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Windmüller | Borderline - Das Selbsthilfe-Buch für Angehörige | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Reihe: TRIAS

Windmüller Borderline - Das Selbsthilfe-Buch für Angehörige

Durch mehr Selbstfürsorge und Stabilität im Alltag zu einem positiven Miteinander
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-432-12076-8
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Durch mehr Selbstfürsorge und Stabilität im Alltag zu einem positiven Miteinander

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Reihe: TRIAS

ISBN: 978-3-432-12076-8
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wegweiser für Angehörige

Wenn Menschen von der Persönlichkeitsstörung Borderline betroffen sind, belastet dies auch ihre Angehörigen – sei es in einer Partnerschaft, als Kinder, Geschwister oder Eltern. Stimmungsschwankungen, Unbeständigkeit oder impulsive Verhaltensweisen können für beide Seiten große Herausforderungen bedeuten. Mit dem Ziel, die Borderline-Betroffenen zu unterstützen, bewirken die Angehörigen häufig das Gegenteil und stoßen dabei an ihre Grenzen.

Das Buch nimmt Sie als Angehörige oder Angehöriger in den Blick:

  • Erfahren Sie mehr über die Borderline-Persönlichkeitsstörung und verstehen Sie die Auswirkungen auf Beziehungen.
  • Erkennen Sie eigene Verhaltensmuster und Belastungen und lernen Sie, Ihre psychische Gesundheit zu schützen und Co-Abhängigkeit zu überwinden.
  • Nutzen Sie erprobte Methoden wie Gewaltfreie Kommunikation, Achtsamkeitsübungen oder Klopftechniken für ihre Entwicklung und ein harmonischeres Miteinander.

Beginnen Sie zuerst bei sich und helfen sich selbst!

Windmüller Borderline - Das Selbsthilfe-Buch für Angehörige jetzt bestellen!

Zielgruppe


Gesundheitsinteressierte


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Weitere Infos & Material


Persönlichkeitsstörungen


Persönlichkeitsstörungen gibt es viele. Sie unterscheiden sich durch bestimmte Merkmale und Verhaltensweisen, die die Betroffenen an den Tag legen. Und manchmal können die jeweiligen Merkmale und Verhaltensweisen sich ähneln oder sich überschneiden, auch mit anderen Erkrankungen, sodass eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Doch ab wann und warum weicht eine Persönlichkeit vom »Normalen« ab?

Menschen haben eine Persönlichkeit


Menschen unterscheiden sich durch ihre ganz eigene, individuelle Persönlichkeit voneinander. Und diese individuelle Persönlichkeit wiederum besteht aus verschiedenen Merkmalen beziehungsweise Persönlichkeitszügen, etwa der für jemanden typischen Art zu denken, zu fühlen, wahrzunehmen und mit zwischenmenschlichen Beziehungen umzugehen. So steuert die Persönlichkeit eines Menschen auch sein Verhalten in bestimmten Situationen und macht es erklär- und mitunter gar vorhersehbar. Insgesamt sorgt die Persönlichkeit eines Menschen für sein Zurechtkommen im Leben. Die Entwicklung der Persönlichkeit beginnt im Kindesalter – und dauert nach aktuellem Kenntnisstand ein Leben lang fort.

Was sind Persönlichkeitsstörungen?


Bei Menschen mit einer gesunden Persönlichkeit sind die Persönlichkeitszüge oder -merkmale so entwickelt, dass sie sich wechselnden Situationen und Umgebungsbedingungen zumeist anpassen können und ihr Verhalten damit den Erwartungen der sozialen Umwelt entspricht. Sie sind flexibel.

Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung (PS) fehlt diese Flexibilität. Bei ihnen ist ein Persönlichkeitszug oder -merkmal so sehr ausgeprägt und dominant, dass sie sich nicht anpassen können. Ihr inneres Erleben und Verhalten weicht meist deutlich von den Erwartungen der sozialen Umwelt ab – was für beide Seiten sehr leidvoll sein kann. Dies kann etwa die Denkmuster, die Affekte, also kurzzeitige und intensive Gefühlsregungen, die Impulskontrolle oder die Beziehungsgestaltung betreffen. Jene Abweichungen treten nicht wie bei gesunden Persönlichkeiten gelegentlich auf, sondern sie überdauern und sind stabil.

Und je nach Art der vorliegenden Persönlichkeitsstörung unterscheiden sich die Verhaltensmuster. Ein Mensch mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung reagiert auf Kritik vielleicht überlegen und entwertend, ein Mensch mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung vielleicht mit Wut und Aggression, während ein Mensch ohne Persönlichkeitsstörung zumeist konstruktiv mit Kritik umgehen kann.

Die starren, unflexiblen Verhaltensmusterbeginnen meist im Jugendalter, mitunter schon vorher, und können in der Folge zu massiven Konflikten im sozialen, privaten und beruflichen Umfeld führen. Von den Betroffenen selbst werden die in verschiedenen Situationen immer wieder auftretenden unflexiblen Verhaltensmuster zwar oft als quälend erlebt, aber eher nicht als krankhaft oder als Störung eingeordnet. Persönlichkeitsstörungen beginnen und festigen sich in der Regel nicht erst im späteren Erwachsenenalter.

Wie entstehen Persönlichkeitsstörungen?


Die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen ist multifaktoriell. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen, die zur Entwicklung der jeweiligen Persönlichkeitsstörung beitragen oder diese begünstigen können. Hierzu zählen etwa genetische Aspekte und psychosoziale Einflüsse, wie ein ungünstiger Erziehungsstil oder ungünstige Bindungserfahrungen in der frühen Kindheit, vielleicht einhergehend mit einer mangelnden, für die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit notwendigen Bedürfnisbefriedigung des Kindes. Auch Gewalterfahrungen können eine Rolle spielen. Allerdings gibt es auch Fälle ohne entsprechende Vorgeschichte.

Was sind Persönlichkeitsänderungen?


Anders verhält es sich bei andauernden Persönlichkeitsänderungen. Sie unterscheiden sich von Persönlichkeitsstörungen und beginnen in der Regel nicht im Kindes- oder Jugendalter. Vielmehr treten andauernde Persönlichkeitsänderungen nach Belastungserlebnissen auf, die extrem schwer sind oder lang anhalten, etwa nach Geiselhaft, Folter oder Konzentrationslager. Sie können somit die Folge schwerster Traumatisierungen sein. Weiterhin können andauernde Persönlichkeitsänderungen nach schweren psychischen Erkrankungen vorkommen oder als Folge von Hirnerkrankungen oder Hirnverletzungen.

Eine Persönlichkeitsstörung kommt selten allein


Persönlichkeitsstörungen lassen sich unter Umständen schwer voneinander abgrenzen oder überschneiden sich. Obwohl sich die einzelnen Persönlichkeitsstörungen durch bestimmte Merkmale kennzeichnen, kann eine klare und eindeutige Diagnose bisweilen schwierig sein. So finden sich zum Beispiel

  • bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung überdauernde Muster instabilen, impulsiven und ambivalenten Verhaltens,

  • bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung überdauernde Muster mangelnden Einfühlungsvermögens, von Selbstverliebtheitund des Verlangens nach Bewunderung,

  • bei der dissozialen (oder antisozialen) Persönlichkeitsstörung überdauernde Muster des Missachtens von Normen und Rechten und der Grenzen anderer sowie

  • bei der histrionischen Persönlichkeitsstörung überdauernde Muster theatralischen Verhaltens und des Strebens nach Aufmerksamkeit.

Weiterhin abzugrenzende Persönlichkeitsstörungen sind etwa die paranoide, die schizotype, die schizoide, die ängstliche (oder vermeidende), die abhängige (oder dependente) und die zwanghafte (oder anankastische) Persönlichkeitsstörung.

Was sind Komorbiditäten?


Zu den jeweiligen Persönlichkeitsstörungen treten häufig weitere Erkrankungen hinzu, sogenannte Komorbiditäten. Hierbei kann es sich zum Beispiel um Essstörungen, Depressionen oder Suchterkrankungen handeln. Komorbiditäten können mitunter sehr ausgeprägt sein. So spielen bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen wie auch bei narzisstischen, antisozialen und histrionischen Persönlichkeitsstörungen etwa Suchterkrankungen eine wesentliche Rolle.

Sind Persönlichkeitsstörungen behandelbar?


Früher wurde davon ausgegangen, dass Persönlichkeitsstörungen tief verwurzelt und schwer behandelbar sind und dementsprechend dauerhaft bestehen bleiben. Inzwischen gilt das nicht mehr so streng. Die Forschung ist, wie bei anderen Erkrankungen auch, vorangeschritten und zu neuen Erkenntnissen gelangt. Die unterschiedlichen Persönlichkeitsstörungen bedürfen mitunter unterschiedlicher Therapieansätze, jedoch kann mittels der gegenwärtig verfügbaren Psychotherapieverfahren vielfach eine deutliche Besserung der Symptomatik erreicht werden. Insbesondere bei der Behandlung von Borderline-Persönlichkeitsstörungen konnten in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt werden. Da es bei Persönlichkeitsstörungen jedoch häufig zu Komorbiditäten kommt, müssen diese ebenfalls in die Behandlung einbezogen werden.

Die Klassifikation psychischer Störungen

Die ICD-10und ICD-11sowie das DSM-5sind die derzeit aktuellen Diagnose- und Klassifikationssysteme, welche für die Zuordnung von psychischen Störungen verwendet werden. Auf diese Systeme wird sich in Klinik und Praxis gestützt, um Diagnosen zu stellen oder zu bestätigen.

Die ICD-10 meint die zehnte Auflage der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (engl. International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) – sie wurde unter Führung der WHO (engl. World Health Organization; Weltgesundheitsorganisation) erarbeitet und wird vornehmlich von den Mitgliedsstaaten der WHO genutzt. Die elfte Auflage (ICD-11) trat 2022 in Kraft – mit einer Übergangszeit von mindestens fünf Jahren. Bis zur Einführung der ICD-11 kann die zehnte Auflage verwendet werden.

Das DSM-5 meint die fünfte Auflage des Diagnostischen und Statistischen Manuals psychischer Störungen (engl. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders). Es wird in Deutschland nicht für die Diagnosestellung genutzt, sondern eher in Forschung und Praxis für detailliertere Kriterienbeschreibungen herangezogen. In den USA spielt das DSM-5 eine wesentliche Rolle bei der Definition psychischer Störungen.

Entsprechend dieser beiden Klassifikationssysteme können nun die Differenzierungen und Informationen um die psychischen Störungen etwas variieren. Da die Diagnose- und Klassifikationssysteme im medizinischen Alltag unumgänglich sind, werden sie im Folgenden kurz dargestellt. Die sich hiernach anschließenden Kapitel basieren nicht oder nur teilweise auf diesen Systemen.

Persönlichkeitsstörungen und Borderline in der ICD-10

Um die Diagnose einer bestimmten Persönlichkeitsstörung nach der ICD-10 zu festigen, müssen verschiedene Kriterien bezüglich der Symptome sowie deren Anzahl erfüllt sein. Sind diese Kriterien nicht vollständig erfüllt oder weichen von den Vorgaben ab, wird es schwierig mit der Zuordnung und mit einer eindeutigen (offiziell bestätigten) Diagnose. Auch die Schwere der Störung lässt sich nach der ICD-10 nicht erfassen.

In der ICD-10...


Christa Windmüller ist Heilpraktikerin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit psychischen Erkrankungen und den Auswirkungen auf die Angehörigen. Die ganzheitliche Betrachtung des Menschen ist ihr dabei ebenso wichtig wie die Aktivierung der Selbstheilungskräfte durch alternative Heilmethoden. Sie schreibt Fachartikel und Ratgeber. Ehrenamtlich arbeitet sie im Moderatorenteam des Zentrums für Borderline-Angehörige Köln.



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