mit einer Navigations-App Distanzen auf der Autobahn zu ermitteln und diese mit der hierfür benötigten Zeit abzugleichen. »Hundertdreißig«, murmelt er vor sich hin.

»Wat nuschelst du da?«, fragt Otto irritiert.

»Der Holländer kommt mit hundertdreißig Sachen auf der A 1 nach Hamburg, warte, ich muss Fred anrufen, der ist schon in knapp sieben Minuten in Höhe Oyten«, antwortet Dombrowski und drückt auf seinem Telefon die Wahlwiederholung, ohne den Hörer abzunehmen.

»Na?«, erklingt Fred aus dem Lautsprecher.

»In fünf bis sieben Minuten dürfte er bei euch durchs Bild fahren. Falls Kuno einen Holländer erblickt, dann soll er sich locker ranhängen.«

»Jo. Er geht einfach in vier bis fünf Minuten bei mäßiger Geschwindigkeit auf die Bahn und lässt sich von dem Kerl überholen. Vielleicht sieht er ihn ja«, schlägt Fred vor. Bei ihm im Hintergrund ist der laute Motor seines Dienstfahrzeuges deutlich zu hören. Zusätzlich rauscht der aufs Dach prasselnde Regen, und die Scheibenwischer quietschen um die Wette.

Dombrowski kratzt sich am Dreitagebart und blickt auf den Bildschirm. »Ja, einverstanden. Klingt gut.«

Das Gespräch wird wieder beendet.

»Ich bin im Keller Luft schnappen, falls du mich brauchst«, schnauft Otto und verlässt den Türrahmen.

Langsam lehnt sich Dombrowski in seinem Bürostuhl zurück und fährt sich mit der Hand durch die halblangen Haare. Er kann aktuell kaum unterstützen, nur darauf hoffen, dass die Observationskräfte ein gutes Auge und glückliches Händchen haben. Er geht in den Technikraum und holt sich ein Funkgerät, um die aktuellen Standorte direkt an alle Observanten mitteilen zu können. Ein paar Minuten hat er noch, dann ist es so weit.

Auf dem Rastplatz in Oyten steht ein dunkler Kombi. Das Fahrerfenster ist halb geöffnet, trotz des unaufhörlichen Regens. Das Licht des Fahrzeugs ist an, der Motor läuft. Immer wieder sieht man eine helle Glut aus dem Fahrerfenster aschen.

In dem Wagen sitzt Kuno. Kuno ist sein Arbeitsname in der Gruppe. Er ist bereits so lange dabei, dass er seinen richtigen Namen beinahe vergessen hat. Freunde außerhalb der Arbeit hat er sowieso keine. Er liebt seine Tätigkeit und ist fest davon überzeugt, dass er hierfür bestimmt ist. Kuno ist ein ehrlicher Arbeiter. Er hat keine Ambitionen, eine Führungsposition zu ergreifen. Er will lediglich die Bösen dabei beobachten, wie sie verbotene Sachen machen, um sie dann auf frischer Tat zu erwischen.

Er ist inzwischen achtundvierzig Jahre alt. Die Haare werden langsam grau, aber auf der Straße ist er auch weiterhin hellwach bei der Sache. Jedes vorbeifahrende Auto verfolgt er mit seinem Blick, auch wenn er weiß, dass er noch zwei oder drei Minuten warten muss, bis er losfahren soll. Dombrowski weiß, was er tut. Schon häufig hat er mit ihm zusammengearbeitet, und meistens hat er recht behalten. Kuno versteht nicht, woher er das nimmt, denn mit Ermittlungen hat er nichts am Hut. Aber wenn er etwas gesagt bekommt, dann folgt er dem, was ihm gesagt wird, und passt auf. Das ist sein Job, nicht mehr, aber auch auf keinen Fall weniger. Er weiß, dass der Erfolg der Ermittlungen am Ende davon abhängt, was er sieht und dann den entscheidenden Personen mitteilt.

Er nimmt einen letzten Zug von seiner Zigarette und lässt sie aus dem Fenster fallen. Den Aschenbecher in seinen Dienstfahrzeugen benutzt er nie, denn Rauchen ist darin nicht gestattet. Den letzten Rauch pustet er durch den zufahrenden Fensterspalt.

Noch eine Minute, bis er losfahren wird. Zunächst will er sich gemächlich einen Platz auf dem rechten Fahrstreifen suchen, vielleicht auch auf der mittleren Spur, und etwas schneller als die Lastkraftwagen unterwegs sein, um seinen unauffälligen, dauerhaften Aufenthalt auf der mittleren Spur zu rechtfertigen.

Die Digitaluhr im Armaturenbrett springt auf sechs Uhr achtundzwanzig. Es ist an der Zeit, sich in Bewegung zu setzen und loszufahren, genau nach Plan. Kuno fädelt sich in den fließenden Verkehr ein.

Über Funk meldet sich Dombrowski und teilt mit, dass sich das Handy nun im Bereich des Rastplatzes Oyten befindet. Kuno weiß, dass die Standortangaben besonders auf Autobahnen ungenau sind. Die Sendemasten reichen weit hier auf dem platten Land, aber eine Chance ist da. Gerade, wenn der Holländer einen Mietwagen oder ein Fahrzeug mit niederländischer Zulassung nutzt. Aber die nötige Portion Glück wird man brauchen.

Auf der Autobahn herrscht inzwischen ordentlicher Verkehr. Viele Lastkraftwagen füllen die rechte Spur, sodass die mittlere Spur kontinuierlich mit Tempo einhundertzehn an ihnen vorbeizieht.

Die linke Spur ist nach erster Einschätzung noch einmal dreißig oder vierzig Stundenkilometer schneller. Fahrzeuge mit Kennzeichen aus Bremen oder Rotenburg an der Wümme passieren Kuno, doch die verlieren sofort wieder seine Aufmerksamkeit. Unwahrscheinlich ist es, dass sie die konkreten Zielfahrzeuge sein könnten.

»Blondie ist nun an der Raststätte Grundbergsee«, kommt es aus dem Funk.

»Kuno ist auf der Bahn und passiert gerade die Anschlussstelle Oyten. Bislang habe ich kein passendes Fahrzeug feststellen können«, antwortet Kuno.

»Sehr gut. Blondie, dann teil dich mit Klatsche und Pascho auf dem Rastplatz auf. Einer bleibt vor Ort, die anderen beiden fahren alle fünf Minuten ab und suchen den fliegenden Holländer«, ordnet Fred per Funk an.

»Pascho startet um sechs Uhr dreißig vom Rastplatz.«

»Klatsche hat gute Sicht auf die Tankstelle und Zufahrt. Ich würde hier verbleiben, bis das Handy eindeutig vorbeigezogen ist.«

»Okay, dann fährt Blondie um sechs Uhr fünfunddreißig auf die Bahn. Gutes Gelingen!«

»Jayjay bleibt in Bockel am Autohof und klinkt sich ein, sobald das Handy in seine Richtung kommt.«

Kuno hat alle Positionen zur Kenntnis genommen und weiß genau, wer wo steht und ihn unterstützen kann, wenn er Feststellungen macht. Gespannt blickt er in seinen Rückspiegel. Eine schwarze Luxuslimousine mit gelbem Kennzeichen rollt in hoher Geschwindigkeit auf der linken Spur heran....


Westphal, Ben
Ben Westphal, 1981 in Hamburg geboren, machte nach dem Abitur eine Ausbildung als Kriminalbeamter. 2006 wechselte er ins Rauschgiftdezernat. Einige Jahre später begann er, Rauschgift-Krimis mit Hamburg-Bezug zu schreiben – und was als einmaliges Pensionsgeschenk für einen Kollegen begann, wurde zu einer Leidenschaft fürs Schreiben.
www.BenWestphal.de

Ben Westphal, 1981 in Hamburg geboren, machte nach dem Abitur eine Ausbildung als Kriminalbeamter. 2006 wechselte er ins Rauschgiftdezernat. Einige Jahre später begann er, Rauschgift-Krimis mit Hamburg-Bezug zu schreiben – und was als einmaliges Pensionsgeschenk für einen Kollegen begann, wurde zu einer Leidenschaft fürs Schreiben.
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